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Christina Bockh: Offline
Beitrag Datum: 21.06.2005 Uhrzeit: 23:13 ID: 9530 | Social Bookmarks: Also ich habe wohl im Praxissemester verdient. Ich muss sagen da hatte ich was das angeht einen sehr guten Chef. (Ansonsten weniger gut - aber gelernt habe ich wenigstens was). Als ich beim Vorstellungsgespräch nach der Bezahlung fragte bekam ich mit einem Augenzwinkern zur Antwort - "das kommt darauf an wie lange Sie meine Architekten von der Arbeit abhalten". Am zweiten Tag (als sie mich erstmal Probeweise irgendein Modell haben bauen lassen) setzte er sich zu mir an den Tisch und sagte: "Praktikanten verdienen bei uns was." Studenten im Grundstudium 200-300euro und im Hauptstudium 500-600euro, je nach Engagement und Können. Fand ich sehr fair. Ich kenne auch einige Fälle von Mitstudenten, die null bekommen haben und noch nicht mal Anfahrtsgeld, aber bitte mit eigenem Auto kommen damit man auf die Baustelle fahren kann... Kenne aber auch eine, die als Praktikantin 6euro die Stunde bekommen hat. Das ist von Büro zu Büro unterschiedlich. Aber zu sagen es gäbe keine bezahlten Prakitkas finde ich denen gegenüber nicht fair, die noch so viel moralischen Anstand in sich haben sich Praktikanten was kosten zu lassen. Klar kann man von dem Praktikantengehalt nicht leben. Ich finde wir sollten von unserer Arbeit leben können (als Absolventen). Ob meine Eltern mich unterstützen oder nicht ist meine Privatsache. Aber dass meine Eltern im Prinzip meinen Arbeitgeber unterstützen, indem sie mir das, was zu meinem "vollen Gehalt" fehlt draufzahlen, sehe ich gar nicht ein. Es muss ja nicht gleich am Anfang die tollste Wohnung sein und ich geh gerne auch noch ein paar Jahre zu Aldi oder knabse mir jeden Monat mühselig was ab, um mir einen kleinen Urlaub leisten zu können. Mit der Arbeit erwachsener Mensch bleiben zu dürfen, und sich selbst über die Runden zu bringen, das finde ich muss auch im ersten Job gegeben sein. Und das sind sowohl die "Jungen" die die Jobs annehmen, als auch die "alten" die nicht genug Anstand in den Knochen haben einigermaßen angemessen zu zahlen und sich keine Gedanken darüber machen, dass daran Menschen, Persönlichkeiten und Existenzen zugrunde gehen - mal krass gesagt, sondern die Arbeitskraft als Sache sehen, die im Moment auf dem Arbeitsmarkt zu genüge vorhanden ist und wenn die eine kaputt ist, hol ich mir halt die nächste. Sehr beängstigend, was hier für Stories erzählt werden über die Jobsuche. Bin auch bald dran. Man muss wohl immer weiter machen.... irgendwann wird's schon klappen. |