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jericho 22.04.2006 14:36

Qual der Wahl * freier Architekt oder Angestellter
 
hi Ihr profis da draußen, bin auf euer wissen,euere ratschläge und erfahrungen angewiesen.
habe im januar mein diplom architektur an einer fh gemacht und auch gleich eine stelle als bauleiter bekommen (Angestelltenverhältnis). tarifgehalt 2123€, ab august werdens ca 2500€. wäre ja voll zufrieden, hätte ich nicht ein angebot von nem super architekturbüro bekommen. ich soll die bauleitung für ein größeres projekt übernehmen. das ganze geht ca.1 Jahr, danach könnte ich weiter dort bleiben (?!?) sagt man. haken an der sache: freier mitarbeiter mit 20€ die stunde.
würde gerne eure meinung dazu hören.
ich sag schon mal danke

achja das wechseln würde ohne große probleme funktionieren, bin ja noch in der probezeit.

Archimedes 22.04.2006 15:42

Wie sagt man so schön: "Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach."


Das hört sich doch eigentlich ganz gut an, wie es bei Dir bisher gelaufen ist. Ging mir eigentlich ganz ähnlich.

Die Frage ist doch warum solltest Du sofort wieder wechseln???

Als "freier" Mitarbeiter mit 20 € die Stunde wirst Du in der Gesamtbetrachtung sicherlich schlechter wegkommen, als mit den 2.100 - 2.500 €/brutto im Monat als Angestellter.

Lies mal dazu den Thread:

Freiberuflich arbeiten


Wenn Du Dir natürlich von dem "Superarchitekturbüro" mehr versprichst und auch eine halbwegs sichere Zukunft dort zu erwarten hast, dann sollte es auch nicht alleine vom Geld abhängen.

Wer soll Dir da den richtigen Tipp geben??


Nach meiner Meinung sollte man es erstmal eine Weile in einem Büro versuchen, ohne sofort nach dem Wechsel zu suchen. Die Voraussetzungen sind doch bei Dir OK. Verlockungen und vielversprechende Angebote gibt es immer, aber einige werden sich auch als Nieten erweisen. Ich setze ein bißchen auf Beständigkeit und Kontinuität und versuche erstmal über einen längeren Zeitraum (mind. 1-2 Jahre) beim selben Arbeitgeber zu arbeiten, da manche Dinge (bürointerne Arbeitsabläufe, Aufgabenverteilung und -gebiete, Büroklima, etc.) auch etwas Zeit brauchen, bis sie sich entwickeln. Ständiges Rumspringen vom einem Arbeitgeber zum nächsten sieht auch im Lebenslauf nicht wirklich gut aus.
Wenn es natürlich bei einem Arbeitgeber absolut nicht klappt, dann sollte man sich auch nicht unnötig quälen, aber davon hast Du ja nichts erwähnt.



Achja: "Freier" Mitarbeiter hat nichts mit freiem Architekten zu tun. Dafür mußt Du entsprechend in der Kammer eingetragen sein. Also erst in 2-3 Jahren.

audovis 22.04.2006 18:27

Ich würde mich an Deiner Stelle fragen, wie es mit der Haftung aussieht. Bedenke auch bitte, daß Du als "freier Mitarbeiter" nicht angestellt bist, sondern von dieser Firma einen Auftrag erhälst und somit eigentlich nach HOAI abrechnen müßtest.

Du bist dann übrigens freiberuflich tätig, allerdings, wie schon erwähnt, KEIN Architekt!

noone 23.04.2006 12:39

Es stimmt nicht, dass man automatisch nach HOAI abrechnen muss. Das gilt nur für eigenständig abgeleistete Leistungen. Liegt ein Dienstleistungsverhältnis vor, d.h. man arbeitet im Team am Projekt, dann ist auch ein Stundensatz nicht zu beanstanden.

Letztendlich stimme ich Archimedes zu, mit 2500 Brutto kommt er besser weg als mit der freien Mitarbeiterschaft.

