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grisoo is on a distinguished road

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Datum: 11.11.2003
Uhrzeit: 18:25
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Diplomarbeit Lehmbau

#1 (Permalink)
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Hallo!
Ich bin Architekturstudent und möchte Anfang nächsten Jahres Diplom mit Thema Lehmbau/evtl.Passivhaus machen. Weiss jemand, wo man gute Anregungen zur Themenfindung, evtl. Wettbewerbe o.ä. bekommen kann? Freue mich über jeden Hinweis. Danke

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Datum: 11.11.2003
Uhrzeit: 19:19
ID: 2692



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In der Bibliothek

Folgende Büch müssen gelesen werden:

- Das neue Lehmbau- Handbuch. Baustoffkunde. Konstruktionen. Lehmarchitektur.
von Gernot Minke

Gilt als das Standartbuch im Bereich Lehm. Der Minke ist glaube ich, auch der "Altmeister" in Sachen Lehm und wird immer wieder zitiert. Dieses Buch wird Dir einen guten allgemeinen Überblick verschaffen.


- Der Lehmbau und seine praktische Anwendung.
von Richard Niemeyer

Auch auf jeden Fall mal durchblättern, nach dem Minke kann man das Buch auch zwischen den Zeilen lesen - Vieles wiederholt sich.


- Lehmbau Regeln. Begriffe, Baustoffe, Bauteile.
von Franz Volhard, Ulrich Röhlen

So weit ich mich erinnere gibt dieses Buch einen guten Überlick über die einzelnen Begriffe - ist aber nicht besonders detailliert.


- Neue Lehm- Häuser international. Projektbeispiele. Konstruktion, Details. von Günther ZurNieden, Christof Ziegert

Ist ein Buch über moderne Lehmhäuser. Dr. Ziegert hat an der TU Berlin seine Doktorarbeit über Lehmbau geschrieben und hat ein Ingenieursbüro, dass sich so weit ich weis darauf speziellisert hat. Er hat zumindest selber schon mit Lehm gebaut.


-Leichtlehmbau. Alter Baustoff - neue Technik
von Franz Volhard

Gerade im Bereich Wäremedämmung ist das natürlich ein Buch, dass gelesen werden muß. Es gibt Anleitung über die Herstellung von Lehmdämmstoffen mit ihren Vor- und Nachteilen.


Allgemein weiß ich aber nicht in wie fern sich reine Lehmarchitektur mit Passivhäusern verbinden lässt. Lehm hat zwar sehr gute klimatische Eigenschaften, muß aber als Dämmstoff ziemlich dick benutzt werden. So weit ich weiß, kann man mit Leichtlehm nicht den heutigen Dämmvorschriften nachkommen, da zumindest bei Strohleichtlehm 30 cm eine Maximaldicke ist, da das Material sonst nicht durchtrocknet und fault. Mit Blähtonzuschlag könnte das aber vielleicht kein Problem sein, die Dämmeigenschaft könnte dann auch höher sein.
Nach der Lektüre dieser Bücher wirst Du darüber aber bestens informiert sein und kannst mich vielleicht auch eines Besseren belehren


Grüsse
Florian
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Florian Illenberger

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Geändert von Florian (11.11.2003 um 19:22 Uhr).

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Datum: 15.11.2003
Uhrzeit: 00:14
ID: 2701



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Als Passivhaus wäre ansonsten eine Konstruktion aus Strohballen und Lehmverputz denkbar. Soweit ich weiss ist diese Konstruktionsart inzwischen sogar auf F90 getestet.
Bei einer solchen Konstruktion tragen entweder sie Strohballen die Karäfte ab, oder es gibt noch eine tragende Holzkonstruktion.

Gruss Florian

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Beitrag
Datum: 15.11.2003
Uhrzeit: 13:01
ID: 2702



