Zitat:
Originally posted by Archimedes Da kann ich Dir nur zustimmen.
Ich kann ebenfalls nicht verstehen, warum man wider besseres Wissen in den letzten Jahren noch soviele Leute zum Architekturstudium verleitet/aufgenommen hat.
Da drückt auch der Schuh.
Du schreibst, daß Architekten hauptsächlich zum Gestalten ausgebildet werden und erst in Büros für die anderen Aufgaben ausgebildet werden.
Genau das ist das Problem. Hier müßte ebenfalls ein Umdenken einsetzen und vielleicht wie beim Bauingenieurstudium unterschiedliche Vertiefungsmöglichkeiten (Baubetrieb, Ausführungs- und Detailplanung)oder eine breitere Architektenausbildung angeboten werden. Es kann einfach nicht sein, daß tausende von jungen Architekten, die nichts anderes können als Entwerfen, nach dem Studium ersteinmal
"umgeschult" werden müssen.
Die technischen und wirtschaftlichen Bereiche hatte ein Architekt eigentlich schon immer mit abzudecken, zumindest bei kleinen bis mittleren Bauvorhaben. Es gehört einfach zu seiner Arbeit, genau wie das Entwerfen. Daran ist nichts paradox. |
Hallo Archimedes,
Du hast recht, das Technische und Wirtschaftliche gehört zum Berufsbild. Aber einen Bautechniker und ehemaligen Handwerker als Bauleiter einzusetzen, oder einen Bauzeichner mit dem Zeichnen der Pläne oder der genauen Aufstellung der Kostenschätzung und dem ewigen Anmahnen zur Mängelbeseitigen zu betrauen, ist ist auch nicht falsch - und entlastet diejenigen, die als Kreative ausgebildet wurden. An dieser traditionellen Aufgabenteilung im kleinen Architekturbüro finde ich nichts falsch.
Ich habe das Gefühl, daß sich an dieser Aufgabenstellung das Leitbild der Architektenausbildung orientiert. Doch wenn man ehrlich ist, bräuchte man für diese Aufgaben lediglich vielleicht ein Fünftel oder gar weniger der Absolventen, die heute auf den Markt kommen - und die anderen arbeiten ständig und ohne große Perspektive auf etwas anderes in den typischen Berufsfeldern von Bauzeichnern und Bautechnikern. Und da ist es schon paradox, jemanden zuerst in 5 Jahren zum Entwerfer auszubilden, um ihn dann in 2 Jahren AIP oder Dauerpraktikum oder ähnlichen Niedriglohnsystemen umzuschulen - dann doch lieber gleich weniger Entwerfer ausbilden, und die technischen und wirtschaftlichen Posten mit dafür ausgebildeten Leuten besetzten. Für ein Großteil der im Architekturbüro anfallenden Aufgaben braucht man keine 5 Jahre Hochschulstudium. Und dafür sollten die Länder auch keine Studienplätze finanzieren.
Wenn man ehrlich ist, muß man die Zahl der Studienplätze drastisch reduzieren. Vielleicht um die Hälfte, oder mehr. Ein Mangel an qualifiziertem Personal würde selbst dann nicht entstehen, schätze ich.