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secretgarden 20.10.2006 22:19

erbitte entscheidungshilfe
 
ich stehe vor einer merkwürigen situation und dachte mir, warum mal nicht in die runde hier fragen - vielleicht zeigt ihr mir neue, unbeachtete aspekte auf. ;)

also es geht um folgendes:
ich stehe vor einer sehr schweren wahl.

momentan habe ich einen sehr kreativen job in einem recht kleinen architekturbüro (2 mitarbeiter).
nicht übermässig gut bezahlt aber schon ordentlich. als freier mitarbeiter.
das büro legt auch auf das kreative viel wert und hat ungefähr für die nächsten 3 monate gut zu tun. danach ist die beschätigung dort unsicher.

dann habe ich sehr überraschend ein jobangebot erhalten in einem recht konservativem büro, welches banken baut. 30 mitarbeiter, grad zweigstelle eröffnet. sehr gute auftragslage. haben mir im bewerbungsgespäch zugesichert, dass sie an einer möglichst langen zusammenarbeit interessiert sind. die meisten sind schon ein paar jahre dort. und haben mir das doppelte geboten was ich jetzt verdiene. ja richtig gelesen: den doppelten stundensatz. oder optional, wenn ich möchte auch festanstellung. das bleibt mir freigestellt. manko dabei: ich würde mich auf eine recht konservative schiene festlegen und hätte schwierigkeiten, in die wettbewerbsschiene reinzukommen, was eigentlich mein lebenstraum ist.

andererseits habe ich seit meinem diplom jede menge geldschulden und die wären recht bald abgezahlt mit dem topgehalt, welches ich dort kriegen würde.....
de büro, bei dem ich jetzt arbeite, fühle ich mich natürlich auch sehr verpflichtet, wie das halt so ist bei kleinen büros, wo man sehr nah zusammenarbeitet.

was tun? kreativ arbeiten aber wenig verdienen oder nach tarif richtig gut verdienen aber innerlich kreativ verkümmern??

ich bin echt in einem zwiespalt.

wie seht ihr das? wie würdet ihr vielleicht entscheiden? ich will keine richtigen ratschläge...nicht falsch verstehen.
aber vielleicht höre ich gerne, wie sich andere menschen in meiner lage entscheiden würden.

vielen herzlichen dank im voraus.

Archimedes 21.10.2006 00:40

Ich mache dann mal den Anfang....:D

Für mich ganz klar: Tor Nr. 2 . Das konservative Büro mit den deutlich besseren Verdienstmöglichkeiten und längerfristigen Perspektiven.

Denn wie steht es denn noch mit der Kreativität, wenn der Kühlschrank einen täglich angähnt???

Um dauerhaft gute Arbeit bringen zu können (kreativ zu sein) gehören "gesunde" Lebensumstände und somit auch ein gewisses Einkommen, daß einem kleine Annehmlichkeiten erlaubt, die neue Power geben, wie z.B: ein kleiner Urlaub, eine angenehme Wohnatmosphäre oder gelegentliche Restaurantbesuche mit der Freundin.

Außerdem kann man selbst im "konservativsten" Büro noch mit Sicherheit viel lernen und sich entwickeln. Ja, richtig gehört. Man kann neue Blickwinkel gewinnen und den geplanten Werdegang (Wettbewerbs-schiene) auf Herz und Nieren prüfen. Möglicherweise sorgt diese neue Erfahrung für einen Sinneswandel oder man ist sich danach ganz sicher, daß man das andere möchte.

Nach meiner Meinung, ist der Zug für die Wettbewerbsschiene, auch nach 2-3 Jahren in einem "konservativen" Büro noch lange nicht abgefahren.
Was heißt hier überhaupt konservativ? Keiner verbietet einem sich nach Feierabend kreativ zu betätigen.


Ohne weitere Randbedingungen (Arbeitsklima, Ortswechsel, Software, etc....) zu kennen:

Ganz klar: TOR 2

;)

noone 21.10.2006 10:50

hi Secretgarden,


Ich kann dir nur dazu raten, ins große Büro zu wechseln.
Dort kannst du auf jeden Fall auch mehr lernen, denn Banken und andere Großprojekte sind auf jeden Fall fachlich interessanter als die eines zwei Mann-Büros. Und wenn die Beschäftigung nach 3 Monaten in der Schwebe ist, würde ich auf die Kreativität getrost verzichten. In einem großen Büro kannst du durch gute Ideen dir auch deinen Raum erarbeiten.

