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-   -   Architekturstudium abbrechen?! (https://www.tektorum.de/studium-ausbildung/2178-architekturstudium-abbrechen.html)

maytal 04.12.2005 17:16

Architekturstudium abbrechen?!
 
Hallo,
ich studiere im 1. Semester.
Die Arbeitsmarktsituation war mir bewusst, hat mich aber nicht von meinem Entschluss abbringen können...jetzt höre und lese ich von allen Seiten, u.a. von Bekannten, die selbst betroffen sind, wie aussichtslos das alles wäre...
Eigentlich hatte ich vor, mir später im ökologischen Bauen eine Nische zu finden.
Was ist los? Gibt es nicht mal da Bedarf? Auch in ein paar Jahren nicht?!
Ich habe keine Lust, nach 6 oder mehr Jahren ohne Geld dazustehen!!
Manche sagen mir, der Arbeitsmarkt allein sei kein Grund, das Studium abzubrechen?!
Und wenn ich das Studium abbreche, was bringt es dann, noch zu den Prüfungen am Ende des Semesters zu gehen (ich beziehe kein BAföG)?
Hat jemand Erfahrung "damit"?!

Gruß,
Maytal

noone 04.12.2005 19:22

frag doch mal die bwler wies bei denen aussieht........ ich denke, daß alleine die Arbeitsmarktlage kein Grund sein sollte, das Studium abzubrechen, da es im Allgemeinen sehr schlecht aussieht. habe demletzt einen EX Komilitonen getroffen, der sagte seit dem Diplom im SS 2005 haben von 23 nur 3 Leute nen Job gefunden, auf der anderen Seite hat er aber nur 3 Bewerbungen geschrieben und ist angestellt worden. Ich denke, daß es immer wichtiger wird, während dem studium zu arbeiten, so daß man später nicht mehr als Berufsanfänger dasteht. Der beschriebene Fall hatte 3 Jahre Erfahrung als Bauleiter gesammelt. ...... Meiner Meinung nach finden zur Zeit nur Leute eine Anstellung, die schon mal in einem Büro gearbeitet haben.

Florian 04.12.2005 20:26

kann noone voll zustimmen.

mika 04.12.2005 22:45

Ich möchte mich auch noone anschließen, und Dich fragen, was denn die Alternative für Dich wäre ? Ich frage vor allem, weil Du sogar schon eine konkrete Vorstellung davon hast, was Du machen willst. Damit hast Du doch schon den meisten Absolventen was voraus.

Grüße Michael

Tobias 04.12.2005 22:48

Hi Maytal,

deiner entscheidung darf eigentlich nur eine sache zur grunde legen: willst du architekt werden, oder nicht??? der arbeitsmarkt darf da keine rolle spielen.
du bist jetzt im 1. semester, ahst also noch mind. 5 jahre (!!!!) studium vor dir. da kann einiges passieren, auch am arbeitsmarkt. natülrlich kommt oft auch glück dazu, einen job zu bekommen, manchmal aber auch eigenes zutun. wenn man im leben wirklich aus ganzem herzen etwas erreichen will, schafft man es auch. wir werden wohl alle 40 jahre arbeiten müssen. wenn du nach dem studium im schlechten fall 2 jahre suchen musst, ist dies trotzdem kein grund, abzubrechen. was sind 2 jahre gegen 40, die du dann später deinen berug ausübst .... bei abbruch ggf. einen job, bei dem du immer wieder enttäuscht bist, doch nicht architektur beendet zu haben.

aus eigener erfahrung kann ich auch wie noone nur raten, schon währrend des studiums ein büro zu suchen, die langfristig einen studenten als mitarbeiter für die semesterferien und ggf. 1x pro woche suchen. wenn du dann dort 1-2 jahre gearbeitet hast, besteht vielleicht die möglichkeit über übernahme.

der freund meiner schwester hat wirtschaftrecht studiert, ein bereich, der eigentlich besser darsteht als architektur. er hat aber 2 jahre nach einem job gesucht, obwohl er super referenzen und gute auslandserfahrungen gesammelt hat. es kann also auch andere treffen.

mach deine entscheidung also nicht von dem aktuellen arbeitsmarkt abhänging. in 5-6 jahren sieht es überall anders aus, das kann heute keiner voraussagen. als architektur-absolvent hast du zudem eine so breite ausbildung genssen, dass man auch in nischen etwas findet, wenn man engagiert sucht. hat vielleicht nicht viel mit architektur zu tun, aber als überbrückung bestimmt nicht schlecht.

