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-   -   Alternative zur Innenarchitektur (https://www.tektorum.de/studium-ausbildung/719-alternative-innenarchitektur.html)

artman 05.03.2004 20:32

Alternative zur Innenarchitektur
 
Hallo liebe Architekturfreunde,
komme hier mit einem für mich sehr heiklen Thema an.
Doch zuerst ganz kurz zu meiner jetzigen Situation:
Ich bin Elektrotechniker, 27, stehe fest im Beruf und verdiene gutes Geld.
Seit längerer Zeit jedoch merke ich, dass ich sehr unglücklich mit meinem Beruf bin, da ich schon immer meine kreative Ader ausbilden wollte, aber nie die Chance dazu hatte (kein Fachabi...) Nun haben sich durch best. Fachabitur neue Türen geöffnet. Ich überlege schon seit langer Zeit, ob ich nun dem Ruf meines Herzens folgen und etwas technisch-kreatives studieren sollte. Ich bin bereit, alles aufzugeben und neu anzufangen (keine Kohle verdienen, WG, usw...), um zu sehen, was dahinter steckt!
Da ich seit 10 Jahren im techn. Berufsleben stehe und mich privat sehr für Design von Möbeln, Lampen, Einrichtungen und Feng Shui interessiere, überlege ich, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur oder ähnliches zu studieren. Da der Arbeitsmarkt besch... aussieht, und oftmals Innenarch. als "nichts halbes und nichts ganzes" bezeichnet wird, stehen meine Segel sozusagen nicht voll im Wind...

Ich möchte nun gerne von euch wissen, was ihr konkret über Alternativen zum Architekturstudium und besonders zu technisch-designerischen Studiengängen wisst. Bitte schreibt so ausführlich und zahlreich wie möglich, auch vielleicht, wie stressig das Studium ist, und wieviel Geld man im Monat etwa braucht.
Ich danke euch im vorraus,
Stefan

Florian 06.03.2004 11:45

Na vielleicht wäre Industriedesign etwas für Dich?

Grüsse
Florian

artman 06.03.2004 15:40

Hallo Florian,
danke für Deine mail.
Daran habe ich auch schon gedacht, möchte aber auf jeden Fall weg von der Industrie. Arbeite seit langer Zeit in dieser Branche, weiss deswegen, was da so abläuft.
Kannst Du mir etwas über Landschaftsarchitektur näher bringen?
Wäre nett, wenn´s ein bischen ausführlicher ist.
Danke,
Stefan

Florian 06.03.2004 16:15

Zitat:

Originally posted by artman
Kannst Du mir etwas über Landschaftsarchitektur näher bringen?

Leider nicht, denn Landschaftsarchitektur hat mit Hochbauarchitektur wenig zu tun...

Flo 07.03.2004 19:43

Industriedesign ist sicherlich ein guter Tipp. Da gibt es aber auch noch viele Untersparten wie Automobildesign, Möbeldesign oder Interfacedesign. Ansonsten gibt es noch zahlreiche Berufe, die kreatives mit technischem verknüpfen. Mir fallen da z.B. Fotograf oder Kameramann ein. Für Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur sieht der Arbeitsmarkt im Moment gleich bescheiden aus.

Gruss Florian

wolfgang_ch 08.03.2004 09:17

Zitat:

Originally posted by Limbus
Für Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur sieht der Arbeitsmarkt im Moment gleich bescheiden aus.
Mmmmh... ja es sieht nicht gut aus - aber wer sagt uns das!?

Ich bin fertiger Architekt und arbeite in der Schweiz, da ich nicht bereit bin für das Geld, das man zur Zeit in D bekommt zu arbeiten. Es gibt zwar (zu) viele Architekten aber wieso muss man wenn man einen Job in D bekommt für einen Hungerlohn Arbeiten und Überstunden machen ohne Ende? Ich mache hier in der Schweiz auch Überstunden und die "normale" Wochenarbeitszeit liegt bei 41,5 Stunden ober dafür bekomme ich auch viel mehr Lohn! In D hatte ich nur einen Bruchteil davon bekommen und hätte mind. genau so lange arbeiten müssen. Also ist ja anscheinend genug arbeit da, sonst bräuchte man ja keine Überstunden!? Oder? Es ist doch das Problem, dass wenn ich den Job nicht für 2500 EUR mache - bereits 50 andere Bewerber in den Startlöchern stehen die den Job für dieses Geld machen. Würden sich alle auf ein Mindestlohn einigen, dann würde dies nicht mehr passieren und man würde für ehrliche Arbeit ehrliches Geld bekommen.

