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Archimedes 12.11.2006 13:43

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Das obere Foto zeigt die schonungslose Ehrlichkeit von Sichtbeton. Die Maserungen und Schattierungen sind nie planbar. Nachbehandeln geht natürlich immer, verfälscht aber schnell den typischen Charakter.

Dein unteres Foto zeigt natürlich eine wesentlich "klügere" Art von Schalung, die Fehler und Farbunterschiede leichter verzeiht. Ich erkenne bei manchen Architekten in letzter Zeit einen Trend weg vom aalglatten Sichtbeton a la Hadid hin zu solchen Brett- bzw. Schweinsrücken-schalungen und noch groberen Strukturen, die insgesamt ehrlicher, weil unbehandelt sind.


Auch das ist Sichtbeton, aber viel einfacher:


hvp

Samsarah 12.11.2006 14:27

Ähm, das zweite Foto ist auch vom Phaeno und diese Schalung wurde sowohl innen als auch aussen angewandt. Lediglich der "Massivkörper" auf den sog. "Cones" hat eine glatte Schalung und wurde wohl auch mit regulärem Beton gegossen. Alle geschwungenen Flächen dagegen sind in Brettschalungen gefertigt.

Nique 22.11.2006 21:01

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Hallo!

Nach Rücksprache mit meinem Prof wird es nun eine 2-schalige Lösung mit Fertigbetonteilen innen, dann Dämmung und außen ein 10cm schmale Ortbetonwand, die mit Rüttelschalungen und selbstverdichtendem Beton hergestellt werden soll.

Soweit so schwierig, aber es wird noch kniffliger. Die Fenster sind in die innerste Schicht eingebettet und ich möchte, dass die Fenster rahmenlos von außen wirken und zudem kein anderes Material außer dem Ortbeton in Erscheinung tritt. (siehe Dateianhang für Skizze)

Kann man Ortbeton um die Ecke gießen?
Gibt es dafür Schalungen?

Gibt es zu dem Thema "schmale (<15cm) Ortbetonwände" Literatur?
Hab heute schonmal in unserer Bibliothek geschaut, aber nix brauchbares gefunden, alles nur so alte Schinken ;-)

Viele Grüße,
Dominique

noone 22.11.2006 21:17

so aus einem Guß wie in deiner Grafik wirst du das nie hinbekommen.

Nique 22.11.2006 21:25

und wenn man die Stärke des Winkels auf 8 cm erhöhen würde?

Florian 22.11.2006 21:33

Du müsstest daraus zwei Gießabschnitte machen - dann haste aber wieder einen Rahmen - aber immerhin komplett aus Beton :D

Archimedes 22.11.2006 23:50

Dann war mein Vorschlag bzgl. Wandaufbau wohl nicht so schlecht! ;)

Natürlich kann man Ortbeton um die Ecke giessen und die selbstverdichtenden Betone sind sehr fliessfähig und kriechen in fast jede Ecke. In deinem Fall sind die Laibungen aber deutlich zu dünn für Ortbeton, da gibts Probleme bei schätzungsweise 3 cm Dicke. 8 cm funktioniert schon, aber dann bekommst Du kaum Bewehrung unter.
Zum Schalen nimmt man vorgefertigte Stahlschalungen, die sind am präzisesten.
Du könntest mit einem Fertigteilrahmen aus Polymerbeton arbeiten, welchen Du hinter Deine äußere Wandscheibe setzt, dann liegen die Fugen im Laibungsbereich, was wiederum ein Abdichtungsproblem bedeutet. Polymerbeton ist aber in 2-3 cm Stärke möglich.
Eine andere Möglichkeit wäre die Fenster weiter nach außen in die Dämmschicht zu schieben, dann brauchst Du nicht um die Ecke zu betonieren und kannst in die innere Laibung einen gedämmten Rahmen aus z.B: Sandwichelementen zum Schließen der Bauteilfugen einsetzen.

noone 23.11.2006 00:21

@ nique

8 cm bringen dir aber wiederum nichts, weil du dann dir eine Wärmebrücke baust, es sei denn du doppelst die Fenster auf, was wiederum zum verbauen der optik führt.......

Nique 23.11.2006 15:25

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Vielen Dank erstmal für Eure Einschätzungen.

