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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 10:52
ID: 19267



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ich hatte es ja auch wie du auf die Gesamtsituation Dämmung - keine Dämmung bezogen.

Wenn hier aber ARCHITEKTEN!!! sich auf den Standpunkt stellen, daß Dämmung und Wärmebrückenvermeidung nichts bringen (Zitat:"dafür ist das Raumklima besser, und trockene Luft heizt sich bekanntermaßen leichter auf als nasse")

DANN FRAGE ICH MICH EINFACH WOZU DIE GANZEN DINS ZUR VERMEIDUNG VON WÄRMEBRÜCKEN UND VOR ALLEM

WOZU DAS GANZE ARCHITEKTURSTUDIUM????


Hier werden ja ganz essentielle Erkenntnisse der letzten 100 Jahre Bauwesen und die komplette Lehre der Bauphysik an den deutschen Hochschulen in Frage gestellt............

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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 11:06
ID: 19270



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@noone - siehst du das nicht etwas zu dogmatisch?
Ich kann mir nicht vorstellen, das es DIE einzige essentielle Erkenntnis der letzten hundert Jahre Bauphysik gibt.

Ich kann dir aber einige alte Fachwerkhäuser zeigen, die erst aufgrund der falschen - wenn auch nach gültiger Lehrmeinung nach richtigen - Dämmung Probleme haben. Angefangen von Durchfeuchtung der Ausfachungen bis hin zu hygroskopischen Feuchtigkeitseindringungen in Holzwerk im Bereich von Fensterleibungen.

Ich möchte aber diese Diskussion hier wieder auf ein normales Level bringen. Da ich selbst in diesem Thread etwas emotional geworden bin, bitte ich dafür um Nachsicht.
Laßt uns doch ganz sachlich und unpolemisch solche Themen diskutieren.

Gruß

Martin

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Beitrag
Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 11:15
ID: 19271



Re: tja, auf welcher Seite fallen wir nun vom Pferd? #33 (Permalink)
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Hat sich doch gelohnt die Sache noch mal aufzuwärmen, hätte nicht gedacht,
dass die sache so viel Leidenschaft freisetzt

Zitat:
Originally posted by FoVe
...

Ich habe mal ne Sendung über Wärmeschutzverglasung gesehen.
Dort wurde von einem Architekturprofessor aus Darmstadt die Rechnung aufgemacht, wie sich Wärmeschutzverglasung gegen Einfachverglasung verhält. Fazit war überraschenderweise , dass eine bessere Wärmeschutzverglasung keine Einsparung bedeutet, da durch anderes Lüftungsverhalten mehr Energie verbraucht wird. Zweitens war deutlich, dass durch Dampfsperren die Raumluft in modernisierten Räumen feuchter wird und dadurch mehr Heizenergie verbraucht wird. Trockene Luft heizt sich besser auf und man empfindet eine Temperatur von ca. 22° schon als angenehm warm, während feuchtere Luft erst ab etwa 24° als warm empfunden wird.
Die Schimmelbildung mal ganz aussen vor gelassen...
Fangen wir mal damit an. Ich mache jetzt etwas, das ich eigentlich nicht
gern mache, nämlich etwas kommentieren, was ich gar nicht gehört hab´,
also bitte ich es als Stellungnahme zu Martins Zitat zu verstehen.

