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Beitrag
Datum: 05.10.2009
Uhrzeit: 14:59
ID: 35684



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen?

#1 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von noone Beitrag anzeigen
Was bieten uns die 90er? Chaotisch-Desaströses Terracotta-Landhaus-Flair mit "individuellen" Häuser, die unterschiedlicher in Farb- und Formgebung nicht sein könnten.

Richtig. Das ist nicht schön, aber nützlich für uns.

Neben solchen Toscana-Stadtvilla-Erker-Prachtbauten fällt gute Architektur wieder wohltuend auf.

Ich muß sagen, daß ich keinem max. 200.000 €-Häuslebauer mit romantisch-verklärtem Landhausgeschmack nachtrauere.

Den Leuten kann man in der Regel nicht helfen und muß sie in die Hände der Fließbandhäuserproduzenten fallen lassen. Ist für die eigenen Nerven jedenfalls besser.

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Beitrag
Datum: 07.10.2009
Uhrzeit: 14:01
ID: 35702



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen?

#2 (Permalink)
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lol.... da hast Du Recht....

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Beitrag
Datum: 10.10.2009
Uhrzeit: 12:22
ID: 35729



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #3 (Permalink)
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Heute in der Beilage Arcguide gefunden (die Welt in Zahlen wird wohl langsam
eine Moderubrik):
Durchschnittlicher Preis eines EFH in Deutschland 2001: 224.000 €
Durchschnittlicher Preis eines EFH in Deutschland 2008: 215.000 €
Durchschnittlicher Preis eines EFH in Frankreich 2001: 172.000 €
Durchschnittlicher Preis eines EFH in Frankreich 2008: 282.000 €

@Archimedes: Du zitierst wie Du selbst sagst Zahlen von 2002 und passt die
über einen irgendwie gefühlten Faktor an. Der EnEV einen Preisanstieg von
15% zuzuschreiben halte ich gelinde gesagt für gewagt, ob ich 8, 12 oder 14
cm Dämmung anbringe ist nicht gerade der Preistreiber. Die Fenster, die 2001
üblicherweise eingebaut wurden, durften nach EnEV 2007 auch noch
eingebaut werden.
Außerdem gibt es Länder in Europa, die uns im Dämmstandard in dem
Zeitraum mindestens eine Dekade voraus waren.
noones Einwand , dass auch in anderen Länder nicht nur für ein paar Jahre
gebaut wird, sondern letzlich alle für die "Ewigkeit", halte ich für plausibel, es
sei denn man vergleicht wirklich einfachen Hüttenbau mit unseren Bauten.

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Beitrag
Datum: 11.10.2009
Uhrzeit: 10:12
ID: 35735



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #4 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von Kieler Beitrag anzeigen
@Archimedes: Du zitierst wie Du selbst sagst Zahlen von 2002 und passt die
über einen irgendwie gefühlten Faktor an. Der EnEV einen Preisanstieg von
15% zuzuschreiben halte ich gelinde gesagt für gewagt, ob ich 8, 12 oder 14
cm Dämmung anbringe ist nicht gerade der Preistreiber. Die Fenster, die 2001
üblicherweise eingebaut wurden, durften nach EnEV 2007 auch noch
eingebaut werden.
Außerdem gibt es Länder in Europa, die uns im Dämmstandard in dem
Zeitraum mindestens eine Dekade voraus waren.
noones Einwand , dass auch in anderen Länder nicht nur für ein paar Jahre
gebaut wird, sondern letzlich alle für die "Ewigkeit", halte ich für plausibel, es
sei denn man vergleicht wirklich einfachen Hüttenbau mit unseren Bauten.
Ich habe die von Dir genannten Zahlen nicht vorliegen, aber ich möchte sie nicht abstreiten. Kann ich mir ehrlich gesagt gut vorstellen.
Interessant finde ich die Zahlen aus Frankreich, weil dort der Schritt/die Entwicklung gegenüber Häusern von 2001 sicherlich ein größerer war, wie in Deutschland, wo seit Wärmeschutzverordnung 1995 schon relativ hochwertig gebaut wurde.
Ich kann auch nicht sagen, ob die Fertighäuser und der Schlüsselfertig-Markt (Hans van Hansen und Co. ) in Frankreich so verbeitet sind wie in Deutschland. Dieser Markt ist in Deutschland in den letzten Jahren noch gewachsen und hat Architektenhäuser weiter zurückgedrängt. Das zeigt sich auch in den Kosten > es wird in der Gesamtmasse durchschnittlich etwas günstiger.
Die genannten Zahlen sagen jedoch nichts. ohne die entsprechenden Hintergrundinformationen aus.

