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Der Gaertner is on a distinguished road

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Datum: 22.10.2009
Uhrzeit: 20:35
ID: 35911



Wie geht es den Absolventen der Landschaftsarchitektur?

#1 (Permalink)
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Zum fünften Mal wurden im Herbst 2008 Absolventenbefragungen von Hochschulen der Landschaftsarchitektur durchgeführt. Das komplette Zahlenmaterial liegt nun vor und die einzelnen Hochschulen wissen nun, wie ihre Absolventen untergekommen sind und wie sie von ihrer Hochschule denken.
Die Details kann man natürlich nicht veröffentlichen. Einige zusammenfassende Daten und Grafiken kann ich aber doch hier reinstellen.
Die Ergebnisse sind besser als in früheren Jahren und durchaus nicht entmutigend.

PS für die Fachfremden:
Unter dem Oberbegriff Landschaftsarchitektur verbergen sich traditionell zwei planende Studienrichtungen (Landschaftsplanung und Freiraumplanung) und die ausführende Studienrichtung Landschaftsbau. Die strikte Trennung wie zwischen Architektur und Bauingenieurwesen findet hier also nicht statt.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Kurzfassung AB2008 Landschaftsarchitektur.pdf (134,6 KB, 2189x aufgerufen)
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Wolfgang Ziegler

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Winfried: Offline


Winfried is on a distinguished road

Beitrag
Datum: 20.02.2010
Uhrzeit: 07:10
ID: 37901



AW: Wie geht es den Absolventen der Landschaftsarchitektur?

#2 (Permalink)
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Leider, leider muß ich der oben gezeigten Untersuchung wiedersprechen. Sie entspricht meht dem Wunschdenken der Hochschulen bzw. ist als eine Art Werbung von Ihnen zu sehen.

Ich selber, seit 20 Jahren Landschaftsarchitekt habe auch mal an dieser Umfrage teilgenommen und hatte damals mit ehemaligen Kommilitonen darüber gesprochen.
1. geantwortet haben fast ausschließlich diejenigen, die eine Arbeit haben
2. es wird bei solchen Befragungen von Seiten des Befragten sehr oft geschummelt
3. richtig schwer wird es gerade für Landschaftsarchitekten ja erst, wenn sie 35 und älter werden.

So ist es zu erklären, das die Hochschulen eine Arbeitsquote von rund 80% suggerieren. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Ich schätze, dass rund 50% der Absolventen eine Anstellung im Bereich Landschaftsplanung/Landschaftsarchitektur finden. Nach 4-5 Jahren allerdings hat sich diese Quote auf rund 20-25% verringert. Hierbei handelt es sich zumeist um Stellen im öffentl. Dienst.

Dies ist eine Grund, weshalb sich jeder sehr gut überlegen sollte, Landschaftsarchitektur zu studieren.

Geändert von Winfried (20.02.2010 um 07:22 Uhr). Grund: .......

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Der Gaertner is on a distinguished road

Beitrag
Datum: 01.04.2010
Uhrzeit: 21:52
ID: 38508



AW: Wie geht es den Absolventen der Landschaftsarchitektur? #3 (Permalink)
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Der ernst zu nehmende Beitrag von Winfried verdient einen Kommentar. Der Vorwurf gegenüber den Hochschulen ebenso.

Das Datenmaterial aus den letzten 5 Absolventenbefragungen (1996-1999-2002-2005-2008) ist sehr umfangreich und wurde in einigen Diplomarbeiten vertieft ausgewertet nach der einen oder anderen spezifischen Fragestellung. Was solche Untersuchungen nicht leisten können, sind repräsentative Aussagen über die typischen Karrieren und Brüche im Verlauf eines Berufslebens. So gibt es nur punktuelle Untersuchungen aus der einen oder anderen Perspektive. Da wäre z. B. die Arbeitslosenstatistik der Agentur für Arbeit oder die Statistik der Bundesarchitektenkammer. Alle diese Daten haben ihre Berechtigung und ihre Grenzen. Die Gespräche von Winfried mit einigen Kommilitonen haben wohl auch ihre Grenzen, was die Repräsentativität angeht.