Kaum ist einer Professor mit unaussprechlichen Namen bekannt durch Funk
und Fernsehen, muss er Theorien von zweifelhafter Aussage verbreiten.
Das darf nicht unkommentiert bleiben.
Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass Wärmeschutzverglasung
einen geringere Wärmeleitfähigkeit hat als Einfachverglasung, das zweifelt
wohl auch der Professor aus Darmstadt nicht an, es geht hier also nicht um
Transmissions-, sondern um Lüftungswärmeverluste. Ist eine
Wärmeschutzverglasung luftdichter als eine Einfachverglasung? Nein, ist
sie nicht, also wo flötet der Kessel, genau durch die Fugen.
Herr Professor versucht uns also mitzuteilen, dass durch die luftdichten
Fensteranschlüsse die Lüftungswärmeverluste steigen, weil der doofe
Benutzer nicht richtig lüften kann, früher mit der guten alten Fugenlüftung
war das ganz anders.
Wenn er das tatsächlich gesagt hat, dann werde ich mich sofort irgendwo
als Baukoprof bewerben

1. Fugenlüftung funktioniert nicht, hat nie funktioniert. Eine blower Door
Überprüfung simuliert Windstärke 5. Da kann man sich leicht vorstellen in
welchen Dimensionen sich die Luftwechselrate ändert wenn man
Windstärke null bzw. Sturm hat. Unkontrolliereter kann Lüftung nicht sein.
(Nachzulesen u.a. bei Feist)

2. Luftdichte Hülle und Wärmeschutzfenster sind keine neuzeitliche
Erfindung füreinander, denn die Forderung nach Luftdichtheit ist in der DIN
4108 seit 1969 festgeschrieben. Hier Nachzulesen:
http://www.luftdicht.de/geschichte/din4108aug1969.htm

Im Gegensatz zu heute wurden die Lüftungswärmeverluste über die Fugen
nicht romantisiert, sondern als Übel (Behaglichkeit, Wärmeverluste)
angesehen, dass es zu verhindern galt!
Was der Professor aus Darmstadt also bemängeln durfte und hoffentlich
auch hat ist, dass durch die 1969 eingeführte Forderung nach Luftdichtheit
(die bis heute nicht umgesetzt wird ) durch den doofen Nutzer und sein
unkontrolliertes Verhalten durch falsche Lüftung mehr Wärme verloren geht
als vorher über die Fugenlüftung, ob man dabei Ein-, Zwei-, oder
Dreifachfenster offen lässt ist bis auf die verringerten Solareinträge nahezu
irrelevant!

Die Dummheit das Nutzers war aber auch schon lange bekannt, bevor die
erste Wärmeschutzverglasung auf den Markt kam.
So wird im RWE Handbuch (ich glaube von Ende der Achtziger, schau
zuhause noch mal nach) bereits geschrieben: "Fensterlüftung ist dejure
nicht verboten." Schon damals war also klar, dass man nur mit
kontrollierter Lüftung Herrn Pettenkofer und den Wärmeschutz effizient in
Einklang bringen konnte.

@noone: Mach bitte ein Foto

@Florian: muss man nur mal ein bisschen provozieren, dann kommen auch
Zahlen
Du sagtest Wallapampa, vom außereuropäischen Ausland war nicht die
Rede (8%)
Ich muss jetzt mal ein bisschen arbeiten, dann rechne ich noch mal was
vor...

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Beitrag
Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 13:04
ID: 19276



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Zitat:
Originally posted by planmatsch
...neuer Beruf etabliert sich langsam im Saniererland: Der
Sanierungssanierer!

Und warum das alles? Weil es kein Konzept gibt und hier setzt doch das
ganze Energieberatungsgeschnickse an: Ein Konzept entwickeln!
Und wer ist dafür geradezu prädestiniert? Der Architekt A!
Deswegen bin ich schwer erstaunt, dass gerade aus dieser Ecke hier so viel
Widerstand kommt. Ist es weil sie den Kampf gegen die entwurfsfeindliche
Wärmebrückenvermeidung endgültig verloren sehen, weil sie keine Lust
haben sich schon wieder mit etwas Neuem zu beschäftigen, oder weil Sie
letztendlich doch nur von dem einen großen Museumsbau träumen, wo sie
mal richtig zeigen können, dass sie´s draufhaben?
Das würde mich echt mal interessieren!
Das Problem ist, dass viele Architekten nicht mehr Ahnung haben, wie die hier verpöhnten Stukkateure und Fensterbauer. Teilweise, so traurig es ist, sogar deutlich weniger als die Handwerker.

