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Jule 26.03.2005 16:53

GrenzWERTige Architektur
 
Ein fragendes Hallo von zwei, zur Zeit etwas genervten, Diplomandinnen!

Wir beschäftigen uns in unserem Diplom mit dem Thema "Dogma 95-die Abkehr vom Zwang des Möglichen- und einer möglichen Übersetzung in Architektur.

Dogma 95 ist ein Filmexperiment, ein von dänischen Regisseuren aufgestelltes "Keuschheitsgelübte", das in Form von 10 Regeln versucht den filmischen Prozess auf das Nötigste zu reduzieren.
Dieses Filmmanifest soll als eine provokante und radikale Absage an die Perfektionierung der amerikanischen Illusionsmaschinerie verstanden werden.
Der Dogmafilm versucht durch die selbstgewählte Beschränkung an formalen Mitteln eine größtmögliche Annäherung an "Wirklichkeit und Authentizität" filmisch zu formulieren.
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Wir untersuchen das Filmmanifest auf seine Intentionen und Auswirkungen auf das Dargestellte in Hinblick auf " kreative Befreiung durch Zwang" und "Grenzüberschreitungen-zwischen Fiktion und Wirklichkeit".

Im weiteren Verlauf wird im theoretischen Teil die Verbindung zu Architektur über die Analyse von bereits bestehender Architekturmanifeste, Bauhaus und As found, gezogen.
Begleitend zu dem theoretischen Teil soll ein Entwurf entstehen, der sich, durch die ersten Erkenntnisse unserer Untersuchung ergebend, mit architektonischen Prinzipien wie GRENZE-SCHWELLE-GRENZENLOSIGKEIT auseinandersetzen soll.

Nun endlich meine Frage bzw. Bitte:

Hat irgendjemand einen guten Tipp, wie und wo wir unsere ohnehin schon gut vorgewärmten grauen Zellen so richtig zum Kochen bringen können?

Literaturvorschläge zu "Grenze, Schwelle", Projekte, Links,....

Jede Form von Vorschlägen, Kommentaren ect würde uns aus dem tiefen Loch der, sich zur Zeit hartnäckig manifestierenden, "Kreativitätslähmung" holen.

Es grüßen und hoffen
Uli und Jule


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Tom 27.03.2005 00:57

Ich habe den Eindruck, Eure grauen Zellen kochen nicht nur schon, sie sind kurz davor, zu verdampfen :)

Wenn man das Ziel der Dogma-Strategen darin sieht, zu einem möglichst authentischen und "unmittelbar echten" künstlerischen Ausdruck zu gelangen, müsste man architektonisch dort auf die Suche gehen, wo gewisse Strukturen und Konfigurationen in der Natur bereits existieren - auch in der menschengemachten Natur, d.h. in den Nischen der technischen Zivilisation. Etwas Vorgefundenes würde dann zu Architektur, weil Menschen es sich aneignen, neu-interpretieren und nutzbar machen.

Außerdem stelle ich mir vor, dass der Zufall im Entwurfsprozess eine interessante Rolle spielen könnte - als Gegenpol zu einer willentlichen Inszenierung. Haben die bildenden Künstler der Moderne doch auch mit experimentiert, bis hin zum Action Painting, bei dem der kreative Akt zeitlich so zugespitzt wird, dass der Künstler an seinem reflektierenden Bewusstsein vorbei einer elementareren Seinsebene zum Ausdruck verhilft. Also: "Action Entwerfing".

Auch könnte man eine artifizielle Struktur einer oder mehreren "Naturgewalten" aussetzen, um eine "Beseelung" des architektonischen Gefüges herbeizuführen - auch dafür gibt es Vorbilder in der modernen Kunst. Vielleicht bringt Euch das ja auf weitere dumme Gedanken. Zu tief gelegt habt Ihr Euch die Latte jedenfalls nicht ...

Viel Spass noch,
Tom


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