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xcEmUx 10.02.2014 11:29

Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Hey zusammen,
ich bin 20 Jahre alt, habe letztes Jahr mein Abitur abgeschlossen und will nach meinem Auslandsaufenthalt zum Wintersemester anfangen zu studieren.

Ich schwanke momentan noch zwischen Architektur und Wirtschaftsingenieurwesen, wobei meine Affinität definitiv bei Architektur liegt und ich Wi-Ing. größtenteils wegen den finanziellen Aussichten studieren würde.

Vor zwei Jahren habe ich bereits ein Praktikum in einem kleineren Betrieb (~15 Mitarbeiter) gemacht und konnte dort anschließend sogar für ca. 1 Jahr als 3D Visualisierer arbeiten (habe mich vorher hobbymäßig bereits sehr mit 3ds Max/VRay auseinander gesetzt, sodass mir das Arbeiten mit den CAD Programmen nicht wirklich schwer gefallen ist). Voraussichtlich werde ich auch das nächste halbe Jahr bis zum Wintersemester dort arbeiten (wobei das wohl leider noch nicht als "Berufserfahrung" zählt :P)

Auch so bin ich sehr architekturinteressiert und denke einfach, dass es das richtige für mich ist, auch wenn man momentan einfach nichts Gutes über die Berufsaussichten und Gehälter lesen kann (ich habe halt die Angst, dass ich mich nach 10 Jahren ärgere, dass ich in einem anderen Beruf 20k/Jahr pro Jahr mehr hätte verdienen können.. :P)


Meine Fragen wären:

- sind die Berufsaussichten wirklich so schlecht, oder finden doch >~75% der Absolventen schnell (<12 Monate) einen Job ?

- FH oder Uni, wie sieht es mit Gehältern aus, wer wird eher genommen, oder wird da fast gar nicht unterschieden ?
Welche Hochschulen sind zur Zeit besonders renommiert ?

- gibt es wirklich so einen großen Konkurrenzkampf in großen Büros, dass man teilweise andere Vorschläge schlechtmachen muss, um seine eigenen besser darzustellen ?

- ich würde später lieber in einer kleineren Stadt, als wie jetzt, in Frankfurt leben, ist das überhaupt möglich, so komplett ohne Anbindung ? Wäre das Gehalt dann voraussichtlich geringer ?

- Nord, Süd, Ost, West oder Mitte ?
Wo lässt es sich besser Leben (Gehalt/Jobaussichten <> Unterhaltskosten)

- vlt eine etwas komische Frage, aber "Was macht einen guten Architekten aus ?"
Was wären Qualifikationen, die herausstechen ?


Schonmal vielen vielen Dank für alle Antworten ! :)

Detechtiv 10.02.2014 11:54

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Also um dir auch noch mal eine ganz prinzipielle Überlegung zu geben: Ich finde es auf jeden Fall wichtiger, dass ich einen Beruf ausübe, der meiner Leidenschaft entspricht und mir Spaß bereitet, selbst wenn die Chancem am Arbeitsmarkt derzeit nicht die rosigsten sind. Wer wirklich mit Herz bei der Sache ist, findet später auch Möglichkeiten, sich am Arbeitsmarkt durch zu setzen.

personal cheese 10.02.2014 12:56

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Gehaltsanalyse 2012
http://www.bak.de/w/files/bak/07-dat...ghommerich.pdf

Archimedes 10.02.2014 16:07

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Ein paar spontane und schnelle Antworten ohne langes Gefasel:

Zitat:

Zitat von xcEmUx (Beitrag 52040)
Hey zusammen,
1 - sind die Berufsaussichten wirklich so schlecht, oder finden doch >~75% der Absolventen schnell (<12 Monate) einen Job ?

2 - FH oder Uni, wie sieht es mit Gehältern aus, wer wird eher genommen, oder wird da fast gar nicht unterschieden ?

3 Welche Hochschulen sind zur Zeit besonders renommiert ?

4 - gibt es wirklich so einen großen Konkurrenzkampf in großen Büros, dass man teilweise andere Vorschläge schlechtmachen muss, um seine eigenen besser darzustellen ?

