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sego12 29.01.2015 02:42

Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Hallo Leute,

ich stehe vor meiner allerersten Verhandlung über eine Lohnerhöhung und ich hab etwas Bammel, dass ich den geübten Chefs mit ihren antrainierten Standardparolen gnadenlos ausgeliefert bin.

Zu den Hintergrundinfos. Ich habe im März 2013 Diplom in der Fachrichtung Architektur abgelegt und anfangs eigene Sachen gemacht. Vorentwurf oder Aufmaß von kleineren Bauvorhaben.

Nun, bin ich seit 11 Monaten in einem Architekturbüro (ca. 9 Angestellte) von Beginn an in der LP5 tätig. Das Büro hat einen Nachfolger für jemandem gesucht, der mit Beginn der Ausführungsphase eines größeren Projektes das Büro verlassen hat.

Der Bau befindet sich aktuell in der Ausbauphase und ich habe eigenverantwortlich, unter Anleitung, wenn sie nötig war, die Abläufe wie z.b. Schalpläne und Werkpläne prüfen, Kommunikation Bauleitung, Baufirmen bis hin zu Detailpläne erstellen ohne größere Fehler durchlaufen und nun bekomme ich zusammen mit einer Kollegin ein noch größeres Projekt ab LP3 bis hin zur LP5.

Ich bin in dem Büro mit 1800 € Brutto gestartet. Hatte allerdings in der Verhandlung meine Schmerzgrenze von 2000 € (habe Kind bei Mutter lebend und zahle Unterhalt) geäußert und wurde zum "Prüfen" meiner Leistungsfähigkeit dann noch auf 1800 € gedrückt. Ich wollte in den Vertrag hinein haben, dass man nach einem halben Jahr die 2000 bei erfolgreichem Start festlegt. Jedoch wurde auf mündliche Gespräche verwiesen, die stattfinden können.
Ich hatte nie das Gespräch früher gesucht, da ich erst das alte Projekt im Groben abgeben wollte und das neue Projekt aufnehmen.
Nun nach einem Jahr ist es soweit.

Ich finde eigentlich, dass ich für die Verantwortung leider zu wenig bekomme und überlege nun an einer Argumentation wie ich in dem Gespräch nicht nur meine Mindestgrenze von 2000 € endlich erhalte sondern auch nach nun ca. 1 Jahr eine Erhöhung oberhalb dieser Grenze bekomme. Gleichfalls überlege ich mit in die Verhandlung eine kürzere Woche als momentan 40 h (z.b. 35 bis 37 h) mit ins "Verhandeln" reinzunehmen, damit die Chefs (älteres Ehepaar) 2 Dinge wegargumentieren müssen, da die Zeit aktuell echt knapp ist und das Büro Arbeit genug hat.

Ich habe in den letzten Monaten echt viel für das Büro getan. Ca. 160 Überstunden (abgegolten) und durch das geringe Gehalt nichts sparen können, sondern einen sehr einfachen Lebensstil geführt. Wohne in einer WG und fahre alle 2 Wochen Hin und Zurück ca. 700 km zu meinem Kind (Wahrnehmng geteiltes Sorgerecht) usw.

Ich wollte vorhin eigentl. eine Mail an das Büro senden und um ein Gespräch bzgl. meiner beruflichen und persönlichen Situation bitten. Da ich jedoch noch an einem wichtigen Detail für das alte Projekt sitze, habe ich doch noch nicht gefragt.

Wie seht Ihr das. Sicher meint ihr auch, dass das Gehalt da eher zu gering ist. Welche Strategie und Argumente hättet ihr?

Ich würde mich evtl. sicherer mit anderen Meinungen fühlen.
Danke schonmal für eure Ideen.

LG sego12

flash 29.01.2015 11:51

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Hallo,

aus meiner Perspektive kannst du mit gutem Gewissen nachfragen. Ich fand dein Einstiegsgehalt schon recht gering, kann aber je nach Stadt auch so üblich sein. Also 2000 - 2300 Brutto sollten jetzt schon drin sein und selbst das ist nicht sehr hoch gegriffen. Überlegen solltest du dir noch, was passiert, wenn sie deine Forderungen komplett ablehnen - würdest du darauf Konsequenzen ziehen?