Ich arbeite zur Zeit auch in einem kleinen Büro, und wir haben jetzt alle laufenden Projekte fertiggestellt, und ich warte jeden Tag darauf, gesagt zu bekommen, daß ich nicht mehr beschäftigt werden kann. Ich habe dort auch einen Job gehabt, bei dem ich alles machen und auch durchsetzen konnte.

Der psychologische Druck, daß du nicht weißt, wie lange es noch gut geht, und vor allem die freie Mitarbeiterschaft mit allen Nachteilen wie kein bezahlter Urlaub krankheitsgeld etc möchte ich wirklich nicht mehr länger mitmachen.

In den kleinen Büros liegt der ganz große Nachteil darin, daß du nach spätestens zwei jAHREN alles gesehen hast, was es dort zu sehen und lernen gibt, da die Projekte eine gewisse überschaubare Größe dort nicht überschreiten. Es ist also besonders wichtig, den Punkt zu treffen, an dem du ausgebildet bist, und dich nach was neuem umzusehen, ansonsten läufst du auf der Stelle und entwickelst dich nicht weiter.

Also mein Rat: nimm den Job an, jetzt in einem großen Büro unterzukommen, bedeutet Sicherheit in der zukunft, laut AK werden in den nächsten Jahren (HOAI soll ja eventuell auch abgeschafft werden) über die hälfte der kleinen zumachen.

Archimedes 21.10.2006 11:21

Was ich auch noch ergänzen wollte, ist, daß ich mich an Deiner Stelle für die Festanstellung und nicht für die freie Mitarbeit in dem "konservativen" Büro entscheiden würde. Das gibt einfach mehr Sicherheit, auch wenn man dafür andere Dinge evtl. zurückstellen muß.

Ich verstehe auf der anderen Seite aber auch Deine Hemmungen das kleine Büro zu verlassen. Gerade in kleinen Betrieben gibt es oft enge soziale Bindungen und fast familiäre Verhältnisse. Gerade wenn man sich gut mit dem Chef und den Mitarbeitern versteht, fällt es schwer sich zu trennen, weil man weiß, daß es für die Bleibenden schwer werden wird adäquaten Ersatz zu finden. Trotzdem muß man in erster Linie an sich denken, denn wer weiß wie es in einem halben Jahr dort aussieht. Schön ist es natürlich, wenn man auch nach dem Fortgehen noch ein gutes Verhältnis zu Chef und Ex-Kollegen hat. Denn: Man trifft sich meistens mehrmals im Leben...

Patrick 21.10.2006 11:37

Hi Secretgarden,

sieht es mit den Weiterbildungsmöglichkeiten in dem größeren Büro wirklich so gut aus? Meine Erfahrung ist, dass die Mitarbeiter in größeren Büros spezialisierter sind als in kleineren Büros und es so gut wie keinen personellen Austausch zwischen den verschiedenen Abteilungen gibt (Wettbewerb, Ausführung, Ausschreibung, Bauleitung,...). Wenn Du Pech hast, wirst Du in einem Bereich dann zwar ein absoluter Experte, bist damit dann aber auf einen bestimmten Bereich festgelegt und der Wechsel könnte sich nach ein paar Jahren als schwierig erweisen....

Liebe Grüße

Patrick

Archimedes 21.10.2006 12:24

Ich glaube die Weiterbildungsmöglichkeiten bzw. der Erfahrungsgewinn sind doch im Vorfeld schwer zu beurteilen.

Nun handelt es sich um ein Büro mit ca. 30 Mitarbeitern. Also noch kein Riesenbüro und durchaus überschaubar.

