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Archimedes 08.10.2014 07:30

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Zitat:

Zitat von bimfood (Beitrag 53404)
Es gibt genug Büros in denen das durch "Führungsmethodik" ausgebremst wird.

Klar rauben manche Chefs den Mitarbeitern jegliche Lust sich etwas mehr einzubringen, als unbedingt erforderlich. Ob man deswegen das selbständige Denken aufgeben muss, bleibt die andere Frage.
Ich sehe in unserem Job tatsächlich immernoch mehr als das reine Abarbeiten von Prozessen und hoffe, dass das meine Mitarbeiter auch so sehen, denn ich gebe Ihnen dazu regelmäßig Möglichkeiten um Dinge selbst in die Hand zu nehmen und verantwortlic.

Wer einen stupiden Job möchte und zu einer gewissen im gleichen Zeit abschalten möchte ohne einen weiteren Gedanken an seine Arbeiten zu verschwenden, der soll Brötchen verkaufen, am Fließband Pizza belegen oder Nachbars Rasen mähen.
Ich würde mir manchmal solche stupiden Tätigkeiten für mich selbst wünschen, aber man erwartet heute fast überall mehr von Mitarbeitern mit Gehirn.

bimfood 08.10.2014 17:37

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Hatte im letzten Büro auch vielfältige Möglichkeiten mich einzubringen.

Das lerne ich aber erst jetzt so wirklich zu schätzen... seit dem ich in einem "aufgabenorientiert" geführten Büro arbeite. Das kostet schon viel Kraft sich selbst zu motivieren...

Micky M. 11.12.2014 22:43

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Hallo,

ich hatte gehofft ein bisschen Erleuchtung zu erlangen durch eure Beiträge. (Habe auch die Diskussion zum Thread "Architektengehälter 2014" gelesen.)
Jetzt bin ich noch unsicherer, was ich verlangen kann!

Ich habe 1,5 Jahre Berufserfahrung in LPH 5-8 Schwerpunkt LPH 5. Was kann man derzeit als AiP Berlin (Aufgabenbereich alle LPHs, Schwerpunkt eher hintere) bei einem Büro mit 4 Mitarbeitern verlangen?

Archimedes 12.12.2014 10:50

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Da müssten sich jetzt die Berliner mal äußern.
Bei uns in Rhld.-Pfalz wären vermutlich so zwischen 2.600 und 3.000 Euro je nach sonstigen Randbedingungen möglich.

Micky M. 12.12.2014 13:51

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Danke für die Info, Archimedes. Was meinst du genau mit "sonstigen Randbedingungen"?

Wenn ich mich an der Empfehlung des ARBEITGEBERVERBAND DEUTSCHER ARCHITEKTEN UND INGENIEURE e.V. – ADAI orientiere, wären das bei Einstufung in T4, Ortsgruppe II = 2979 Euro abzüglich 10% für die "neuen" Bundesländer = 2681 Euro, wobei ich mich frage ob das nicht doch zu hoch angesetz ist...?

Hier der Link: http://vda-architekten.de/gfx/Gte2014.pdf

Archimedes 12.12.2014 13:57

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Zitat:

Zitat von Micky M. (Beitrag 53656)
Danke für die Info, Archimedes. Was meinst du genau mit "sonstigen Randbedingungen"?

Wochenarbeitszeit, Urlaubstage, (unbezahlte) Überstunden, Weihnachts- oder Urlaubsgeld, 13.tes Monatsgehalt, Betriebsrente, Firmenwagen, Firmenhandy, Aufgabenbereich, Verantwortung, Aufstiegsmöglichkeiten, Fortbildung, ...etc.
All das kann Einfluß auf die Bemessung des Monatsgehalts haben.

Die Tarifangaben sind eine Orientierung, aber mehr auch nicht.

Archimedes 15.12.2014 17:07

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Spaß bei der Arbeit: Falsche Erwartungen an den Job - SPIEGEL ONLINE

...hat viel von dem was hier oft erwartet und mißverstanden wird.

Kolumba 04.04.2021 15:07

AW: Gehaltsvorstellungen
 
So mein lieber Archimedes, jetzt wird abgerechnet...
Meine Prophezeiungen und Ankündigungen aus 2014 haben sich allesamt bewahrheitet und wurden damit bestätigt. Aber ich möchte hier nicht darüber reden wie oft ich recht hatte.
Ein kleines Umdenken hat ebenfalls stattgefunden, jedoch ist das für mich nicht genug.

In den vergangenen 7 Jahren habe ich mich weiterentwickelt und zuletzt (2016) mit ca. 5 Jahren Berufserfahrung 5.500 Euro brutto als angestellter Bauleiter verdient. Das war mir immer noch nicht genug! Nicht weil zu wenig Geld, nein weil mein Arbeitgeber zuletzt mehr damit beschäftigt war mit seinem Privatflieger durch die Gegend zu fliegen, während ich die Kohle für Ihn aus dem Ofen geholt habe. Inklusive abends mit Klamotten ins Bett fallen und am nächsten Morgen mit derselben Kleidung wieder auf die Baustelle fahren. Und 5 Punkte in Flensburg. Am Ende wusste er weder wo das Gebäude steht noch welche Farbe es hat. Aber hey sein Konto war dankbar.