Wir verzichten aus Kapazitätsgründen auf eine kommentierende Veröffentlichung der Daten. Lediglich die Umfrage von 1996, das ist wohl die, an der Winfried teilgenommen hat, wurde in Form einer FLL-Broschüre publiziert. Dort kann man zur Aussagekraft der Umfrageergebnisse Folgendes lesen: „Da keine Informationen über die genaue Größe und Zusammensetzung des Berufsfeldes vorhanden sind, kann auch nicht festgestellt werden, in welchem Grade mit den eingegangenen Fragebogen ein repräsentativer Querschnitt geboten wird. Für eine gute Repräsentativität spricht der hohe durchschnittliche Rücklauf. Die Motivation, einen Fragebogen zurückzusenden, wird allerdings bei den Befragten, die in einem Beruf entsprechend ihrer Ausbildung beschäftigt sind, größer sein, als z.B. bei einem Arbeitslosen. Auch kann davon ausgegangen werden, daß die Rücklaufquote mit der persönlichen Zufriedenheit mit dem Thema Landespflege zusammenhängt. Es kann letzten Endes nicht festgestellt werden, wie sich die Gruppe der Befragten, die nicht geantwortet hat, genau zusammensetzt.“

Soviel zum verantwortungsvollen Umgang mit Statistik. Natürlich haben die statistischen Daten eine Schiefe, wissenschaftlich „Bias“ genannt. Wenn wir die Ergebnisse und Grafiken in der Studienberatung einsetzen, weisen wir auch darauf hin. Sind die Daten deshalb wertlos? Ich meine nicht. Der Bias ist bei jeder Befragung vorhanden und verliert seine Bedeutung, wenn man die Entwicklung im Zeitablauf, die Gegenüberstellung der drei Vertiefungsrichtungen oder die Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen betrachtet.

So lässt sich ohne Einschränkungen behaupten, dass der Stellenmarkt für Absolventen der Landschafts- und Freiraumplanung stärker überlastet und konjunkturanfälliger ist als der des Landschaftsbaus. Warum aber gehen die Studieninteressenten vor allem in die Freiraumplanung und nur wenige zum Landschaftsbau? Zum Teil hat das mit den entsprechenden Angeboten der Hochschulen zu tun, zum Teil auch mit der attraktiven, aber nicht ganz treffenden Überschrift „Landschaftsarchitektur“. Es hat aber auch mit dem Wunsch nach einem „schönen“ und interessanten Beruf und einem nicht zu anstrengendem Studium zu tun. Und wenn man dann im Studium ist und die Wahl hat, widmet man sich lieber der großzügigen Entwurfsplanung und nicht der popeligen Ausführungsplanung (um nur ein Beispiel zu nennen).

Zu den Motiven bei der Studienwahl hätte ich auch noch Umfrageergebnisse anzubieten, die garantiert keinen Bias (Vollerhebung) haben. Die Erstsemesterbefragungen der FH Osnabrück erkundigen sich u. a. nach den Gründen für die Studienwahl. Zugelassen waren Mehrfachnennungen und es ergab sich folgendes Bild:

Bachelorstudiengang Landschaftsentwicklung:
1. Interesse an der Natur 94,7 %
2. Verantwortung für die Umwelt 79,0 %
3. Fachliches Interesse 68,4 %
4. Berufsaussichten 21,1 %

Bachelorstudiengang Freiraumplanung
1. Fachliches Interesse 93,2 %
2. Interesse an der Natur 77,3 %
3. Verantwortung für die Umwelt 25,0 %
4. Berufsaussichten 15,9 %

Bachelorstudiengang Ingenieurwesen im Landschaftsbau
1. Fachliches Interesse 100,0 %
2. Interesse an der Natur 65,9 %
3. Berufsaussichten 38,6 %
4. Verantwortung für die Umwelt 11,4 %

Was soll man dazu sagen?

Dem abschließenden Statement von Winfried „Dies ist ein Grund, weshalb sich jeder sehr gut überlegen sollte, Landschaftsarchitektur zu studieren“ kann man nur zustimmen. Das gilt ganz allgemein für jedes Studium und ganz besonders für Studiengänge, die man eher als Verlegenheitslösung oder aus Liebhaberei ansteuert. Aber die Berufsaussichten sind es offensichtlich nicht, weshalb man so etwas studiert.

Nun hoffe ich, dass sich noch die eine oder andere Stimme zu diesem Thema meldet. Repräsentativer als unsere Hunderte von Befragten wird das aber sicher auch nicht sein.