5 - ich würde später lieber in einer kleineren Stadt, als wie jetzt, in Frankfurt leben, ist das überhaupt möglich, so komplett ohne Anbindung ? Wäre das Gehalt dann voraussichtlich geringer ?

6 - Nord, Süd, Ost, West oder Mitte ?
Wo lässt es sich besser Leben (Gehalt/Jobaussichten <> Unterhaltskosten)

7 - vlt eine etwas komische Frage, aber "Was macht einen guten Architekten aus ?"

8 Was wären Qualifikationen, die herausstechen ?

1. Berufsaussichten sind für die Meisten schlecht, auch nach 1-2 Jahren im Job.
2. Mittlerweile kaum noch Unterschied durch Bachelor/Master
3. Für Rankings kann man nicht wirklich viel geben. Nach interessanten Persönlichkeiten (Profs) Ausschau halten. 1-2 Semester im Ausland kommen immer gut an
4. Andere schlecht machen ist schlechter Stil und durchschaubar. Einfach besser machen und auf dem Teppich bleiben.
5. Gehälter sind auf dem Land nicht unbedingt geringer. Lebenshaltungskosten schwanken stark. München ist viel teurer als Berlin. Auf dem Land ist es bei uns in der Gegend (Region Trier) deutlich teurer als z.B. in Mecklenburg, aber auch teurer als in Berlin.
6. Der Süden und Südwesten Deutschland schneidet beim Thema Gehalt meist am Besten ab, aber das Leben ist auch oft teurer dort. Ich würde mir eine Region aussuchen, die mir auch privat Spaß macht...also auch Natur, Freizeit, Berge, Meer, Kulturangebot etc. beachten.
7. Standhaftigkeit, Geradlinigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, Verständnis für technische Zusammenhänge, Fähigkeit zum Dialog,
8. Multitasking und Kreativität

xcEmUx 11.02.2014 21:40

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Hey, vielen Dank für die Antworten, besonders an Archimedes, genau so etwas habe ich mir erhofft ! :)

Es ist echt schwer sich zu entscheiden.. Erst heute hab ich wieder von Kollegen gehört, dass sie im Nachhinein durch das geringe Gehalt vermutlich eher etwas anderes studiert hätten - das entmutigt halt schon ziemlich... :/

Archiologe 12.02.2014 09:40

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Wenn du später richtig Geld verdienen willst, mach was anderes! Laß dich auch nicht von den vielen schönen Enwürfen auf den Uni-Seiten täuschen. Der Berufsalltag ist hart, stark technisch orientiert und hat wenig mit dem Studium zu tun. Ich jedenfalls würde Architektur, mit der Kenntnis von heute, auch nicht mehr studieren.

Detechtiv 17.02.2014 15:06

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Wie gesagt, der Widerspruch zwischen deinen kreativen Wünschen und dem harten Berufsalltag wird immer bestehen bleiben. Wenn du noch eine Entscheidungshilfe suchst zum Thema soll ich Architekt werden, lies das Buch "The Fountainhead" von Ayn Rand. Über 600 Seiten, und wenn du die durch hast, wird dir der Architekturberuf wie ein Spaziergang vorkommen ;)

Archimedes 17.02.2014 20:01

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Zitat:

Zitat von Detechtiv (Beitrag 52107)
...lies das Buch "The Fountainhead" von Ayn Rand. Über 600 Seiten, und wenn du die durch hast, wird dir der Architekturberuf wie ein Spaziergang vorkommen ;)

Hast Du es gelesen?

Ich habe mir das gerade mal auf Wikipedia angeschaut, da ich es bisher nicht kannte.

Sehr interessanter Stoff, wenn gleich auch schon recht alt. Manche Dinge sind sicher auch heute noch vergleichbar, andere haben sich aber durch die extrem fortgeschrittene IT und die permante Erreichbarkeit sicher für Architekten verändert.