BG Flash

bimfood 29.01.2015 14:58

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Unbedingt mehr Geld verlangen. 1800,- Arbeitnehmer-Brutto sind weit unter dem Durchschnitt.



Gut ist im Falle einer ablehnenden Haltung des Chefs oder aber falls das Angebot nicht den von Dir zuvor geäußerten Vorstellungen entspricht folgende Art von Formulierung:

- "Muss ich drüber nachdenken..."

Das verschafft Dir erstmal Zeit und Du kannst weitere verhandlungspunkte einführen, wie z. B. Mehr Urlaub, anderer Überstundenausgleich, bessere Arbeitsinhalte, etc.



Falls der Chef voll daneben liegt

- "Muss ich drüber nachdenken wie es bei mir weitergeht. Von den Arbeitsinhalten fühle ich mich her wohl nur soll es auch wirtschaftlich passen..."

Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Du gern im Büro bleiben möchtest, aber im zweifelsfall auch bereit wärest das Büro zu wechseln.

Wichtig ist das Gespräch offen/ bzw. anschlussfähig zu halten und eine Pattsituation zu vermeiden.

Archimedes 29.01.2015 20:22

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Ich halte das für keinen tragbaren Dauerzustand, vor allem das seltene und weite Pendeln zum Kind.
Unabhängig von dem deutlich zu niedrigen Gehalt - hier würde ich bei der geschliderten Situation und 40 Stundenwoche ca. 2.500 Euro brutto ansetzen - würde ich mir mittelfristig etwas Heimatnahes suchen.

Ich denke nicht, dass es ein Rezept gibt, wie man den Chef am Besten anspricht, weil es da ganz unterschiedliche Charaktere gibt, aber ich würde selbstbewusst einen zeitnahen Termin vereinbaren, dann die eigene Situation (privat und im Büro) in 5 Minuten schildern und dann die Wünsche/Forderungen vortragen. Nach dem Austausch sollten sich beide Seiten 2-3 Tage Bedenkzeit nehmen und dann erneut zusammenkommen.

sego12 29.01.2015 21:45

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Hallo,

danke für eure Antworten.
Ich habe eine Mail an die Chefs für eine Terminanfrage herausgesendet.
Die Mail ist zwar eher unpersönlich, jedoch legt die Chefin großen Wert auf "Verschwiegenheit" was die Situationen der einzelnen Mitarbeiter angeht.

Erst heute als ich bis zuletzt da war stand die Cheffin neben mir und betonte das neue Projekt und dessen Wichtigkeit + Chancen und sie stellte sogar Prämien in Aussicht. Soetwas hat sich noch nie gemacht.

Da kam mir die Wichtigkeit des Gespräches gerade recht, damit ich erstmal meine Verhältnisse grundlegend stabilisiere bevor ich irgendwelche Anstrengungen in Richtung "Taschengeld" tätige.

Nebenbei hat sie mich gelobt, dass der neue Bauherr mich für kompetent einschätzt und sich auf die Zusammenarbeit freut.

Falls sie komplett eine Erhöhung verweigern, würde ich wie oben sehr gut vorgeschlagen um Bedenkzeit bitten und mir echt überlegen, ob ich das so länger durchhalte.

Ich werde Weiteres berichten ;) evtl sogar schon morgen.

Thx und bis dann
sego12

Flo 30.01.2015 07:49

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Prämie klingt für mich nach einer prima Ausrede nicht mehr Gehalt zahlen. Aber immerhin hat dir die Chefin schon so einige Argumente geliefert: der Bauherr hält dich für kompetent und das neue Projekt ist wichtig. Das Büro kann nur schwer auf dich verzichten. Das sollte sich deutlich in einer Gehaltserhöhung zeigen und nicht in warmen Worten. Ich würde auch versuchen 2500€ Brutto zu bekommen. Eventuell in 2 Schritten über ein Jahr.

sego12 31.01.2015 21:32

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
So, das Gespräch hat stattgefunden.