Viele Architekten klatschen auf ein Haus eine Thermofassade nach Schema X, erzählen dem Kunden was von Dreifach-verglasten-Fenstern und faseln irgendwas von Dampfsperre oder sogar "atmungsaktiven" Wänden. Das weckt beim Kunden Vertrauen und er glaubt sich in guten Händen. Fakt ist leider oft genug, dass kaum einer die komplexen und bauphysikalischen Vorgänge in einem Haus als Gesamtes begreift und entsprechend handelt. Viele drehen gerne an einer oder zwei Schrauben, vergessen aber das dann noch mind. 5 andere Schrauben nachjustiert werden müssen.
Wie der Arzt der ein gutes Medikament gegen die eine Krankheit verschreibt, welches aber gleichzeitig Nebenwirkungen hat und bislang unbekannte Krankheiten zu Tage fördert.

Die Bauschäden treten täglich ans Licht, auch mittlerweile schon bei Gebäuden, bei welchen nach ENEV 2002 gehandelt wurde.



Zitat:
Originally posted by Florian

Korrigiert mich, wenn ich mich verrechne:

Überlegung:

- Ich besitze ein 2-Parteien Haus, dass ich wäremedämmen lassen will und nehme wir an, dass ich das komplette Haus mit 20.000 EUR entsprechend Sanieren kann.

20.000 € für eine zeitgemässe Sanierung mit guter Wärmedämmung??

Selbst bei einem kleinen 2 Parteien-Haus dürfte der Betrag mind. doppelt so hoch liegen. Selbst, wenn man Synergieeffekte durch eine sowieso fällige Sanierung anführt. Man muss den Mehraufwand schliesslich mit dem vergleichen was es kosten würde das Haus in einen Zustand zu versetzen, der dem damaligen Neuzustand entspricht. Also sagen wir Massstab Jahrgang 1970 (30 cm Leichtbetonhohlblocksteine mit beiderseits Kalkzementputz, zwischen den Sparren 8 cm Mineralwolle, usw.)




Hier wurde ganz entsetzt geäussert, dass doch mancherorts tatsächlich noch monolithisch gebaut wird!
Daran ist doch überhaupt nichts schlimm, solange die Details (keine Wärmebrücken usw.) stimmen und man einen akzeptablen Wärmeschutz erreicht. Ich spreche bewusst nicht von Porenbeton, aber selbst mit 49 cm starken Wänden aus Hochlochziegel und mineralischen Verputzen kann man sehr gute raumklimatische Bedingungen und ausreichend wärmegedämmte Häuser auf zeitgemässem Niveau schaffen.

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Beitrag
Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 15:15
ID: 19287



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Zitat:
Hier wurde ganz entsetzt geäussert, dass doch mancherorts tatsächlich noch monolithisch gebaut wird!
Daran ist doch überhaupt nichts schlimm, solange die Details (keine Wärmebrücken usw.) stimmen und man einen akzeptablen Wärmeschutz erreicht. Ich spreche bewusst nicht von Porenbeton, aber selbst mit 49 cm starken Wänden aus Hochlochziegel und mineralischen Verputzen kann man sehr gute raumklimatische Bedingungen und ausreichend wärmegedämmte Häuser auf zeitgemässem Niveau schaffen.
ja und ich bestätige dies erneut, meine Aussage hat sich ganz speziell auf Frankreich bezogen, wo die Praxis Betonhohlblocksteine ohne Wärmedämmung gang und gebe ist.


Ganz abgesehen Davon hat jede Monolithische Wand Schwachstellen an den Fensteranschlüssen........

