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tenorvision: Offline


tenorvision is on a distinguished road

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Datum: 14.03.2006
Uhrzeit: 09:44
ID: 14529



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mit verlaub , du kannst doch diese lächerlichen trauermärsche in deutschland der jahre 97-99 nicht mit dem vergleichen was gerade in frankreich abgeht.
diese äusserst engagierten proteste kann man ja schon fast 30 jahre früher einordnen. es tut gut zu sehen dass es tatsächlich noch studenten gibt die soetwas wie soziale verantwortung zeigen und dem ganzen zornigen ausdruck verleihen!

MFG

tenorvision

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noone: Offline


noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough

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Datum: 14.03.2006
Uhrzeit: 10:55
ID: 14533



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das liegt aber auch unter anderem an der französischen Streikkultur (Stichwort SNCF), da können die Deutschen halt einfach nicht mithalten......

Letztes Wochenende wurde in diesem Zusammenhang im französichen Fernsehen in den 8 Uhr Nachrichten ein Bericht über die deutsche Organisation FairWork und die Situation über die deutschen Praktikanten gezeigt. Der Bericht hob sehr positiv die Arbeit der Organisation hervor.

Ich denke nicht, dass es an fehlenden studentischen Organisationen hängt, sondern vielmehr an dem desinteresse bzw. Individualismus der deutschen Studentenschaft, dass es keine massive Proteste gegen die aktuelle Situation gibt.

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Flo
 
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Flo is on a distinguished road

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Datum: 14.03.2006
Uhrzeit: 11:07
ID: 14537



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Zitat:
Originally posted by noone
Ich denke nicht, dass es an fehlenden studentischen Organisationen hängt, sondern vielmehr an dem desinteresse bzw. Individualismus der deutschen Studentenschaft, dass es keine massive Proteste gegen die aktuelle Situation gibt.
Es mag auch daran liegen, dass die Demoorgansiatoren (meist die Astas) bei den Demos regelmässig gegen alles von Studiengebühren über Sozialabbau, Harz 4, Irakkrieg usw. protestieren wollen. In Berlin gab es dann schon die merkwürdige Situation, dass mehrere Demos angemeldet wurden und keine richtig besucht war.

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ehem. Benutzer
 
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tenorvision is on a distinguished road

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Datum: 14.03.2006
Uhrzeit: 11:37
ID: 14540



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meiner meinung nach liegt es in deutschland nicht an einer schlecht organisierten demonstrationskultur, sondern an einer mangelnden protesthaltung welche sich aus desinteresse an gesellschaftlichen zusammenhängen begründet.
es gab mal zeiten( früher war alles besser) da hat die vermeindliche elite deutschlands, die intellektuelle spitze dermassen für aufruhe gesorgt, dass es in das bewustsein eines jeden bürgers vorgedrungen ist.Damals ging es in den augen derer, die auf die strassen gingen, um eine gesamtgesellschaftliche reform, welche viele leute bis ins mark erschüttert haben.
Heute haben die studenten von damals schnell vergessen wogegen sie damals demonstriert haben..spätestens wenn sie in lohn und brot stehen.
wenn heute studenten auf die strasse gehen, hat es meist mit einem demonstrationstourismus zu tun nach dem motto:
ICH WAR DABEI! vielleicht sollte man überlegen demosouveniers zu verteilen, wie z.b fähnchen oder t-shirts...usw...grins...dann kommen mehr!
ich behaupte ;
jeder 2te dort hat keine ahnung von den zusammenhängen der dinge wogegen er demonstriert...sorry, das war meine erfahrung.mit meiner wahren meinung über den grossteil der studentenschaft halte ich mich hier besser zurück.
MFG
tenorvision

Geändert von tenorvision (14.03.2006 um 14:04 Uhr).

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Beitrag
Datum: 14.03.2006
Uhrzeit: 13:24
ID: 14544



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Zum Thema Demostration in Frankreich hab ich meine eigenen Erfahrungen in meinem Jahr in Paris gemacht.
Dort gibt es eine andere Streikkultur. Es wird immer gegen oder für alles demostriert. Jedes Wochenende lief eine mega-Demo an meiner Wohnung vorbei. Man hatte aber den Eindruck, dass die meisten - obwohl gut besucht - keine Medienwirkung mehr hatte, weil die Masse an Demos alles andere ertränkt.
Ein weiterer Unterschied ist auch, dass Frankreich viel zentralistischer ist. Paris ist, zumindest im politischen Medienbewußtsein, Frankreich. Daher rennen auch alle dort zu den Demos. bei uns wird die Demostrationskraft eher regional verteilt, das schwächt natürlich auch. Soll aber nicht heißen, dass es keinen Sinn machen würde...

Um nochmal auf die "Wahl", die wir haben zurück zu kommen... Ich denke, es gibt ganz viele Punkte, an denen wir eine Wahl haben. Wir haben die Wahl...