:)

Ich habe meinen Teil glaube ich ganz gut gemacht. Also textlich meinen Standpunkt herübergebracht. Ich ging mit 2.500 in die Verhandlung, welche sofort abgelehnt wurden.

Eine Vorschlag dann seitens des Cheffs von 2.000 habe ich u.a. mit euren textlichen Vorschlägen und einer kleinen Wartepause für mich als nicht realisierbar befunden.

Die Gegenfrage der Cheffin, was meine Schmerzgrenze sei beantwortete ich mit 2.200 und sie redeten um den heißen Brei ohne den Betrag abzulehnen und man möchte mir Anfang der Woche Bescheid geben.

Ich habe mich nachher geärgert gleich so viel heruntergegangen zu sein. Denn 2.300 oder 2.350 wäre besser gewesen. Die 2.200 habe ich aber so mit sehr viel Zögern und das es für mich sehr schwer aber machbar wäre herausgegeben. Danach redete man ca. 10 Minuten über die Bürophilosophie und Gott und die Welt.

Später als die Verhandlung zu Ende war ging ich nochmal an meinem Arbeitsplatz und die Cheffin kam nochmal zu mir und berichtete mir, dass man mit mir längerfristig plane und mich aufbauen möchte. Das freute mich zwar sehr brachte aber die 2.300 in den Hinterkopf, die ich hätte als nächtes sagen sollen.

Ok, nächste Woche dann mehr :)
2.200 ist aber echt meine Grenze und wenn man dann nochmal standardmäßig herunter zu verhandeln versucht, kann ich das nicht mehr akzeptieren und werde das auch so äußern.

2.200 ist aber für doch ganz ok, wenn ich die 1.800 von Beginn an sehe.

Ok, thx und bis zur nächsten Info!
sego12

Archimedes 01.02.2015 10:46

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Das mit dem längerfristig plane hört sich zumindest gut an und wenn Du Dich im Team/Büro wohlfühlst ist das sicher wichtiger als 200 Euro/brutto mehr im Monat. Ich finde die Distanz zu Deiner Heimat persönlich etwas groß, aber das muss Jeder selbst einschätzen. Auch wären die 2.500 Euro/brutto für Deine Position schon OK.
Grundsätzlich finde ich das Hereinwachsen in ein Büro und die Aufgaben mit einem anfangs zugegebenermaßen sehr geringen Anfangsgehalt besser, als das man Absolventen direkt mit hohen Einstiegsgehältern beglückt, man aber nach einem Jahr feststellen muss, dass die Erwartungen in keinster Weise erfüllt wurden. Das ist dann für eine langfristige Zusammenarbeit Gift. So zumindest meine (leidvolle) Erfahrung als AG.

Tom 01.02.2015 17:12

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Glückwunsch zu dem (Teil-) Erfolg. Danke @Archimedes für die aus meiner Sicht zutreffende Einordnung (2.500 EUR). Die Stichworte "Prämie" und "längerfristiges Planen" hört man als Einsteiger öfters. Meistens sind dies leere Versprechungen. Kleine Büros können nicht so viel zahlen wie große, das muss man schon erkennen. Die jetzige Möglichkeit, sich in spätere LPH einzuarbeiten und schrittweise größere Projekte zu bearbeiten, ist aber für sich gesehen auch wertvoll. In unserer Branche ist es ja sonst nicht üblich, Mitarbeitern Zeit zur Entwicklung zu geben.

Eine Strategie für den weiteren Werdegang könnte sein, jetzt Erfahrungen und Kompetenzen aufzubauen (auf 1-2 Jahre Sicht), die Du später in einem größeren Laden für deutlich mehr Geld einsetzen kannst.

T.

sego12 01.02.2015 22:33

Hat jemand noch eine Argumentationsweise, falls man doch nocheinmal Morgen oder Anfang der Woche mir im Gespräch herüberbringen möchte, dass das Büro den Lohn so nicht bewerkstelligen kann und nocheinmal auf 2100 oder sogar auf 2050 herunterdrücken möchte?