Flo 23.04.2006 13:04

Re: Qual der Wahl * freier Architekt oder Angestellter
 
Zitat:

Originally posted by jericho
angebot von nem super architekturbüro bekommen. ich soll die bauleitung für ein größeres projekt übernehmen. das ganze geht ca.1 Jahr, danach könnte ich weiter dort bleiben (?!?) sagt man. haken an der sache: freier mitarbeiter mit 20€ die stunde.
Wenn Du 1 Jahr für den selben Auftraggeber arbeitest, ist das wahrscheinlich eine scheinselbstständigkeit. Das würde ich vorher im Interesse aller unbedingt prüfen. Zahlen die alle gearbeiteten Stunden oder nur 8h am Tag bzw. 40h die Woche? Das macht ja bei dem Job durchaus einen erheblichen Unterschied. Rechne einfach Deine festen Kosten durch, und du weiss was du verdienst (Hardware, Software, Versicherung, Rente, Steuern, Telekom etc...). Wie sieht es in dem Jahr mit Urlaub aus? Was passiert wenn Du länger krank bist?

Florian

audovis 23.04.2006 14:26

Zitat:

Originally posted by noone
Es stimmt nicht, dass man automatisch nach HOAI abrechnen muss. Das gilt nur für eigenständig abgeleistete Leistungen. Liegt ein Dienstleistungsverhältnis vor, d.h. man arbeitet im Team am Projekt, dann ist auch ein Stundensatz nicht zu beanstanden.

Ahja, und in der HOAI ist kein Stundensatz vorgeschrieben, oder wie???

noone 23.04.2006 14:56

wenn du dir die HOAI genau durchliest, dann siehst du, dass der dort genannte Stundensatz sich anders definiert, auch ist eine maximal anzusetzende Gesamtsumme nach Stunden angegeben, die nicht überschritten werden darf.

Beispiel: ich mache Bauleitung für 35-70 Euro pro Stunde gemäss HOAI, dann darf insgesamt eine Summe von 25 000 Euro (oder so ähnlich, ich habe gerade keine HOAI zur Hand) nicht erreicht werden. Erreicht man dann diese Summe, dann muss über Teilbereiche gemäss HOAI abgerechnet werden

Diese in der HOAI genannten Stundensätze beziehen sich immer auf Teilleistungen gemäss definition laut HOAI.

Die in der freien Mitarbeit oft geleisteten Dienstleistungsverhältnisse werden von der HOAI nicht berührt. Dort hat man in der Regel auch keine eigene Haftung.

audovis 23.04.2006 17:55

Deswegen habe ich ja auch in meinem ersten Kommentar auf die Frage der Haftung hingewiesen! Jaja, ich weiß, bin ja NUR eine FH-Absolventin!

jericho 23.04.2006 18:13

wow, danke für eure schnelle antworten. denke mal mit dem angestelltenverhältnis habe ich vorerst mehr sicherheiten, weniger risiko und vor allem nicht so viel aufwand __selbst versichern, büromaterial, cad,...
für den anfang eigentlich o.k. und genau das was ich suche.
dachte nur gerade was das gehalt angeht hätte ich es besser als freier MITARBEITER --> (danke für die korrektur), das scheint aber ein irrtum zu sein. also, man kann sich ja für´s eine entscheiden, aber die türen fürs andere nicht schliesen. man weiß ja nicht was die zukunft bringt.

Tobias 23.04.2006 18:50

Hi 20€ ist zwar an sich ok, aber für Bauleitung eines Großprojektes sicherlich unterbezahlt, wenn man in Betracht zieht, welche Verantwortung du hast (Berufshaftpflicht!) und vor allem wieviel Stress. Hier würde ich dann als selbständiger Bauleiter mind. den HOAI-Mindestsatz verlangen!

Florian 23.04.2006 19:07

20 EUR ist nicht viel.
Ein Architekturbüro berechnet 40-80 EUR / Std. für Leistungen, die nach Stunden bezahlt werden. Die Höhe ist abhängig von der Qualifikation des Mitarbeiters (Bauzeichner - Architekt Dipl.-Ing.).

noone 24.04.2006 10:43

kann ich bestätigen, Haftung hin oder her - ich weiß, daß im Büro intern mit 55 € eine Architektenstunde abgerechnet wird.


@audovis: du scheinst mich ja voll gefressen zu haben.........

audovis 24.04.2006 12:32

Richtig, denn Du sagst gegen wirklich alles etwas, was ich sage, auch wenn es das selbe ist. Hauptsache dagegen!

noone 24.04.2006 12:50

tut mir leid, wenn es so geschehen ist, war und ist aber eigentlich keine Absicht, wenn ich dir widersprochen habe, dann war es meine aufrichtige Meinung zu dem, was du gesagt hast, und nicht irgendwelche Sticheleien an dich persönlich. Dazu habe ich weder Lust noch Zeit....... ;)


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