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Diese Konstruktionsart ist mir unbekannt. F90 ist sie sicherlich nicht, da das Stroh sobald der Putz abfällt sofort brennt und damit das restlichen Stroh auch in Flammen aufgeht! Der Putz wird auf jeden Fall abplatzen, wenn es heiß wird.
Strohleichtlehm ist das, was Du wahrscheinlich meinst. Dabei wird das Stroh mit einer Lehmsuppe vermischt, so dass alle Strohalme dünn benetzt sind. Auf diese Weise könnte die Mischung F90 erreichen. Ich hatte selber mal den Test mit einem Strohleichtlehmballen 15x30x45 gemacht. Dabei haben wir den Ballen direkt an bzw. z.T. schon in ein Lagerfeuer gelegt. Er ist innerhalb von 1-2 Stunden nicht durchgebrannt. Am nächsten Tag seh er zwar nur einseitig verkohlt aus, ist aber sofort zusammengebrochen, als ich versucht habe ihn hochzuheben.
Strohleichtlehm ist aber keine tragfähige Konstruktion. Es kann nur zum Ausfachen benutzt werden. Bei einem guten Dämmwert liegt die Rohdichte bei ca. 700kg/cm (Kubikmeter). D.h. da ist viel zu viel Stroh (mit Luft in den Halmen - daher auch der gute Dämmwert) drin, um tragen zu können.
Bei einer Konstruktion mit anderen Stoffen, wie z.B. das bereits erwähnte Blahton könnte eine Tragkonstruktion vielleicht möglich werden...

Die gute Feuereigenschaft bei Lehm ist übrigens ähnlich der von Gips. Gips ist hoch hydrophiel. Das Wasser entzieht dem Feuer lange Zeit erstmal Energie um zu verdampfen. Der normale Wassergehalt bei "trocknem" Lehm liegt bei 3% oder 8% - genau weiß ich es nicht mehr - und reagiert also ähnlich bei Feuer.

Grüsse
Florian
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Datum: 15.11.2003
Uhrzeit: 15:12
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Originally posted by Florian
Diese Konstruktionsart ist mir unbekannt. F90 ist sie sicherlich nicht, da das Stroh sobald der Putz abfällt sofort brennt und damit das restlichen Stroh auch in Flammen aufgeht! Der Putz wird auf jeden Fall abplatzen, wenn es heiß wird.
Über diese Konstruktionsart, die schon länger in Australien und Mexiko eingesetzt wird, wurde in den letzten Monaten des öfteren in der Berliner Zeitung und im Fernsehen berichtet. Ein Architekt aus der nähe von Berlin will jetzt auch solche Häuser in Brandenburg bauen und hat zu diesem Zweck eine Brandschutzprüfung bei der BAM durchführen lassen. Eigentliches Ziel war nur F60 aber die Wand hat dann auch 90 Minuten geschafft. Ist natürlich nur F90 b aber immerhin.

Gruss Flo

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Datum: 15.11.2003
Uhrzeit: 16:32
ID: 2704



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Sehr interessant


Der Artikel muß wohl vom 20.08.2003 (Seite 10) sein:
"Stroh im Kopf
Es sind Architekten, Bauern, Bauherren. Sie haben sich in einem Verein zusammengeschlossen und wollen nur eines: Häuser bauen aus Stroh."

Leider ist der nicht ganz online...

Aber ich habe dazu was unter http://www.scienceweek.at gefunden:

"Forschungen der GrAT konnten die gängigen Vorurteile gegenüber dem Baustoff entkräften. Gemäß ÖNORM B 3800 durchgeführte Brandtests mit Weizenstroh (Rohdichte sowohl von 90 kg/m3 als auch von 120 kg/m3) ergaben die Baustoffklasse B2 (normal brennbar). Ein Wandaufbau, eine mit Strohballen gedämmte Holzständerkonstruktion, beidseitig verputzt, erreichte die Brandwiderstandsklasse F90. Ungezieferbefall kann bei sachgerechtem Einbau nicht auftreten. Auf Grund der hohen Pressdichte ist ein Einnisten von Nagetieren unmöglich. Durch konstruktive Maßnahmen wird die Entstehung von Kondensat in der Wand verhindert und selbst unvorhersehbare Wassereinbrüche (Regenwassereintrag oder Wasserrohrbruch) verursachen bei rechtzeitigem Erkennen keine bleibenden Schäden. Feuchtemessungen haben ergeben, daß eingetretene Feuchtigkeit nach ca. 6 Wochen verdunstet ist."

Mich würde der genaue Wandaufbau mal interessieren. Irgendwas muß da noch sein, damit Stoh zu einem guten Putzträger wird und nicht abfällt. Mir ist auch nicht ganz klar, ob das jetzt normale Strohballen sind, wie jeder sie kennt oder ob die noch stärker verdichtet wurden.
Wie es aussieht, kann bei Stroh das gleiche Phänomen wie bei Holz ein völliges Abbrennen verhindern.


verwunderte Grüsse
Flo
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Florian Illenberger

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