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Archimedes
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Datum: 01.12.2006
Uhrzeit: 14:22
ID: 20153



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Zitat:
Originally posted by Tom
Was meinte er/meinst Du damit genau? Pfusch am Bau? Missverständnisse zwischen Archi und Ing.? Oder eben Uneinigkeit zwischen Archi und Bauherr und -frau?

Es ging dabei rein um die Veränderungen am ursprünglichen Entwurf durch die Verantwortlichen bei der Bahn.

Er hat keinerlei Zweifel an der hohen Ausführungsqualität erweckt und auch an den Ingenieuren (mit denen er ja auch bei vielen anderen Projekten "verheiratet" ist) hat er nichts auszusetzen gehabt.

Seine ganzen Erläuterungen zum Lehrter Bahnhof (Dauer ca. 10 Minuten) waren aber "überschattet" von den Manipulationen an diesem wie er (in etwa) sagte: "Bedeutenstem Verkehrsbau Europas dieses und der nächsten Jahre". Es ging ihm tatsächlich um die beiden Hauptsünden:
Also Erstens, dass Kürzen des Glas-Stahl-Daches über dem Oberen Bahnsteig, so dass man vom Knotenpunkt im Inneren das westliche Ende nur als grosses gähnendes Loch und nicht als gekrümmten Glaskanal wahrnimmt. Von Aussen ganz zu schweigen.
Zweitens um die "Supermarktdecke" in der unteren Ebene.
In Details und anderen Modifikationen hat er sich nicht verloren.
Zu diesen beiden Punkten hatte er halt ausdrucksstarke Fotomontagen bereit, die er vermutlich auch während des Prozesses verwendet hat.
Die Kürzung der Glashalle hat er mit einer imposanten Aufnahme eines vollgetakelten 4-Mast-Segler verdeutlich, dem man dann per Photoshop das Heck und den Bug, sowie 2 seiner Masten gestutzt hatte.
Um den Zuschauer das Drama mit der Deckenkonstruktion näher zu bringen, hat er auf ein stimmungsvolles Foto eines romanischen Kreuzgewölbes zurückgegriffen, in welches man dann oberhalb der Stützenköpfe eine billige Akustikdecke reinretuschiert hatte.

Nachdem er dann seinen Bahnhof ins rechte Licht hatte, ist er zu den Projekten nach China gewechselt und hat damit den Lehrter Bahnhof, den er vorher hochstylisiert hatte, zu einem bescheidenen Bahnhöfchen degradiert, der in der Reihe seiner Megaprojekte nur wie eins von Vielen gewirkt hat.
überhaupt kam in seinem Vortrag doch etwas wenig Architektur rüber.
Er spulte in ca. 75 Minuten ca. 25 Grossprojekte (keines unter 50 Mio. €) runter, so wie andere Architekten ihre Einfamilienhäuser präsentieren.
Es ging um Ingenieurkunst, die Faszination und Leichtigkeit von Stahl-Glas-Kompositionen und vor allem um Gigantomanie.
Er hat sich bei diesem Vortrag augenscheinlich vor allem selbst am Meisten an der Grösse seiner Projekte gemessen und gerne mit grossen Zahlen (250.000 m², 500 m Länge, 300 m Höhe....) geglänzt.

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