Mittlerweile bin ich Selbstständig tätig und ich muss sagen es läuft besser als ich es mir je vorstellen konnte. Ich habe alle meine Anmerkungen wie und was falsch läuft, selber richtig umgesetzt und lerne aus Arbeitgebern wie dir Archimedes, (ich nenne euch auch Arbeitgeber des Mittelalters) unzwar mache ich exakt das Gegenteil davon, wie du/Ihr denkst Angestellte (übrigens bei mir heißen diese Mitarbeiter) behandeln zu müssen. Und das funktioniert wunderbar. Danke Dafür.

Vergleichsweise habe ich gegenüber Kollegen die eher deine Ansichtsweisen teilen, und die sich ebenfalls zeitgleich mit mir selbstständig gemacht haben, jedoch Projekte in 5-facher Größe umsetzen, dennoch das bis zu doppelten Jahreseinkommen vorzuweisen.
Mein angestellten verdienen anteilig mit, das bedeutet ich verfolge das selbe Konzept wie manche Ärztehäuser und Anwaltskanzleien. Jeder Erfahrene Mitarbeiter bekommt einen Anteil und kein Gehalt, bis auf die studentischen Aushilfskräfte und natürlich die Berufseinsteiger. Damit verdiene nicht nur ich, als Arbeitgeber, sondern wir alle als Team. Jeder kann kommen und gehen wie er möchte, Arbeiten von wo aus er möchte, vorausgesetzt der mindest Arbeitsaufwand wird erfüllt und die Projekte machen Fortschritte.
Was Sie auch tun und das besser als gedacht. Dabei setze ich hauptsächlich auf Kommnunikation und Austausch, das ist alles.

Um wirtschaftlich zu arbeiten machen wir folgendes anders:

- Keine Leistung, keine Stunde keine Minute, kein Gespräch, kein Grübeln, nein rein keine Leistung wird kostenlos ausgeführt. Nicht einmal die Akquise ist bei uns kostenlos. Ich kann auch nicht zum Arzt, mich erst einmal gründlich untersuchen lassen um Ihm anschließend mitzuteilen ob ich Ihn bezahlen/ beauftragen möchte oder nicht.
- Wir sagen nein zu öffentlichen und nicht bezahlten Wettbewerben.
- Wir sagen nein zu dubiosen Bauunternehmen die Ihre Spekulationsobjekte kostengünstig umsetzten wollen
- Wir sagen nein zu kostenloses Akquise Vorgängen, auch wenn diese eher wenig Zeit und Geld in Anspruch nehmen
- Wir sagen nein zu Architekten.de oder vergleichsweisen Auftragsvermittlern
- Wir sagen nein zu Bauherren die am liebsten alle Leistungen kostenlos hätten

Leistung muss bezahlt werden, und das von der ersten Minute an.

Nur dadurch können wir einer angemessenen Bezahlung und dem gebührenden Respekt und der Akzeptanz unseres Berufszweiges gerecht werden. Respekt beginnt für mich beim Gehalt.
Archimedes und allen anderen mittelalterlich denkenden Architekten/Arbeitgeber wird das nicht gefallen, aber Ihr habt es jetzt in der Hand, etwas dafür zu tun, dass wir als Architekten endlich respektiert und angesehen werden. Und das nicht nur von unseren Arbeitgebern, sondern auch von allen Bauherren, Bauunternehmern, Projektsteurern und sonstigen Auftraggebern.

Und dazu gehört auch mal Aufträge ablehnen zu können, und nicht jeden Auftrag anzunehmen und anschließend diese auf dem Rücken seiner Angestellten auszutragen, mit unbezahlten Überstunden oder Gehältern im Bereich des Mindestlohns.

Und für alle Arbeitnehmer:
Ihr müsst auch nicht jeden schlechten Job Annehmen oder eine noch schlechtere Bezahlung mit noch schlechteren Tarifen akzeptieren. Schaut euch um, macht euch selbstständig konkurriert mit eueren Chefs und werdet nicht zu deren Lakaien.
Macht es mir gleich, die Baubranche boomt, ich habe mehr Aufträge als ich bearbeiten kann. Jede Woche Lehne ich ein neues Projekt ab. Schalten eure Köpfe ein, wenn nicht jetzt wann dann. Ihr habt nicht studiert um mit Menschen wie Archimedes über ein paar feie Tage zu verhandeln, oder darüber ob Ihr während der Arbeitzeit ein wenig schnacken dürft. Ihr seid doch keine Sklaven.

Ich habe angefangen umzudenken, ich hoffe das tut Ihr alle da draußen auch bald.

Archimedes 04.04.2021 16:51

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Hallo Kolumba,

Die Nachwelt wird Dir sicher ein Denkmal errichten, aber liefere doch vorher mal einige belastbare Zahlen zum Einkommen und Arbeitspensum Deiner Mitarbeiter.