Ich denke, daß dort noch Jeder Jeden kennt und es noch keine ausgeprägten Abteilungsstrukturen gibt, sondern nur die Zuordnung zu diversen Projekten. Natürlich wird es schon einzelne Spezialisten z.B. für Ausschreibung und Bauleitung geben, aber selbst in Büros dieser Größenordnung sind oft die Mehrzahl der Mitarbeiter als "Allrounder" zumindest für LPH. 1-5 und teilweise auch 8 tätig.


Off Topic on:


Würde mich aber auch interessieren, wie die organisatorischen Strukturen von verschiedenen Architekturbüros mit 30 - 50 Mitarbeitern aussehen.

Ich glaube bei Jean Nouvel sollen zu Glanzzeiten (Anfang der 90er) mal 800-900 Leute gearbeitet haben. Natürlich nicht an einem einzigen Standort sondern weltweit und dann gibts natürlich auch richtige Abteilungen.

In meinem Umfeld gibt es ein Ingenieurbüro mit ca. 250 Mitarbeitern. Die Strukturen habe ich allerdings noch nicht durchschaut. ;)

Off Topic off.

secretgarden 21.10.2006 14:33

vielen dank an die bisherigen antworten!

ich bin immer noch am nachgrübeln. montag muss ich eine entscheidung getroffen haben.

das große büro macht ürbigens NUR banken. und ist recht spiessig. von innen auch wie eine bank fast eingerichtet. kühl und unnahbar.
während das kleinere büro -wie ihr schon richtig erkannt habt- eine sehr familiäre atmosphäre pflegt und richtig gemütlich ist. in einer kleinen schreinerei-lagerhalle eingerichtet. sehr schick auf seine art und weise.

im großen büro soll ich ein projekt von a bis z begleiten wurde mir erzählt. also vom entwurf über die präsentation bis zur bauleitung (diese aber mit hilfe weil ich in dem bereich noch unerfahren bin).

die aufgaben sind schon eine weiterentwicklung in meinem lebenskauf keine frage.
ich habe nur echt angst, in der spiessigkeit zu versinken und dann keine anstellung mehr in einem kreativen büro zu finden.
es gibt ja auch große kreative büros....

yours
unschlüssig

noone 21.10.2006 15:36

es stimmt zwar, daß man in kleinen Büros alles macht - keine Frage.

jedoch sind die Projekte recht überschaubar, und deshalb auch in allen Leistungsphasen weniger lehrreich als Großprojekte.

Nimmt man z.B. den Bereich der Ausschreibung und Bauleitung, da geht es doch bei großen Projekten viel härter zu, da werden Fehler in Ausschreibungen erst mal bemerkt und knallhart ausgenutzt.

Also am Anfang sind kleine Büros auf jeden Fall lehrreich, jedoch wie schon oben gesagt kommt man irgendwann an den Punkt, wo man sich nicht mehr weiterentwickeln kann.


zurück zu dem Bankerbüro:

selbst wenn du nur Banken machst, es sind doch Bürogebäude, und auch wenn sie eine konservative Linie fahren, im Bereich Ausführungsplanung, Bauleitung und auch Ausschreibung kannst du auf jeden Fall lernen. Interieursgestaltung kannst du auch weiterhin für dich privat machen......

Maks 21.10.2006 21:38

Hi Archimedes,
Zitat:

Würde mich aber auch interessieren, wie die organisatorischen Strukturen von verschiedenen Architekturbüros mit 30 - 50 Mitarbeitern aussehen.
Ich arbeite derzeit in genau so einem Büro.
Die Mitarbeiterzahl schwankt zwischen 40 und 50 Mitarbeitern.
Verträge werden generell als befristete Festanstellungen vereinbart, i.d.R. ein Jahr. Das Büro ist auf einige wenige Bereiche spezialisiert.
Die grobe Struktur ist in eine Planungs- und eine Ausschreibungs- und Bauleitungsabteilung gegliedert. Es gibt drei Hirarchieebenen - Chef, Projektleiter und allgemeines Volk :D. Bei einigen Projekten werden diese Ebenen strikt eingehalten, bei anderen verfließen sie, immer dem Interesse des Chefs entsprechend.
Ansich kennt jeder jeden, den einen mehr, den anderen weniger. Für ein Architekturbüro dieser Größe ist die Büroatmosphäre erstaunlich gut. Die bekannten Profilierungskämpfe gibt es kaum bis gar nicht, da man innerhalb des Büros nicht aufsteigen kann. Projektleiter werden generell neu angestellt.
Das Gehalt kommt regelmäßig und pünktlich und liegt vermutlich über Durchschnitt.
Die Arbeitszeiten sind eher untypisch auf zwei Modelle beschränkt, die nur um eine halbe Stunde variieren. Wobei das eher den Beginn, nicht unbedingt das Ende betrifft. Wochenendarbeit ist natürlich kein Tabu.
Der Austausch zwischen den Abteilungen läuft nicht immer optimal. D.h. es bleibt auch mal was Wichtiges irgendwo unbearbeitet liegen, ohne das jemand was davon erfährt.