Bei mir sind es "gefühlt" ca. 15% Preissteigerung. Ich hab mir noch nicht die Mühe gemacht, daß genauer zu ermitteln. Es können auch 13,8 % oder 18,4 % sein. Das war lediglich eine Circa-Angabe.
Preise für Rohbau, Zimmermann, Fliesenleger sind in der Tat kaum gestiegen in dieser Zeit, aber die Preise für Gebäudetechnik und der Ausstattungsstandard, den die Kunden "erwarten". Heute bauen wir eigentlich nur noch Wärmepumpen ein, während vor ein paar Jahren auch noch Gas- und Ölheizungen vorkamen. Eine Lüftungsanlage ist fast schon Standard. Die Kunststofffenster haben 7, statt 5 Kammern und 3-fach statt 2-fach-Verglasung. Die Preise für Produkte aus Erdöl bzw. Rafinaten davon (Dämmung, Kunststoffprofile, etc.) sind vor 3 Jahren mal kräftig gestiegen, danach aber nicht mehr gefallen. Die Leute wollen teilweise Bussystem bei der Elektroinstallation oder eine Video-Sprechanlage. Im Bereich Sanitär wird deutlich mehr teuere Keramik und Armaturen verlangt.

Läßt man diese ganzen Dinge außen vor, dann sind die Preise in der Tat kaum gestiegen seit 2002, zumindest bei qualitativ vergleichbaren Architektenhäusern. Wir sprechen dann vielleicht von 5-7% Preiserhöhung. Das wäre dann nicht mehr wie normale Inflation bzw. sogar noch weniger.
Die Ansprüche an ein "Standard-Haus" sind aus meiner Sicht aber doch wesentlich gestiegen, daher meine Aussage:
Ich bewerte das Standardhaus 2002 gegenüber dem Standardhaus 2008/2009 mit ca. 15% Preisunterschied.

Geändert von Archimedes (11.10.2009 um 10:31 Uhr).

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Beitrag
Datum: 11.10.2009
Uhrzeit: 10:18
ID: 35736



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #5 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von Kieler Beitrag anzeigen
Außerdem gibt es Länder in Europa, die uns im Dämmstandard in dem
Zeitraum mindestens eine Dekade voraus waren.

Wer war denn zu diesem Zeitraum noch verrückter wie wir???

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Datum: 11.10.2009
Uhrzeit: 11:34
ID: 35738



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #6 (Permalink)
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na wo frieren die Elche? (Da wurde eigentlich auch das Passivhaus erfunden,
ohne aber den Begriff zu prägen)

Ich glaube gelesen zu haben, dass es in Frankreich fast nur Bauträgerbau im
privaten Wohnungsbau gibt.

Zu Deinen obigen Ausführungen sollte man nun noch einmal Florians
vorgebrachten Einwand lesen, dass schon lange nicht mehr nur die Baukosten,
sondern viel mehr die Kosten über die Benutzungsdauer betrachtet werden
sollten. Das ratter´ich auch Gebetsmühlenartig immer bei unseren Bauherren
herunter. Z.B. amortisieren sich die Mehrkosten von dreifachverglasten Fenstern
in ziemlich kurzer Zeit und das ist nur eins von vielen Bauteilen.

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Beitrag
Datum: 11.10.2009
Uhrzeit: 11:50
ID: 35739



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #7 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von Kieler Beitrag anzeigen
na wo frieren die Elche? (Da wurde eigentlich auch das Passivhaus erfunden,
ohne aber den Begriff zu prägen)
Dort aber nicht in der Breite umgesetzt. Im Elchland gibt es, soweit mir bekannt, noch viele Häuser, die in Sachen Dämmtechnik weit hinter uns liegen.
Ich denke Deutschland ist schon ganz vorne dabei beim allgemeinen Dämmfanatismus der vergangenen Jahre.
Dank sei den Lobbyisten von BASF und Co. die bei uns (indirekt) regieren.
> da gehts nochmal in Richtung Threadthema

Zitat:
Zitat von Kieler Beitrag anzeigen
Zu Deinen obigen Ausführungen sollte man nun noch einmal Florians
vorgebrachten Einwand lesen, dass schon lange nicht mehr nur die Baukosten,
sondern viel mehr die Kosten über die Benutzungsdauer betrachtet werden
Das ist vollkommen klar, aber das ändert zunächst die genannten Zahlen für die Baukosten/erstrangige Investitionen nicht.
Vor diesem Hintergrund lohnen sich auch VH-Fassaden und Wärmepumpen, wobei gerade beim Thema Heizanlage eine Amortisierung lange auf sich warten läßt.

Ich denke, daß wir in einigen Jahren nochmal anders diskutieren werden. Es wird dann nicht mehr darum gehen wer die meisten Zentimeter Dämmung auf die Fassade gepackt hat oder noch mehr Scheiben in einem Fensterrahmen hat. Der Umbruch zurück zur "Vernunft" hat im Kleinen schon begonnen.


z.B.
Pfeifer Kuhn Architekten: Patchwork-Haus Müllheim

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Datum: 11.10.2009
Uhrzeit: 19:39
ID: 35746



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #8 (Permalink)
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Zu Frankreich kann ich nur soviel sagen: der Wohnungsbau ist miesester Standard, sowohl auf Dämmung als auch auf Baustoffe und Ausführung bezogen. Akustik, Bauphysik usw sind unterste Kategorie.

Im Bereich Einfamhäuser ist es genauso, hier werden Wände in ganz anderen Dimensionen gemauert, und oft sind Wände auch noch GK Wände mit miesester Dämmung.