Wichtig ist mir ein fugenloses Laibungsbild, weswegen der Tip mit dem Fertigteilrahmen nicht in Frage kommt.

Auch kommt für mich nicht in Frage, dass ich das Fenster weiter nach außen schiebe, weil darunter der Charakter meiner Fassade leiden würde.

Bleibt also die letzte Option, eben um die Ecke zu gießen, wobei aber der berechtigte Einwand von noone bleibt, dass da eine Wärmebrücke entstehen würde. Würde es ausreichen, wenn man den Fensterrahmen/-stock aus Holz fertigen würde? Oder bringt das kaum Besserung?

Ich hab nochmal ein Bild angehängt...

Florian 23.11.2006 15:40

Um so etwas hinzubekommen, müsste man mit einer verlorenen Schalung arbeiten. D.h. die Dämmung müsste als Schalung fungieren, damit dürften einige Stoffe bereits ausgeschlossen sein.
Damit beim Gießen die Auftriebskräfte die Dämmung nicht aus dem Zwischenraum spülen, müssten Sie auch mit einer geeigneten Methode an der Innenwand befestigt werden...
(Versuch mal einfach mal ein etwas größeres Stück Styrodur ins Wasser zu tauchen :D )

Florian 23.11.2006 15:47

Bedenk bei Deiner Zeichnungen übrigens die Toleranzen im Rohbau. Die können bis zu 2cm betragen. Bei hohen Ansprüchen - und damit höheren Baukosten - kann das etwas reduziert werden.
Allerdings wirst Du Dein Fenster nicht so an den Beton klatschen können.
Du musst da eigentlich mit mind. 1 cm Toleranz rechnen.

Prinzipiell gibt es das Problem wenn zwei Flächen aufeinanderstossen, dass man immer eine Fuge erkennt. Ist die Fuge zu eng treten Unsauberkeiten (Wellen) optisch hervor.

Ein Beispiel:
Bei einer vorgesehen Fuge von 5mm wirst Du eine Abweichung von 1mm sofort erkennen. Bei 1cm oder besser 2cm fällt das nicht mehr auf.

noone 23.11.2006 15:55

Mal ganz abgesehen davon, daß Fugen sowieso aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnungsverhalten verschiedener Materialien notwendig sin.

Ich würde hier anders vorgehen. Die Fensterleibung selbst kann ja durchaus anders behandelt werden als die Wandflächen.

Außerdem musst du dir sowieso Gedanken über die Bauwerksabdichtung machen, und vor allem über den Fenstereinbau, der ja hoffentlich nach Betonarbeiten passiert. wo und wie können die montiert werden, und wie werden sie abgedichtet.

Stelle dir diese Fragen und überprüfe die Machbarkeit. Es bringt dir nichts, technik und konstruktion wegen dem Design zu vernachlässigen.

noone 23.11.2006 15:55

Konkret: der untere Fensterrahmen steht einfach auf einer waagrechten Fläche. Wie bekommst du diese Ecke dicht, was sind die Konsequenzen....

noone 23.11.2006 15:57

sorry für die vielen einzelantworten....

Aber vor den Fensterrahmen würde ich auch mal noch Kompribänder einzeichnen, die gleichen Toleranzen aus und bringen eine Schattenfuge, was allemals besser aussieht als Ortbeton an einer arschglatten Fensterprofilkante.

Archimedes 23.11.2006 15:59

Zitat:

Originally posted by Nique

Würde es ausreichen, wenn man den Fensterrahmen/-stock aus Holz fertigen würde? Oder bringt das kaum Besserung?

Ich hab nochmal ein Bild angehängt...

Du hast immernoch eine Wärmebrücke bzw. Schwachpunkt dort wo nur die 2 cm Dämmung sind. Ein breiterer (gedämmter) Blendrahmen/Stock funktioniert schon, auch Holz geht. Nur dann hast Du innen sehr grosse Rahmenprofile in der Ansicht.
Das mit der verlorenen Schalung, was Florian angesprochen hat, ist normalerweise kein Problem. Im Betonwerk wird die Dämmung unverschieblich an die Innenschale gegossen bzw. mit Kunststoffankern verbunden. In der Regel Styrodur o.ä.


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