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Snobs 30.03.2005 13:18

Gemaeldebelichtung mit Tageslicht
 
Wie sollten Gemaelde optimaler Weise belichtet werden (Tageslicht) - direkt oder indirekt, durch Oberlichter oder Fenster, Nordlicht oder besser doch nicht???
Fuer den Entwurf einer Gemaeldegalerie bin ich auf der Suche nach der optimalen Belichtung - kennt sich da jemand aus, gibt es jemanden der Links zum Thema kennt???

Jensation 30.03.2005 15:01

Habe bei uns an der FH gerade das Fach Tageslichttechnik abgeschlossen,
da hiess es das Galerien, Museen etc immer nur indirekt mit Tageslicht beleuchtet werden sollen, was auch Sinn macht bzgl. UV Strahlung, etc.
Oberlichter, Lichtlenksysteme (z.B. Technikmuseum in Berlin) wie Lightshelf´s, drehbare Lamellen, holograpisch-optische Elemente, Helistaten, Lichtkamine, Hohllichtleiter oder Glasfasertechnik mit Hilfe einer Fresnellines auf dem Dach sind Methoden die mir gerade so aus dem Stegreif einfallen.Es gibt auch die Moeglichkeiten von Lichtleitdecken (Retrolux ist da,glaube ich, ein Hersteller).
Im Kunstmuseum Bern gibt es Anidolische Lichtsysteme - Architekt war da Reno Piano...vielleicht haben die Infos auf ihrer Homepage?
Sorry das ich dir jetzt keine genauen Links sagen kann - aber vielleicht ist das ein erster Ansatz?

Gruss aus Koeln

Jens

Tom 30.03.2005 15:10

Direktes Tageslicht, mit seinen wechselnden Farben, Intensitäten, schädlicher UV-Strahlung und einem ggf. störenden Schattenwurf, ist als Allgemein-Belichtung für Gemäldegalerien tabu. Wandflächen sind ja auch für die Präsentation kostbar und können nicht durch allzu großzügige Öffnungen "verschenkt" werden (Das heisst nicht, dass es nicht einzelne, wohlplazierte Fassadenöffnungen mit dosiertem Tageslichteinfall geben kann, z.B. in Ruhe- oder Erschließungzonen oder für städtebaulich wertvolle Ein- und Ausblicke).

Zumindest in Dach- und Obergeschossen von Gemäldegalerien war es traditionell bisher gute Praxis, durch bisweilen kunstvoll geformte Oberlichter nach Norden eine blendfreie Versorgung mit Tageslicht zu realisieren. Neuffert (33. Auflage, S. 528) sagt demgegenüber, es sei eine jüngere Tendenz erkennbar, auf Tageslicht völlig zu verzichten. Das relativ neue Wallraff-Richartz-Museum / Fondation Corboud in Köln (O.M. Ungers, Fertigstellung 2000) verzichtet dementsprechend auch im obersten Geschoss auf eine natürliche Belichtung und setzt in allen Geschossen auf eine vollflächige, homogene, elektrische Lichtdecke.

http://www.museenkoeln.de/wallraf-richartz-museum/

Mich persönlich hat diese Beflutung mit elektrischem Licht bei einem Besuch sehr enttäuscht, ermüdet und gestresst. Und auch wenn man davon ausgehen darf, dass da nicht die 08/15-Supermarkt-Rasterdecke verbaut wurde, hat das die Freude an dem Bau und an den ausgestellten Kunstwerken - Wortspieler aufgepasst - verdunkelt ;)

Snobs 01.04.2005 17:37

Danke, das hat mir schonmal einen Anstoss in die richtige Richtung gegeben - Wortspieler erneut aufgepasst - und ich stehe nicht mehr ganz im dunkeln...
Ich denke das Thema ist extrem komplex schliesslich gibt es Profies wie z.B. Lichtplaner die sich Objektbezogen mit dieser Problematik auseinander setzen.
Ich finde es spannend, das es an einigen Hochschulen Vorlesungen zum Thema gibt, leider jedoch nicht bei uns!

Jensation 04.04.2005 13:53

..das liegt aber bei uns wohl daran das ich in der Vertiefung Messe - Ausstellungsbau studiere...

petra.leister 10.04.2005 22:11

Ein Museum, das intensiv auch mit Tageslicht arbeitet, ist das Kunsthaus in Bregenz von Peter Zumthor. Dies ist jedoch keine Galerie für "Alte Meister". Trotzdem ist es sicher interessant, sich dieses Lichtkonzept näher anzusehen.
Literatur: Peter Zumthor: Kunsthaus Bregenz
aus der Reihe: archiv kunst architektur Werkdokumente 12
Hatje Cantz Verlag 2003
Ausserdem interessant ist das Museum Louisiana in der Nähe von Kopenhagen. Hier werden die Exponate teilweise überirdisch unter Einbeziehung von Tageslicht und teilweise komplett unterirdisch und damit künstlich beleuchtet gezeigt. Auch das sollte ohne weiteres in der Literatur zu finden sein.

marcotica 14.04.2005 13:52

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Tipp: Kirchner Museum in Davos/Schweiz von 1989-92 von Gigon&Guyer

Sehr interessantes Lichtkonzept, aber aufwendig.

Die Belichtung erfolgt ausschliesslich von oben über ein spezielles Geschoss mit einer Lichtdecke. Auf diese Weise kann quasi eine kaum zu unterscheidende Ausleuchtung mit Tages- oder Kunstlicht erfolgen.


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