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Archimedes 15.09.2005 23:52

Enttäuscht von ArchiCAD!
 
Hallo !

Ich will mir an dieser Stelle mal etwas Luft über meine Startschwierigkeiten mit ArchiCAD machen und wissen, ob andere Benutzer ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht haben.


Ich habe vor einigen Wochen das Büro gewechselt und bin seitdem “gezwungen” mit ArchiCAD 9 zu arbeiten. Ich habe vorher einige Jahre, während des Studiums und danach im ersten Job, professionell mit Nemetschek Allplan (zuletzt Version 2004) gearbeitet.
Mit ArchiCAD hatte ich zugebenermassen vorher kaum Erfahrung sammeln können und lerne es jetzt quasi learning-by-doing im neuen Büro. Ich habe dazu ein Buch (Autor: Karl-Heinz Sperber) und nette hilfreiche Kollegen, die bereits längere Erfahrungen in ArchiCAD haben.


Aus jetziger Sicht muss ich sagen, dass ich relativ enttäuscht von ArchiCAD bin. Ich will nicht vorschnell urteilen und habe mir deshalb das Programm in den vergangenen Wochen zu Gemüte geführt. Natürlich kenne ich bisher nur einen kleinen Teil und es gibt mit Sicherheit noch eine Menge zu lernen und entdecken und natürlich eigene Arbeitsabläufe noch zu optimieren. Dennoch kann ich jetzt schon sagen, dass ich mir wesentlich mehr von diesem Programm versprochen habe. Gerade weil es unter Architekten sehr verbreitet ist, oft im Gespräch ist, relativ häufig gelobt wird und ja auch eigentlich das erste eigens für Architekten entwickelte 3D-CAD (1984) war.
Im Vergleich zu dem gewohnten Allplan von Nemetschek kann ArchiCAD aus meiner Sicht absolut nicht mithalten. Ich finde ArchiCAD bietet durchaus eine komplette Lösung, aber mir scheint der Schwerpunkt doch zu sehr auf der 3-D-Konstruktion für das Entwurfsstadium und die einhergehende Visualisierung zu liegen. Das was man nachher an effektiven Planunterlagen für Bauantrag, Ausführungsplanung und Details braucht, scheint hingegen nicht die wirkliche Stärke von ArchiCAD zu sein. Natürlich kann man das auch mit zeitaufwendiger Nachbearbeitung wettmachen, aber letztendlich kommen mir die Architektenzeichnungen (damit meine ich keine Renderings oder Animationen) wie Ergebnisse aus Laienprogrammen wie Arcon vor. Das gilt auch für Zeichnungen von Leuten die mit dem Programm schon einige Zeit arbeiten. Kurzum scheint es mir eher für 3-D Bastler und „Animateure“ als für Konstrukteure und Ausführungsplaner gemacht zu sein.


Meine konkreten Probleme:

- Es stört und irritiert mich das festgelegte Arbeiten auf einzelnen Plänen die man von Anfang an in die entsprechenden Geschossebenen mit zugewiesenen Höhen einteilen “muss/soll“.
Es fehlt mir die Übersichtlichkeit und Flexibilitàt einer Teilbildordnung wie bei Allplan, wo man verschiedene Teilbilder (mit z.B. 3-D Elementen, 2-D Elementen, Mobiliar, Massangaben etc.) beliebig und nach eigenem Schema anordnen , benennen, ein- und ausblenden kann, ohne in einer unübersichtlichen Layerstruktur suchen zu müssen oder sich direkt auf Stockwerke und Höhen festlegen zu müssen.
Beim Entwerfen von verschiedenen Varianten eines Projektes ist man auf verschiedene Sicherungen oder auf unübersichtliches switchen von Layern angewiesen um z.B. Dachform Nr. 2 mit Fenstereinteilung Nr. 5 und Fassadenfarbe Nr.3 kombinieren und schnell abrufen zu können.


- das lästige Publizieren von Plänen und der Wechsel in das Plotmaker-Programm. Warum ist das nicht besser integriert?


- das Fehlen von wichtigen Bearbeitungsfunktionen wie einem schnellen Parallelenwerkzeug für 2-D Linien oder Splines.


