zum hansaviertel:
die nennung erfolgte in rahmen geschichtsloser areale. über etwaige vorlieben der bewohner kann ich hier keine aussage treffen. sicher wird es interessant sein direkt neben dem grössten innerstädtischen park berlins zu wohnen-in zentraler lage.
zur information für alle nichtberliner: das hansaviertel entstand zur interbau 1957 komplett auf dem reissbrett und zwar als radikale abkehr gegenüber der berliner blockrandbebauung .
konzept hansaviertel war die zeilenbebauung mit hingestreuten wohntürmen, in deren zwischenräume grünes seinen platz finden sollte.
zugegebenermassen dank begrünung ein besseres modell als so manche plattenbausiedlung, die zeitgleich im sowjetsektor entstand.
nichtsdestoweniger jedoch ein tabula rasa konzept.
von vielerlei seite auch als "zweite zerstörung" bezeichnet. flächensanierung im zeichen des totalen abräumens preisgünstigen und unter denkmalpflegerischen gesichtspunkten wertvollen wohnraums zugunsten teurer neubauwohnungen.
sie vertreten ja die "was weg ist, ist weg" position.
ich verweise noch auf folgende dinge, da mir leider der kontakt zu frohen hansaviertelbewohnern fehlt.
Agenda der UNO habitatskonferenz '96 in Istanbul: "Nur die kompakten Siedlungsstrukturen der europäischen Stadt können in den Zeiten einer weltweiten Verstädterung eine nachhaltige, also ressourcenschonende Siedlungsentwicklung garantieren. Nur sie sind im Sinne sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Grundansprüche der Menschheit zukunftsfähig."
kompakte siedlungsstruktur im sinne der blockrandbebauung, nicht im sinner von wohnturmsolitären.
und aus einem interview mit Karl Ganser über die deutsche Bau-Unkultur ( DIE ZEIT 14/2003 ) :
Karl Ganser:" ...unser Land einer Trümmerlandschaft gleicht, auch wenn es sich bei den Trümmern meist um Neubauten handelt."
Zeit: "Übertreiben Sie nicht ein bisschen? Die meisten Menschen sind doch ganz zufrieden. "
Ganser:" Ja, aber nur deshalb, weil sie gelernt haben, immerzu wegzusehen. Es fällt den meisten Menschen einfach nicht auf, in was für einer ramponierten Welt sie leben. Nur hier und da, bei einer Kirche oder einem Museumsneubau, schauen wir noch auf und freuen uns über das Schöne. An den Rest stellen wir überhaupt keinen ästhetischen Anspruch mehr, niemand kümmert sich ernsthaft um gute Architektur. Und das muss sich ändern."
dies beides auch lediglich meinungen mehr oder weniger grosser gruppen, welche aber eine reaktion auf ein radikalkonzept darstellt, welches nicht in der lage war wirklich nennenswerte wohnvorteile zu bringen. das hansaviertel ist da noch die bestmögliche variante der flächensanierung mit zeilenbebauung.
Nun allerdings nochmal: bei dem hansaviertel handelt es sich -durch die nachbarschaft zum tiergarten- um eine sondersituation. ich unterstelle -angedenk der worte karl gansers- dass niemand auf die idee kommen würde diesen ort aufgrund seiner architektonischen qualitäten zu besuchen-tourismus= null . soviel zur argumentation abstimmung mit den füssen.
ein wohnturm mag eine beeindruckende aussicht bieten-besteht diese aussicht allerdings wiederum selbst nur aus türmen, so ist nichts gewonnen.
ergo: der wohnturm lebt, zehrt und erhält seine daseinsberechtigung nur durch seine umgebung ( --->stämme im kiefernwald ).
Zitat:
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...Adlon. Ich habe gehört, daß nach anfänglicher Euphorie das Interesse merklich zurückgegangen sein soll, selbst bei ehemaligen Befürwortern.
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wie interessant, dass sie nun auch anfangen zu
hören -sind sie da nicht selbst erst einen nachweis schuldig? -ihr
gehörtes bescheinigt ja zumindest, dass es eine euphorie gegeben haben muss.
nun noch einen schönen abend