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Beitrag
Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 20:30
ID: 19299



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@Martin: den Kennste: http://www.bine.info/pdf/publikation/bi0700.pdf

Den wollte ich noch zum Thema: Behaglichkeit "Die Alten bauten besser"
bringen:

http://www.bnu.de/hesa/downloads/Dow...uchhaus1-3.pdf

Zitat:
Originally posted by Archimedes
Das Problem ist, dass viele Architekten nicht mehr Ahnung haben, wie
die hier verpöhnten Stukkateure und Fensterbauer. Teilweise, so traurig es
ist, sogar deutlich weniger als die Handwerker...
Das mag stimmen Archimedes, aber das ist natürlich kein Argument gegen
die (energetische) Sanierung von Gebäuden, sondern gegen das Bauen im
Allgemeinen, oder das nicht mehr ganz so goldene Handwerk, oder die
Ausbildung der Architekten, die im Studium in atemberaubender Zahl
Museumsbauten am Polarkreis entwerfen, aber nach dem Diplom auf die
Frage nach der DIN 4108 oder den Unterschied zwischen HOAI und VOB
verschämt zu Boden sehen. Das ist eine Schande und ein anderes Thema!

Zitat:
Originally posted by Archimedes
...
Die Bauschäden treten täglich ans Licht, auch mittlerweile schon bei Gebäuden, bei welchen nach ENEV 2002 gehandelt wurde.
...
Genau Ausführungs- und Planungsfehler, die ENEV trägt da keine Schuld
(siehe oben)

Zitat:
Originally posted by Archimedes
...
Hier wurde ganz entsetzt geäussert, dass doch mancherorts tatsächlich
noch monolithisch gebaut wird!
Daran ist doch überhaupt nichts schlimm, solange die Details (keine
Wärmebrücken usw.) stimmen und man einen akzeptablen Wärmeschutz
erreicht. Ich spreche bewusst nicht von Porenbeton, aber selbst mit 49 cm
starken Wänden aus Hochlochziegel und mineralischen Verputzen kann
man sehr gute raumklimatische Bedingungen und ausreichend
wärmegedämmte Häuser auf zeitgemässem Niveau schaffen.
Die entsprechen aber dann nur Deiner Definition von zeitgemäßen
Niveau.
Jedes Haus ist heute problemlos in KFW 40 Standard herstellbar, alles
andere würde ich nicht akzeptieren.
Ein Gebäude in dem alle Wandoberflächen und die Luft beinahe gleiche
Temperatur haben ist ein Behaglichkeitsparadies. Die Ausgestaltung des
Raumklimas liegt dann in Deiner Hand.
Wäre ich ein Bauherr, der heute ein Haus mit Außenwand U-Werten von
0,4-0,5 bekäme (was dann so haarscharf ENEV Standard erfüllen könnte),
fühlte ich mich spätestens in ein paar Jahren betrogen, da schon jetzt
vorhersehbar ist wohin die Reise geht, und Weitsicht ist doch eigentlich
Deine Stärke wenn ich mich da an die Dampfbremsengeschichte im
nichtausgebauten Dachgeschoss erinnere.
Es ist ein Irrtum Dämmstandards für Bauschäden und schlechtes
Raumklima verantwortlich zu machen. Verantwortlich ist die falsche
Planung!
Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, nur lassen sich viele Planer in
Ermangelung bauphysikalischer Kenntnisse von den Baustoffherstellern zu
Superlösungen verführen, die auch funktionieren können, aber leider nun
mal gerade nicht in diesem Fall.