- Warum gibt es keine echte Meßfunktion für schnell Längen, Flächen, Umfänge, etc. abzugreifen?


- Die Arbeit mit mehrschichtige Wandbauteilen (also z.B. 24 cm Mauerwerk mit 12 cm WDVS-System) sind auch unnötig kompliziert. Man muß dafür zuerst eine neue Struktur (mit Schraffuren und Linien) erstellen, falls diese noch nicht vorhanden ist. Natürlich kann man den einzelnen Schichten keine verschiedenen Bauteilhöhen zuweisen (oder irre ich mich?) und muß dann halt ab und zu „basteln“.


- Die Höhenzuweisung für Wandbauteile kann mich auch nicht überzeugen. Durch die festgelegte Eingabemaske kommt man ab und zu nicht umhin den Taschenrechner dazu zu nehmen. In Allplan kann man verschiedene Bezugsebenen, Oberkante oder Unterkante, darüber oder darunter wählen und so seine Wand genau definieren. Außerdem kann man in Allplan einfache Formeln in die Eingabefelder tippen und so seine Werte erhalten.


usw., usw., usw……aber genug jetzt.




Ist ArchiCAD wirklich so schlecht?

Ich denke nein, aber es ist gewöhnungsbedürftig und teils auch unnötig umständlich.

Möglicherweise würde ich diesen Beitrag auch in wenigen Monaten nicht mehr schreiben, wenn ich mich mit ArchiCAD und den genannten Problemen besser arrangiert habe.
Wahrscheinlich hätte ich auch nichts gegen ArchiCAD, wenn ich nicht schon ein „besseres“ CAD-Programm kennen würde….;)



Zum Kern der Sache:


Ich würde gerne wissen, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat, als er/sie von Allplan oder einem anderen Programm auf ArchiCAD umgestiegen ist??

Ob jemand ArchiCAD uneingeschränkt für das beste ArchitektenCAD hält und das was ich geschrieben habe als das Klagen eines Unwissenden abtut??

Ob jemand Tipps zu den angesprochenen Problemen oder zum besseren Arbeiten in ArchiCAD hat??


Merci.



Allplan forever
:p :p :p

Nelly 16.09.2005 11:38

Hallo Archimedes,

puh, das war ganz schön viel. Aber ich kann Dich gut verstehen, denn ich bin selbst vor einigen Jahren von Allplan „zwangsweise“ auf ArchiCAD umgestiegen, da ich das Büro gewechselt habe. Mann, habe ich damals geflucht, weil das alles nicht so ging, wie ich wollte! Mittlerweile hat sich das zum Glück ins Gegenteil gedreht, da ich ArchiCAD jetzt ganz gut kenne und gar nicht mehr verstehen kann, wie ich Allplan allen ernstes mal besser finden konnte. Die meisten meiner Probleme begründeten sich in Unkenntnis und vor allen Dingen darin, dass ich mich absolut nicht an eine andere Arbeitsweise gewöhnen wollte. Aber wenn Du von einem Schaltwagen auf ein Automatik-Fahrzeug wechselst, kannst Du Dich ja auch nicht darüber beschweren, dass Du plötzlich nicht mehr schalten darfst 


Das Sperber-Buch finde kenne ich zwar, habe es aber noch nicht so genau angeschaut. Es gibt ein neues Tutorial von ArchiCAD, das ziemlich gut und Schritt für Schritt die Grundprinzipien erklärt. Einfach mal bei Graphisoft anfragen, das kannst Du da bestellen. Einem Kollegen von mir hat es zumindest den Einstieg sehr erleichtert. Vielleicht kannst Du ja auch Deinem Chef eine Schulung aus den Rippen leiern, das bringt in jedem Fall eine ganze Menge. Leider sehen Chefs das meist anders. Mir hat es zumindest sehr viel gebracht und die meisten Probleme damit sehr schnell gelöst. Aber mein Chef ist auch ein Engel!