Florian 04.12.2005 23:26

Man muß mit einem Architekturstudium auch nicht zwangsweise Architekt werden!

Francis 05.12.2005 10:56

Hi,

also ich finde abbrechen ok, wenn du eine andere Alternative weisst.
Aber man muss mit dem Architektrustudium echt nicht zwangsläufig Architekt werden, da gibts Alternativen, sogar in der Wirtschaft, z.B. als Unternehmensberater...
Wenn dir dein Studium echt Spass macht, würde ich weiter studieren, wenn du dir was anderes genausogut vorstellen kannst, brich ab :-)
Aber nur wegen der wirtschaftlichen Lage würde ich nicht abbrechen...wenn du gut bist und dich anstrengst, findest du bestimmt auch eine Stelle! Und wie es in 4-5 Jahren aussieht, weiss wirklich niemand...

Tom 05.12.2005 13:47

Wenn Du mit dem Studium nicht unbedingt Architekt im engen Sinne werden willst, solltest Du Dir aber mit entsprechenden Praktika und Zusatz-Qualifikationen ein entsprechendes Profil schaffen. Wer nur das engere Uni-Programm gemacht hat und sonst (außer Büropraktika beim Architekten) keine Akzente gesetzt hat, kommt woanders nur schwer unter. Beispiele: Praktika bei Institutionen/Museen, journalistische Mitarbeit bei einer Zeitschrift, Hilfe bei der Konzeption von Ausstellungen, Publikationen oder Kongressen, besondere Programmier- oder Internetfähigkeiten, zusätzliche wirtschaftl. Qualifikationen, etc.

maytal 06.12.2005 00:05

erstmal danke für eure meinungen, die mir wirklich weiterhelfen.
trotzdem bin ich mir fast sicher, dass ich abbrechen möchte.
zwar kann ich es mir sehr gut vorstellen, architektin zu sein, aber das studium macht mir nicht richtig spaß....(und studium ~ beruf?!)
im entwerfen bin ich sicherlich ganz gut, aber das zeichnen z.b. geht mir einfach nur auf die nerven....vielleicht ändert sich das, wenn man es kann ;-)...
mit diesen aussichten- für mich ist das wohl ein grund, denn was bringt mir selbstverwirklichung, wenn ich davon nicht leben kann oder mir kein privatleben bleibt.
mag übertrieben sein, aber momentan sehe ich das so...

eine alternative sehe ich im bauingenieurwesen, zwar ist das auch in der baubranche, aber wie ich das bis jetzt verstanden habe, sieht es dort erheblich besser aus, weil der aufgabenbereich vielschichtiger ist und in zukunft dort wohl auch eine gewisse nachfrage nach absolventen besteht.

überlegt sich außer mir niemand, das studium abzubrechen?

gruß,
maytal

Jensation 06.12.2005 01:16

hallo maytal,

ich moechte dem florian recht geben - mit einem architekturstudium muss man nicht zwangsweise auch architekt werden. ich arbeite seit drei jahren neben meinem studium als lichtdesigner fuer messedesign oder bei ausstellungen,konzerten etc...und ich werde nach meinem diplom auch in der richtung weiter arbeiten - vielleicht noch einen master in innsbruck dran haengen!
dir stehen mit dem studium doch alle moeglichkeiten offen, man muss nur die scheuklappen links und rechts mal abnehmen.
ausserdem denke ich das das mit dem zeichnen auch besser und einfacher fuer dich wird wenn du/ihr anfangt mit dem rechner zu konstruieren. erste skizzen wirst du zwar immer von hand machen, aber das war dir doch hoffentlich vor dem studium schon klar, oder?