Ob es dem Themenstarter hilft weiß ich nicht, aber Lesen macht nicht dümmer.

Ich bin jetzt schon eine Weile in diesem Berufszweig.
Nach dem Studium ca. 9 Jahre, davon 6 selbständig, durch eine Familie von Handwerkern, bereits früher Arbeit auf der Baustelle, einer Lehre beim Architekten und permanentem Arbeiten während dem Studium sind es aber schon rund 25 Jahre geworden....fast 2/3 meines Lebens. Vor 20 Jahren durfte ich das erste Haus (6 Wohneinheiten) alleine entwerfen und planen, welches dann auch tatsächlich so gebaut wurde.
Ich bin heute oft noch hin und hergerissen und sehne mich manchmal nach hirnloser Fließbandarbeit in einer Pizzafabrik oder nach 6 Wochen in einer von der Außenwelt abgeschnittenen Forschungsstation in der Antarktis.
Trotzdem kann ich nie davon lassen und komme keine 3 Tage ohne Gedanken an Planen und Bauen klar...
Der Architektenjob ist aufreibend, er zehrt, er frustriert und er läßt einen manchmal verzweifeln, im nächsten Moment gibt es etwas zu Jubeln, gute Architektur zu bestaunen, ein gutes Gespräch mit Fachleuten, den Blick in das Gesicht eines zufriedenen Bauherrn oder ein paar anerkennende Worte vom Handwerker oder einem Kunden.
Es ist manchmal wie eine Droge...wie ein Kettenraucher, der weiß, dass er dem Lungenkrebs sehr nah ist und trotzdem nicht aufhören kann.
Eine permanente Achterbahnfahrt der Gefühle...alles andere als gesund und vom damit reich werden weit entfernt, aber selten langweilig!

So genug Poesie. :D

xcEmUx 17.02.2014 21:19

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
:D Vielen Dank für die weiteren Antworten !

Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir der Beruf Spaß machen würde, ich habe inzwischen eine Festanstellung bis zum Studium bekommen und gehe gerne zur Arbeit.
Natürlich stellt sich die Frage, ob das Ganze in 10-20 Jahren immer noch so aussehen wird, aber das kann man jetzt wohl schwer sagen.. ^^

Inzwischen habe ich für mich entschieden, dass ich wohl kein Architekt in einem Planungsbüro werde. Architektur an sich kann ich auch später als Hobby (mit 3D) weitermachen und ich befürchte einfach, dass mir das Gehalt später nicht reichen wird, bzw ich mich darüber ärgere, dass andere mit gleichem Arbeitsaufwand so viel mehr verdienen..

In Richtung Bauwesen würde ich trotzdem ganz gerne gehen, mal schauen, da gibt es zum Glück ja einige Studiengänge in denen man sich darauf spezialisieren kann (Wirtschaftsingeniuer / Projekt-Management, usw...)

Das Buch werde ich mir auch auf jeden Fall mal angucken, hört sich echt interessant an, auch wenn ich jetzt schon sagen kann, dass ich mich mit dem Protagonisten gar nicht identifizieren kann, auch wenn ich es gerne können würde :D

Archiologe 18.02.2014 09:08

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Zitat:

Zitat von Detechtiv (Beitrag 52107)
Wenn du noch eine Entscheidungshilfe suchst zum Thema soll ich Architekt werden, lies das Buch "The Fountainhead" von Ayn Rand. Über 600 Seiten, und wenn du die durch hast, wird dir der Architekturberuf wie ein Spaziergang vorkommen ;)

Interessant. Wurde wohl auch verfilmt. :)

Ein Mann wie Sprengstoff -Wikipedia

lolgy 11.03.2014 14:41

AW: Ein paar Fragen zum Studium/Beruf
 
Hallo,

noch eine Frage von mir:
hat jemand Erfahrungen mit Ausland (gerne Ostasien oder West-Europa): wie steht es dort um Architekten (Berufsschancen, Geld)?

Oder hat jemand Erfahrungen mit ausländischen Unis? Sind sie besser/ schlechter als hiesige?


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