Nun aber zu Deinen Problemen:

Das Arbeiten auf einzelnen Plänen bedeutet doch nur, dass Du geschossweise arbeitest, also nur das in ein Geschoss zeichnest, was auch da hinein gehört. Nichts anderes machst Du auf dem Papier auch. Du hast hier noch den Vorteil, dass Du über die einzelnen Ebenen steuern kannst, was wo hinein gehört. Wenn Du ganz konventionell zeichnest, musst Du spätestens beim Schnitt und bei den Ansichten auch wissen, welche Höhen Du hast. Die kannst Du ja auch später noch ändern. Also ich finde es eher von Vorteil, wenn ich gleich die (ungefähren) Höhen habe, weil ich dann immer alles sofort im 3D überprüfen kann. Damit vermeide ich auch schon sehr früh eventuelle Denkfehler.
Ebenen kannst Du ebenso wie Teilbilder komplett neu in einer eigenen Struktur anlegen, nicht benötigte löschen und auch die geschützten aus der Übersicht ausblenden, so dass sie gar nicht erst angezeigt werden. Weiter strukturieren kannst Du über Ebenegruppen und über die Ausschnit-Sets. Das Switchen von Layern bei Variantenkonstruktionen entfällt komplett, wenn Du Dir die entsprechenden Ausschnit-Sets anlegst, dann musst Du nur noch den jeweiligen Plan im Ausschnitt-Set anklicken und ArchiCAD switcht automatisch alles um, was Du benötigst, also Ebenen, Maßstab, Zoom, Reinzeichnungseinstellungen, Ebenengruppen, etc. Und das mit nur einem Klick. Ich kenne leider nicht viele, die diese tolle Möglichkeit nutzen, die irre viel Zeit spart!

Das Publizieren ist spätestens dann klasse, wenn Du mehre unterschiedliche Plansätze auf einen Schlag ausgeben willst. Nicht nur ausdrucken, sondern auch als DWF oder ähnliches. Dann sparst Du total viel Zeit. Wenn Du nur einen einzelnen Plan ausdrucken willst, kannst Duz auch einfach nur „Drucken“.
Das Plotmaker-Programm finde ich schon klasse, weil ich hier beliebig layouten kann, unterschiedliche Planformate zusammenstellen und vor allen Dingen, muss ich bei späteren Änderungen in den Plänen nur noch „Aktualisieren“ und nicht wieder von vorn anfangen. Das man dazu erst ein anderes Programm starten muss, ist nicht unbedingt geschickt, kann ich persönlich aber verschmerzen.

Okay, eine Meßfunktion fehlt, aber es gibt die Elementinfo, die Du einblenden kannst und da stehen alle wichtigen Informationen zu dem jeweiligen Bauteil (Länge, Volumen, Fläche, etc.). Zusätzlich kannst Du für einfache Meßfunktionen auch eine Linie Zeichnen, 1. Punkt anklicken und den Cursor auf dem 2. Punkt liegen lassen – nicht klicken! Dann kannst Du im Koordinatenfenster die x-, y-, r- und w-Werte ablesen. Danach einfach auf Abbrechen oder esc klicken. Sind auch nicht mehr Klicks als beim Messen. Ist halt gewöhnungsbedürftig aber nicht unbedingt umständlich.

Konstruktionshilfen, wie z.B. Parallele, lotrecht, Winkelhalbierende, Teilung, etc. findest Du im Kontrollfenster in der Fußzeile,

Bei mehrschichtigen Wandbauteilen, muss man den Aufbau halt einmal definieren, ist das bei Allplan so anders? Das finde ich jetzt nicht aufwändig, macht man ja auch nicht jeden Tag. Wir verwenden häufig ähnliche Wandaufbauten und die muss ich dann ggf. anpassen, aber das auch nur einmal für die jeweiligen Wandaufbauten im Projekt. Die benötigten Wände hat man dann irgendwann mal alle zusammen. Die unterschiedlichen Höhen der einzelnen Schickten kannst Du über die Solid-Element-Befehle an andere Bauteile anpassen. Wenn also die Außenschale durchläuft und die tragende Wand unter der Decke ändert. Das geht ganz fix und da muss ich auch nicht rechnen. Wenn ich mich mit den Höhen auf vorhandene Bauteile beziehen will, mache ich das meist im 3D, da kann ich die Oberkante oder Unterkante einfach manuell an vorhandene Bauteile angleichen. Da erspare ich mir auch das Rechnen.