Noch ein Wort zu dem Einwand, es werde „bei solchen Befragungen von Seiten des Befragten sehr oft geschummelt“? Wenn man sich die Mühe macht, einen 11-seitigen Fragebogen auszufüllen und sehr differenzierte Meinungen auf die zahlreichen offenen Fragen zu formulieren, aus welchen Motiven heraus sollte man da schummeln? Bei einer anonymen Befragung? Wer sich die ausgefüllten Fragebogen anschaut, erkennt nur eine große Ernsthaftigkeit bei den Befragten und nichts anderes.
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Wolfgang Ziegler

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Datum: 13.06.2012
Uhrzeit: 18:38
ID: 46994



AW: Die neuesten Daten über den Verbleib der Landschaftsarchitektur-Absolventen #4 (Permalink)
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Die Ergebnisse der jüngsten Absolventenbefragung Landschaftsarchitektur liegen nun in Kurzfassung vor. Erfasst wurden die Absolventen der Jahrgänge 2009 bis 2011. Die Ergebnisse sind nicht schlecht. Auffallend ist bei den Freiraumplanern die Zunahme der "Nicht-Berufstätigkeit", hauptsächlich wegen postgradualer Weiterbildung. Dahinter steckt natürlich die Unsicherheit der FH-Absolventen über die Kammerfähigkeit der Bachelorabschlüsse.
Über die grundsätzliche Aussagekraft dieser Umfragen haben wir ansonsten ja schon ausreichend diskutiert.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Kurzfassung AB2011 Landschaftsarchitektur.pdf (92,4 KB, 833x aufgerufen)
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Datum: 04.04.2017
Uhrzeit: 22:50
ID: 56382



AW: Die neuesten Daten über den Verbleib der Landschaftsarchitektur-Absolventen #5 (Permalink)
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Der Thread ist schon ziemlich alt, das Thema immer noch jung und das Interesse ungebrochen. Deshalb eine Auffrischung.
Die Tradition der Absolventenbefragungen Landschaftsarchitektur wurde 1996 begründet und wird seitdem im 3-jährigen Abstand fortgeführt. Die letzten Umfrageergebnisse stammen aus 2014 und wurden hier noch nicht zugänglich gemacht. Das soll jetzt nachgeholt werden.
Im Herbst 2017 folgt turnusgemäß die nächste Umfrage. Die Vorarbeiten laufen gerade. Bislang gingen die Fragebogen immer noch in Papierform postalisch an die Absolventen der letzten 3 Jahre. Die wenigsten Hochschulen verfügen nämlich über die E-Mail-Adressen der Absolventen. Das macht die Sache natürlich teuer und nicht jede Hochschule hat das nötige Geld (und Interesse).
Wer also an der Umfrage 2017 teilnehmen will, zum genannten Personenkreis zählt und bis zum Oktober keine Post von seiner Hochschule bekommt, kann dort ja mal nachfragen.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Kurzfassung_Absolventenbefragung_Landschaftsarchitektur_2014.pdf (710,3 KB, 141x aufgerufen)
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Wolfgang Ziegler

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Datum: 30.10.2018
Uhrzeit: 22:41
ID: 57005



Wie geht es den Absolventen der Landschaftsarchitektur? Die neuesten Zahlen #6 (Permalink)
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Das Thema verdient, fortgesetzt zu werden. Mittlerweile liegt die achte Umfrage unter den Absolventen der Landschaftsarchitektur und des Landschaftsbaus vor. Diesmal haben sich acht Hochschulen beteiligt:
- FH Erfurt
- HS Geisenheim
- HS Ostwestfalen-Lippe in Höxter
- HfWU Nürtingen
- HS Neubrandenburg
- HS Osnabrück
- HS Weihenstephan-Triesdorf
- TU Berlin
Die Umfrage fand im Februar 2018 statt, teilgenommen haben 387 FH- und 76 Uni-Absolventen. Die wichtigsten Themen:
- Wie hat es mit dem Berufseinstieg geklappt?
- Wo sind die Absolventen gelandet?
- Ist die Beschäftigung ausbildungsgemäß?
- Wie hoch ist das aktuelle Gehalt?
- Wie wichtig sind die angebotenen Studienfächer für die berufliche Praxis?
Gleichermaßen interessant für Studieninteressenten, Absolventen und auch für die Studienberatung.
Ein Ergebnis vorweg. Was wäre im nachhinein gesehen das wichtigste Studienfach gewesen?
- Absolventen Landschaftsplanung: Landschaftspflege, Naturschutz
- Absolventen Freiraumplanung: Ausführungsplanung (!)
- Absolventen Landschaftbau: Bauvertragsrecht, VOB
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Absolventenbefragung_LA_2018.pdf (577,6 KB, 20x aufgerufen)
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Wolfgang Ziegler

Geändert von Der Gaertner (30.10.2018 um 22:46 Uhr). Grund: Umlaute nicht übernommen

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