@Florian:
Also ich kenne Deine Rahmenbedingungen nicht, daher mal ein kurzes
Beispiel zum Weiterrechnen von mir.
Morgen werde ich das Gutachten den "Beratungsempfängern" vorlegen
und da freue ich mich jetzt schon drauf, weil die sich ganz doll freuen
werden
Haus von Anfang 70, monolitische Kalksandsteinwände 30-36,5 cm (U-Wert
zwischen 1,8 und 2,1), selbst bei voller Beheizung im Winter keine Chance
die 18°C Marke zu knacken. Beim Besuch des Hauses letzten Monat
fröstelte mich im Wohnzimmer wie vor einer Kühlschranktür (Strahlung).
Die berechnete Oberflächentemperatur bei minus 10°C und 20°C innen lag
bei 12°C!
Gemessener Verbrauch und zufälligerweise berechneter Bedarf ca. 6500l Öl
(z.Zt. ca.3900€) für ein 160 m² Haus, das ist doch mal ´ne Zahl.
Die Heizung ist 25 Jahre alt, ist also eh überfällig (es gibt aber immer
sowieso Maßnahmen, irgendwas ist immer fällig).

Bei Vollsanierung (ca. 60.000€ inkl. Pelletheizung und Solarthermie) bleiben
3500 kg Pellets (z.Z. ca. 700€) über.
Wir haben also eine reine Brennstoffkosteneinsparung von 3200€ im Jahr.
Der Pimärenergiebedarf ist von 445 auf 38 kWh/m²a gesunken (entspr.
130,0 KG CO2/M²A), da HT´ etwas zu hoch ist, ist es nur ein KfW60 Haus,
vom Primärenergiebedarf wär´es ein KfW40, auf jeden Fall ist es ein
Niedrigenergiehaus im Bestand, Tilgungszuschuss z.Z. 5% auf 50.000,
Zinsen: derzeit 2,78% eff. bei 20 Jahren Laufzeit, 100% Auszahlung,
Stand: 20.10.2006.
So und nun rechnest Du mal allein aus, dass die Annuität weit weniger ist
als die Brennstoffkosteneinsparung und das, obwohl die neue Heizung
mitfinanziert wär´, obwohl Sie sowieso fällig ist, die
Brennstoffkostensteigerung noch gar nicht eingerechnet wurde und der
Tilgungszuschuss und Fördermaßnahmen für regenerative Energien sowie
eventuelle Eigenleistungen unberücksichtigt bleiben.
Fazit: Die Leute werden morgen von mir hören, dass in Zukunft Ihre
monatliche Belastung sinkt, sich die Behaglichkeit enorm verbessert, sie
regenerativ heizen werden und der Wert Ihrer Immobilie enorm steigt.
Nebenbei, die 347€ inkl. MWSt (522-175 Zuschuss) habe ich locker wieder
für sie eingespielt.
Nun haben wir also herausgefunden, dass es sich lohnt, wer daraus
welche Bauschäden produziert ist eine andere Geschichte

Natürlich Florian wird es immer Beispiele geben, wo es sich nicht lohnt,
aber um das herauszufinden benötigt man eben eine Untersuchung.

So und nun noch eine kleine Lektüre zum Abschluss, um mal gegen so viele
Vorurteile anzuschreiben, bitte auch besonders den letzten Teil zu Foster
und Komplizen (da gibt´s bei Bedarf noch einen ausführlicheren Artikel)

http://www.impulsprogramm.de/downloa...aglichkeit.pdf

Tschüß
Euer Ilja

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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 21:15
ID: 19300



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Zitat:
Originally posted by planmatsch
Die entsprechen aber dann nur Deiner Definition von zeitgemäßen
Niveau.
Nein, planmatsch. Die Ziegelbauten entsprechen eigentlich nicht meiner Philosophie von zeitgemäßem Niveau. Aber ich interessiere mich schon dafür.

Diese Bauweise verwendet ein Architekt, der gleichzeitig Bauträger ist, ganz in meiner Nähe.

Er hat in den letzten 30 Jahren so ca. 300 Häuser gebaut. Hat auch schon Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser realisiert und war jahrelang einer von der Sorte, denen es nie genug Dämmung sein konnte.

Seit ca. 5 Jahren baut er nur noch monolithisch mit Hochlochzeigel und ohne jegliche Thermofassade. Er hat viel ausprobiert, viele Erkenntnisse gewonnen, viele Mängel erkannt und hat sich davon abgekehrt.