Kolumba 05.04.2021 14:46

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Danke,

aber um ein neues Denkmal zu errichten muss erst das alte gestürzt werden.

Auf alles weiterekomme ich innerhalb deine Threads:

Architektengehälter 2021

Baumplanerin 12.04.2021 11:33

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Guten Morgen,

ich kenne jetzt eure Konflikte untereinander nicht, möchte mich aber Kolumba in einigen Teilen anschließen.

Bei mir gibt es auch nichts kostenfrei, in 80% der Fälle nehme ich ab dem ersten Besuch vor Ort Stundenhonorar. Zumindest bei Kleinprojekten. Gartenbauer und andere Handwerker nehmen inzwischen auch für ihre Angebote Geld, warum soll ich da kostenlos aufschlagen?
Akquise in dem Sinne mache ich sowieso sehr selten und wenn, dann nicht unbezahlt. Im Fall eines Falles gibt es eben einen Extravertrag.

Wettbewerbe mache ich gar nicht, in der Zeit, was ich da ohne sicheres Ergebnis herumhantiere, kann ich 2-3 Projekte für die Genehmigung fertig machen. Ist vielleicht etwas trockener, aber hat sich für mich als sehr lohnend herausgestellt (keine Genehmigungsplanung ohne Lp1 und Teile der 2, die Prozentzahlen sind etwas anders verteilt als im Hochbau) seit Corona und der allgemeinen Baufreude im Land.

Mit ominösen Bauunternehmern habe ich jetzt weniger zu tun. Es gibt einen Fertighausbauer, mit dem würde ich nichts mehr machen, weil zu dämlich das Haus barrierefrei zum Außenraum anzuschließen (Höhen falsch, Abdichtung musste auch noch gemacht werden). Und solange ich in der Region bleibe, bekäme ich wieder dasselbe dort angestellte Planerteam.

Auch in meinem Zweig gibt es so einige, die sich für mein Empfinden erheblich unter Wert verkaufen und der Repäsentation des Berufsstands nicht so dienlich sind. Mag sein, dass wir planungstechnisch am Ende kommen, aber ich bin gerne von Anfang an dabei, damit es eine runde Sache wird.
Das letzte Büro für das ich tätig war, zog allerdings seltsame Architekten zur Zusammenarbeit an (sorry), wie die Motten das Licht.

Archimedes 12.04.2021 15:18

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Zitat:

Zitat von Baumplanerin (Beitrag 57773)
Guten Morgen,

ich kenne jetzt eure Konflikte untereinander nicht, möchte mich aber Kolumba in einigen Teilen anschließen.

Ich habe keinen Konflikt mit Kolumba.

Ich mag grundsätzlich Paradiesvögel wie ihn. Sie bereichern den Alltag, auch wenn sie oft und gerne von Dingen sprechen, die sie nicht überblicken können.


Wir sollten uns definitiv nicht unter Wert verkaufen. Das ist nicht nötig. Gleichzeitig muss man aufpassen, dass man sich durch sehr theoretische und weltfremde Anschauungen nicht selbst aufs Abstellgleis manövriert und der Branche durch eine gewisse Arroganz nachhaltig schadet.

Ich führe alle Erstgespräche mit neuen Kunden unverbindlich und kostenfrei. Egal ob es um einen kleinen privaten Anbau oder einen großen Hotelneubau geht.
Da mache ich keine Unterschiede.
Ich möchte selbst auch nach wie vor in einen Laden gehen dürfen und mir etwas in Ruhe anschauen, mit dem Verkäufer mich austauschen ohne direkt eine Kaufverpflichtung zu verspüren.
Ein kostenloses Erstgespräch gibt beiden Seiten die Chance der Einschätzung ohne wirtschaftliche Hintergedanken.
Die 250 Euro, die ich vielleicht für ein Erstgespräch berechnen könnte sind mir deutlich weniger wert, als die Erkenntnisse, die ich aus diesem Termin über den Kunden und das mögliche Projekt gewinnen konnte.

Wenn mir die Sache nicht koscher oder unattraktiv erscheint, dann bekommt der Kunde ein "Abwehrangebot" mit den höchsten Sätzen und Nebenkosten nach HOAI. Wenn er trotzdem zusagt, dann ist das "Schmerzensgeld" wenigstens angemessen bzw. kann ich immernoch ablehnen.
Gefällt mir der Kunde bzw. ist das Projekt reizvoll, dann fällt das Angebot auch attraktiver aus.
Um öffentliche Projekte müssen wir nicht buhlen, sondern werden gezielt angefragt, Wettbewerbe machen wir eigentlich nie, außer wir werden ausdrücklich eingeladen und für halsabschneidende GUs oder knickrige Stammkunden arbeiten wir auch nicht.

Langfristig muss Jeder seinen eigenen Weg finden oder Angestellter bleiben und sich darauf verlassen, dass andere das regeln...

Baumplanerin 13.04.2021 12:55

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Unverbindlich ist klar.

