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Jordan23 27.12.2012 18:32

Architektenhonorar BRD und NL
 
Hallo zusammen,

weiss jemand zufällig warum der niederländische Architekt zu den am besten verdienensten in Europa gehört?

Folgende Staistik belegt dieses auf Seite 7:
http://www.bak.de/userfiles/bak/date...l_part_one.pdf

Ist doch irgendwie seltsam, wenn man bedenkt, dass der niederländische Architekt meist nur die Entwurfsphase erbringt und zudem noch ziemlichen Konkurrenzdruck hat da es keine verbindliche Honorarordnung gibt, folglich oft unter normalen Preisen seine Leistungen anbieten muss.

Was meint ihr? Woran kann das liegen?


Viele Grüße

Jordan23

Archimedes 27.12.2012 19:08

AW: Architektenhonorar BRD und NL
 
Wenn Du Dir Seite 9 des Berichtes anschaust, findest Du schonmal ein Argument: In den Niederlanden gibt es nur halbsoviele Architekten als in Deutschland bezogen auf die Bevölkerung.
Dann kann ich aus eigener Erfahrung sagen, bleibt in den ersten 4 Leistungsphasen nach HOAI deutlich mehr vom Honorar pro Stunde übrig, als in den Leistungsphasen 5-8.
Wir würden auch viel häufiger gerne nur LPH. 1-4 anbieten, aber der Kunde spart erst richtig Baukosten, wenn er dann auch 5-8 beauftragt.
Die HOAI ist dann häufig das Papier nicht wert auf dem sie steht. Unterschritten wird sie sowieso regelmässig ohne das Jemand was unternimmt. Dann lieber gleich frei vereinbaren.

Tom 29.12.2012 17:34

AW: Architektenhonorar BRD und NL
 
Interessante Studie, in der allerdings viele Länder aus nicht ersichtlichen Gründen fehlen.

Zu dem Unterschied Deutschland <-> Niederlande: Kaufkraftbereinigt sind die Zahlen ja, daran liegt es also nicht. An anderer Stelle des Reports (S.46/47) werden die Stundenlöhne verglichen, die für Chefs, angestellte Architekten und Bautechniker in Rechnung gestellt werden. Die sind in Deutschland halb so hoch wie in den Niederlanden (58 vs. 116 EUR für Inhaber/Chefs, 52 vs. 92 EUR für angestellte Architekten). Das deutet für mich schon stark auf ein generell deutlich höheres Honorarniveau in den Niederlanden hin.

Ich glaube, jeder hat - wenn er nicht selbst Chef ist und das mit sich ausmacht - in Deutschland schon seine Geschäftsführer mit sich hadern sehen, welche Stundensätze in welcher Zahl dem Bauherrn für Extra-Leistungen denn "zuzumuten sind". Große Angst, über das Ziel hinauszuschießen, Riesen-Scheu, zuviele Stunden in Rechnung zu stellen (obwohl sie geleistet sind und detailliert nachgewiesen werden können), um die "gute Geschäftsbeziehung" nicht zu gefährden.

Das sind Kultur- und Mentalitätsunterschiede. Die deutschen Kammern haben zwar für 2013 wieder eine HOAI-Novelle auf dem Zettel, erwartet wird aber nur eine geringfügige Erhöhung des Honorarniveaus. Ich habe das Gefühl, das grundsätzliche Problem der Wertschätzung und angemessenen Entlohnung der Branche wird dabei gar nicht strategisch behandelt und/oder professionell angegangen.

T.


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