Ich hoffe, dass das fürs erste deine Frage beantwortet.

Gruß

Max

Archimedes 22.10.2006 09:49

Hi Maks,


ich wollte zwar hier nicht vom eigentlichen Thema wegkommen, aber danke für Deine Schilderung.

So hatte ich mir das vorgestellt, denn selbst bei 40 - 50 Leuten machen allzu festgefahrene Strukturen kaum Sinn.

In meinen Augen liegen die Vorteile bei Büro in dieser Größenordnung darin, daß man auf verschiedene Arbeitsvolumen (schwankende Auftragslage) sehr flexibel reagieren kann, auch durch Zeitverträge. Irgendwo im Büro gibt es bei dieser Anzahl von Leute immer jemanden der eine Lösung für ein Problem kennt oder spezielle Fähigkeiten hat, die die anderen so nicht haben. Natürlich bedingt eine solche Mitarbeiterzahl schon eine ordentlich interne Organisationsstruktur, die die Verteilung der Projekte und die freiliegende Resourcen ständig abgleicht. Der Chef alleine kann das kaum noch leisten. Auch eine kleine Personalabteilung ist dann wahrscheinlich schon sinnvoll.

Eigentlich sind solch "große" Büros doch eine Ausnahme. Klar hört und liest man in erster Linie von großen Büros, aber ich schätze, daß mehr als 90% aller Architekturbüros kleiner als 5 Leute sind. Da würde mich auch mal konkrete Zahlen interessieren.

Das Büro in welchem ich arbeite beschäftigt momentan 11 Leute.
Im Prinzip von der Organisation schon ähnlich wie bei Euch, nur daß die Projektleiterebene gänzlich fehlt und alles direkt über den Chef bzw. die beiden Chefs läuft, wobei einer der beiden hauptsächlich für die Architektur LPH. 1-5 (quasi der Büroführerende) und der andere (als Partner) für die Büroorganistion, Baustelle und die Kostenseite LPH. 5-9 verantwortlich ist.
Das heißt, daß der Architekturchef ständig in ca. 25 Projekten mitdrinhängt. Momentan vom kleinen Einfamilienhausumbau (ca. 70.000 €) bis zum größeren Klinikneubau (ca. 25.000.000 €). Interessante Mischung jedenfalls.
Die Arbeiten werden je nach Arbeitsaufkommen auf einzelne Mitarbeiter oder das ganze Büro verteilt. Das heißt, daß die Vorplanung/Vorgespräche von 1-2 Leuten geregelt wird, daß in der entscheidenden Entwurfsphase für größere Projekte, durchaus 3-4 Leute zusammenarbeiten, die Genehmigungs- und Abstimmungsphase evtl. nur von einem Mitarbeiter betreut wird, dann in der Ausführungsplanung wieder 2-3 Leute mitarbeiten und die Bauleitungsphase z.B. mit 2 Leuten erledigt wird.

Tom 22.10.2006 13:21

@ secretgarden - Ich tendiere auch zum Geld und zu den Banken ;).