Bei mir münden Erstbesuche gerne in eine komplette Gartenberatung, das mag ich dann nicht gratis anbieten, da es zu meinen Leistungen gehört und der nächstes dafür ohnehin was zahlt. Das wäre irgendwie unfair jenen gegenüber, die von jeher nur beraten werden wollten. Ich biete einige Leistungen an, die in der HOAI nicht vorkommen, also läuft das über Stundensatz oder Pauschalangebot.
Bei mir bieten die meisten aber auch von sich aus eine Bezahlung an. Kommt immer etwas auf die Umstände an.
Mündet das Ganze in ein größeres Projekt fällt das bei mir dann ins normale Angebot mit rein. Genauso wie Nebenkosten, Ausdrucke zumindest beim ersten Mal.

Archimedes 13.04.2021 15:39

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Zitat:

Zitat von Baumplanerin (Beitrag 57776)
Unverbindlich ist klar.

Unverbindlich finde ich halt nur dann klar, wenn es auch kostenfrei war.

Wenn ich etwas berechne, dann hat mein Gegenüber nach meinem Verständnis auch Anspruch auf etwas Verbindliches und kann mich darauf festnageln.

Das andere klingt zu sehr nach "Wasch mich, aber mach mich nicht nass."

Natürlich lasse ich mir übers Jahr gesehen theoretisch ein paar tausend Euro Umsatz für nicht berechnete Erstgespräche entgegen, aber wie schon geschrieben, lege ich selbst in anderen Fällen ebenfalls Wert auf einen ersten Kontakt der keine Verbindlichkeiten oder Kosten erzeugt.
Das bürgt auch ein Gefühl der Großzügigkeit und Freiheit, wenn nicht direkt die Euros oder Verbindlichkeiten im Raum stehen.
Ich kenne das z.B. auch von Menschen die Genuss- oder Lebensmittel, wie Wein, Käse, Schinken, Essig oder Öle produzieren. Auch bei Ihnen kann man kostenfrei probieren, testen und Fragen stellen. Wenn es einem schmeckt, dann kauft man etwas, im anderen Fall geht man wieder.
Ich sehe das für meinen Fall nicht anders.

Ich lasse die Leute allerdings auch zu mir kommen zum Erstgespräch und setzte die Schwerpunkte des Gespräches, zeige Beispiele, informiere über das Büro.
Natürlich äußere ich meine Meinung zum Vorhaben und spreche offen über Möglichkeiten und Wege, aber eine vollständige Beratung oder Bewertung gibt es nicht. Das würde natürlich ein Honorar erzeugen.
Welches Honorar, das erfährt der Kunde einige Tage nach dem Erstgespräch mittels eines schriftlichen Angebotes und dann muss er auch einen schriftlichen Auftrag erteilen, bevor Weiteres geschieht.

Baumplanerin 14.04.2021 09:06

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Bei mir heißt unverbindlich, dass man nicht beauftragen muss. Da hatten nämlich viele immer Bedenken. Oder dass es gleich sonst was kostet.

Ich bin immer vor Ort, besonders momentan ist es gut, wenn ich in den meisten Fällen nicht ins Haus muss. Nur Fotos oder ein Plan reichen mir nicht. Zumal ich mir die drei anderen Jahreszeiten vorstellen können muss.

Archimedes 14.04.2021 10:04

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Zitat:

Zitat von Baumplanerin (Beitrag 57778)
Nur Fotos oder ein Plan reichen mir nicht. Zumal ich mir die drei anderen Jahreszeiten vorstellen können muss.

Bei Deinem Job verständlich.

Ich fahre mir bei interessanten Kunden/Projekten zusätzlich zum Erstgespräch noch kurz die örtliche Situation für meine Einschätzung anschauen.

Für mich dient das Erstgespräch tatsächlich eher zur Einschätzung des Kunden als Person und weniger um den Anspruch das mögliche Projekt schon gänzlich zu erfassen.
Wenn der Kunde einen "guten" Eindruck macht bzw. die Chemie stimmt, dann ist die Art und der Umfang des Projektes eigentlich nicht das Problem. Wenn man 2-3 Jahre aneinander gebunden ist, dann ist das gute Verhältnis zum Auftraggeber für mich das Entscheidende und weniger ob ein Wohnhaus, eine Gewerbehalle oder ein Weingut gebaut wird. Die Bauaufgabe ist dann immer gut lösbar, wenn das Gegenüber kein A..ch ist.

vondesiong 12.03.2022 07:40

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Dein Statement erinnert mich an eine Handwerkerlehrlingsklasse, die sich
lautstark beschwert im Betrieb die ganze Arbeit zu leisten und der Chef
kassiert den Zaster.