Übrigens kannst Du bei der Eingabe von Bauteilen auch „Formeln“ verwenden. Also mehrere Werte addieren, subtrahieren, etc. Du darfst halt nur nicht zwischendurch die einzelnen Werte mit Enter bestätigen. Wenn Du also im Grundriss z.B. eine Wand eingeben willst und nur weißt das deren Endpunkt in X-Richtung 3,875+1,25+4,125m und in y-Richtung 7,25+2,875+6m entfernt ist, definierst Du den Startpunkt und gibst dann über die Tastatur x 3,875 + 1,25 + 4,125 + y 7,25 + 2,875 + 6 + Enter ein und schon musst Du nicht mehr rechnen :o)

Ich finde ArchiCAD immer noch super klasse und bin froh, dass ich nicht mehr mit Allplan arbeiten muss. Übrigens wurde auch der Eureka-Tower in Melbourne mit ArchiCAD komplett in 3D geplant. Ein ehemaliger Kommilitone von mir hat daran mit ArchiCAD mitgearbeitet und ist auch ganz begeistert.

Es gibt auch noch ein tolles ArchiCAD-Forum unter www.archiforum.net und unter www.architpp.de viele Tipps zur Arbeit mit ArchiCAD. Außerdem gibt’s ja noch den Support von Graphisoft, wenns gar nicht mehr weitergeht.

Ich hoffe, dass ich Dir damit schon ein bisschen weiterhelfen konnte.

Viele Grüße, Nelly

fst 16.09.2005 12:30

Re: Enttäuscht von ArchiCAD!
 
Obwohl ich mich eigentlich aus der Diskussion heraushalten sollte, da ich für Graphiosoft arbeite, nur ein paar Anmerkungen.

-Es gibt ecte Messfunktionen: Benutzerursprung verlege [Alt/Apefl+Shift]
oder die Elementinformationern einblenden.

-Teilbilder kann man zum Teil mit Ebenengruppen abbilden.
(Ich kenne mich mit Teilbildern nicht aus)

-Zum Publizieren gibt es den Publisher der den Vorgang automatisiert.
Plotmaker greift auch auf die ArchiCAD Datei direkt zu.

-Es gibt ein Parallelwerkzeug......

Es sollte also inArchiCAD für "alle" Funktionen in Nemetschek die entsprechenden pendants geben.

Es ist aber recht natürlich das man nach langer Einarbeitungszeit in Nemetschek und der Anpassung der Arbeitsweise an Nemetschek die Unstellung nicht so schnell geht.

Sollten Sie zufällig in einenm Berliner Büro anrufen, können Sie auch gerne bei uns im Suppport anrufen.

Ich denke mal ArchiCAD ist NICHTso schlecht, wie mir schon einige Umsteiger, und Büros die beide Programme im Einsatz haben bestätigt haben.

Also einfach den inneren Schweinehund überwinden und manchmal fluchen.

Allplan forever (naja....)

mika 16.09.2005 14:14

@Archimedes

Ich kenne die Struktur in AutoCAD (Layer), ArchiCAD (Geschosse und Ebenen) und VectroWorks (Ebenen und Klassen), aber von Teilbildern habe ich bis jetzt nur gehört. Kannst Du die im Zusammenhang mit Strukturierung von Plänen erläutern ? Entsprechen die ArchiCAD-Ebenen oder VectorWorks-Klassen oder eher Geschossen bzw. VW-Ebenen oder ist das wie bei AutoCAD nur Layer ?
Oder ist das eher wie VW-Ansichten oder Ausschnittsets ?
Oder sind das Bibiliothekselemente bzw. Symbole oder Blöcke ?

Grüße Michael

Flo 16.09.2005 15:32

Teilbilder sind eigene Dateien, die mehere Layer enthalten können. In Allplan bearbeitet man immer nur 1 Teilbild, kann aber weitere Teilbilder anzeigen lassen und auch an den dortigen Elementen fangen etc...
So können auch mehrere Personen an einer Zeichnung arbeiten.
Sie sind halt eine weitere Organisationsstruktur, die über den Layern ansetzt.

Florian

fst 16.09.2005 15:38

Dann kann man doch mit Hotlinks etwas ähnliches erreichen.