gruesse

Jens

mika 06.12.2005 11:17

Liebe Maytal,

Entwerfen und Ideen entwickeln scheint Dir zu gefallen, stupides Abarbeiten scheinbar nicht.
Ich befürchte nur, dass das Bauing-Studium noch viel mehr Abarbeiten von Ideen anderer Leute werden wird. Bevor Du wechselst unterhalte Dich mal diesbezüglich mit Bauing-Studenten. Mir fällt dabei immer wieder auf, dass die zwar extrem viel über Berechnungsverfahren und Materialverhalten wissen, aber darin leider auch ziemlich festgefahren sind. Die wenigsten verstehen ihre Disziplin als etwas, mit dem man Neues erfindet. Und viele sind nicht in der Lage Begriffe wie Qualität über reine Materialeigenschaften hinaus zu begreifen. Das bleibt nur den wirklich guten Bauings und denen in der Forschung vorbehalten. Als Architekturstudent bist Du aber permanent dazu angehalten Dinge neu zu erfinden, zu transformieren, zu abstrahieren, zu extrahieren, usw.. Man muss als Architekt lernen Entscheidungen zu treffen und zu vertreten. Als Bauing - Bauings mögen mir diese ketzerische Beurteilung verzeihen - musst Du in der Regel nur Dinge umsetzen in dem Du sie rechnest - also nur ausbrütest. Wobei es bei den Bauings gottseidank auch positive Ausnahmen gibt.
Das Architekturstudium ist sehr viel mehr eine Generalwissenschaft, durch die Du Fähigkeiten bekommst, die Dich für jedes Tätigkeitsfeld und Führungsposition qualifizieren, weil Du eben im Idealfall gelernt hast, Sachverhalte zu verstehen, und daraus Ideen zu entwicklen, und diese auch zu transportieren. Vielleicht noch nicht nach dem ersten Semester.

Ich glaube auch, dass Du von der Vorstellung Abschied nehmen musst, dass ein Bachelor, Master oder Diplom ein Freifahrtschein für einen Arbeitsplatz ist - egal in welchem Studiengang. Und gerade deshalb hast Du mit einem Architekturstudium immer bessere Chancen in allen Feldern, wohingegen Du
mit einem Bauing Studium nur als Bauing Chancen hast, um es mal zugespitzt zu beschreiben.

Okay, jetzt versuch ich Dir schon wieder alles schön zu reden. Mach doch einfach mal Folgendes: mach das Arch Studium noch mindestens ein Semester weiter, und besuch nebenbei mal die Veranstaltungen der Bauings. Die Lehrveranstaltungen kannst Du ja aus dem Vorlesungsverzeichnis Deiner Uni ersehen. Dann weißt Du jedenfalls vorher schon was Dich erwartet. Und sprich vielleicht auch mal mit Deiner Assistentin oder Assistent, über Deine Überlegungen. Vielleicht sagt die/ der Dir ja, mach es, vielleicht aber auch, dass es nur verfrühte Torschlusspanik ist.

Grüße Michael

Francis 06.12.2005 12:25

Ich denke auch, dass es eine gute Idee ist, die Vorlesungen von Bauing. zu besuchen.
Ein weiterer guter Schritt wäre, mal ein Praktikum im Architekturbüro zu machen (falls du das nicht schon gemacht hast), einfach um mal den Alltag von Architekten kennenzulernen. Da wird nämlich eistens auch nicht viel entworfen, sondern stupide gezeichnet (z.b. Standarddetails) oder Anträge ausgefüllt, bzw. Ausschreibungen gemacht, alles auch nicht sehr kreativ. Das könnte vielleicht auch helfen, um herauszufinden, ob das dein Traumjob ist.

Nochwas zu Bauing.: Ich glaube, dass man mit dem Bauing.studium doch bessere Chancen hat, als mit Architektur, da es eher als "echtes" Ingenieursstudium anerkannt ist, und du damit auch in der Ing.Branche arbeiten kannst (wie Maschinenbauer oder so).
Architekten werden meistens eben nur als Häuserbauer gesehen, und das wars. Man kann damit auch woanders einen Job finden, aber mit Bauing. wirds vermutlich leichter...