Archimedes 12.03.2022 08:01

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Man sollte nicht unterschätzen, dass Lehrlinge und andere Berufsanfänger bereits nach wenigen Wochen im Berufsleben den vollständigen Überblick über die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge, die betrieblichen Strukturen und weitere Einnahmen-Kosten-Verhältnisse haben.
Gute Lehrlinge könnten bereits nach wenigen Monaten den angestaubten und reformunwilligen Chef völlig ersetzen und Betrieben neue Möglichkeiten aufzeigen, wie man deutlich produktiver, effektiver und gewinnbringender arbeitet.
Viele Lehrlinge/Berufsanfänger halten sich aber erstmal vornehm zurück, bewahren die Rücksicht auf die älteren Kollegen und lassen ihre unglaubliche Lebenserfahrung nicht sofort erkennen.
:D:D:D

Deiv 19.03.2022 20:35

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Guten Abend.:)
Also grundsätzlich teile ich die Ansichten von Kolumbia. Gehalt und der Umgang mit den Mitarbeitern sollte fair sein. Schließlich ist das ein gegenseitiges Geben und Nehmen zwischen Chef und Angestellten.
Aber 5500 mit 5 Jahren Berufserfahrung in einem Angestelltenverhältnis? Das kann ich nicht für ernst nehmen, so unrealistisch ist das. Und das ist noch zu wenig? Da will ich gar nicht weiter darauf ein gehen.
Das verdienen bei gleicher Berufserfahrung nicht mal Fachärzte oder Maschinenbauingenieure in großen Unternehmen.

Allerdings kann ich nur vom Osten reden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es zum Westen wirklich so riesige Unterschiede gibt.

Ich arbeite mittlerweile nicht mehr in einem Architekturbüro, aber ich hatte das Thema zuletzt mit meinen alten Kommilitonen.

Also mich würde mal interessieren was aktuell so realistische Gehälter in einem kleinen Architekturbüro sind, wo die Mitarbeiter ganz allgemein alle Leistungsphasen bearbeiten und das Büro so 10 bis 20 Angestellte hat? Was sind da so eure Erfahrungen? Und ich mein jetzt nicht, was gezahlt werden sollte, sondern was auch realistisch gezahlt wird.

Einstiegsgehalt für Master of Arts?
Gehalt Master of Arts mit 4 Jahren Berufserfahrung?
Gehalt Architekt mit 10 Jahren Berufserfahrung?

Und das jeweils für z.B. Ländliches Gebiet und teure Großstadt.
Und Unterschiede zwischen Mann und Frau bzw. Ost- und West?

Vielen Dank

Archimedes 20.03.2022 05:09

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Wenn hier ernstgemeintes Interesse besteht, dann hier einige Angaben (Bruttojahresgehälter), die als guter Durchschnitt bei Architekturbüros in der freien Wirtschaft mit 10-20 MitarbeiterInnen mit allen Leistungsphasen und gemischtem Portfolio in ländlichen Westgebieten heute (Anfang 2022) gezahlt werden. Es hängt aber wie überall von vielen individuellen Faktoren und vom MitarbeiterInnen selbst ab.

Zitat:

Zitat von Deiv (Beitrag 57936)
Also mich würde mal interessieren was aktuell so realistische Gehälter in einem kleinen Architekturbüro sind, wo die Mitarbeiter ganz allgemein alle Leistungsphasen bearbeiten und das Büro so 10 bis 20 Angestellte hat? Was sind da so eure Erfahrungen? Und ich mein jetzt nicht, was gezahlt werden sollte, sondern was auch realistisch gezahlt wird.

Einstiegsgehalt (nach Probezeit) für Master of Arts?
LPH 1-5: ca. 35.000 Euro p.a
LPH 6-9: ca. 42.000 Euro p.a. Bauleitung/Projektverantwortung

Gehalt Master of Arts mit 4 Jahren Berufserfahrung?
LPH 1-5: ca. 44.000 Euro p.a
LPH 6-9: ca. 54.000 Euro p.a. + Firmenwagen Bauleitung/Projektverantwortung

Gehalt Architekt mit 10 Jahren Berufserfahrung?
LPH 1-5: ca. 50.000 Euro p.a
LPH 6-9: ca. 64.000 Euro p.a. + Firmenwagen Bauleitung/Projektverantwortung


Und Unterschiede zwischen Mann und Frau bzw. Ost- und West?
Keine Unterschiede zwischen Mann und Frau.

Vielen Dank


Deiv 20.03.2022 16:30

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Vielen Dank für die Antwort. Das sind ja wirklich faire Löhne bei euch im Westen.
Eine ehemalige Kommilitonin bestätigt dies auch. Sie ist in Stuttgart mit einem Einstiegsgehalt von gleich 2800 gestartet.
Bei uns im Osten sieht es allerdings nach wie vor, trotz des Baubooms, leider etwas anders aus.
Eine andere Kommilitonin ist hier gleich mit 2700 Brutto in den Verhandlungen rein gegangen und wurde ausgelacht und weggeschickt.
Ich hab als Master of Arts selbst nach 3 Jahren mit Urlaubsgeld und 13.Gehalt um die 28000 Brutto gehabt. Ich habe alle Leistungsphasen, bis auf die 6 und 7 (dort nur gut zugearbeitet) bearbeitet und meine Arbeit meines Erachtens sehr gut und pflichtbewusst gemacht.

