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Florian
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Florian is a glorious beacon of light Florian is a glorious beacon of light Florian is a glorious beacon of light Florian is a glorious beacon of light Florian is a glorious beacon of light

Beitrag
Datum: 12.11.2009
Uhrzeit: 19:34
ID: 36278



AW: das leidige thema bewerbung als absolvent... #5 (Permalink)
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Be prepared und nutze die Chancen. Das war bisher mein Motte.

Ich kann ja mal erzählen, wie ich zu GMP gekommen bin:
Irgendwann erzählte mir ein Freund, der nun rein garnichs mit Architektur am Hut hatte, dass er ab und zu mit einem Bauleiter Golf spielen geht, der wohl bei einem ganz bekannten Büro arbeitet. GMP... nie gehört...
Vielleicht ein halbes Jahr später mache ich mir Gedanken, doch noch mal ein Praktikum in einem Architekturbüro zu machen.
Ausführungsplanung wäre vielleicht ganz gut, dachte ich mir. Das lernt man nicht so richtig gut im Studium.
Nach etwas Recherche stelle ich fest, dass von Gerkan, Marg und Partner Architekten da eine Gute Adresse wäre.
Und da klingelte es wieder. Großes Büro? Hauptbahnhof? Hatte Dein Freund da nicht was erzählt? Was war das für eine Abkürzung?
Kurzum, er gab mir die Nummer des Bauleiter, den rief ich an und er sagte mir, ich solle doch einfach mal meine Bewerbung über ihn, an den Bürochef schicken.
Die Bewerbung landete dann auch auf dem Tisch des Chefs und ich durfte Vorsprechen.
(Später erzählte mir der Bauleiter, dass ihm meine Bewerbung tatsächlich gut gefallen hat und er sie deshalb auch ruhigen Gewissens weitergegeben hat.)
Ja, so habe ich dort angefangen.
Durch Glück kam ich in ein (für GMP Verhältnisse) kleines Projekt, mit zwei Architekten und einem AZUBI-Bauzeichner. Dort habe ich dann erst als Praktikant, und dann als studentischer Mitarbeiter gearbeitet, im zweiten Jahr auch Urlaubsvertretung und am Ende Schwangerschaftsvertretung der Projektleiterin gemacht.

Dann kam mein Diplom. Während der Diplomzeit bekam ich zwei Anrufe, ob ich denn schon wieder zur Verfügung stehen würde. Den ersten musste ich absagen, da ein Ende noch nicht zu sehen war. Beim zweiten aber gab es bereits einen Abgabetermin.
Dort hieß es nun wirklich, nutze die Chance: Ich sollte drei Tage nach meiner Diplompräsentation anfangen - spätestens.
Also sagte ich mir, lieber diese Chance, als ein möglicherweise längerer Urlaub, als ich ihn gebaucht hätte.

Bei der Vielzahl an ausländischen Projekten habe ich mir dann irgendwann auch mal Gedanken gemacht, ob ich denn Lust hätte in Ausland zu gehen, man weiß ja nie was kommt. Darüber habe ich dann natürlich auch mit meiner Freundin (wir leben zusammen) gesprochen. Und auch die meinte: Na klar machst Du das, wenn man dich fragt.
Zwischenzeitlich habe ich bei der Leitdetailplanung für ein indische Projekt mitgearbeitet. Und dann kam irgendwann die Frage:
"Wir brauchen jemanden vor Ort, der dort mal etwas aufpasst, was die machen. - Florian, würdest Du das machen?"

Wieviel Zeit hat man in dieser Situation zum überlegen? Ich glaube ich habe 3 Sekunden gebraucht um ein "ja" über die Lippen zu bekommen. 3 lange Sekunden!
Ich war zwar darauf programmiert auf diese Frage mir Ja zu antworten, aber so richtige fängt man erst danach an zu denken. Man hat mir wohl angesehen, dass ein Synapsengewitter in meinem Kopf ausgebrochen war.
Man Chef grinste zumindest und meinte, das ich wohl jetzt wohl erstmal mit meiner Freundin reden müsste, er würde mir ansehen das ich geistig plötzlich woanders bin...

Jetzt bin ich jedenfalls in Indien und kann sagen, dass ich mein Leben wieder etwas bereichert habe und meinen Zielen näher gerückt bin.

Um ein Thema meines Vorredners aufzugreifen:
Ich habe drei Studienkollegen an GMP vermittelt. Zwei arbeiten dort immernoch. Ich würde aber nie jemanden nur aus Freundschaft vermitteln, wenn ich nicht überzeugt davon bin, dass er/sie in das Büro passt und der/die richtige für die Aufgabe ist.
Man kann und sollte seine Freunde ruhig fragen, ob in ihrem Büro nicht jemand gesucht wird, aber man sollte weder die Freunde noch sich selber dadurch in unangenehme Situationen bringen.

Wenn sich die Chance in der Schweiz bietet, solltest Du sie vielleicht einfach nutzen. Andere Chancen müssen dadurch ja nicht ausgeschlossen werden. Knebelverträge sind bei Arbeitsverhältnissen unüblich

Viel Erfolg wünscht
Florian
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Florian Illenberger

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