Frank

mika 16.09.2005 16:34

Okay, gut zu wissen, aber das (Referenzierungen) kann doch auch jedes Programm (ArchiCAD, VectorWorks, AutoCAD, …) . Und wie wird die Zeichnung bzw. das Teilbild ansich organisiert ? Gibt es da nur Layer (s. AutoCAD) oder auch eine differenziertere Strukturierung wie mit Geschossen und Ebenen ?

Grüße Michael

Flo 16.09.2005 17:27

Teilbilder sind etwas leichter zu handhaben, da man sie so leicht wie Layer ein und ausschalten kann. Mit der eigentlichen Datei kommt man praktisch nicht in Berührung da alles über die Projektverwaltung gesteuert wird.
Wenn ich mich recht errinere (ist etwas her, dass ich Allplan das letzte mal benutzt habe), kann man auch für jedes Teilbild eine Unter- und Oberkante festlegen. Wände etc. orientieren sich dann daran. Am ehesten sind sie sicherlich mit den Geschossen in Archicad vergleichbar. Bei Teilbilden können aber mehrere Teilbilder die selbe Ober- und Unterkante haben.

Florian

Archimedes 16.09.2005 22:52

Ersteinmal DANKE für Eure Antworten!:)

Keine Angst, ich werde in naher Zukunft auch mit ArchiCAD klarkommen (müssen;) ) und mich wahrscheinlich nicht mehr soviel darüber ärgern.




@Nelly:

Hallo!

Du schreibst Du seist vor einigen Jahren von Allplan auf ArchiCAD umgestigen, also gehe ich mal davon aus, daß Du Nemetschek Allplan noch aus den Versionen 14 oder 15 kennst. Seitdem hat sich allerdings bei Allplan einiges getan und es sind doch einige nützliche Funktionen hinzugekommen und die Punkteingabe hat sich grundlegend verändert (2003). Die aktuelle Version Allplan 2005 entspricht der fortlaufenden Version Nr.20.
Allplan hat den Nachteil, daß es in einer vom Umfang vergleichbaren Version immernoch ca. 1.000-2.000 € mehr kostet wie ArchiCAD. Ich denke, daß ist unter anderem für Viele auch mitentscheidend.

Danke für Deine Tipps und Deine ausführliche Antwort.
Ich habe aber noch zwei, drei Anmerkungen:

Die "Formeleingabe" für Bauteile funktioniert aber doch nur für die x,y,z und r-Werte auf der Arbeitsoberfläche. In der Maske z.B. für Wandbauteile in der Höhenangabe kann ich jedoch keine Formeln eingeben, oder???


Die Tools Parallele, Lot usw. kenne ich schon, aber erklär mir doch mal bitte wie Du eine 2-D Parallele zu einer 2-D-Spline (also Kurven) in einem definierten Abstand (z.B. 1,00m) erzeugst?
Die Radien der Kurven werden enger oder weiter je nachdem zu welcher Seite Du parallel zeichnest. Du kannst Dir zwar eine Spline-Wand zur Hilfe nehmen und die dann umwandeln, aber so kompliziert darf es doch nicht sein. Oder eine simple Parallele mit z.B. 1,00 m Abstand zu einer Geraden mit nur 2 Klicks und einer Abstandsangabe (so gehts in Nemetschek)?


"Bei mehrschichtigen Wandbauteilen, muss man den Aufbau halt einmal definieren, ist das bei Allplan so anders?"
Ja. Dort gibst Du den (mehrschichtigen) Wandaufbau direkt in der Wandmaske ein und kannst jeder Schicht individuelle Stärken, Höhen, Materialien, Schraffuren, Strichstärken und Eigenschaften zuweisen.





@mika/Limbus:


Die Teilbildordnung ist meiner Meinung nach das Wichtigste und Komfortabelste in Allplan.


Es gibt Allplan folgende Hierachie (von groß nach klein):
Pläne - Zeichnungen - Teilbilder - Layer


Pläne bestehen aus ein oder mehreren Zeichnungen (diese Zeichnungen entsprechen den Ebenen in ArchiCAD)

Du kannst pro Projekt 1000 Pläne und 1000 Zeichnungen anlegen , wenn nötig:o

Das entscheidende Element sind jedoch die Teilbilder.
Pro Projekt kannst Du 6000 Teilbilder benutzen (wenn nötig) und jeweils 128 Stück auf einer Zeichnung positionieren.

