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audovis
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audovis: Offline

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audovis is on a distinguished road

Beitrag
Datum: 05.03.2006
Uhrzeit: 18:14
ID: 14353



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Bei Deinem "Gehalt" mußt Du als erstes wissen, ob Du nach Stunden oder nach Projekten bezahlt wirst.

Wirst Du nach Stunden bezahlt und gehst Du davon aus, daß Du Vollzeit, also 174 Stunden im Monat, beschäftigt bist, dann überlegst Du Dir, wieviel Geld Du nach Abzug aller Kosten in der Tasche haben möchtest, also wovon Du leben möchtest, Deine Miete bezahlst und so weiter.

Zu diesen Lebenskosten kommt dann der Betrag für eine Krankenversicherung. Wenn Du dafür so 200€ (für eine Privatversicherung) im Monat annimmst, dann befindest Du Dich im höheren Segment. Für die gesetzlichen Krankenversicherungen mußt Du Dir mal die Tarife anschauen. Aber bedenke dabei immer, Du bist dann kein Arbeitnehmer mehr und mußt alles selbst zahlen. Des weiteren wirst Du Dir überlegen müssen, ob Du etwas für Deine Rente tun möchtest und ob Du eine Unfallversicherung und all solche Sachen benötigst.

Und wenn Du dann alle Deine Kosten zusammen gezählt hast, dann schlägst Du noch die 16% drauf, rechnest alles durch Deine Monatsstunden und Du hast Deinen Stundenlohn. Der wird dann so um die 17-20€ liegen.

Für die Projektbezahlung beginnst Du ähnlichst und überlegst Dir dann, wie lange Du für die Bearbeitung eines Projektes brauchst. Kläre aber auch, ob Du mit Abschluß des Projektes bezahlt wirst oder es vorher schon Abschlagszahlungen gibt.

Diese fiesen Steuern am Ende des Jahres mußt Du ab einem Gewin von 7.200€ (?) zahlen. Von Deinem Umsatz werden dann die betrieblichen Kosten abgezogen. Von diesem Betrag bleiben eben die 7.200€ (?) steuerfrei, für den Rest gibt es gestaffelte Prozentwerte, die Du zu zahlen hast. Die beginnen bei 19 und enden bei 42%.

Eigentlich kannst Du sofort zum Finanzamt gehen, Dir eine beantragen Steuernummer und bist ab diesem Zeitpunkt Freiberufler. Allerdings gehen Dir dann sämtliche Annehmlichkeiten, die man vorher beantragen muß flöten.

Wenn Du aus dem Studium kommst, dann bist Du für gewöhnlich ALG II (also Hartz IV) Empfänger. Damit kannst Du dann Einstiegsgeld beantragen, was Dir nicht gewährt werden muß, aber wenn Du einen vernünftigen Businessplan (dazu später mehr) vorlegst, dann lehnen die das in der Regel nicht ab. Das Einstiegsgeld wird Dir dann zunächst für 6 Monate und bis zu 2 Jahre zusätzlich zu Deinem ALG II bezahlt. Die Höhe liegt bei der Hälfte des Grundbetrages von ALG II (also in den alten Bundesländern und Berlin 172,50€ und in den neuen Bundesländern 165,50€). Das heißt dann auch, daß Du Dir in diesen 6 Monaten noch keine Gedanken über die Krankenkasse machen mußt, da Du weiterhin über die Arbeitsagentur versichert bist.

Bei der Arbeitsagentur gibt es auch eine Höchstgrenze, die Du nicht überschreiten solltest, dazu aber mehr beim Thema Businessplan (Unternehmenskonzept). Der Unterschied ist aber, daß Du hier beweisen mußt, daß Du irgendwann von Deiner Arbeit leben kannst.

Einen Businessplan finde ich nicht nur für die staatlichen Förderungen wichtig, sondern auch für eine Richtungsfindung für Dich selbst. Darin beschäftigst Du Dich intensiv mit dem, was Du machen möchtest (auch wenn Dein erster Auftraggeber mal nichts mehr für Dich hat, denn Du bist nicht mehr fest angestellt und deshalb hast Du auch keinen Kündigungsschutz mehr) und vor allem, wie Deine Finanzen aussehen, welche monatlichen Ausgaben Du hast, ob Du eventuell eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen mußt oder ob Dein Auftraggeber haftet, halt all solche Sachen.

Dann gibt es noch eine nette Möglichkeit, um den Start besser zu bewältigen und die nennt sich SWL (sonstige weitere Leistungen). Die beantragst Du auch beim Jobcenter. Da liegt es ebenfalls total im Ermessen des Bearbeiters, ob und wie viel er Dir geben möchte und ob als Darlehen oder als Zuschuß. Damit kannst Du Dir dann zum Beispiel Deinen Computer aufrüsten, oder Software beazahlen.

Noch mehr Fragen???

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