Tom 06.12.2005 13:40

Zitat:

Originally posted by Francis
Nochwas zu Bauing.: Ich glaube, dass man mit dem Bauing.studium doch bessere Chancen hat, als mit Architektur, da es eher als "echtes" Ingenieursstudium anerkannt ist, und du damit auch in der Ing.Branche arbeiten kannst (wie Maschinenbauer oder so).
Architekten werden meistens eben nur als Häuserbauer gesehen, und das wars. Man kann damit auch woanders einen Job finden, aber mit Bauing. wirds vermutlich leichter...

Kam erst neulich ein Feature (weiß nicht mehr, ob gedruckt oder im TV), dass Bauings auch gerne branchenübergreifend in Feldern eingestellt werden, die eigentlich für Masch'bauer und E-Techniker gedacht sind, bis hin zum Fahrzeugbau. Wenn man eine Ader fürs Gestalten hat und damit Bauingwesen studiert, hebt man sich in diesem Kontext damit positiv ab und kann damit wuchern ...

Hinsichtlich der vermeintlich universellen Verwendbarkeit von Architekten muss man unterscheiden, welcher Anteil davon Wunschdenken ist, mit dem sich Absolventen trösten und zu überleben versuchen, und wie die Realität aussieht. Die erfolgreiche Quereinsteiger-Karrierre ist schon die große Ausnahme: Wenn man von der Kern-Architektur weggeht, konkurriert man mit (oft promovierten) Kunstgeschichtlern, Kulturwissenschaftlern, Medienwissenschaftlern, anderen Geistis, bis hin zu Juristen und VWLern, die aus einer anderen Richtung kommend Ästhetik, Kulturfragen, etc. für sich entdeckt haben. Und da es in den Jobs schnell auch um Personal- und Budgetverantwortung, um komplizierte Verwaltungsvorgänge oder politisch-rechtliche Prozesse geht, haben die da ein gutes Standing Architekten gegenüber, die von Natur aus wirtschaftlichen Fragen eher naiv gegenüber stehen (und über Management im Studium keine Silbe gehört haben, obwohl sie später als freier Architekt ja auch mal Unternehmer werden wollen/sollen).

Und man muss sich deshalb schon fragen, ob man die elends lange Zeit, die man im Studium mit Modellbau, graphischer Gestaltung, etc. verbringt, nicht doch besser in eine inhaltsreiche Ausbildung investiert. Das Studium ist eben total aufs Entwerfen & Präsentieren fokussiert - und wenn man diese jahrelang geübte Fähigkeit nicht berufl. umsetzen kann, ist es einfach eine Investition für die Tonne gewesen - dann muss ich mir einreden, dass ich ja (fast) ein guter Graphiker bin, dass ich ja (fast) ein Eventmanager sein könnte, dass ich ja (fast) mit meiner Kreativität Produktdesigner werden könnte. Fast, vielleicht, möglicherweise, unter Umständen, eigentlich ...

chrisly 06.12.2005 14:40

Abbruch Architekturstudium
 
Hallo,

ich kann Tom nur recht geben. Klar gibt es viele Architekten, die auch als Webdesigner oder Journalisten arbeiten könnten. Aber es gibt Dipl.-Grafiker und Dipl.-Journalisten, die das eben viel besser können.
Und eines darf man nicht vergessen: Häuser sind Investitionsgüter und keine Konsumgüter. D. h. sie werden einmal gebaut und dann bleiben sie mehr oder weniger so stehen. Für Architekten heißt das: nach der Abnahme sind dann keine Aufträge mehr zu erwarten. Das liegt im System und daran wird sich auch in 5 oder 10 Jahren nichts ändern. Der Arbeitsmarkt wird sich vielleicht etwas entspannen, aber so viel besser als z. Z. wird es auch nicht werden.
Um es deutlich zu sagen: Du wirst keinen einzigen Berufsberater im Arbeitsamt finden, der dir rät, Architektur zu studieren.

Wenn dir jetzt schon Zweifel kommen: STUDIUM ABBRECHEN!!!!
Das eine Semester kannst du unter "Erfahrung gesammelt" abbuchen.