Übrigens noone:
Die Schwachstellen an den Fenstern gibt es auch bei den normalen Thermofassaden. Bei Hochlochziegeln mauert man Anschläge in den Laibungen, dadurch sind die Schwachstellen gegenüber den sonstigen Wänden sehr gering. Das Fenster selbst ist die grössere Schwachstelle.


Genauso ein anderer Bekannter von mir. Ebenfalls Architekt. Er plant und baut mit seinem Büro seit mehr als 10 Jahren Passivhäuser. Also lange vor ENEV 02 und Verlockungen durch die KFW40 + 60-Finanzierungen. Das Büro war ein Vorreiter in Sachen Passivhaus und die Häuser "funktionieren", abgesehen von üblichen Kleinigkeiten, alle, auch heute noch.
Er war immer absoluter Verfechter dieser Art zu bauen. Vor wenigen Wochen habe ich mit ihm länger unterhalten und dabei hat er mir klar gesagt, dass selbst kein Passivhaus besitzen möchte und nicht darin wohnen wolle.


Deswegen ist mir Deine Faszination vom Wärmedämmen nicht unbekannt.


Was ich damit sagen möchte ist: Das ich schon einige Leute erlebt habe, die eine Zeit lang gedacht haben sie hätten mit einer tollen Wärmedämmung das "Ei des Kolumbus" gefunden und ein Allheilmittel für das moderne Wohnhaus gefunden. Einige dieser Leute haben sich aber nach gewonnen Erfahrungen und längerer Praxis dem Thema sehr kritisch gegenüber gestellt und haben sich für eine andere Art des Bauens entschieden. Die Gründe mögen verschieden sein, aber ich möchte nicht dem "blinden" Dämmstoffwahn verfallen, sondern versuche ihn sinnvoll und in Massen einzusetzen.

Ich baue zur Zeit ein KFW-60-Haus, sicher wäre auch KFW-40 oder ein Passivhaus-Standard möglich gewesen, aber um welchen Preis?
Ich denke ein vernünftiger Standard wird so erreicht und ich habe noch ein Haus, welches ich benutzen kann ohne irgendwelche Einschränkungen (disziplinierte Lüftung von Hand/ Benutzung (bloß kein Fenster über Nacht aufstehen lassen), schlechterer Schallschutz durch Styroporfassaden, noch dickere Wände die noch mehr Grundstück fressen, eine brandlastige Fassade, noch weichere Fassaden in die sich jeder Fahrradlenker bohrt, etc.) in Kauf nehmen zu müssen.
Generell KFW-40 zu fordern halte ich für überzogen und für Pauschal-Idealismus, denn zum Komfort gehören bei einem Haus noch andere Dinge, die auch erstmal aus der Bauherrenkasse bezahlt werden müssen.
Schön wenn man einen Wahnsinns-Dämmwert erreicht, aber sich in den ersten Jahren keine Küche mehr leisten kann.
Die zweiten 20 cm Dämmung bringen nie soviel Ertrag, wie die ersten 20 cm. Aber dafür ganz andere Probleme was die Dynamik der Fassade bei thermischen Belastungen und deren Befestigung angeht.