Und auch erfahrene Mitarbeiter, welche kurz vor der Rente standen haben sicherlich nicht mehr als 40000 verdient, so wie die immer gemeckert haben;-). Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Klar kam ich hier auf dem Land damit prima aus. Selbst ein solider Neuwagen war kein Problem. Aber die Mieten liegen auch nur bei 5 Euro. Mittlerweile habe ich mich spezialisiert und arbeite in einem Ingenieurbüro in einer Großstadt und verdiene recht gut. Dennoch stellen sich mir hier 2 Fragen in Bezug auf mein alten Job in einem kleinen Planungsbüro (20 Leute), weil ich finde, das Architekten einen wirklich harte und verantwortungsvollen Job machen und meines Erachtens unterbezahlt sind:

Also, die 1. Frage: Wie kann es sein, dass meine Freunde in Ihren Branchen, hier im Osten, so viel mehr Einstiegsgehalt haben?
Ein paar mir bekannte Beispiele:
Wirtschaftsingenieur, Maschinenbauer, Programmierer: ca. 48000-50000
Apotheker: ca. 42000
Straßenbauingenieur/Bauleiter: ca. 38000

Die steigen nach dem Studium genauso ohne Berufserfahrung ein. Deren Studium hatte nach deren Aussagen genauso wenig mit dem Job zu tun wie bei mir. Bei mir waren immerhin der Umgang mit Zeichenprogrammen und die Entwurfsfähigkeiten vorhanden. Ausführung, Bauleitung und den ganze Behördenkram musste man sich eben selbst aneignen. Aber das war jetzt auch nicht das Problem.
Also stellt sich mir die Frage: War mein Chef ein Ausbeuter oder ist die HOAI wirklich ein Witz und es bleibt in den Büros nichts hängen und andere Branchen werden besser bezahlt?

2.Frage: Wieso gibt es so viel Unterschied zu den Büros im Westen? Die Arbeit ist die gleiche und die HOAI ist doch auch für alle gleich? Es kristallisiert sich wohl immer mehr heraus, dass mein ehemaliger Chef ein Ausbeuter war. :D

Gut. Ich hab es auch mit mir machen lassen. Könnte man genauso fragen, wieso gehst du für 28000 arbeiten? ;-)
Manchmal ist das auch ganz einfach mit dem Finger zu zeigen. Viele wollen nun mal in ihrer Heimat bleiben, und da gibt es vlt weit und breit nur ein Büro. Und zudem passte der Rest. Nette Kollegen, keine Überstunden, viele Weiterbildungen und ein tolles Klima mit Ausflügen und Festen.

Archimedes 20.03.2022 16:57

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Die Gehälter in einer Branche spiegeln ja letztendlich das wieder, was pro Arbeitskraft an Umsatz bzw. Gewinn erzielt werden kann. Da sind uns Branchen wie Maschinenbau, Autoindustrie, IT, Pharma- oder selbst Lebensmittelbranche oft weit voraus. Entsprechend werden Akademiker und Fachkräfte dort besser entlohnt. Schau Dir mal beispielsweise die aktuellen Zahlen bzw. Gewinne von BMW an und was da selbst an den Fliessbandmitarbeiter an Provisionen ausgezahlt werden kann. Wo soll das im Architekturbereich herkommen?
Wir verdienen ausschliesslich mit Dienstleistungen und können nicht noch über cleveren Materialein- und verkauf, Spekulationsgeschäfte, Produktionsstandorte im Ausland oder gewisse innovative Produktlösungen Zusatzgewinne verschaffen. Wir haben nur die Stellschraube Honorar.
Es geht auch durchaus in einigen Branchen stressiger, deutlich zahlenlastiger und anspruchsvoller zu, wie in Architektur- und Planungsbüros, auch wenn man sich als Mitarbeiter häufig am Limit der Belastung sieht, aber das basiert halt nicht selten auf dem, was man vom Start an gewöhnt ist.

Die HOAI ist in den letzten Jahren (spätestens nach dem EuGH-Urteil 2019) kaum noch das Papier wert auf das sie gedruckt wurde. Es ist eine reine Orientierungshilfe geworden und selbst dafür kaum noch benutzt. Selbst öffentliche Auftraggeber verschleudern nicht selten Planungsaufträge deutlich unter dem Basis- bzw. Mindestsatz.
Man ist mehr denn je gezwungen wirtschaftlich zu kalkulieren und die Bürokapazitäten effizient einzusetzen, sonst bleibt man ohne Aufträge und muss Personal entlassen.

Ich kenne mich nicht wirklich aus mit dem wohl immer noch vorhandenen Ost-West-Lohn- bzw. Preisgefälle, aber ich nehme an das Architekturbüros letztlich das wiederspiegeln was auch in anderen Branchen und in der Gesellschaft regional angeboten und verlangt wird.
Das Lohngefälle Mann-Frau sollte hoffentlich der Vergangenheit angehören. Ich habe das noch nie verstanden.

Es muss wie immer Jeder für sich selbst abwägen, wo er die Prioritäten (Gehalt, Team, Standort, Bürogrösse, Projekte, Randbedingungen, Perspektiven, Lebenshaltungskosten...) beim Job legt, denn Möglichkeiten gibt es sicherlich genug. Zumindest aktuell noch als qualifizierter Arbeitnehmer.
Ich befürchte allerdings, dass sowohl die Nachwirkungen der Coronakrise, der Fachkräftemangel im Bauwesen und auch die aktuelle Ukraine-Krise sich verschärfend auf die Gesamtsituation, auch bei Architekten und Planenden auswirken werden.