Tom 06.12.2005 15:02

"Moderator gesellschaftlicher Prozesse" könnten Architekten mit ihrer breiten Crossover-Qualifikation gut werden, hieß es neulich mal in einem Text bei arch+ zu diesem Themenkomplex. Ist das ein Beruf, für den man bezahlt wird? Für mich klingt das wie irgendwas zwischen Hausmeister, Zirkusdirektor und Kindergärtner ;) ...

noone 06.12.2005 17:48

@ maytal


Sorry, habe eben erst realisiert, daß du an der Friedericana in Karlsruhe studierst....... habe dort auch studiert.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, daß man dort im Grundstudium enorm geschunden wird: CAD ist verpönt und führt zu Notenabzug, sehr hohes Leistungsniveau und vor allem schlechte (Konkurrenz-)Stimmung unter den Studenten. Das ist genau das, was die Profs erreichen wollen, denn von den jährlich 180 Erstsemestern können nur bis max 80 in die Oberstufe mitgenommen werden........

Ich hatte während dem Studium in Karlsruhe oft Stress, Depressionen und Selbstzweifel. Jetzt, nach dem Studium, kann ich aber sagen, daß dieser Druck und die schlechte Stimmung nur im Studium existiert. Später macht man das, was man selbst für richtig hält, und man muss sich nicht für alles rechtfertigen, zumindest nicht auf die Art wie beim Prof.

Die Ausbildung in Karlsruhe ist übrigens sehr gut, nimm soviel mit wie möglich, dann wirst du kaum Startprobleme nach dem Studium haben.

maytal 07.12.2005 19:45

@ noone
Du hast in karlsruhe studiert. arbeitest Du jetzt als architekt in festanstellung?

irgendwo habe ich gestern gelesen, dass nur 2 von 10 architekten wirklich "gebraucht" werden...
die frage ist ja, ob ich überhaupt arch studieren will um dann als architekt zu arbeiten. und die ausbildung in ka ist natürlich gut, allein deshalb bin ich hier ;-)
mein problem ist auch, dass ich keine gute alternative zu arch weiß. ich befürchte, dass ich mir in anderen studiengängen irgendwie fremd vorkommen würde....(ist das nachvollziehbar?!)
kennt sich jemand mit verbeamtung (höherer dienst) aus? dort werden 1 von 7 bewerbern genommen.

gruß
maytal

Tobias 07.12.2005 22:42

Zitat:

Originally posted by maytal
@ noone
kennt sich jemand mit verbeamtung (höherer dienst) aus? dort werden 1 von 7 bewerbern genommen.

Eine Freundin von mir bewirbt sich im öffentlichen Dienst als Dipl.-Ing. (Architektur), bisher vergeblich, obwohl sie einen Abschluß von 1,7 hat.

es ist allgemein bekannt, dass Behörden eigentlich nur 1,x-Kandidaten nehmen, also die mit dem besten Abschluß.

Es heisst zwar nicht, dass die Absolventen mit den besten Noten auch die "besten Architekten" sind, ich finde es trotzdem widersprüchlich, die "besseren Absolventen" letztlich für profane und teils langeweilige Behördenarbeit zu "vergewaltigen" (Sorry an alle Beamte :D und für die etwas krasse Formulierung).

Fakt ist, ohne eine "1" vor dem Komma, brauchst du dich an solchen stellen in der Regel nicht bewerben!

noone 08.12.2005 09:16

ja ich arbeite in Festanstellung, und ich denke daß im Raum Baden und Stuttgart auch die Chancen im Vergleich mit anderen Regionen gar nicht so schlecht sind. Die Statistiken würde ich mal schnell vergessen, da es ja auch immer auf die Initiative und das Können der Kandidaten ankommt. Es ist ja nicht ein Lottospiel 1 aus 7 sondern das Individuum steht doch immer noch im Vordergrund

noone 08.12.2005 09:18

Bauämter nehmen wohl in der Regel von den Abgängern nur die Besten, da weiss Tobias wohl besser Bescheid, aber es ist schon so, dass du dann nach dem Studium (in einer Phase in der man am meisten lernt) auf dem Bauamt andere Fähigkeiten entwickelst, so dass es später sehr schwer wird, nochmal ausserhalb des Amtes Fuss zu fassen.........