Evtl. hast Du mittelfristig doch die Möglichkeit, auch da Wettbewerbe zu machen. Ich war auch mal in einem Büro, das eigentlich nur mit großen institutionellen Bauherren zu tun hatte, von denen die (Direkt-) Aufträge praktisch von selbst reinkamen. Trotzdem haben die ein paar Wettbewerbe pro Jahr gemacht. Manche Vorhaben müssen/wollen solche Bauherren auch über Wettbewerbe abwickeln, weil sie a) eine besonders hohe Entwurfsqualität bzw. -Originalität anstreben oder b) das Vorhaben solide legitimieren wollen, z.B. wenn es politische Aspekte dabei gibt. Und diesen Teil des "Marktes" wollen sich die Büros nicht einfach durch die Lappen gehen lassen.

Ob die Vorstellung realistisch ist, kannst natürlich nur Du aus dem Eindruck des Gesprächs sagen ...

secretgarden 22.10.2006 16:04

puh.... alle sind sich ja hier einig nur ich nicht! *lach*

die frage ist ja eigentlich:
kreativ und doch recht wenig verdienen und nicht wissen wielange der job noch geht
oder
konservativ arbeiten und viel geld verdienen und auf längere dauer angestellt sein.


ist hier denn niemand idealistisch veranlagt wie ich? *lacht*

nee im ernst. natürlich bin ich auch vernünftig.
und so langsam zeichnet sich auch bei mir eine klare linie in den gedanken ab....
aber ich höre mir noch gerne mehr meinung hier an. ;)

Tom 22.10.2006 16:15

Zitat:

Originally posted by secretgarden
ist hier denn niemand idealistisch veranlagt wie ich? *lacht*
Doch, aber nur in meiner Freizeit ;) ...

Maks 22.10.2006 19:34

Hi secretgarden,

Zitat:

ist hier denn niemand idealistisch veranlagt wie ich? *lacht*
Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich nur was mit Idealismus zu tun haben muss. Viel eher wohl mit dem was du dir mittelfristig für dein Leben vorgenommen hast bzw. welche Ziele Du in deinem Beruf anstrebst.
Große Büros arten schnell in Architekturfabriken aus, in denen man zusehen muss wie aus viel Geld Architektur ensteht, die diese Bezeichnung nur noch ansatzweise tragen dürfte. Und das schwierigste dabei ist, dass du kaum noch Einfluss auf Entscheidungen hast. Man muss manchmal schon sehr masochistisch veranlagt sein, um das mittragen zu können.

Ich weiss nicht, ob der leichtere Weg immer der Bessere ist. Ich für meinen Teil stehe gerade vor der entgegengesetzten Entscheidung. Im jetzigen Büro wird nur noch gemetert, weil bei der Fülle von Aufträgen keine Zeit mehr zum "Nachdenken" ist. Wir rennen von einem Termin zum anderen und üben uns vor allem in Schadensbegrenzung. Wenn mans so will, lernt man dabei auch was fürs Leben, aber ich halte es eher für verschwendete Zeit. Es entspricht eben nicht dem, was ich will.

Sicherheit ist in der heutigen Zeit zwar wichtig, aber nicht so wichtig, dass man sich dafür "prostituieren" sollte. Und da wären wir wieder beim Idealismus. Prinzipell tendiere ich für "Tor 1", wenn du dort mit Leib und Seele dabei bist und der Kühlschrank trotzdem voll ist.
Die realistische Entscheidung wäre allerdings "Tor 2".

Ich hoffe, dass du jetzt genauso schlau bist wie vorher :D.

Gruß

Max

Tom 22.10.2006 19:57

Bei Monster.de ist in einer Beispielgeschichte für berufliche Gewissensfragen genau Dein (@secretgarden) Problem beschrieben: Die Protagonistin entschied sich gegen das Geld und für ihr Herz - und alles wurde gut.

@Maks - Mal ohne exitentialistisches Tremolo: Vor diesen Entscheidungen steht ja jeder Berufsanfänger. In dem "bösen" Bereich gibt es noch Jobs, und auch ganz gut bezahlte, aber man fragt sich, warum man dafür lange studiert hat. Als Zwischenstation finde ich sowas aber O.K. Viele der "Großen" haben auch in den ersten 1-2 Stationen ihrer Vita irgendwo irgendwas gearbeitet (im Industriebau, als Firmenarchitekt, o.Ä.). Da kriegt man Erfahrung und ein finanzielles Polster - und man kann jederzeit hinschmeißen und sich was Schöneres suchen ...


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