Den Inhalt, den Namen, die Höhen und die Zusammensetzung eines Teilbildes kannst Du selbst festlegen und verwalten. DAs hört sich kompliziert an, ist aber mit dem Teilbildmanager (einer Art Tabelle oder Explorermenu) ganz easy. Es gibt 4 Grundeinstellungen für Teilbilder entweder sind sie ausgeschaltet, passiv (als Phantomzeichnung im Hintergrund), aktiv im Hintergrund (bearbeitbar) oder aktiv (oberstes Teilbild).

Ein Teilbild kann eine feste Höhendefinition wie in ArchiCAD haben, muß es aber nicht. Teilbilder können 2-D, 3-D oder andere Bilddaten enthalten.

Ein Erdgeschossgrundriss kann z.B. aus 6 Teilbildern bestehen:

auf Teildbild Nr.1 liegt die 3-D Decke und Fußbodenaufbau, Treppe
Teilbild Nr.2 enthält 3-D Wände, Türen und Fenster
Teildbild Nr. 3 enthält 3-D Objekte, Möbel etc.
Teilbild Nr. 4 enthält ergänzende 2-D Dinge, wie Striche, Kreise, Mobiliar 2-D etc.
Teilbild Nr. 5 enthält zusätzliche Fillings
Teildbild Nr. 6 enthält die Beschriftung und Vermassung
usw.....je nach Belieben

Vorteil: Du arbeitest nur auf dem oder den Teilbild(ern) auf welchem Du arbeiten willst und kannst so nicht versehentlich etwas anderes verändern. Kannst aber auch störende Angaben wie Maße oder Beschriftung ganz schnell ausblenden.


Die Layerstruktur ist in Allplan eigentlich die gleiche wie in ArchiCAD, auch von der Bedienung her. Allerdings braucht man sie in Allplan so gut wie gar nicht, wenn man mit Teilbildern arbeitet. Wirklich komfortabel!



Aber genug der Werbung für Allplan. Schließlich bekomme ich nichts dafür.;)

mika 17.09.2005 01:00

@Archimedes

Wenn ich Deine Nutzung von Teilbildern richtig verstehe, entspricht sie sehr den Klassen in VW bzw. Ebenen in ArchiCAD. Wobei sie wahrscheinlich von Nemetschek eher wie VW-Ebenen bzw. ArchiCAD-Geschosse gedacht sind. Das steht Dir natürlich frei. Ich denke, wenn Du ArchiCAD etwas besser kennst, wirst Du auch darin in der Lage sein, Deine eigene Struktur zu entwicklen. Große Büros nehmen einem diese Arbeit durch ihre Standarts ab.

Mir selber fällt immer wieder auf, auch bei mir selber, dass als erstes die unterschiedlichen Bezeichnungen der Stukturebenen bzw. -elemente Probleme beim Verständis des Programms bereiten. Bei den einzelnen Befehlen ist das nicht anders. Hier ist besonders problematisch, wenn man eine bestimmte Reihenfolge bei der Abarbeitung von Befehlen einhalten muß, die bei jedem Programm anders ist. Am stärksten fällt mir persönlich das bei AutoCAD auf, bei dem ich permanent sehr genau auf die Befehlszeile achten muß, um einen Befehl ab arbeiten zu können.
Nach einer Weile, kommt man aber bei jedem Programm hinter die Logik der Programmierer. Und eigentlich ist das das Bedauerliche, dass Programmierer eben keine Architekten sind und das sich der Anwender dem Programmierer fügen muss.

Grüße Michael

Tom 17.09.2005 14:52

Zitat:

Originally posted by mika
Und eigentlich ist das das Bedauerliche, dass Programmierer eben keine Architekten sind und das sich der Anwender dem Programmierer fügen muss.
Das Nicht-Architekt-Sein trifft auf AutoCAD-Programmierer in besonderem Maße zu. In einem englischen Forum warf mal einer die Frage auf, ob jemand von Autodesk auch nur irgendwann wenigstens mal mit einem Architekten *gesprochen* hat ;).

