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Kieler
 
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Hochschule/AG: Architekt

Kieler is a jewel in the rough Kieler is a jewel in the rough Kieler is a jewel in the rough Kieler is a jewel in the rough

Beitrag
Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 20:30
ID: 19299



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@Martin: den Kennste: http://www.bine.info/pdf/publikation/bi0700.pdf

Den wollte ich noch zum Thema: Behaglichkeit "Die Alten bauten besser"
bringen:

http://www.bnu.de/hesa/downloads/Dow...uchhaus1-3.pdf

Zitat:
Originally posted by Archimedes
Das Problem ist, dass viele Architekten nicht mehr Ahnung haben, wie
die hier verpöhnten Stukkateure und Fensterbauer. Teilweise, so traurig es
ist, sogar deutlich weniger als die Handwerker...
Das mag stimmen Archimedes, aber das ist natürlich kein Argument gegen
die (energetische) Sanierung von Gebäuden, sondern gegen das Bauen im
Allgemeinen, oder das nicht mehr ganz so goldene Handwerk, oder die
Ausbildung der Architekten, die im Studium in atemberaubender Zahl
Museumsbauten am Polarkreis entwerfen, aber nach dem Diplom auf die
Frage nach der DIN 4108 oder den Unterschied zwischen HOAI und VOB
verschämt zu Boden sehen. Das ist eine Schande und ein anderes Thema!

Zitat:
Originally posted by Archimedes
...
Die Bauschäden treten täglich ans Licht, auch mittlerweile schon bei Gebäuden, bei welchen nach ENEV 2002 gehandelt wurde.
...
Genau Ausführungs- und Planungsfehler, die ENEV trägt da keine Schuld
(siehe oben)

Zitat:
Originally posted by Archimedes
...
Hier wurde ganz entsetzt geäussert, dass doch mancherorts tatsächlich
noch monolithisch gebaut wird!
Daran ist doch überhaupt nichts schlimm, solange die Details (keine
Wärmebrücken usw.) stimmen und man einen akzeptablen Wärmeschutz
erreicht. Ich spreche bewusst nicht von Porenbeton, aber selbst mit 49 cm
starken Wänden aus Hochlochziegel und mineralischen Verputzen kann
man sehr gute raumklimatische Bedingungen und ausreichend
wärmegedämmte Häuser auf zeitgemässem Niveau schaffen.
Die entsprechen aber dann nur Deiner Definition von zeitgemäßen
Niveau.
Jedes Haus ist heute problemlos in KFW 40 Standard herstellbar, alles
andere würde ich nicht akzeptieren.
Ein Gebäude in dem alle Wandoberflächen und die Luft beinahe gleiche
Temperatur haben ist ein Behaglichkeitsparadies. Die Ausgestaltung des
Raumklimas liegt dann in Deiner Hand.
Wäre ich ein Bauherr, der heute ein Haus mit Außenwand U-Werten von
0,4-0,5 bekäme (was dann so haarscharf ENEV Standard erfüllen könnte),
fühlte ich mich spätestens in ein paar Jahren betrogen, da schon jetzt
vorhersehbar ist wohin die Reise geht, und Weitsicht ist doch eigentlich
Deine Stärke wenn ich mich da an die Dampfbremsengeschichte im
nichtausgebauten Dachgeschoss erinnere.
Es ist ein Irrtum Dämmstandards für Bauschäden und schlechtes
Raumklima verantwortlich zu machen. Verantwortlich ist die falsche
Planung!
Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, nur lassen sich viele Planer in
Ermangelung bauphysikalischer Kenntnisse von den Baustoffherstellern zu
Superlösungen verführen, die auch funktionieren können, aber leider nun
mal gerade nicht in diesem Fall.

@Florian:
Also ich kenne Deine Rahmenbedingungen nicht, daher mal ein kurzes
Beispiel zum Weiterrechnen von mir.
Morgen werde ich das Gutachten den "Beratungsempfängern" vorlegen
und da freue ich mich jetzt schon drauf, weil die sich ganz doll freuen
werden
Haus von Anfang 70, monolitische Kalksandsteinwände 30-36,5 cm (U-Wert
zwischen 1,8 und 2,1), selbst bei voller Beheizung im Winter keine Chance
die 18°C Marke zu knacken. Beim Besuch des Hauses letzten Monat
fröstelte mich im Wohnzimmer wie vor einer Kühlschranktür (Strahlung).
Die berechnete Oberflächentemperatur bei minus 10°C und 20°C innen lag
bei 12°C!
Gemessener Verbrauch und zufälligerweise berechneter Bedarf ca. 6500l Öl
(z.Zt. ca.3900€) für ein 160 m² Haus, das ist doch mal ´ne Zahl.
Die Heizung ist 25 Jahre alt, ist also eh überfällig (es gibt aber immer
sowieso Maßnahmen, irgendwas ist immer fällig).

Bei Vollsanierung (ca. 60.000€ inkl. Pelletheizung und Solarthermie) bleiben
3500 kg Pellets (z.Z. ca. 700€) über.
Wir haben also eine reine Brennstoffkosteneinsparung von 3200€ im Jahr.
Der Pimärenergiebedarf ist von 445 auf 38 kWh/m²a gesunken (entspr.
130,0 KG CO2/M²A), da HT´ etwas zu hoch ist, ist es nur ein KfW60 Haus,
vom Primärenergiebedarf wär´es ein KfW40, auf jeden Fall ist es ein
Niedrigenergiehaus im Bestand, Tilgungszuschuss z.Z. 5% auf 50.000,
Zinsen: derzeit 2,78% eff. bei 20 Jahren Laufzeit, 100% Auszahlung,
Stand: 20.10.2006.
So und nun rechnest Du mal allein aus, dass die Annuität weit weniger ist
als die Brennstoffkosteneinsparung und das, obwohl die neue Heizung
mitfinanziert wär´, obwohl Sie sowieso fällig ist, die
Brennstoffkostensteigerung noch gar nicht eingerechnet wurde und der
Tilgungszuschuss und Fördermaßnahmen für regenerative Energien sowie
eventuelle Eigenleistungen unberücksichtigt bleiben.
Fazit: Die Leute werden morgen von mir hören, dass in Zukunft Ihre
monatliche Belastung sinkt, sich die Behaglichkeit enorm verbessert, sie
regenerativ heizen werden und der Wert Ihrer Immobilie enorm steigt.
Nebenbei, die 347€ inkl. MWSt (522-175 Zuschuss) habe ich locker wieder
für sie eingespielt.
Nun haben wir also herausgefunden, dass es sich lohnt, wer daraus
welche Bauschäden produziert ist eine andere Geschichte

Natürlich Florian wird es immer Beispiele geben, wo es sich nicht lohnt,
aber um das herauszufinden benötigt man eben eine Untersuchung.

So und nun noch eine kleine Lektüre zum Abschluss, um mal gegen so viele
Vorurteile anzuschreiben, bitte auch besonders den letzten Teil zu Foster
und Komplizen (da gibt´s bei Bedarf noch einen ausführlicheren Artikel)

http://www.impulsprogramm.de/downloa...aglichkeit.pdf

Tschüß
Euer Ilja

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