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Datum: 22.10.2021
Uhrzeit: 00:47
ID: 57861



Stempelmissbrauch

#1 (Permalink)
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Hallo zusammen,

ich möchte hier auf etwas aufmerksam machen, dass mir schon seit langem ein Dorn im Auge ist.

Leider bekomme ich immer häufiger mit, dass gerade sehr junge Architekten oder alte gescheiterte Architekten Ihren Stempel dazu missbrauchen Pläne von Projektentwicklern bzw. Bauunternehmer und Co. gegen ein kleines Taschengeld zu stempeln.

Das ganze geht so weit, dass viele Unternehmen bei Ihrer Kostenkalkulation für Projekte in die zwei bis vierfache Mio. Höhe, gerade einmal 5.000 € für den Architekten einkalkulieren.
Zum Vergleich, das eigentliche Honorar sollte ungefähr 10-12 % der zuvor genannten Summe betragen.

Ich finde, das ist ein weiterer Grund dafür, weshalb wir Architekten über Jahrzehnte zu den schlecht verdienenden Akademiker gehören; und das inmitten der ertragreichsten Branche, die es überhaupt gibt.

Jeder Stempelfritze bestätigt mit seinem Stempel, gegen ein kleines Entgelt, nichts anderes, außer dass er sich bereit erklärt, auf sehr viel Geld zu verzichten. Zudem zerstört er unserer Branche und trägt zu den vielen Missständen bei.

Die Lösung:
Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass nur Architekten einen Stempel führen sollten, die auch nachweislich ein Architekturbüro führen. Gescheiterte Rentner oder unerfahrene Absolventen mit einer Basuka auszustatten geht meistens nach hinten los.

Nur ein weiterer provokativer Denkanstoß für dieses Forum. Danke

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Datum: 25.10.2021
Uhrzeit: 10:36
ID: 57864



AW: Stempelmissbrauch

#2 (Permalink)
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Guten Morgen,

also ich bekam jetzt erst einen mit Eintritt in die Kammer. Und da musste ich ziemlich viel Erfahrung nachweisen. In Bayern muss im Hochbau noch mehr dargelegt werden. Zudem wurde vor einigen Jahren festgelegt, dass die Erfahrung für alle nur als Angestellter oder freier Mitarbeiter zu holen ist. Ich hatte da noch eigene Projekte eingereicht.

Ich möchte jetzt nicht von allen Kammern sprechen, aber in den Schoss fällt einen die Mitgliedschaft vermutlich nirgendwo. Von daher würde ich da jetzt nicht unbedingt von Grünschnäbeln sprechen.

Zudem muss ich ja entweder Angestellter der Baufirma sein oder ein eigenes Büro haben. Als Angestellter laufe ich ja mal nicht eben in der Mittagspause woanders hin. Rentner natürlich ausgenommen, das mag sein.

Ich stempel nichts, was ich nicht selber gemacht habe. Schließlich ist man ja auch haftbar. Sollten die sich auch mal vor Augen halten.

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Patrick123456: Offline


Patrick123456 is on a distinguished road

Beitrag
Datum: 25.10.2021
Uhrzeit: 12:25
ID: 57865



AW: Stempelmissbrauch #3 (Permalink)
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Ich hatte das an anderer Stelle auch schon einmal ausgeführt, aber es ist doch schon so dass sich beispielsweise in Bayern jeder in die Kammer eintragen lassen kann der mal zwei Jahre in einem Architekturbüro gesessen hat. Sogar wenn das Büro keine Erfahrung LpH 6-8 bescheinigen sollte, lässt sich das über kostenpflichtige Kurse „nachholen“. Daher kann ich hier weder ein Qualitätsmerkmal erkennen noch entsprechende Erfahrung voraussetzen, was sich auch darin widerspiegelt das die Kammermitgliedschaft meines Wissens auch keinen Einfluss auf Gehälter hat. Was mich daran stört bzw. was ich als sehr unfair empfinde, ist, dass Kollegen aus Österreich oder Polen aufwendige und teure Prüfungen bestehen müssen (s.h. z.B. Ziviltechniker). Selbstverständlich hängt das in Deutschland auch eng mit den Versorgungswerken zusammen, was wieder ein anderes Thema ist, aber ich sehe das sehr kritisch und hätte das ebenfalls gerne anders.

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Beitrag
Datum: 27.10.2021
Uhrzeit: 14:04
ID: 57866



AW: Stempelmissbrauch #4 (Permalink)
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Ja, das mit den Kursen stimmt. Aber es gibt eben Büros, die z.B. stark auf Wettbewerbe spezialisiert sind. Da kommst du nicht groß raus.
2 Jahre ist jetzt schon eine gewisse Erfahrung.
Die Rente darf man natürlich auch nicht vergessen, da muss recht zeitig einbezahlt werden. Das hängt wirklich zusammen.

Dass sich jemand, der Bauingenieurswesen (Cilvil Engineering) studiert hat nicht in die Kammer eintragen lassen kann, ist doch logisch.

Ich habe ein Auslandssemester im EU-Raum gemacht und kann mir nicht vorstellen, dass es beim Bachelor oder Master da große Probleme geben sollte, sofern der Abschluss-Titel identisch ist. Die Einbürgerung muss wohl passieren.

Beim Stempeln geht es allerdings viel um lokale und regionale Gesetze, da traue ich jemandem aus dem Ausland das tatsächlich erst mal nicht zu, das zu überblicken. Das ist ohnehin ziemlich speziell und man lernt es eigentlich nur durch Eigenstudium oder Kontakte zu Gemeinde, Ämtern und Politik.

Per se kann ich es aber bei der momentanen Lage sowieso nicht nachvollziehen, warum manche es scheinbar nötig haben, irgendwas abzustempeln.

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