Gruss

Wolfgang

Rolf 10.03.2004 20:27

Im Stuttgarter Raum arbeiten viele sogar für viel weniger als 2500 EUR.
Aber zur HOAI gibt es ja schon genug Diskussionen.

Mich als Nicht-Architekt würde interessieren:
Warum nicht Architektur?

Gibt es außer dem Arbeitsmarkt Gründe die dagegen sprechen?
Ändern sich solche Gegebenheiten nicht auch im Laufe eines Studiums?
@artman
Welche Rolle spielt Geld bei deiner Entscheidung?
@all
Warum habt ihr damals denn Architektur studiert?

Vielleicht bin ich zu naiv;)

wolfgang_ch 11.03.2004 08:11

Zitat:

Originally posted by Rolf Warum nicht Architektur?[/B]
Es spricht nach wie vor nichts dagegen Architektur zu studieren! Allerdings muss Dir bewusst sein dass der Markt am Boden liegt. Ich glaube 80% (!!!) aller fertigen Architekten sind momentan zu viel auf dem Markt und das ändert sich auch nicht so schnell so dass man evtl. davon aufgehen könnte, dass es sich während des Studiums verbessert. Ausserdem kommen die relativ schlechten Arbeitszeiten (viele Stunden / Woche) hinzu. Wenn Du das alles nicht akzeptierst und bessere Bedingungen als in Deutschland willst bleibt Dir eigentlich nur noch die Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Dort sieht es eigentlich ganz gut aus und es ist auch vorhersebar dass es noch besser wird. Deswegen verstehe ich die Büros auch nicht, dass sie argumentieren es sei nicht genug Arbeit da und sie könnten niemanden einstellen oder nur so wenig bezahlen. So viel schlechter als in den anderen Europäischen Ländern kann es in Deutschland ja auch nicht sein. Ich habe manchmal das Gefühl dass die Büros die momentane Situation ausnutzen um weniger Lohn zu zahlen oder Personal einzusparen. Ausserdem verstehe ich es nicht wieso ich, wenn es schon sooo wenig Arbeit gibt, dann Überstunden machen muss! Also ist ja doch Arbeit da!

Naja sei`s drum. Ich habe jedenfalls die lächerlichen Angebote aus Deutschland abgeschlagen und bin ins Ausland gegangen. Hier bin ich auch sehr zufrieden - die Arbeit ist super - die Bezahlung stimmt - das Land und Leute gefallen mir sehr und ich kann mir durchaus vorstellen für immer hier zu bleiben.

Und nun zu deiner anderen Frage warum ich Architektur studiert habe. Ich bin der Meinung, dass man nicht auf die Jobaussichten achten soll sondern das machen / studieren soll / muss was einem Spass macht. Denn nur so kann man auch gut sein und zu den Besten zählen und nur so bekommt man auch einen Job wenn es nicht so gut auf dem Arbeitsmarkt aussieht. Allerdings muss man sich vorher im Klaren sein, dass man sehr wenig bezahlt bekommt oder man flexibel sein muss. Denn seien wir mal ehrlich wenn ich 2500 EUR brutto bekomme habe ich nach der Steuer noch ca. 1300 EUR übrig und davon muss alles gezahlt werden (Essen, Miete, Auto oder Fahrkarte, Versicherungen, Altersvorsorge, Telefon, Freizeit,....) und da reichen 1300 EUR gerade mehr recht als schlecht.

Gruss

Wolfgang

P.S. Du sagst zur HOAI gibt es genug diskussionen - was würde das Verbessern - ich denke es wird nur noch mehr Preis- Lohndumping geben.


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