Deiv 21.03.2022 14:16

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Das ist ein wirklich guter Vergleich mit den anderen Branchen und alles gut nachvollziehbar.

Aber dennoch hab ich damals mitbekommen, dass unser Büro sogar Aufträge ablehnen musste aus Zeitgründen und nur die sich lohnenden Projekte angenommen hat. Hinzukommt eine immer älter werdende Gesellschaft und die Abwanderung in die Großstädte. Beide Faktoren hätten eigentlich automatisch Gehaltsanpassungen bedeuten müssen. Ich hab mich damals nicht umgebracht auf Arbeit und ich war so weit zu frieden mit allen anderen Umständen. Aber 28000? Und ich rede hier schon von einer Gehaltserhöhung. Die Probezeit lag bei 1800 Brutto. Ich mein, man ist ja Akademiker und hat 5 bis 6 Jahre studiert und alleine aus diesem Grund sollte sich das Gehalt zu Ungelernten Tätigkeiten und Ausbildungsberufen deutlich abheben.
Beispiele aus dem Freundeskreis:
Mitarbeiter Umzugsfirma: 25000
Angestellte Physiotherapeutin: 25000
Mitarbeiter Sicherheitsfirma: 26000
Verkäuferin Kaufland: 25000
Krankenschwester: 36000
Kindergärtner: 36000 usw...

Ich will diese Berufe nicht schlecht machen. Das sind für die Gesellschaft sehr wichtige Bereiche und diese Personen machen ihren Job unheimlich gut. Man kam sich damals nur etwas komisch vor und fragt sich, wieso man eigentlich 5 Jahre studiert hat. Man hat in der Zeit kaum etwas nebenbei dazuverdienen können und hatte dann noch seine 10000 Euro Bafög zurückzuzahlen. Und wenn ich dann die von dir aufgezeigten Gehälter im Westen sehe, dann muss ich wirklich die Behauptung aufstellen, dass Arbeitgeber im Osten dieses, nach 30 Jahren immer noch vorhandene, Gefälle eiskalt ausnutzen. Es ist immer leicht gesagt: dann zieh doch in die Großstadt oder gleich in den Westen, wenn man in seiner Heimat schwer verwurzelt ist.
Ich hoffe für die Architekten und meine Nachfolger, dass sich die Situation auch im Osten noch fairer gestalten wird.

War nur eine Vermutung mit dem Mann-Frau Gefälle. Hatte das glaube mal gelesen, dass es wohl immer noch bis zu 17% sind. Unverständlich im 21. Jahrhundert.

Archimedes 21.03.2022 19:48

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Also ich finde nicht, dass ein Studienabschluss oder auch ein Doktortitel automatisch einschließt, dass man mehr "verdient" hat.
Man hat fraglos viel Zeit, Energie und teilweise auch viel Geld in eine selbstgewählte Ausbildung, ein Wunschstudium oder das Promovieren gesteckt, aber bemisst sich allein daran tatsächlich der Wert für einen Arbeitgeber und gar für die Gesellschaft?
Ich denke nicht.
Der Schreiner, die Erzieherin oder die Krankenschwester mit nur 3 Jahren Ausbildung können da durchaus gesellschaftlich wichtiger sein und müssten dementsprechend besser entlohnt werden, als mancher Titelträger.

formliquide 06.04.2022 11:01

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Ich würde Archimedes mit den oben genannten Gehaltszahlen absolut recht geben, das ist ziemlich genau unser Niveau (Kleinstadt, mitten in D, Büro 10-20 MA). Mann-Frau-Gefälle ist Quatsch und bei uns auch nicht existent.

Wir suchen händeringend qualifiziertes Personal, das sich aber lieber in den Großstadtzentren bei gleichem Gehalt und doppelten Lebenshaltungskosten zusammenballt. Für mich unverständlich, mit Zug oder Auto bin ich innerhalb von 45-60 Minuten in 4 unterschiedlichen Ballungszentren...

Richtig ist auch, dass selbst die öffentliche Hand versucht, die Honorare immer weiter nach unten zu drücken - am Ende wird dadurch lediglich eins drastisch sinken, nämlich die Qualität der umgesetzten Projekte und über die Jahre die Anzahl der in D noch tätigen qualifizierten Büros :(

vondesiong 27.12.2023 23:07

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Es gibt verschiedene Faktoren, die die Gehälter in verschiedenen Branchen beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem die wirtschaftliche Situation der Branche, die Nachfrage nach Fachkräften, die Bedeutung der Branche für die Gesellschaft und natürlich auch die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer. Manchmal sind auch Tarifverträge oder andere Branchenvereinbarungen entscheidend. Architektur ist eine spezialisierte Branche, und die Nachfrage nach Architekten kann von Region zu Region variieren. Es könnte sein, dass in deiner Region oder Branche der Wettbewerb um qualifizierte Architekten geringer ist als in anderen Branchen, was möglicherweise zu niedrigeren Einstiegsgehältern führt. Die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) legt die Höhe der Honorare für Planungsleistungen fest, aber sie regelt nicht die Gehälter der Mitarbeiter in den Planungsbüros.

