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| ehem. Benutzer Registriert seit: 30.01.2003
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Hochschule/AG: SHK Beitrag Datum: 03.08.2003 Uhrzeit: 19:13 ID: 2287 | Social Bookmarks: Ja! Aber welcher Abiturient stellt sich diese Frage denn? Angst muss man nur vor den Architekten (und später: Professoren) haben, die durch dieses Studium entstehen: Einzelkinder planen Mehrfamilienhäuser, Endzwanziger Altersheime, Autofahrer Bahnhöfe, Kinderlose Kindergärten, Vorstadtbewohner Stadtquartiere - nicht für die Menschen, wie sie sind sondern wie der Architekt/die Architektin sie gerne hätte - mit den Minimalmaßen aus "Schneider" oder "Neufert". Die Architekten sollen Lösungen entwickeln für Probleme die es seit tausenden von Jahren gibt - aber unter keinen Umständen mit den Mitteln, die das seit tausenden von Jahren schaffen. Da wird die Konstruktion wichtiger als der Raum, der dadurch entsteht. Da stellt sich die Frage nach der "Entwurfsidee" und nicht die nach der praktischen Benutzbarkeit. Interessant sind immer nur die Erstellungs-, nie die Unterhaltungskosten geschweige denn die Lebensdauer. Die Dachentwässerung entscheidet über Tür- und Fensterpositionierung. Geplant wird für die erste, nie für die zweite oder dritte Benutzergeneration. Die Architekten reagieren zwar gezwungenermaßen auf gesellschaftliche Veränderungen (Kinderlosigkeit, Singlehaushalte,...) durch (investorengesteuerte) Planung kleinerer und Single-Wohnungen - machen dadurch aber auch die Rückkehr zu Kindern und selbsttragender Mehr-Generationen-Familie unmöglich. Gebäude werden (bestenfalls) zum minimal-ästhetischen Selbstzweck - normalerweise nur zum Sanierungsfall. Und der akademisch geschulte Baukünstler weiss, unantastbar zu sein: Schuld haben der Auftraggeber, der Kostendruck (außer, wenn es um öffentliches Geld geht), der Planungsaufwand, Bürgerinitiativen, die Zeit, der "Zeitgeist", die Mode, die Politik, der B-Plan, der Denkmalschutz, das Wetter, die Umweltschützer und was sonst noch - all das, was (bequemerweise) im Wege steht, endlich die perfekte, weltbefreiende, den Hunger besiegende und universal gültige Endlösung in Stahl, Beton und Glas erschaffen zu können. Architektur, zu enden alle Architektur! "Mit gutem Beispiel vorangehen kann jeder - aber gehen Sie mal mit gutem Beispiel zurück." |
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