Bei ArchiCAD interessiert mich noch: Wie umgeht Ihr / überbrückt Ihr die Schwierigkeiten und Defizite hinsichtlich der Modellierung von Freiformen und komplexeren räumlichen Tragwerken? Es gibt dieses 3Ds-Import-Addon, das manchmal (fast) funktioniert - aber wasserdicht arbeiten kann man damit doch nicht ...


Tom

domi21 17.09.2005 15:27

Zitat:

Graphisoft und Maxon Computer GmbH haben zusammen ein Austausch-Add-On entwickelt.
MaxonFormTM ist vom Prinzip ein Cinema 4D, das auf die Notwendigkeiten eines Architekten zugeschnitten wurde. Mit diesem Add-On kann MaxonForm als ein graphischer GDL Modeller fungieren, der nahtlos in den Arbeitsprozess von ArchiCAD integriert wurde und dem Architekten ein einfaches Wechseln zwischen den beiden Programmen auf Macintosh® und Windows®ermöglicht.
schau mal hier: http://download.graphisoft.com/ftp/marketing/MaxonForm/
tönt noch vielversprechend.

greetz domi

Tom 17.09.2005 15:41

That looks indeed quite nice ... Jetzt musses nur noch funktionieren :).

Heini 17.09.2005 16:49

Zitat:

Originally posted by Archimedes
[...]
Allplan hat den Nachteil, daß es in einer vom Umfang vergleichbaren Version immer noch ca. 1.000-2.000 € mehr kostet wie ArchiCAD. Ich denke, daß ist unter anderem für Viele auch mitentscheidend.
[...]
Das kann ich eigentlich nicht so stehen lassen denn das stimmt einfach nicht.
ArchiCAD hat Vorteile gegenüber Allplan (und wohl auch umgekehrt). Wer zum Beispiel seinen Mac liebt kann derzeit nicht mit Allplan glücklich werden.
Aber was den Preis betrifft so nehmen sich doch die großen Hersteller nichts mehr und Kunden nutzen das auch aus indem sie auch mal ein Angebot der Konkurrenz auf den Tisch legen. Am Ende entscheiden dann oft Nuancen.
Ein guter Verkäufer, Tagesform, persönliche Präferenzen, das ein oder andere Feature und am Ende vielleicht auch ein paar Euro.
Das Nemetschek einen Preisvergleich aber immer verliert ist meiner Meinung nach falsch, das sie Ihn immer gewinnt ebenfalls.

mika 17.09.2005 17:33

Zitat:

Originally posted by Heini
Wer zum Beispiel seinen Mac liebt kann derzeit nicht mit Allplan glücklich werden.
Besonders dumm für Mac-user ist AllPlan vorallem deshalb, weil es explizit einen P4 Prozessor will, und vor ein paar Versionen sogar einen Com-Port (Dongel). Dadurch kann man es nicht mit VPC verwenden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es Allplan ausschließlich auf Windows gab. MicroStation, AutoCAD und Spirit, sind da nicht so empfindlich. Bei MircoStation und AutoCAD liegt das wahrscheinlich daran, dass es diese Programme früher mal auf MacOS (MS auch auf Unix) gab, bevor Kleinweich die Hersteller 95 auf seine Fenster durch massives Sponsoring geholt hat. Und als dann Apple auf intelligente RISC-Prozessoren umschwenkte, und ArchiCAD und MiniCAD bei Mac-Architekten besonders beliebt waren, war für Bentley und AutoDesk nichts mehr zu holen. Naja, shit happens.
Dass AutoCAD sich damals übrigens so schnell und weit verbreitet hat, hat ürbigens die gleiche Urache wie bei Windows. Das hat nichts mit Qualität zu tun, sonders nur mit billig. Bei AutoCAD würde ich sagen, hat man es aber geschafft qualitativ nach zu legen. ;-)
Aber das führt vom Thema weg.

(Tja vor Win95 war die Computerwelt noch viel interessanter, weil vielfältiger)

Grüße Michael

PS Windows-user: am besten den Beitrag überlesen.


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