Ich verwende einen mineralischen Dämmstoff mit 0,035 W/(mk) von 20 cm Stärke auf den gemauerten 24 cm Außenwänden, dämme den Keller allseitig mit einer Perimeterdämmung (Styrodur) und erstelle das Dachgeschoss komplett in Holzständerwerk, welches ich mit 22 cm Zellulose ausblase und diffusionsoffen gestalte. Geheizt wird durch eine Erdwärmepumpe über den Fussboden und dazu kommt eine Lüftungsanlage mit einem Gegenstrom-Kanalwärmetauscher und Erdkollektor, der auch das Kühlen im Sommer ermöglicht.
Die Wände werden nicht mit dem üblichen Gipsputz "versiegelt", sondern mit altbekanntem Kalkputz verputzt, der raumfeuchteregulierend wirkt.
Die Fensterflächen sind "optimal" angeordnet um grosse solare Erträge einzufahren und andererseits den Wärmeabfluss gering zu halten.
Trotz einer, in meinen Augen, sehr gut gedämmten Hülle, kann ich noch einen Ofen einbauen und brauche nicht zu fürchten, daß ich mein Gebäude sofort überhitze, wie es bei Passivhäusern schnell der Fall wäre.
Ein deutlich bessere Dämmung würde mir im Jahr vermutlich ca. 50-100 € an Strom sparen, den ich weniger zum Betrieb meiner Wärmepumpe und der Lüftungsanlage bräuchte. Dafür erfreue ich mich im Winter ab und zu an einer lodernden Flamme im Ofen. So what?

Sicher nur ein Beispiel, aber in meinen Augen nach heutigem Stand sinnvoll und noch bezahlbar. Wenn es in 20 Jahren neuere Erkenntnisse gibt, kann ich mein Haus immernoch sanieren lassen.


Geändert von Archimedes (26.10.2006 um 21:39 Uhr).

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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 21:39
ID: 19301



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das, was Du da beschreibst ist exakt das, was ich meinte und ich kann mir gar
nicht vorstellen, warum das kein KfW40 ist.
Die Definition ist auch egal, und ich glaube wir ziehen am selben Strang.
Nun könnten wir, wenn wir kleinlich wären, noch über solche Sätze streiten:
Zitat:
Ein deutlich bessere Dämmung würde mir im Jahr vermutlich ca. 50 €
an Strom sparen, den ich weniger zum Betrieb meiner Wärmepumpe und der
Lüftungsanlage bräuchte. SO what?
weil mehr Dämmung eventuell zum Verzicht auf die Wärmepumpe führen
könnte, aber das wäre Korinthenka***
Ich würde mir nämlich wohl euch kein Haus ohne aktives Heizsystem bauen,
aber das ist auch egal.

Ich kämpfe einzig und allein gegen die pauschale Verurteilung der Dämmung,
und so Schreckgespenster wie "Dämmwahn" durch die Burg zu jagen halte ich
für ganz unangebracht.
Ich würde auch keinen schönen norddeutschen Backsteinbau von
außen dämmen, trotzdem gibt es Potenziale, die man finden und entwickeln
muss, für nicht mehr und nicht weniger plädiere ich!

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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 21:43
ID: 19302



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OK. Alles klar.

Ich wollte nur noch einmal darauf hinweisen, dass ich der Sache geteilt gegenüber stehe, gerade weil mir viele Leute bekannt sind, die aus eigenen Erfahrungen den Dämmstoffgeschichten kritisch gegenüber stehen.

Wir sind jetzt auch schon ein Stück vom Thema weggekommen, denn ich sprach schon von Neubauten, während es ja hauptsächlich um Sanierung ging.


Übrigens das besagte Haus ist rechnerisch ein KFW-59-Haus. Hat in diesem Fall mit dem etwas ungünstigen A/V-Verhältnis und sehr grossen Fensterflächen zu tun, welche "nur" zweifach verglast sind.

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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 21:54
ID: 19303



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so nun hör´ mal auf andauernd zu ändern, hattest Du das nicht neulich erst
bemängelt

Die Missverständnisse sind auch deswegen zustande gekommen, weil
meine ellenlangen Texte nicht gerade zum schnellen Genuss
zwischendurch taugen.
Daher habe ich Dir noch mal ein paar Zitate von mir rauskopiert, damit ein
für alle mal Ruhe ist, im Schiff
Das wär jetzt der Punkt für ein gemeinsames Pils

„Du beschränkst, wie so viele Andere, die Sanierung auf die
Dämmaßnahme.
Dieser Irrtum führt leider in der Praxis zu viel Murks.“

