Zitat:
Originally posted by netzbau Das hat nichts mit Egoismus sondern mit Verantwortung zu tun. |
Ich glaube, dass das sehr wohl was mit Egoismus zu tun hat.
In den Medien wird uns mittlerweile ein Leben vorgelebt, was die Realität weit verfehlt.
Die Leute sind alle hübsch, leben in riesigen Lofts, sind noch keine 30 und fahren BMWs. Der jährlich (!) Urlaub geht an die exotischsten Plätze der Welt wo man ganz alleine für sich ist oder in Luxushotles in den Metropolen der Welt. Natürlich hat man alles was begehrenswert ist und ist natürlich unsterblich verliebt in die perfekte Frau / den perkten Mann... (man weiß, dass das die Person fürs leben ist.)
Diese Bilder wecken in jedem von uns natürlich (wissentlich oder unwissentlich) gewisse Sehnsüchte. Das tolle Jetset leben, dass die 25 - 35 jährigen in den Filmen leben, kann man sich natürlich nicht mit so einem Balk leisten.
Zur perfekten Familieleben gehört, dass man am Sonntag morgen im Garten des Einfamilienhauses gemütlich frühstückt, der Hund im Garten spielt und der 2-Jährige Nachwuchs glücklich (und still) sein Mameladenbrot isst. Später am Tag macht man irgendeinen tollen Ausflug. (Der Einkauf, das Putzen, Waschen etc. erledigt sinch von selber)
Die Realität sieht aber so aus, dass viele mittlerweile auch am WE arbeiten gehen (müssen). Man vielleicht ein Auto hat, aber höchstens in einer 2-3 Zimmer Mietwohnung lebt...
Wenn man sich dann ein Kind zulegt, muß man auch noch auf den letzten Rest an Luxus wie z.B. die Home-Entertainmentanlage mit Beamer und 5.1 Sound, die 1000 Audio-CDs, die wöchentlichen Parties etc. verzichten... - Hier kommt der Egoismus zu Vorschein.
Ein Kind jedenfalls braucht all diese Materialistischen Güter nicht. Das Kind braucht eigentlich nur die Liebe und aufmerksamkeint seiner Eltern - am besten von beiden!
Da aber jeder Karriere machen will - damit man so leben kann wie in den Medien vorgelebt - wird das mit der Aufmerksamkeit schwierig...
Da ich mich damals für den Zivieldienst entscheiden habe und dort u.a. ältere Menschen betreuen mußte/durfte wurde für mich aber klar, dass die Familie das wertvollste Gut im Leben ist.
Es war auffällig, dass die Pflegebedürftigen mit familiärem Hintergrund einen weitesgehend würdigen Lebensabend führeten. Dort wurde von der Familie organisiert, dass die Wohnung von einer Reinigungskraft sauber gehalten wurde, die älteren Leute von guten Pflegepersonal gepflegt wurden und mehr Ansprache bekamen - u.a. durch Familienbesuche.
Leute die sich selber überlassen waren, mussten mit dem Geld der jeweiligen Pflegestufe und des Sozialamtest versorgt werden. D.h. die Pfleger konnten nur das notwendigste tun. Man war zwar stets bemüht das Beste zu tun, aber ein Pflegedienst kann mit 40 EUR keine 3 Stunden die Wohnung reinigen, wie eine von der Familie organisierte Reinigungskraft... Wir Zivis konnten dann zwar mal etwas mehr Zeit aufwenden, aber auch nicht wöchtenlich.
Es gibt also nur zwei Möglichkeiten ein Leben zu führen:
1.) Mit Kindern, die geliebt werden und diese Liebe später auch erwidern - dabei spielt Geld eine untergeordnerte Rolle.
2.) Ohne Kinder, dem Erfolg nachjagend, so dass man mit 80 während der Arbeit (oder im Bordell - man hat ja keine Zeit gefunden jemanden zu lieben) am Herzinfarkt umkippt.