Dies sind Erfahrungen, die ich persönlich während meines Frankreich-Aufentaltes gemacht habe.

Wie jetzt die Statistiken be- oder widerlegen weiss ich nicht, ich wollte mir auch nicht die Mühe machen nachzuvollziehen, wie die Statistik erstellt ist, weil das wiedergegebene Preisniveau überhaupt nicht meinen persönlichen Erfahrungen wiederspiegelt.

In der Statistik ist z.B. Frankreich, Deutschland und Luxemburg auf einem Level, wogegen ich ganz einfach widersprechen muss. Luxemburg ist meinen Erfahrungen nach eindeutig das teuerste der drei Länder, gefolgt von D. F liegt auf Platz drei.

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Datum: 13.10.2009
Uhrzeit: 13:52
ID: 35776



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #9 (Permalink)
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Erst wenn die letzte Fassade mit Dämmschaum zugequollen ist, die letzte Wärmebrücke zu Tode gedämmt wurde und die Konstruktionsflächen Eurer neuen Häuser die Wohnflächen übersteigen, werdet Ihr merken, daß man Styropor nicht so einfach beseitigen kann.


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Datum: 15.10.2009
Uhrzeit: 10:34
ID: 35799



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #10 (Permalink)
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Ich denke, daß ich schon einige Punkte kritisch angemerkt habe:

Hier kurz ein paar Stichpunkte:

- hoher Verbrauch von Konstruktionsflächen, Verlust von Wohn- und Grundstücksfläche
- Trennung/Recycling/Entsorgung der Dämmstoffe oft ungeklärt bzw. unzureichend erläutert
- Gesamtenergiebilanz (Herstellung, Transport, Verarbeitung von Dämmstoffen) gegenüber zukünftigen Energieeinsparungen nicht in jedem Fall automatisch positiv, individuelle Prüfung wird i.d.R. vernachlässigt
- kaum noch Speichermassen, fast nur noch Dämmmassen
- fragwürdige Subventionen von Anlagentechnik und Dämmungen
- ab gewissen Dämmstärken rechtfertigen/amortisieren sich die Investitionskosten durch Heizkosteneinsparungen nicht mehr
- zu dichte Gebäude > dadurch machen sich kleine Mängel/Schwachpunkte sofort stark bemerkbar und können nicht mehr kompensiert werden,
dadurch hoher technischer Aufwand für notwendige Frischluftversorgung,
Bewohner müssen strenge Verhaltensregeln befolgen um Energieeinsparungen tatsächlich zu realsieren > das Haus diktiert die Nutzung und Bewohnbarkeit
- die gesetzlichen Grundlagen zum Thema Wärmedämmung und Energieeffizienz werden zunehmend undurchsichtiger und machen den Eindruck, als ginge es nicht mehr in erster Linie um Energiesparen und Umwelt, sondern um den EInsatz und das Verkaufen von Dämmung und Technologie

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Beitrag
Datum: 15.10.2009
Uhrzeit: 10:42
ID: 35800



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #11 (Permalink)
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Sind Deine Einwände eigentlich gegen Dämmung im Allgemeinen oder explizit
gegen Schäume und Komplizen, oder gegen sinnlose Maximaldämmung?

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Datum: 15.10.2009
Uhrzeit: 16:56
ID: 35806



AW: Kann Schwarz-Gelb den erhofften Aufschwung in der Baubranche bringen? #12 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von Kieler Beitrag anzeigen
Sind Deine Einwände eigentlich gegen Dämmung im Allgemeinen
oder explizit gegen Schäume und Komplizen, oder gegen sinnlose
Maximaldämmung?
Gegen Dämmung im Allgemeinen ist vermutlich niemand, der sich mit der Materie
befasst. Auch die (Video-)Ansprache von Prof. Pfeifer richtet sich nicht gegen
Dämmung im Allgemeinen.

Archimedes, wie auch Pfeifer spielen darauf an, dass die Komplexität der
Zusammenhänge des Ökologischen Bauens auf Seite der Planer in ihren
Grundlagen und Zusammenhängen unverstanden bleibt.

Dafür gibt es diverse Gründe, z. B.:
  • Dieses Wissen ist Ergebnis neuester Forschung und noch nicht in den
    Marktalltag eingeflossen.
  • Der Mehrheit der Planer fehlen aktuell das Wissen und die Ambitionen sich
    dieses Themas anzunehmen.
  • Es fehlt eine umfassende Datenbasis (Ökobilanzdaten) um Bilanzen zu
    rechnen
  • Es gibt keine allgemeinverständliche Software, mit der die notwendige
    Komplexität abgebildet werden kann, sodass zu einem vertretbaren Aufwand
    gegenüber Bauherren/ Investoren der Vorteil ökologischer Maßnamen
    quantitativ nicht nachgewiesen werden kann.
  • Die ökologischen Auswirkungen (z. B. Kosten für Wiedergutmachung der
    Umweltzerstörung während der Herstellung von Baustoffen) sind nicht im
    Preis für Baustoffe enthalten.
  • (...)
__________________
jochenvollmer.de

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