Denn bei meiner Einstellung geschah das ja leider auch, obwohl die damaligen 2.000 ja meine Schmerzgrenze waren.

Ich behaupte mal, dass das seitens der Büroinhaber alles in den Jahren antrainierte und erprobte Taktiken sind und bei der aktuellen Lage (man hat ein größeres Projekt [LP1-4 fertig] abgegeben da ein größeres meines zusammen mit der Kollegin begonnen wird [ca. 45 WE]) die Einnahmen meiner Meinung nach stehen. Auch die anderen im Büro haben laufende gute Projekte.

Ich habe denen ja mal wieder meine Mindestgrenze mitgeteilt und kann diesmal wirklich nicht unterhalb bleiben. Meine Wertschätzung + Motivation und vor Allem auch die wirtschaftliche Lage sind daran gekoppelt. Dies mit der wirtschaftlichen Lage hatte ich denen aber auch mitgeteilt und dass ich einmal aus Geldgründen nicht zu meinem Sohn fahren konnte oder mir zu Weihnachten Geld in der Familie borgen musste.

Ich werde sehen, ob sie das einfach umgegen oder "wirklich" längerfristig" mit mir planen.

@Tom
Ich gebe dir da Recht, dass das alles eine Art Investition meinerseits ist und ich Erfahrungen in den Projekten bekomme und später dann dafür irgendwo anders mehr bekommen kann.

Ich schätze die Nähe zur Verantwortung sehr und auch den Umfang der Projekte.

Ich danke euch!
Nächste Woche mehr ;)
Gruß sego12

Archimedes 02.02.2015 07:42

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Zitat:

Zitat von sego12 (Beitrag 53926)
Hat jemand noch eine Argumentationsweise, falls man doch nocheinmal Morgen oder Anfang der Woche mir im Gespräch herüberbringen möchte, dass das Büro den Lohn so nicht bewerkstelligen kann und nocheinmal auf 2100 oder sogar auf 2050 herunterdrücken möchte?

Denn bei meiner Einstellung geschah das ja leider auch, obwohl die damaligen 2.000 ja meine Schmerzgrenze waren.

Du musst standhaft bleiben. 2.200 Euro und keinen Cent weniger, außer man erreicht das gleiche Nettogehalt durch andere Dinge, die man Dir zukommen lässt. Keine Angst, man wird Dich nicht rausschmeißen, denn ich denke, dass man Dich braucht.

Ich glaube auch nicht, dass sich viele AGs Taktiken zurecht legen oder gar antrainieren. Sie haben einfach schon einige Situationen und Gespräche erlebt, kennen ihre persönliche Grenzen und wissen das dem Gegenüber einer persönliche Einschätzung oft schwerfällt.


Zitat:

Zitat von sego12 (Beitrag 53926)
... und bei der aktuellen Lage (man hat ein größeres Projekt [LP1-4 fertig] abgegeben da ein größeres meines zusammen mit der Kollegin begonnen wird [ca. 45 WE]) die Einnahmen meiner Meinung nach stehen. Auch die anderen im Büro haben laufende gute Projekte.

Ich kann da nur sagen, dass die Angestellten i.d.R. nicht wissen können welches Projekt wrtschaftlich gut oder welches schlecht läuft. Das gute Verhältnis zum Bauherrn oder das flüssige Vorankommen hat damit oft gar nichts zu tun. Wir hatten schon größere Projekte die alle toll, super fanden, die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und den Fachplanern so reibungslos funktioniert hat und sich das Ergebnis wirklich sehen lassen konnte. Nur ich wußte bereits früh, dass wir bei der Nachkalkulation wirklich in die Röhre schauen würden, weil das so großzügig wirkende Honorar (nach HOAI) geteilt durch die von uns eingesetzten Stunden deutlich unter dem lag, was wir zum langfristigen Überleben im Mittel pro Stunde benötigen.