Tom 08.12.2005 13:21

Mehrere Jahre Berufspraxis (3-5) werden in Stellenausschreibungen von Bewerbern für ein Baureferendariat doch auch heutzutage verlangt - einfach weil viele Bewerber sie zu bieten haben. Und die Bewerber haben oft noch als Assi gearbeitet und ein wenig geforscht. Also nix für ganz grüne. Und dann ist da natürlich noch die fixe Altersgrenze von 30, 32 oder manchmal auch 35 (keine Ahnung, wo die verankert ist und ob die in allen Bundesländern und Disziplinen für den Höheren Dienst gleich ist). Dass die Ämter zunehmend von Fähigen bevölkert werden, kann doch alle nur freuen ...

Tom 08.12.2005 15:42

Manchen Fragen renne ich gern selbst hinterher:
Zitat:

II.2. Das Höchstalter für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst ist den jeweils geltenden beamtenrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder zu entnehmen. Es liegt im allgemeinen zwischen 32 und 35 Jahren. Bewerber, die wegen Betreuung eines Kindes oder eines pflegebedürftigen nahen Angehörigen von einer Bewerbung vor Vollendung des sechsunddreißigsten Lebensjahres abgesehen haben, können bis zu einem Höchstalter von vierzig Jahren eingestellt werden. Ausnahmen sind im Rahmen des Laufbahnrechts zulässig.
Von: http://www.baureferendariat.de/Infor...formation.html

maytal 08.12.2005 20:52

@Jens:
wie kommst Du denn auf Lichtdesigner? Woher hast du die Voraussetzungen?
Die Idee, nebenbei im Architektenbüro zu arbeiten, ist gut, aber bestimmt erst nach dem Vordiplom realisierbar, oder?
Wie findet man denn so einen Job? Einfach in den Büros anrufen? Stehen die Chancen in einem Büro in der Stadt besser oder "auf dem Land"?

Gruß,
Johanna

Florian 08.12.2005 23:42

Nur Architekturbüros nehmen nur sehr ungerne Leute "nebenbei".

mika 08.12.2005 23:47

Hallo Maytal,

ich habe mein erstes Büropraktikum im Grundstudium zwischen dem 2. und 3. Semster gemacht. Ich habe im Internet nach Büros gesucht, die was innerhalb meines Interessengebiets machen. Ich habe, dann den Büros Vorzug gegeben, die auch in der Stadt waren, in der ich studiere und wohne, da ich beim ersten Parktikum noch nicht wußte, was auf mich zu kommt, und ich dafür nicht gleich alles stehen und liegen lassen wollte. Glücklicher Weise hab ich auch eins gefunden. Dann hab ich da angerufen und nach einem Termin gefragt, und bin mit einem kleinen Leporello mit Arbeiten aus den ersten beiden Semestern hin. Im persönlichen Gespräch haben wir uns alle - es war ein kleines Büro - gut verstanden. Und los gings. Hat nicht nur Spaß gebracht - Krankenhausplanung als CAD Anfänger - aber ich habe dabei viel gelernt und im Großen und ganzen haben die positiven Erfahrungen überwogen.

Grüße Michael

Jensation 09.12.2005 14:59

hallo maytal,

wie so oft im leben man rutscht da so rein...nein, ich habe frueher immer schon technik auf konzerten und so gemacht...irgendwann gab es das angebot von der firma in der ich jetzt arbeite. allerdings habe ich fast das gesamte erste jahr damit verbracht lampentypen, traversensyteme und ähnliches kennenzulernen und zu studieren!das hat mich in der uni natuerlich weit zurueck geworfen! aber ich muss sagen das ich es nicht bereut habe, ich habe meine kleine nische in der großen weite der architektur gefunden und fuehle mich hier pudelwohl. mittlerweile bin ich, hier an der fh koeln, auch in der vertiefung ausstellungsbau und das passt alles ganz gut - haben auch schon einige projekte mit unserem prof und der firma in der ich arbeite gemeinsam gemacht
und wie der florian schon sagt, architekturbueros nehmen leute sehr ungerne nebenbei...in ausschreibungsphasen oder kurz vor abgaben von wettbewerben sieht mich die uni teilweise wochenlang nicht - dafuer habe ich einen loyalen chef, der mich bei freilauf im buero auch unisachen machen lässt!

