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Sputnik is on a distinguished road

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Datum: 05.11.2004
Uhrzeit: 12:46
ID: 5289



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Originally posted by Jochen Vollmer

Bezüglich der Studenten sollte man über schärfere Regeln nachdenken. Als Wessi möchte ich hier auf das Universitätsystem der DDR aufmerksam machen: Wer zwei Semester über der Regelstudienzeit liegt fliegt raus. Im Abschlusszeungins wird diese unehrenhafte Entlassung selbstverständlich unübersehbar Eingetragen. Abgesehen von Härtefällen zählen keine Ausreden.
In welcher Welt lebst Du eigentlich? Entweder Du wolltest einfach NUR SO provozieren oder Du kannst tatsächlich Äpfel und Birnen nicht unterscheiden.
Vielleicht hast Du auch "schnell studiert" und wegen der Architektur-Scheuklappen den Sinn für die Realität verloren. Ein Architekt, der für Menschen bauen soll, sollte auch etwas über die Gesellschaft wissen: Dann wäre Dir sicher auch nicht entgangen, daß es für die Studierenden in der DDR nicht notwendig war, nebenbei zu arbeiten, da sie Studienstipendien erhielten.
Es gibt bei uns jedoch eine Menge Leute, die die Regelstudienzeit weit überschreiten, nicht weil sie "faul" sind oder lustige Jobpraktika absolvieren, sondern ARBEITEN MÜSSEN, um überhaupt über die Runden zu kommen, ob im Architekturbüro oder woanders.
Das System ist nicht im Geringsten übertragbar bei der Vielzahl an Leuten, die weder vom Staat noch von Mutti und Vatti gesponsert werden und auf Jobs während des Studiums angewiesen sind.
Und wie Snobs schreibt, ist ein Regelstudienzeit-Studium bei Architekten kein Kriterium, vielleicht bei BWL-Absolventen. Vor kurzem erst hatte ich ein Gespräch darüber mit einem der Hauptverantwortlichen unseres Büros...über die tollen "Überflieger" mit einem langweilig makellosem Lebenslauf, ohne Ausscheren, ohne weitere Interessen, die nichts von der Welt gesehen haben, nicht mal richtig gelebt haben und jetzt auf einmal kreativ sein müssen und für die Gesellschaft, die sie nicht kennen und nicht verstehen, Ideen entwickeln und entwerfen sollen.
Schau Dir mal einen Libeskind an, der in Israel, England und USA in verschiedenen Bereichen studierte: Musik, dann Kunstgeschichte, schließlich Architektur...oder ein Tadao Ando, der gar nicht studierte, Boxer war und durch dier Welt reiste und schließlich bei Architektur landete.
Wer die Qualität der Architektur/des Architekten darauf reduziert, in 8 oder 10 Semestern sein Diplom in der Hand zu halten und zu wissen, daß die Brüstungshöhe des Fensters beim zweiten Fluchtweg 1,4m nicht überschreiten darf und sonst keine Ahnung von der Welt hat, dem wird auch beim 143sten Fliesenplan, den er gerade gezeichnet hat, nicht in den Sinn kommen, daß er vielleicht ein guter Bauzeichner mit Architektentitel aber kein Architekt ist.

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