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Kieler
 
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Kieler is a jewel in the rough Kieler is a jewel in the rough Kieler is a jewel in the rough Kieler is a jewel in the rough

Beitrag
Datum: 25.10.2006
Uhrzeit: 20:37
ID: 19247



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...das wird ja immer besser
Martin, Du musst Dich mit dem Thema noch mal beschäftigen!
-erstens: es gibt keine Nachrüstverpflichtung, die es auch nicht jetzt
schon gibt. (oberste Geschossdecken, Heizung)
-zweitens: auch jetzt musst Du schon die Fassade, wenn Du mehr als
zwanzig Prozent anfasst, nachbessern (bedingte Anforderung), natürlich
gibt es Ausnahmegenehmigungen, daran ändert der Energiepass auch
nichts
-drittens: Für einen Energiepass für ein Einfamilienhaus kriegt man ca.
200€, das nennst Du ´ne Nase verdienen? Dafür kriegt man in unserem
Büro An- und Abfahrt sowie und eine halbe Bestandsaufnahme.

...der Energiepass hat nur den Sinn den Bestand zu dokumentieren, um eine
Aussage über den energetische Standard treffen zu können, damit ein
Mieter eine Idee bekommt, wie viel da an Energiekosten auf ihn zu
kommen.
So können sich die Vermieter überlegen ob sie, im Falle sie wohnen in
Florians Pampa, lieber nichts machen und dafür weniger Miete nehmen,
oder ob sie ihr Haus in ein Niedrigenergiehaus mit behaglichem
Innenraumklima, ökologischen Materialien und meinetwegen kontrollierer
Lüftung umbauen und dann dafür mehr Miete nehmen. Es ist ihre freie
Entscheidung, niemand wird sie dazu zwingen (GG Art14 habt Ihr bestimmt
alle in Babe durchgenommen).
Es ist auch nicht Sinn und Zweck irgendeinem Dämmwahn zu verfallen,
sondern ein Konzept zu erstellen, und ehrlich Martin, eine Innendämmung
mit Mineralfaser im Fachwerkhaus, am besten noch mit Ytongausfachung,
wirst Du auch ohne Energiepass bald zurückbauen, so was saniert man
wohl eher mit Hüllflächentemperierung und Lehmputz

Wie sieht es denn jetzt aus, ich erlebe es fast jeden Tag, viele Leute
wollen was machen und weil niemend ´ne Peilung hat aber einen Maler,
Heizungsbauer oder Tischler kennt, fragt er eben diese:
-Der Maler sagt, logo WDVS und Du bist Deine Sorgen los, dann kommt
noch irgendeine dubiose Zahl wie: "Spart 12l Öl pro quadrathektozoll
Styropor" zack, das überzeugt!
-Der Heizungsbauer glänzt mit der Effizienz seiner neusten
Ölbrennwertheizung, Wärmelastberechnung über Daumendiagramm,
Dämmmaßnahmen bleiben unberücksichtigt und die ganze Kiste ist total
überdimensioniert (abgesehen davon, dass sich in zehn Jahren in
Deutschland kein Normalsterblicher mehr Heizöl leisten kann)
-Der Tischler trägt natürlich seine besten Fenster zur Lösung bei, denn
dann heizt ja die Sonne praktisch das Haus...
Tja und so bekommt Bauherr B die Lösung in Abhängigkeit von dem Beruf
seines Bekannten, also entweder WDVS eine Heizung, oder neue Fenster!
Dabei wird eventuell noch der Aspekt der Energieeinsparung bedacht,
Behaglichkeit und Bauphysik sind unbekannte Wesen.
Und so geht das in Deutschland, eine Superlösung jagt die nächste und ein
neuer Beruf etabliert sich langsam im Saniererland: Der
Sanierungssanierer!

Und warum das alles? Weil es kein Konzept gibt und hier setzt doch das
ganze Energieberatungsgeschnickse an: Ein Konzept entwickeln!
Und wer ist dafür geradezu prädestiniert? Der Architekt A!
Deswegen bin ich schwer erstaunt, dass gerade aus dieser Ecke hier so viel
Widerstand kommt. Ist es weil sie den Kampf gegen die entwurfsfeindliche
Wärmebrückenvermeidung endgültig verloren sehen, weil sie keine Lust
haben sich schon wieder mit etwas Neuem zu beschäftigen, oder weil Sie
letztendlich doch nur von dem einen großen Museumsbau träumen, wo sie
mal richtig zeigen können, dass sie´s draufhaben?
Das würde mich echt mal interessieren!

Und dann den ganzen Spaß als Ökotrip zu verniedlichen wird unserem
Problem wohl nicht gerecht. Nun könnte man noch eine Seite über CO2
Problematik und Ölverknappung lamentieren, aber vielleicht sollte man als
Indiz des Wandels einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass sich BP nun
nicht mehr als British Petroleum, sondern als Beyond Petroleum vermarktet...

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