Einzelnen Beitrag anzeigen
Archimedes
Registrierter Nutzer
 
Benutzerbild von Archimedes
 
Registriert seit: 26.07.2005
Beiträge: 2.350
Archimedes: Offline

Ort: Rhld.-Pfalz
Hochschule/AG: Architekt freischaffend

Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all

Beitrag
Datum: 28.12.2011
Uhrzeit: 13:53
ID: 45714



Neverending Baukosten - Wer kann das erklären?

#1 (Permalink)
Social Bookmarks:

Problem-Baustelle Elbphilharmonie: Frust hoch sieben in Hamburg - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Die Kosten der Elbphilharmonie vervielfachen sich. Hinzukommt eine deutlich verspätete Fertigstellung. Bei Stuttgart 21 sieht es auch vor dem eigentlichen Baubeginn schon nach erheblichen Kostensteigerungen aus.
Zahlreiche andere Großprojekte sind mit dem x-fachen der ursprünglich genannten Kosten abgerechnet worden. Kostenverdopplung ist eine harmlose Dimension geworden. Verdreifachung oder Vervierfachung keine Seltenheit. Fast immer gehen solche Kostensteigerungen direkt oder indirekt zu Lasten der Steuerzahler bzw. Verbraucher.
Wer zieht die Beteiligten (Politiker, Auftraggeber, Architekten, Bauunternehmen) für solche Fehlkalkulationen tatsächlich zur Rechenschaft?

Ich darf mir bei meinen Projekten keine Kostenüberschreitung von mehr als 15% zur Kostenberechnung erlauben, sonst jagt man mich (zu Recht) zum Teufel.
Bei Großprojekten scheinen Kostenüberschreitungen von 100-150 % heute schon salonfähig zu sein und auch größere Überschreitungen werden zähneknirschend gebilligt.
Termintreue scheint ebenfalls ein Fremdwort geworden zu sein. Von uns verlangt man heute, dass wir vor Baubeginn einen definitiven Fertigstellungstermin nennen, damit die angemieteten Einheiten rechtzeitig gekündigt werden können.

Ist hier nicht oftmals ein gewisses Stillschweigen von Politik bzw. Entscheidungsträgern und Architekten zu vermuten. Also, man weiß schon lange vorher, dass das Projekt z.B. 500 Mio. Euro kosten wird und es 10 Jahre brauchen wird, aber es lassen sich halt nur 150 Mio. Euro und 5 Jahre Bauzeit dem Bürger und den beteiligten Gremien nahebringen, damit diese zustimmen und mitmachen. Ist dann die Sache am Rollen und sind die Aufträge erteilt, gibt man "scheibchenweise" die Mehrkosten und Verspätungen bekannt.
Wenn das so läuft, muss man sich fragen, wie seriös die beteiligten Architekten sind. Das auf politischer Ebene mit Halbwahrheiten gearbeitet wird, ist bekannt und wird quasi akzeptiert, aber was darf man von den Architekten halten?
Denn entweder haben sie miserabel gerechnet oder etwas bewußt verschwiegen. Den einen oder anderen Schuh müssen sie sich anziehen.

Mit Zitat antworten