...uns ein Studienfach auszuwählen, dessen Zukunftsaussichten nicht rosig sind (und die meisten von uns haben sie bewußt getroffen, doer nicht?)

...uns schon während des Studiums als (dann meinetwegen auch unbezahlte) Praktikanten die Hörner abzustoßen und Kontakte zu machen, die unsere Chancen auf eine spätere Anstellung erhöhen

...uns nicht dem erstbesten Büro umsonst an den Hals zu werfen, sondern zumindest eine Zeit zu versuchen, doch eine bezahlte Stelle zu finden

...ggf. den Horizont zu erweitern und doch eine Stelle im Ausland in Betracht zu ziehen (kann ja auch erstmal temporär sein, um Erfahrungen vorweisen zu können)

...uns in anderen Nischen breitzumachen (ist vielleicht auch nicht leicht, aber besser als rumsitzen und abwarten)

...uns weiterzubilden, damit wir neue Qualifikationen erwerben, die unsere Chancen und die Bandbreite unserer Einsatzbereiche erweitern (z.B. MBA)

...uns selbsständig zu machen (wobei ich echt sagen muß, dass jemand, der daß macht ohne jede Berufserfahrung und die nötigen Kontakte angeht, entweder sehr genial und mutig oder aber sehr naiv und verzweifelt sein muß)

...und wenn alles nichts hilft, bleibt uns Mädels dann noch - reich heiraten und Kinder kriegen (scherz)

Ich finde also schon, dass wir in vieler Hinsicht eine Wahl haben. Das soll aber nicht heißen, dass man nicht auch mal falsche Entscheidungen trifft, die man hinterher ausbaden muß. Um aus der Misere rauszukommen, finde ich es aber unerläßlich, die Verantwortung nicht einfach abzuschieben (auch wenn die Büros und die Konjunktur ebenfalls eine Schuld trägt). Das Problem daran ist nämlich, dass es an der Situation nichts ändert. Dafür bedarf es manchmal vielleicht kurioser Wege oder Lösungen. Vielleicht kommt die Konjunktur ja mal wieder in Schwung oder die Moral der Geschäftemacher bessert sich, aber darauf will ich, ehrlich gesagt, nicht warten.

Grüsse
Samy

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Datum: 14.03.2006
Uhrzeit: 14:50
ID: 14546



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Die oben genannten Ansätze sind alle richtig, jedoch wird oft vergessen, dass in konjunkturschwachen Zeiten alle Branchen betroffen sind, sprich das Praktikantenproblem beschränkt sich schon lange nicht mehr auf die Architekten und im Moment sind alle Akademiker nicht von der kritischen Arbeitsmarktlage befreit. Das betrifft sozusagen alle.

Meiner Meinung nach sind es einfach noch gesetzliche Schlupflöcher, die diese Ausbeute ermöglichen und die der Staat schliessen will, will er die soziale Marktwirtschaft erhalten und nicht einen amerikanisierten Kapitaismus einführen. Bewegung wird von innen heraus (von den Betroffenen) mangels Machtgleichgewichts kaum kommen können.

Warum macht sich denn die Bundesregierung nicht Gedanken, wie man die Absolventen besser in den Arbeitsmarkt integrieren kann? Das ist ja auch mit dem Contrat de premier emboche auch passiert. Leider hindern wohl die möchtigen Wirtschaftslobbies hier bei uns auch in diesem Bereich jegliche Unternehmungen einer Gesetzesgebung.

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Datum: 16.03.2006
Uhrzeit: 10:06
ID: 14569



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hallo leute!
habe gestern mal auf eine anzeige bei arcguide geantwortet um mich mal zu erkundigen was es damit auf sich hat. Es wurde ein praktikumsplatz angeboten für mindestens 3- 6 monate. mein interesse galt natürlich auch der bezahlung . heute kam dann die antwort....


Sehr geehrter Herr ....,

den Praktikanten oder auch Berufsanfängerpraktikanten in unserem Büro wird eine geringe Vergütung gewährt. Für das weitere Vorgehen würde ich vorschlagen, daß Sie uns eine Kurzbewerbung zuschicken.



Mit freundlichem Gruß
i.A.
...

..da lacht das herz.... 6 monate umsonst arbeiten?...

mfg
Tenorvision

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Datum: 16.03.2006
Uhrzeit: 10:13
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Dass es überhaupt ein Unwort wie "Berufsanfängerpraktikanten" in unseren Sprachgebrauch geschafft hat, sagt doch schon alles...

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Datum: 16.03.2006
Uhrzeit: 11:08
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Und das sie einem ein geringes Gehalt "gewähren" ist auch eine frechheit. Wie wenn man nichts tun würde für das Geld.