Tom 02.02.2015 22:35

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Zitat:

Zitat von sego12 (Beitrag 53926)
Dies mit der wirtschaftlichen Lage hatte ich denen aber auch mitgeteilt und dass ich einmal aus Geldgründen nicht zu meinem Sohn fahren konnte oder mir zu Weihnachten Geld in der Familie borgen musste.

Niemals die eigene Bedürftigkeit ins Feld führen, sondern den Wert und Gewinn, den Du dem Unternehmen bringst! Du willst Dein Gehalt ja nicht aus Mitleid, sondern weil Du es verdienst und es tatsächlich "erwirtschaftest".

T.

Nightfly 06.02.2015 15:09

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Hi!
Das Gehalt ist echt niedrig, aber immerhin hast schonmal was erreicht. 2500 sind min. drin bei der derzeitigen Lage, denn die ist bestens für uns (ausser vielleicht im Osten o.ä.).
Ansonsten ist wichtig zu wissen, dass Chefs immer geübter sind in der Verhandlungsthematik.

Beliebte Kniffe sind:
- Gehaltserhöhung hinausschieben und projektabhängig machen ("Wenn dies und jenes bald kommt, dann..."). Das ist schlecht denn Du hast bereits heute die Quali die mehr Wert ist, aber das Projekt kommt vielleicht nie...
- Chef argumentiert dass sich die Projekte nicht lohnen. Das ist aber sein Bier und spricht nicht für ihn (wenns überhaupt stimmt; frag ihn mal warums trotzdem für sein dickes Auto reicht). Interessiert Dich genausowenig wie ihn Deine privaten Umstände interessieren. Juckt niemand ob Du mehr Geld brauchst weil Du ein Kind hast und weit reisen mußt. Sollen andere etwa billiger arbeiten bei gleicher Leistung, nur weil sie kein Kind haben oder ihres vielleicht näher ist?

Bei projektabhängiger Verzögerungstaktik wendest Du folgenden Kniff an: Wenn Du bspw. eigentlich 300 € mehr willst, steig mit 500 ein, dann sag Du möchtest 300 mehr heute schon und den Rest wenn das Projekt xy kommt. Hab ich erfolgreich schon so gemacht. Erst gabs n langes Gesicht auf der gegenüberliegenden Tischseite, aber dann gings ;). Das Projekt kam übrigens nie, oh Wunder.

Archimedes 06.02.2015 16:28

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Zitat:

Zitat von Nightfly (Beitrag 53955)
Hi!
Das Gehalt ist echt niedrig, aber immerhin hast schonmal was erreicht. 2500 sind min. drin bei der derzeitigen Lage, denn die ist bestens für uns (ausser vielleicht im Osten o.ä.).

Also, momentan besser Besitzstandswahrung betreiben, denn es kommen definitiv bereits in wenigen Monaten etwas schlechtere Zeiten auf uns zu.
Das kann ich für unsere Region sagen, aber viele Indikatoren (Zinsentwicklung, Krisen, öffentliche Kassen, Eingang neuer Bauanträge...) deuten auf einen bundesweiten Trend hin.

Nightfly 09.02.2015 16:34

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Eben drum sollte man so lange es gut läuft gut für sich verhandeln. Aber das muß jeder selbst wissen, ob er sich dem Märtyrertum verschreibt und nur die Chefs reich machen will oder ob er auch mal an sich denkt.

Archimedes 09.02.2015 16:37

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Der Chef weiß oder ahnt aber schon 6-12 Monate im Voraus, dass die Umsätze einbrechen werden. Der Mitarbeiter ist dann möglicherweise noch unter Hochdruck an einem laufenden Projekt am Arbeiten und glaubt an eine florierende Konjunktur. Die Verhandlungsbasis als Mitarbeiter gegenüber einem Chef, der sich über eine nahende Krise sorgt, ist denkbar schlecht.
Das nur als Hinweis und nicht zur Verteidigung irgendwelcher Ausbeuterlöhne.

mrblack 09.02.2015 22:52

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Ich finde es gut das man hier in diesem Beitrag sieht wie die Verdienstsituation für ein Großteil der Absolventen auch mit schon etwas Berufserfahrung ist.