viele gruesse

jens

Tom 09.12.2005 15:18

Was ist denn mit den vielen Büros, die Studenten für 1, 2, 3 Tage die Woche über Jahre parallel zum Studium beschäftigen? Passt in das Bild, das Ihr (Jensation + Florian) zeichnet, gar nicht rein. Ich war z.B. mal in einem Büro, in dem sich immer 2 Studenten eine Stelle in halbe Wochen geteilt haben (2 1/2 Tage, aus denen natürlich manchmal auch 3 oder 4 Tage + WoE wurden). Null Problemo, man konnte voll nebenher studieren - in einem Semester hat man die erste Wochenhälfte gearbeitet, im nächsten die zweite, damit man alle Vorlesungen & Seminare mal erhaschen konnte. Und das war ein großes Büro ...

Jensation 09.12.2005 16:18

@tom

ich kann nur meine erfahrungen schildern und die waren, zugebenermaßen, nur in kleineren bueros. ich kann aber hier meine projekte alleine bearbeiten, arbeite allso nicht nur zu..und diese freiheit moechte ich natuerlich auch nicht mehr hergeben! wir haben es versucht hier zu zweit zu arbeiten, das hat aber nicht geklappt weil man ja nie zusammen im buero war...

Jensation 09.12.2005 17:30

liegt bei euch an der uni auch "DER ENTWURF" aus?
In der aktuellen Ausgabe gibt es einen Bericht mit dem Titel

"Der Beruf als Berufung" - Architektenausbildung heute: Was braucht die Gesellschaft, was brauchen Architekten wirklich?Wo stehen Architekten in unserer Gesellschaft?

in diesem artikel wird z.B. auch gesagt "Zu neuen Tätigkeitsfeldern gehört somit das über den Tellerrand schauen....arbeiten im Ausland...etc..

Grüße

Jens

Florian 09.12.2005 18:35

Zitat:

Originally posted by Tom
Was ist denn mit den vielen Büros, die Studenten für 1, 2, 3 Tage die Woche über Jahre parallel zum Studium beschäftigen? Passt in das Bild, das Ihr (Jensation + Florian) zeichnet, gar nicht rein.
Aber da ist man doch auf eine bessere Zeichenkraft reduziert und nirgends richtig involviert, oder?
Wenn ein Büro Projekte bearbeitet, bei dem sie jemanden zum Archivieren oder reinen Zeichnen brauchen kann ich mir das noch gut vorstellen, aber Verantwortung kann man jemanden der nur die halbe Woche ansprechbar ist kaum übertragen.

Tom 09.12.2005 19:02

In der Arbeitsteilung, die ich beschrieben habe, ist das schon möglich, Florian. In einem Büro, das Projekte einer gewissen Größenordnung bearbeitet (Flughäfen, große Geschäfthäuser, Shopping-Malls, dürfte Dir ja auch vertraut sein), hast Du als Student natürlich nur Verantwortung für Teilfragestellungen. Du bist wechselnden Projektleitern zugeordnet, für die Du Modellbau und Zeichenarbeiten machst, die in 1-3 Tagen abgeschlossen sind. Größer sind die Arbeitsabschnitte nicht. Dann erfolgt die Stabübergabe an den Kollegen. Dann ist wieder mal ein neuer Planstand fertig, es geht zur wöchentlichen Projekt-Sitzung in die Stadt XY. Du kriegst Dein Feedback, es gibt viel zu lachen und zu spotten - und so weiter ...

keithian 11.12.2005 11:57

Bei öffentlichen Einrichtungen arbeiten ? Das stelle ich mir recht gruselig vor, umsomehr zeigt dies, daß Noten keine wesentliche Aussagekraft haben.

Eine andere Sache ist es mit den neuen Abschlüssen. 'Bereinigt' sich der Markt in den nächsten 5 Jahren von selbst, wenn ein Großteil mit dem sog. Bachelor rumrennt? Gibt es denn vielleicht wieder echte Arbeit für richtige Architekten ? :confused:

Tom 11.12.2005 15:08

@ keithian - Aufwachen! Es ist nicht mehr 1992, wo gute Entwerfer sicher einen guten Job bekommen haben und die Doofen zur Behörde mussten. Einfach mal ab und zu Zeitung lesen, hilft schon 'ne Menge :p ...


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