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Datum: 16.03.2006
Uhrzeit: 11:14
ID: 14572



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tja-nun sind wir wieder beim thema..wer hat die wahl:mad:

und nebenbei bemerkt..dieses büro bezeichnet sich als alteingesessen, beste adresse, recht weitreichendes angebot, sieht nicht so aus als ob sie arm dran wären...auch wenn sie nicht gerade hipp sind...
MFG
tenorvision

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Datum: 16.03.2006
Uhrzeit: 12:48
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Zitat:
Originally posted by tenorvision
tja-nun sind wir wieder beim thema..wer hat die wahl:mad:

und nebenbei bemerkt..dieses büro bezeichnet sich als alteingesessen, beste adresse, recht weitreichendes angebot, sieht nicht so aus als ob sie arm dran wären...auch wenn sie nicht gerade hipp sind...
MFG
tenorvision
...und genau das ist das Problem. Gerade die "renomierten" Büros erlauben sich einen solchen Umgang mit Praktikanten.

Deswegen auch nochmal mein Rat: Nicht direkt auf die grossen und bekannten Büros stürzen, wo man erstens wenig bezahlt bekommt und zweitens relativ wenig "lernen" wird.

Es gibt, und das sage ich mit Sicherheit, noch kleine und mittlere Büros, die Berufsanfänger fair behandeln und bezahlen. Diese Büros werden normalerweise keine Anzeigen bei arcgudie schalten, weil sie meist Interesse an Leuten aus der eigenen Region haben (wg. möglicher längerer Bindung usw.) und nicht deutschlandweit suchen.
Diese Stellen sind natürlich begrenzt und relativ dünn gesät, weil diese Büros auch nichts für den Umstand können, dass es doppelt soviele Absolventen gibt, wie gebraucht werden.
Aber es gibt sie auch in miesen Zeiten.
Das Problem ist, dass sie oft "unter der Hand" vergeben werden, weil häufig die Mitarbeiter Leute aus ihrem Bekanntenkreis empfehlen.
Also Fühler ausstrecken, Ohren offen halten und mit alten Bekannten treffen, könnte nach meiner Meinung hilfreicher sein, als täglich bei arcguide, baunetz etc. zu blättern.

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Datum: 16.03.2006
Uhrzeit: 13:16
ID: 14575



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Zitat:
Deswegen auch nochmal mein Rat: Nicht direkt auf die grossen und bekannten Büros stürzen, wo man erstens wenig bezahlt bekommt und zweitens relativ wenig "lernen" wird.
Das kann man auch nicht so pauschalieren. Ich arbeite selbst in einem vielleicht nicht großen (nur ca. 30 Mitarbeiter Europaweit), aber zumindest sehr bekannten Büro. Ich werde fairstens bezahlt, habe, obwohl noch kein Diplom, eine unbefristete Stelle und lerne wirklich sehr viel. Es ist auch üblich, relativ "jung" schon ein Projekt zu bekommen - ein bisschen learning by doing (natürlich wird man nicht völlig allein gelassen).
Ich kenne auch andere Leute in sehr großen und internationalen Büros und die werden auch gut behaldelt und nicht schlecht bezahlt. Man muß aber auch erst mal reinkommen. Ob man dann immer nur der Hanswurst für die Toilettenpläne bleibt, liegt auch oft daran, ob man sein Interesse an Alternativen kundtut. Meist sind die Chefs kooperativ, wenn man fragt, ob man nicht mal in einem anderen Bereich arbeiten kann. Hier haben die größeren Büros immerhin den Vorteil, dass sie verschiedene Bereiche und verschiedene Projekte anbieten können.

Bei uns gibt es übrigens ausschließlich studentische Praktikanten und Angestellte. Keine freien Mitarbeiter und keine ausgebeuteten Berufsanfängerpraktikanten .

Es gibt also noch Hoffnung. Aber die Plätze sind natürlich rar.

Grüße,
Samy

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Datum: 18.03.2006
Uhrzeit: 00:27
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Hallo Samsarah!

Bitte entschuldige die Verallgemeinerung in meinem letzten Beitrag. Natürlich kann es auch grössere Büros geben, die sich Mühe geben und Absolventen fair behandeln und bezahlen. Leider scheinen das aber die Ausnahmen zu sein.
Wenn ich Deine Beiträge richtig lese, dann arbeitest Du doch auch für ein Büro in Rotterdam, also im Ausland, wo die Situation für junge Architekten doch mit Sicherheit nicht schlechter ist als in Deutschland.
Kann man es nach Deiner Meinung dort mit der Lage in Deutschland vergleichen oder sind die Möglichkeiten/Chancen nicht vielleicht doch noch etwas besser?

