Einzelnen Beitrag anzeigen
Kolumba
Registrierter Nutzer
 
Registriert seit: 23.02.2014
Beiträge: 33
Kolumba: Offline


Kolumba is on a distinguished road

Beitrag
Datum: 04.04.2021
Uhrzeit: 15:07
ID: 57752



AW: Gehaltsvorstellungen #48 (Permalink)
Social Bookmarks:

So mein lieber Archimedes, jetzt wird abgerechnet...
Meine Prophezeiungen und Ankündigungen aus 2014 haben sich allesamt bewahrheitet und wurden damit bestätigt. Aber ich möchte hier nicht darüber reden wie oft ich recht hatte.
Ein kleines Umdenken hat ebenfalls stattgefunden, jedoch ist das für mich nicht genug.

In den vergangenen 7 Jahren habe ich mich weiterentwickelt und zuletzt (2016) mit ca. 5 Jahren Berufserfahrung 5.500 Euro brutto als angestellter Bauleiter verdient. Das war mir immer noch nicht genug! Nicht weil zu wenig Geld, nein weil mein Arbeitgeber zuletzt mehr damit beschäftigt war mit seinem Privatflieger durch die Gegend zu fliegen, während ich die Kohle für Ihn aus dem Ofen geholt habe. Inklusive abends mit Klamotten ins Bett fallen und am nächsten Morgen mit derselben Kleidung wieder auf die Baustelle fahren. Und 5 Punkte in Flensburg. Am Ende wusste er weder wo das Gebäude steht noch welche Farbe es hat. Aber hey sein Konto war dankbar.

Mittlerweile bin ich Selbstständig tätig und ich muss sagen es läuft besser als ich es mir je vorstellen konnte. Ich habe alle meine Anmerkungen wie und was falsch läuft, selber richtig umgesetzt und lerne aus Arbeitgebern wie dir Archimedes, (ich nenne euch auch Arbeitgeber des Mittelalters) unzwar mache ich exakt das Gegenteil davon, wie du/Ihr denkst Angestellte (übrigens bei mir heißen diese Mitarbeiter) behandeln zu müssen. Und das funktioniert wunderbar. Danke Dafür.

Vergleichsweise habe ich gegenüber Kollegen die eher deine Ansichtsweisen teilen, und die sich ebenfalls zeitgleich mit mir selbstständig gemacht haben, jedoch Projekte in 5-facher Größe umsetzen, dennoch das bis zu doppelten Jahreseinkommen vorzuweisen.
Mein angestellten verdienen anteilig mit, das bedeutet ich verfolge das selbe Konzept wie manche Ärztehäuser und Anwaltskanzleien. Jeder Erfahrene Mitarbeiter bekommt einen Anteil und kein Gehalt, bis auf die studentischen Aushilfskräfte und natürlich die Berufseinsteiger. Damit verdiene nicht nur ich, als Arbeitgeber, sondern wir alle als Team. Jeder kann kommen und gehen wie er möchte, Arbeiten von wo aus er möchte, vorausgesetzt der mindest Arbeitsaufwand wird erfüllt und die Projekte machen Fortschritte.
Was Sie auch tun und das besser als gedacht. Dabei setze ich hauptsächlich auf Kommnunikation und Austausch, das ist alles.

Um wirtschaftlich zu arbeiten machen wir folgendes anders:

- Keine Leistung, keine Stunde keine Minute, kein Gespräch, kein Grübeln, nein rein keine Leistung wird kostenlos ausgeführt. Nicht einmal die Akquise ist bei uns kostenlos. Ich kann auch nicht zum Arzt, mich erst einmal gründlich untersuchen lassen um Ihm anschließend mitzuteilen ob ich Ihn bezahlen/ beauftragen möchte oder nicht.
- Wir sagen nein zu öffentlichen und nicht bezahlten Wettbewerben.
- Wir sagen nein zu dubiosen Bauunternehmen die Ihre Spekulationsobjekte kostengünstig umsetzten wollen
- Wir sagen nein zu kostenloses Akquise Vorgängen, auch wenn diese eher wenig Zeit und Geld in Anspruch nehmen
- Wir sagen nein zu Architekten.de oder vergleichsweisen Auftragsvermittlern
- Wir sagen nein zu Bauherren die am liebsten alle Leistungen kostenlos hätten

Leistung muss bezahlt werden, und das von der ersten Minute an.

Nur dadurch können wir einer angemessenen Bezahlung und dem gebührenden Respekt und der Akzeptanz unseres Berufszweiges gerecht werden. Respekt beginnt für mich beim Gehalt.
Archimedes und allen anderen mittelalterlich denkenden Architekten/Arbeitgeber wird das nicht gefallen, aber Ihr habt es jetzt in der Hand, etwas dafür zu tun, dass wir als Architekten endlich respektiert und angesehen werden. Und das nicht nur von unseren Arbeitgebern, sondern auch von allen Bauherren, Bauunternehmern, Projektsteurern und sonstigen Auftraggebern.

Und dazu gehört auch mal Aufträge ablehnen zu können, und nicht jeden Auftrag anzunehmen und anschließend diese auf dem Rücken seiner Angestellten auszutragen, mit unbezahlten Überstunden oder Gehältern im Bereich des Mindestlohns.

Und für alle Arbeitnehmer:
Ihr müsst auch nicht jeden schlechten Job Annehmen oder eine noch schlechtere Bezahlung mit noch schlechteren Tarifen akzeptieren. Schaut euch um, macht euch selbstständig konkurriert mit eueren Chefs und werdet nicht zu deren Lakaien.
Macht es mir gleich, die Baubranche boomt, ich habe mehr Aufträge als ich bearbeiten kann. Jede Woche Lehne ich ein neues Projekt ab. Schalten eure Köpfe ein, wenn nicht jetzt wann dann. Ihr habt nicht studiert um mit Menschen wie Archimedes über ein paar feie Tage zu verhandeln, oder darüber ob Ihr während der Arbeitzeit ein wenig schnacken dürft. Ihr seid doch keine Sklaven.

Ich habe angefangen umzudenken, ich hoffe das tut Ihr alle da draußen auch bald.

Geändert von Kolumba (04.04.2021 um 15:46 Uhr).

Mit Zitat antworten