Archimedes 28.12.2023 06:18

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Ich finde es schön, dass dieses früher sehr belebte und beliebte Forum noch nicht gänzlich tot ist und gelegentlich noch Beiträge erscheinen.

Natürlich bestimmen die Einnahmemöglichkeiten von Architekturbüros und die Regelungen dazu (z.B. HOAI) letztlich auch über die Möglichkeiten Gehälter zu zahlen. Man kann nicht mehr zahlen, wenn man nicht genügend Einnahmen erzielt.
Die Höhe der Gehälter musste, gerade auch aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten bzw. Inflation in den letzten 2 Jahren stärker angepasst werden.
Das ist allerdings nur begrenzt möglich, da sich die Einnahmenseite der meisten Büros nicht gerade positiv entwickelt. Die öffentliche Hand unterschreitet aktuell bei Auftragsvergaben die Vorgaben der HOAI massiv, also Mindest- bzw. Basishonorarsätze häufig um 30%, wie wir vermehrt bei der Teilnahme an VgV-Verfahren feststellen müssen. Gewerbliche und private Bauherren interessiert das Thema HOAI ohnehin schon längst nicht mehr. Somit ist nicht zu erwarten, dass eine Branche, die perspektivisch tendenziell weniger Einnahmen erzielen wird, zukünftig die üblichen Gehaltsanpassungen, die sich z.B. der öffentliche Dienst regelmäßig genehmigt oder die Gewerkschaften sie für andere Branchen fordern, mitgehen kann.

vondesiong 28.12.2023 11:00

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Die Tatsache, dass die Einnahmen vieler Büros nicht positiv wachsen und die Gehälter den gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst werden müssen, stellt zweifellos eine große Herausforderung dar. Die VgV-Verfahren (Verordnung über die Vergabe von öffentlichen Aufträgen) können zusätzlich zu diesen Herausforderungen beitragen, wenn die Mindesthonorarsätze nicht eingehalten werden. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Wirtschaftlichkeit von Architekturbüros stark von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und https://priceva.com/de den politischen Entscheidungen beeinflusst wird. Eine gesunkene Nachfrage nach Architekturdienstleistungen und eine Abweichung von den festgelegten Honorarsätzen können erhebliche Auswirkungen auf die finanzielle Situation von Büros haben.

Baumplanerin 23.01.2024 10:34

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Schwierig, bei mir war das letzte Jahr schwierig, erst ab Herbst 2023 war die übliche Breite wieder da.
Was auffällt: Ich habe inzwischen einige Aufträge, unabhängig von Gebäuden. Also sehr große Spielanlagen oder kleinere Parks/Verkehrsinsel etc.
Wo aktuell kein Neubau oder Renovierung/Aufstockung dran hängt.

Ansonsten haben viele Investoren Probleme, die Häuser und Wohnung (Größe egal) loszuwerden. 5 Stadthäuser entwickelt aus einem alten Industriebau => nicht verkauft,
4 größere Wohnungen gingen erst so einigermaßen nach der Umplanung in 1-2 Zimmerwohnungen, da hätten sich dann ausländische Investoren interessiert.

hochbauzwerg45 25.01.2024 13:07

AW: Gehaltsvorstellungen
 
Bin selber gerade mit dem Studium fertig und kann neben der Erfahrung im Büro (studentische Nebentätigkeit ca. 3,5 Jahre) die ich bis jetzt gesammelt habe, nicht viel vorweisen. (Vielleicht eine, durch das Studium und persönliches Interesse geprägte, Affinität zur 3D Planung - mit erweiterter BIM Kenntniss) Durchweg haben aber die Kommiltonen (enge Freunde) mit denen ich gesprochen habe (mit sehr gutem Abschluss und ähnlichem "Berufseinblick") zwischen 3.500 € und 3.800 € Brutto verhandelt. (NIE - BRE - HH) (ggfs inklusive Übernahme der Fortbildungskosten für den Eintritt in die Architektenkammer)

Wenn ich mir die Forenbeiträge der Vergangenheit so durchlese, scheint sich die finanzielle Situation ja recht arbeitnehmerfreundlich verändert zu haben. Nach den Rücksprachen habe ich jedenfalls kein schlechtes Gewissen in den nördlichen Bundesländern ein ähnliches Gehalt bei Vorstellungsgesprächen vorzuschlagen.

Ich denke gerade mit zunehmender Wichtigkeit in Sachen BIM und digitalisierter Bauprozess sind technikaffine Berufseinsteiger durchaus interessanter für Büros/Unternehmen als früher, da Sie eine Komponente einbringen die so ggfs. im Unternehmen zu wenig vertreten ist (Bsp. demographischer Wandel)
Was haltet ihr davon ?


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