Einzelnen Beitrag anzeigen
Archimedes
Registrierter Nutzer
 
Benutzerbild von Archimedes
 
Registriert seit: 26.07.2005
Beiträge: 2.342
Archimedes: Offline

Ort: Rhld.-Pfalz
Hochschule/AG: Architekt freischaffend

Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all

Beitrag
Datum: 10.11.2009
Uhrzeit: 16:54
ID: 36245



AW: Erste Akquise - Eure Erfahrungen #6 (Permalink)
Social Bookmarks:

Zitat:
Zitat von Archiologe Beitrag anzeigen
Habe mal von einem jungen Berliner Architekturbüro gehört, das sich unbebaute Grundstücke in der Stadt ausgeguckte und sich danach erkundigte, welchem Eigentümer es gehörte. Bei positiver Schufrabfrage des Ausgesuchten, entwarfen sie eigenmächtig ein Gebäude darauf und gingen dann damit zu diesem und präsentiertem es ihm. Dann konnte sie zu mindestens auf ihrer Webseite schreiben: Projektstudien für XY. Manchmal kam auch ein Auftrag zu stande.
Diese Methode betreiben einige junge Büros. Hier und da entsteht wirklich mal so ein Auftrag. Auch das mit der Teilnahme Wettbewerben ist sicher eine gute Sache um bekannter zu werden oder sich zu präsentieren.

Nachteil: Für beide Varianten braucht man einen langen Atem. Denn wenn man ein Büro gründet laufen die Kosten vom ersten Tag an und die Einnahmen sind erstmal Null.

Bis aus einem Wettbewerb oder einer Planung aus Eigeninitiative ein bezahlter Auftrag entsteht, können viele Monate vergehen. Um diese Zeit zu überbrücken braucht man ein ordentliches Startkapital. Selbst wenn man bei Bürogründung sofort einen bezahlten Auftrag hat kann es 2-3 Monate dauern bis man etwas zum Abrechnen hat. Denn für jede "Kleinigkeit" bzw. Teilleistung eine Rechnung zu schreiben ist nicht unbedingt üblich und sieht komisch aus. Oft wird die erste Rechnung nach fertigem Entwurf oder eingereichtem Bauantrag geschrieben, wenn die Projekte nicht sehr groß sind und das sind sie i.d.R. bei Neugründungen nie.

Eine weitere mögliche Variante für den Start ist das Mitnehmen von einem oder mehreren Projekten aus dem Büro in welchem man vorher gearbeitet hat. Dazu gehört entweder ein besonders gönnerhafter Chef oder ein extrem guter Kontakt zum Kunden. Zweiteres ist aber oft mit Ärger im alten Büro verbunden. Gerichtliche Auseinandersetzung nicht ausgeschlossen.

Eine Selbständigkeit sollte man nach Möglichkeit parallel zu seiner Festanstellung rechtzeitig vorbereiten und erst dann kündigen, wenn man ein Einstiegsprojekt für den Start fest am Haken hat.

Einfach ein Büro eröffnen, werben und auf Kundschaft warten ist definitiv zu riskant/kostspielig.
Außerdem sollte man über ein Netzwerk im Background verfügen, denn selbst wenn man sich fachlich kompetent und reif für den Job fühlt, wird die Unterstützung von Kollegen und "alten Hasen" noch oft benötigt.

Mit Zitat antworten