Da ich mich bisher hauptsächlich mit kleinen und mittleren Büros (bis ca. 15 Mitarbeiter) auseinandergesetzt habe, würde ich tatsächlich die Behauptung wagen, dass es dort in der Regel etwas anständiger, fairer und familärer zugeht. Da man dort noch den unmittelbarer Kontakt tagtäglich zu seinerm Arbeitgeber/Chef hat und es keine Instanzen dazwischen gibt, baut sich automatisch entweder nach kurzer Zeit ein gewisses Vertrauensverhältnis auf oder man ist einfach an der falschen Adresse.

Bei grossen Büros (>40 Mitarbeiter) habe ich den Eindruck, daß es dort nicht anders zugeht wie in grossen Unternehmen/Konzernen/Banken.
Es gibt eine Personalabteilung, Resort- oder Abteilungsleiter, Gruppen, Spezialisten etc.. Man kennt nicht mehr jeden Kollegen und bekommt den Chef nur alle paar Tage, wenn überhaupt, mal zu Gesicht. Weisungen erhält man von irgendeinem Abteilungsleiter, welcher versucht die Bürophilosophie zu vertreten.
Wir hatten in unserem Büro beispielsweise schon Bewerbungen von Leuten die bei Bothe, Richter & Teherani (Hamburg) gearbeitet haben. Unter dem Arbeitszeugnis hat aber keiner der Drei unterschrieben, sondern nur zwei Mitarbeiter des Personalbüros. Also noch nicht einmal mehr das.

Andererseits wird man denke ich gerade in kleinen Büros oft mehr gefordert und gefördert.
Vorallem weil man unmittelbar vom Chef kontrolliert/beobachtet wird und sich nicht nur auf einen Bereich spezialisieren kann, sondern im Prinzip mehrere Tätigkeitsbereiche (Entwurf, Ausführungsplanung, AVA, Bauleitung) abdecken muss.

In grossen Unternehmen gibt es oft Leute die nur irgendwie mitschwimmen und in der grossen Masse nicht auffallen. Sie tun nur das Nötigste und vermeiden Aufsehen und verdienen so jahrelang gutes Geld ohne das der Chef, der 5 Etagen höher sitzt, irgendwas merkt. Gerade in einem innovativen Bereich wie Architektur, sind solche anonymen Strukturen nicht wünschenswert.

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Datum: 18.03.2006
Uhrzeit: 13:57
ID: 14606



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Ich denke es gibt wie immer Vor- und Nachteile bei großen und kleine Büros. Vielleicht ist hier die goldene Mitte mal wörtlich zu nehmen.

Ich arbeite übrigens für ein Deutsches Büro, dass aber auch eine Dependance in Rotterdam hat, wo ich ein Jahr gewesen bin. Da ich aber jetzt mein Diplom in Berlin machen will, konnte ich wieder nach Berlin zurück.
Allgemein stehen die Chancen in den Niederlanden natürlich besser. Die Bezahlung ist durchschnittlich, aber die Arbeitsbedingungen sind deutlich geregelter. Dort hat man tatsächlich geregelte Arbeitszeiten (ausser bei den international agierenden Büros), fast immer sein Wochenende und oft sind vier-Tage-Wochen üblich - natürlich bekommt man dann auch weniger. Es ewir dort eher wie ein normaler Bürojob betrachet und nicht so ein kreativer Hype veranstaltet. Der fehlt einem dann aber vielleicht auch .

Mir ist natürlich auch klar, dass meine Situation ein echtes Privileg ist und viele Büros nicht so fair sind. Aber auch in meinem Umfeld höre ich immer wieder von halbwegs guten Arbeitssituationen. Man sollte jedenfalls nicht alle über einen Kamm scheren. Es lohnt sich manchmal einfach, nicht klein bei zu geben.

Schönes Wochenende
Samy

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Neo
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Datum: 19.03.2006
Uhrzeit: 12:12
ID: 14615



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Hier werden sehr viele Forderungen an Büroinhaber und Arbeitgeber gestellt. Ich will in diesem Zusammenhang mal darauf hinweisen, daß es vielen Architekturbüros in Deutschland gar nicht so gut geht, daß sie Absolventen zu den genannten Bedingungen einstellen können. Ich glaube, daß viele Büroinhaber gerne Absolventen eine gute Chance zum Berufsstart geben möchten, aber das Viele es einfach nicht können. Gerade kleine Büros, 1-3 Mann-Betriebe, davon gibts in Deutschland sehr viele, bewegen sich oft mit ihren Einnahmen am Existenzminimum und können kaum die Auftragslage über mehrere Monate abschätzen.
Das Risiko einen neuen Architekten mit entsprechendem Gehalt einzustellen, von dem man nicht weiß, was er kann, kann für solche Büros der Genickschuß sein. Also bitte nicht nur Vorwürfe machen, sondern auch mal auf die andere Seite schauen. Das Streiken gegen oder für ein Sache, die man selber schlecht bewerten kann, bringt nach meiner Ansicht nichts.

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