„Es ist auch nicht Sinn und Zweck irgendeinem Dämmwahn zu verfallen,
sondern ein Konzept zu erstellen, ...“

„Der Maler sagt, logo WDVS und Du bist Deine Sorgen los, dann kommt
noch irgendeine dubiose Zahl wie: "Spart 12l Öl pro quadrathektozoll
Styropor" zack, das überzeugt!“

„Und warum das alles? Weil es kein Konzept gibt und hier setzt doch das
ganze Energieberatungsgeschnickse an: Ein Konzept entwickeln!“

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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 22:02
ID: 19304



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SORRY! Das ich noch was geändert habe, aber mich stören meine Rechtschreibfehler und Aussagen, die mir andere wieder im Mund umdrehen.

Du weißt schon....Wärmepumpe einsparen und so...



Die letzte Änderung erfolgte aber nicht mehr nach Deinem Beitrag.....


So. Wo gibts das Bier?


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Datum: 26.10.2006
Uhrzeit: 22:15
ID: 19305



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jaja und aus 50€ werden 50-100€

Ich trink mein Clausi extraherb jetzt im Bett!
Prost Archimedes, war ein feines Turnier!

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Datum: 27.10.2006
Uhrzeit: 00:32
ID: 19308



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Eieiei - hab ich nach unserer Bandprobe doch nur noch schnell mal kucken wollen
Und dann das hier - Reihenweise angespitze Federn, Tintenblut und gemeuchelte Smilies:eek:
Das Thema bewegt uns wohl doch sehr.
Werd mir morgen mal in aller Ruhe die Sachen durchlesen und mir dazu Gedanken machen.
Aber das mit dem Bier - hmm - das klingt gut.
Ich seh schon, wenn ich irgendwann mal in eurer Nähe bin, dann muß mal Einer gezupft werden

Gruß

Martin

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Datum: 27.10.2006
Uhrzeit: 02:16
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Archimedes, es ging in der Ganzen Diskussion nicht darum, ob man ein KFW 60 auf ein KFW 40 Standard runterdämmen sollte, sondern darum, daß generell bezweifelt wurde, daß Dämmmaßnahmen an alten Häusern mit ***substanz was bringt. Energetisch und finanziell. Und ja, wenn man sehr billig monolitisch baut und irgendein Putz draufklatscht, dann wird die Sache sicherlich nicht besser, wenn man 300 Häuser davon gebaut hat.

Und daß Bauträger zuerst mal auf die Kalkulation achten, ist auch jedem bewußt.

Wie viele Hütten gibts denn wie die von Planmatsch beschriebene KS-Bauweise? Das sind so ziemlich alle aus den 50ern und 60ern. Wie viele Jahrzehnte sollen die denn noch ihr Geld im Ofen verfeuern und gleichzeitig schön viele Schadstoffe in die Athmosphäre blasen bevor sie sich dann doch zu einer Sanierung entscheiden??

Ehrlich gesagt, ich verstehe hier die ganze Diskutiererei nicht mehr. Planmatsch wirft doch hier ein Argument nach dem anderen ein, und belegt seine Aussagen mit fundierten Berechnungen, und alles was kommt ist ein "ja das ist aber zu teuer" oder "mit weniger oder ohne Dämmung geht es aber auch"....... was soll man dazu noch sagen????

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noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough

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Datum: 27.10.2006
Uhrzeit: 02:19
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PS übrigens: ich arbeitete vor kurzem bei einer Wohnungsbaugesellschaft an einer Komplettsanierung von genau solchen MFWohnhäusern mit. Und bei der Bestandsaufnahme gabs kein einziges, das nicht an den Außenwänden von Schimmel befallen war. und die hatten Öl-Einzelöfen in den Zimmern.

Wer will mir da noch was vom guten Raumklima vorschwindeln????

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