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Burkhard: Offline


Burkhard is on a distinguished road

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Datum: 19.04.2005
Uhrzeit: 15:57
ID: 8203



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Genau das ist richtig, unterm Strich bleibt nicht viel.
Aber wo das wirkliche Problem steckt kannst du mir auch nicht sagen, oder?
Wenn du im Kleinen arbeitest und flexibel sein musst, ist es vielfach nicht möglich anderen den Praxisbezug zu vermitteln. Sie können nicht beschäftigt werden.
Ob WaltherBau oder nicht, spielt keine Rolle, denn dort herrscht in erster Linie ein Kostenapperat und Verwaltungsaufwand, der in Bezug auf Management erst recht Realitätsfremd geworden ist.
Es gibt genug Großfirmen, die existieren - und der Vorstand oder die Eigentümer sind mit Sicherheit nicht von heute auf morgen so Pleite, das sie Ihre Miete nicht mehr zahlen können.
Wenn ich ein Büro eröffne und in den nächsten Jahren so erweitere, das ich 50 Leute beschäftigen kann, ist es mir mit Sicherheit möglich zu entlassen und wieder kleiner anzufangen - wenn die Auftragslage schlechter wird. Nur, in der Zwischenzeit habe ich meine Schäfchen einigermaßen im trockenen, mein Leben abgesichert, ......
Was ich ' mit meiner Hände arbeit kaum schaffe. ( Rechne nur mal aus was ein Handwerker verdienen muss nach Abzug ' aller ' Kosten und setz das mal in ein Auftragsvolumen - alleine)
Was ich auch machen kann ist, jemanden einzustellen um ihm eine Chance zu geben, mir seine Talente zur Verfügung zu stellen, aber ihm auch die Gelegenheit zu geben etwas aus der Praxis zu lernen.

Wir sprechen von denen, die davon betroffen sind, die geringfügig arbeiten müssen, die keinen Praxisbezug bekommen, die versuchen etwas mehr aus sich zu machen.- von denen du glaubst sie seien realitätsfremd.
Das ist nicht immer nur der Glaube wenn ich schufte wird schon was daraus.
Das ist auch die Hoffnung und der Wunsch etwas zu entdecken, neues zu bringen, herauszuragen, zu riskieren.....
Es ist nicht realitätsfremd auch daran zu glauben.
Obwohl ich auch der Meinung bin, das im Studium sehr stark an der realitätsbezogenen Arbeit vorbei gelehrt wird, halte ich gerade die kreative Abeit für ebenso wichtig in Bezug auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung wie die Statische.
Unter Statisch verstehe ich die Gesetze und Regeln die unsere Realität vorgeben, die ich aber auch mir selbst aneignen kann oder jemanden dafür beauftrage. Du sagst notwendig, okay, aber ist dies ein Teil einer Entwicklung oder wie man gerne sagt Intelligenz, wenn ich nur nachplappere was ich vorher gelesen und umgesetzt habe? Der Stolz ein braver Bürger zu sein, weil ich die Regeln befolgt habe und jetzt vieleicht sicher bin, das mir keiner ans Bein pinkeln kann?
Für mich leider nicht.
Ich bin immer noch stolz auf einen guten Entwurf, ( aus der Resonanz des Umfeldes) und stolz darauf es umgesetzt zu haben. Das 'Wie' spielt für mich eine Nebenrolle, auch wenn es die meiste Zeit erfordert.
Ich denke das beides Notwendig ist um zu bestehen, aber was ich mir persönlich aneigne, kann keine Regel sein, sondern wird in erster Linie immer etwas mit Idealismus, Kreativität, Wachstum etc zu tun haben.
Warum sollte ich also auf die schimpfen, die sich nicht nur mit der AVA, Statik, Wirtschaftlichkeit... auseinandersetzen.
Es ist eher ein Fehler des Systems, das diese Dinge immer mehr in den Vordergrund rücken und zwar resultierend aus dem menschlichen Verhalten.
Jeder möchte sich absichern, keine Fehler machen und keine Angst haben. Wenns dann falsch läuft wird ein Schuldiger gesucht. Das zu Entscheiden verlassen wir uns auf Vorschriften und Regeln. Diese wiederum werden hoch gehalten und zur Realität erklärt. -Das kotzt mich an, aber nicht die, die damit Leben müssen.
Wenn jemandem diese Regeln ( Arbeiten ) so wichtig sind, sollte er sie sich zu eigen machen, auch mit allem Frust, aber nicht den anderen als Wahrheit oder Einsicht verkaufen - nicht mit der Wichtigkeit.
Ich kenne die Regeln auch, manche gut manche weniger. Sie stehen bei mir nur nicht an erster Stelle meiner Arbeit. Ich benutze sie, ohne sie als Realität zu betrachten ( Bei der nächste Novellierung wars dann wieder und eine verbessrte Realität kommt? )
Natürlich lebe ich nicht nur von dem Entwurf, aber es macht mich traurig, das eine Abwehrhaltung dagegen eingenommen wird und damit Entwurfsarbeit abgewertet wird, nur weil Sie einen kleinen Prozentsatz der Wirtschaftlichkeit und des Solls erreicht.
Dabei lebt gerade Architektur und Innenarchitektur von Ideen und kreativen Auseinandersetzungen - und das wird in einem Entwurf festgehalten. Du redest eigentlich nur von Arbeit, das meine ich und beschwerst dich, das andere nicht so reden.
Ist nicht bös gemeint, soll nur verdeutlichen das es andere Sichtweisen gibt und nicht ' andere Wahrheiten'

'Es rentiert sich nicht zu Fuß nach Prag zu maschieren, aber da ich kein Auto habe ist Prag ja auch nicht wichtig. Soll sowieso nicht schön sein.'
Eigentlich rentiert sich auch nicht der Entwurf, schade nur das er dazu gehört. Viel Aufwand, wenig Gewinn. Wäre ja schön, wenn ich Architektur gleich mit der Ausführungsplanung beginnen würde.
Und das kennen wir alle wohl aus der Schublade.

Schade eigentlich.

Puuh, ich hab aber jetzt erstmal was anderes zu tun.

Gruß Burkhard

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