Wenn man sich vor dem Studium über das Thema verdienst eines Architekten informiert ( damals beim BIZ Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur) - das war im Jahr 2003 - erhält man zum Teil Zahlen die man nach dem Abschluss verdient, die in keiner Weise der Realität entsprechen. - Es waren damals ca. 3500€ Brutto bei den Architekten und ca. 3600€ für Bauingenieure.

Architekten die man kannte stellen sich ja auch nicht bei Leuten hin die Sie entfernt kennen und sagen: Hey, ich verdiene sau bescheiden.... .

Das erste mal hat uns jemand gesagt ca. ein Jahr vor dem Abschluss, es war wohl ca. 2008 das jemand nach dem Studium für 1700€ Brutto angefangen hat zu arbeiten. Wir haben ALLE die dabei waren nur gelacht, das konnte ja nicht sein.... .

Übrigens schaut euch mal die Entgelttabelle im Öffentlichen Dienst an ( Die in der Industrie sehen ähnlich aus meißt etwas höher belegt) - ein ungelernter verdient zu BEGINN ohne Berufserfahrung in der Stufe 2 - 1766€ im Monat.

Als dann die ersten fertig waren, (die man kannte und die einem die Wahrheit gesagt haben) - kam dann raus das der Verdienst wirklich so gering ist am Anfang und eine Steigerung auch kaum und wenn nur sehr langsam drin ist.

Das ist die traurige Wahrheit in der Branche.

Kenne genug mit 5-6 Jahren Berufserfahrung die für zw. 2100 und 2600€ arbeiten gehen.

Einzige Alternative: Industrie oder Öffentlicher Dienst.

Ich lese dann immer: "Nach dem Studium ist man ja für das Büro noch nicht voll einbsetzbar" usw. - Das stimmt, ist aber bei ALLEN anderen Studiengängen auch der Fall.

Aber nach einem langen Studium und 12 Monaten Berufserfahrung wie hier geschildert bisher 1800€ - So viel verdient ein Verkäufer auch ohne Verantwortung und bei festen Arbeitszeiten und Stunden.

Archimedes 10.02.2015 13:56

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Zitat:

Zitat von mrblack (Beitrag 53969)
Ich lese dann immer: "Nach dem Studium ist man ja für das Büro noch nicht voll einbsetzbar" usw. - Das stimmt, ist aber bei ALLEN anderen Studiengängen auch der Fall.

Es gibt aber einen sehr großen Unterschied:
Die Mehrzahl der anderen Akademiker fangen in deutlich größeren Konzernen oder Betrieben an, die sich gewisse Trainee-Programme leisten können oder ein allmähliches Heranführen finanzieren können. Das funktioniert in Architekturbüros mit 2-10 Mitarbeitern so nicht. Ein Automobilkonzern mit 80.000 Beschäftigten, eine Großbank mit 50.000 Angestellten, ein Baukonzern mit 600 Ingenieuren, eine Klinik mit 300 Ärzten oder ein Pharmakonzern mit 20.000 Mitarbeitern haben da ganz andere Möglichkeiten sich das Eingewöhnen von Absolventen anzuschauen.
Außerdem sind viele Tätigkeiten in solchen Branchen häufig wesentlich theoretischer und dem Studium deutlich ähnlicher, als das Arbeiten eines Architekten im Gegensatz zum Architekturstudium.

Archiopterix 04.03.2015 16:54

AW: Seit 11 Monate Angestellter Architekturbüro - LP5 - Aussichtz auf Lohnerhöhung?
 
Im Jahre 2011 habe ich als FH-Absolvent mit 8 Sem. Regelstudienzeit auch mit 1.800 brutto begonnen. Nach einem Jahr waren es dann 2.200. In etwa das Gleiche habe ich aus anderen Büros und Städten gehört.
Was soll man mit diesen Gehältern und den meist befristeten Arbeitsverträgen schon großartig planen...


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