Zitat:
Originally posted by planmatsch ...neuer Beruf etabliert sich langsam im Saniererland: Der
Sanierungssanierer!
Und warum das alles? Weil es kein Konzept gibt und hier setzt doch das
ganze Energieberatungsgeschnickse an: Ein Konzept entwickeln!
Und wer ist dafür geradezu prädestiniert? Der Architekt A!
Deswegen bin ich schwer erstaunt, dass gerade aus dieser Ecke hier so viel
Widerstand kommt. Ist es weil sie den Kampf gegen die entwurfsfeindliche
Wärmebrückenvermeidung endgültig verloren sehen, weil sie keine Lust
haben sich schon wieder mit etwas Neuem zu beschäftigen, oder weil Sie
letztendlich doch nur von dem einen großen Museumsbau träumen, wo sie
mal richtig zeigen können, dass sie´s draufhaben?
Das würde mich echt mal interessieren! |
Das Problem ist, dass viele Architekten nicht mehr Ahnung haben, wie die hier verpöhnten Stukkateure und Fensterbauer. Teilweise, so traurig es ist, sogar deutlich weniger als die Handwerker.
Viele Architekten klatschen auf ein Haus eine Thermofassade nach Schema X, erzählen dem Kunden was von Dreifach-verglasten-Fenstern und faseln irgendwas von Dampfsperre oder sogar "atmungsaktiven" Wänden. Das weckt beim Kunden Vertrauen und er glaubt sich in guten Händen. Fakt ist leider oft genug, dass kaum einer die komplexen und bauphysikalischen Vorgänge in einem Haus als Gesamtes begreift und entsprechend handelt. Viele drehen gerne an einer oder zwei Schrauben, vergessen aber das dann noch mind. 5 andere Schrauben nachjustiert werden müssen.
Wie der Arzt der ein gutes Medikament gegen die eine Krankheit verschreibt, welches aber gleichzeitig Nebenwirkungen hat und bislang unbekannte Krankheiten zu Tage fördert.
Die Bauschäden treten täglich ans Licht, auch mittlerweile schon bei Gebäuden, bei welchen nach ENEV 2002 gehandelt wurde.
Zitat:
Originally posted by Florian
Korrigiert mich, wenn ich mich verrechne:
Überlegung:
- Ich besitze ein 2-Parteien Haus, dass ich wäremedämmen lassen will und nehme wir an, dass ich das komplette Haus mit 20.000 EUR entsprechend Sanieren kann. |
20.000 € für eine zeitgemässe Sanierung mit guter Wärmedämmung??
Selbst bei einem kleinen 2 Parteien-Haus dürfte der Betrag mind. doppelt so hoch liegen. Selbst, wenn man Synergieeffekte durch eine sowieso fällige Sanierung anführt. Man muss den Mehraufwand schliesslich mit dem vergleichen was es kosten würde das Haus in einen Zustand zu versetzen, der dem damaligen Neuzustand entspricht. Also sagen wir Massstab Jahrgang 1970 (30 cm Leichtbetonhohlblocksteine mit beiderseits Kalkzementputz, zwischen den Sparren 8 cm Mineralwolle, usw.)
Hier wurde ganz entsetzt geäussert, dass doch mancherorts tatsächlich noch monolithisch gebaut wird!
Daran ist doch überhaupt nichts schlimm, solange die Details (keine Wärmebrücken usw.) stimmen und man einen akzeptablen Wärmeschutz erreicht. Ich spreche bewusst nicht von Porenbeton, aber selbst mit 49 cm starken Wänden aus Hochlochziegel und mineralischen Verputzen kann man sehr gute raumklimatische Bedingungen und ausreichend wärmegedämmte Häuser auf zeitgemässem Niveau schaffen.