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MissMaple 09.12.2017 17:50

Vom PM zum Architekten?
 
Hallo liebes Forum,

ich bin schon lange stille Mitleserin bei euch - aber nun würde mich eure Meinung zu meiner Situation sehr interessieren.
Ich hoffe der Austausch ist fuer euch evtl auch interessant, ich bin derzeit Projektleiterin eines technischen Gewerks und damit ja quasi auf der anderen Seite des Tisches.

Zu mir:
Ich bin derzeit 23 Jahre jung, habe vor zwei Jahren meinen Bachelor als Elektrotechniker abgeschlossen. Bin dann bereits waehrend des Studiums in einen grossen Konzern geraten, der einen Fuss in der Baubranche hat.

Aktuell schimpfe ich mich Projektleiter fuer Gewerke wie BMA, ZKS und co - ich wuerde sogar behaupten für mein Alter sehr gut bezahlt und bisher sowohl in der Mannschaft als auch was die Zahlen angeht sehr erfolgreich.
Karriere im Konzern steht mir durchaus offen, das Ganze hat nur einen Haken:

Ich habe daran keinen Spass. Der Konzern krankt von oben bis unten und ich stelle zunehmend fest, dass ich so nicht die restlichen (vermutlich 50) Jahre meines Lebens arbeiten moechte.
Mein Ziel ist viel eher ein eigenes Buero in einer Nische der Building Technologies oder neuen Werkstoffe, wenn ich mir die Master-Module der lokalen TU der Architekten anschaue werde ich quasi gelb vor Neid.

Ich bin unsicher, ob ich in meiner aktuellen Schiene weitermachen soll - also weiter spezialisieren und mich schrittweise umorientieren?
Oder doch der harte Cut - alles auf Anfang und Architektur studieren?

Was meint ihr? ;)

Nightfly 12.12.2017 13:07

AW: Vom PM zum Architekten?
 
Ich habe es nicht bereut Architektur studiert zu haben, obwohl ich mitten in der Wirtschaftskrise 2008 mit Diplom auf dem Arbeitsmarkt stand. Mir haben alle abgeraten damals ;).
Du hast hier 2 Themen:

A) Architektur studieren
B) aus der Firma raus

Wenn Dir als junger Mensch die angestaubten Strukturen Deines Arbeitgebers jetzt schon zu wider sind, dann nix wie raus da. Deine Möglichkeiten etwas zu bewegen sind eher eingeschränkt und es ist sicher einfacher und fruchtbarer in eine innovative Umgebung zu gehen. Da wirst dann auch Du gefördert.
Also zu B rate ich Dir auf jeden Fall, ob es dafür A sein muss, das mußt Du wissen. ;)

Die Architekturbranche ist längst nicht so innovativ und kreativ wie viele denken! In den meisten Büros wird mit sehr veralteter Software gearbeitet, entworfen wie in den 80ern und Du als junger Mensch darfst Dich null einbringen. Es gibt auch immer Licht am Ende des Tunnels, aber glaub nicht dass die auf eine junge innovative Frau warten, die vor Ideen sprudelt. Sorry die Realität sieht anders aus. ;)

Mr.Jenberg 06.01.2018 05:45

AW: Vom PM zum Architekten?
 
Leider hat Nightfly recht: Der Architekten-Job ist leider nur "Von Außen" wirklich kreativ und spaßig. Oft sitzt man an sehr langweiligen Aufgaben wie Detailzeichnungen, Kostenberechnungen oder Ausschreibungen. Der Gestaltungsspielraum ist oft nur beschränkt vorhanden, da oft Kosten und die TGA maßgeblich für Entwurfsentscheidungen sind. Ebenso bist du gerade am Anfang eher "Zuarbeiter" im Büro und der Chef hat das "letzte Wort", bzw. keiner will/kann eine Entscheidung treffen.

Hinzukommt noch das (relativ) schlechte Gehalt. Ich kennen aus dem Bekanntenkreis die Gehälter von TGA oder Elektrofachplanern und kann manchmal nur den Kopf schütteln, wie wenig Architekten im Vergleich verdienen. (ca. 20-25% weniger)

Überlege es dir also gut, vielleicht wäre eher Bauing. was für dich. Hier sehe ich den Vorteil, dass man sich im Master eher spezialisieren kann.

Grüße,


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