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Jochen Vollmer: Offline
Ort: Kassel Beitrag Datum: 05.07.2009 Uhrzeit: 00:19 ID: 34396 | Social Bookmarks: @ Florian: ich habe mich zwar mit dem Green Bulding Zertifikat noch nicht befasst. Deine Anmerkung dazu lässt mich vermuten, dass die Systemgrenze der Bilanzierung nach dem Green B. Zertifikat auf die Errichtungsphase & Bausubstanz des Gebäudes abzielt... Eine Bewertung im Sinne eines ganzheitlichen Verständnisses von Nachhaltigkeit scheint dem GBZ dann wohl nicht zugrunde zu liegen. Hast du Info-Material zum Green Building ...? Würde mich da gerne mal einlesen.
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FoVe: Offline
Ort: Wetzlar Beitrag Datum: 06.07.2009 Uhrzeit: 08:23 ID: 34403 | Social Bookmarks: @Blumenschein - die negative Energiebilanz von Steinwolle ist mir klar. Wobei man da nach meiner Meinung mit zweierlei Maß misst. Wie beurtelt man den Energieaufwand für Schafwolldämmung? Wird der CO2 Ausstoß der Tiere auch bewertet? Oder, wie ist Dämmung aus Recyclingpapier da zu bewerten? Der Kahlschlag für die Papierherstellung ist enorm. Wie aufwendigt ist die Herstellung von Blähglasgranulat? ICh bin selbst ein großer Verfechter von ökologischen Baustoffen. Mein Haus ist komplett mit Isofloc gedämmt. Allerdings ist der Dämmwert, zumidest damals vor 14 Jahren, von Isofloc nicht so gut gewesen wie der von Rockwool. Also, dickere Dämmschichten, mehr Verbrauch an Holz usw. Streng genommen müßte ich den höheren Resourcenverbrauch dem ökologischen Dämmstoff negativ anlasten. @Florian - welche akustische Dämmung meinst du denn? Innerhalb leichter Trockenbauwände von Raum zu Raum? Ich könnte mir vorstellen, in Indien dürftest du gut mit Kokosfaserdämmung arbeiten können. Oder brauchst du raumakustische Ertüchtigung? Da wäre IMHO die Blähglasgranulatdämmeung von STO oder Lahnauakustics mit die beste Lösung. |
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Jochen Vollmer: Offline
Ort: Kassel Beitrag Datum: 06.07.2009 Uhrzeit: 11:18 ID: 34410 | Social Bookmarks: Zitat:
Genau das wird in einer Ökobilanz gemacht: Es wird der Materialaufwand mit den Öko-Kennzahlen je Materialeinheit multipliziert. Im Anhang mal eine Beispielrechnung....
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mika: Offline
Ort: Berlin Beitrag Datum: 07.07.2009 Uhrzeit: 08:11 ID: 34415 | Social Bookmarks: Zitat:
die Tabelle ist sehr interessant, wo hast Du die her, bzw. wo kann man die und die Werte bekommen ? | |
| Social Bookmarks: Ja, eher das für den runden (!) Plenarsaal...
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Dagobert: Offline
Beitrag Datum: 06.07.2009 Uhrzeit: 18:18 ID: 34413 | Social Bookmarks: Ein Problem der Ökologischen Baustoffe sind, dass zum Beispiel bei Schafwolle sehr viel Wasser benötigt wird um das Material zu reinigen, bei Hanf und anderen Fasern werden zum Teil Kunststoffe hinzugegeben um das Material zu binden. Ein großes Thema ist auch der Brandschutz, viele der als Ökologisch angepriesenen Materialien müssen behandelt werden um sie überhaupt im Baubereich verwenden zu dürfen. Für die Dämmung eines Hochhauses scheiden die Materialien sowieso aus, da Sie wie EPS oder XPS nie die Baustoffklasse A1 erreichen und der in der DIN tw. geforderte Schmelzpunkt gr. 1000 Grad ist nur mit Materialien aus Steinwolle oder durch das Produkt Ultimate zu erreichen. Mineralwolle (Glaswolle sowie Steinwolle) besteht eigentlich zu 95 % aus natürlichen Materialien die anderen 5% sind Bindemittel, diese werden aus Mineralöl produziert. Eine Wiederverwendung von Glas oder Steinwolle ist theoretisch möglich und wird bereits in einigen Ländern durchgeführt. Auf dem Markt gibt es bald das Produkt Ecose welches ein Bindemittel aus Stärke enthält. In wie weit sich dies Positiv auf die Ökobilanz der Mineralwolle auswirkt weiß ich nicht. Im Bereich des sommerlichen Wärmeschutzes haben schwere Materialien einen leichten Vorteil gegenüber leichten. Bei der Mineralwolle lässt sich dies aber durch beispielsweise eine doppelte Beplankung ausgleichen. Im Bereich der Akustik zeichnen sich einige Mineralwolle Produkte (insbesondere Glaswolle) durch einen hohen Längenbezogenen Strömungswiderstand aus, welcher als Maß für die Schallschluckung zu beachten ist. dieser ist bei Mineralwolle hinter Akustikvlies von Bedeutung. durch diese Eigenschaft eignet sich auch die Mineralwolle zur Hohlraumbedämpfung von Wänden und Decken, hier reicht aber ein Längenbezogener Strömungswiderstand gr. 5 (DIN). Hoffe es hilft ;-) |
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Blumenschein: Offline
Ort: Münster Beitrag Datum: 09.07.2009 Uhrzeit: 08:23 ID: 34430 | Social Bookmarks: @FoVe Zitat:
Wird für Zellulosedämmstoff tatsächlich der Rohstoff Holz verwendet? Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass es sich um recyceltes Papier handelt, sprich man gibt dem Abfall einen neuen Sinn! Gruß -- Blumenschein | |
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Jochen Vollmer: Offline
Ort: Kassel Beitrag Datum: 09.07.2009 Uhrzeit: 19:05 ID: 34436 | Social Bookmarks: @ Blume und FoVe Prinzipiell werden in Ökobilanzen die Umweltfaktoren erfasst, die das ökologische Gleichgewicht (lokal und global) beeinflussen. Dabei sind neben den Stoffen (CO2, SO2, etc.) und Energieen vor allem die Menge bei gleichzeitiger Betrachtung des zeitlichen Faktors von Bedeutung. Am Beispiel von Holz sieht man, dass sich dieser Baustoff (mathematisch) negativ auf die CO2 Bilanz auswirkt, d. h. bei Verwendung von Holz sinkt die CO2 Bilanz (negativer Wert in der Tabelle z. B. Holzspanwärmedämmung). Die Verfasser des Rechenmodells gehen davon aus, dass der Regenerationsprozess von Holz (CO2 binden während der Wachstumsphase, CO2 ausstoßen während der - thermischen - Wiederverwertung) so schnell stattfindet, dass das ökologische Gleichgewicht dadurch nicht bedroht ist UND CO2 in Holzkonstruktionen somit "zwischengeparkt" werden kann, vereinfacht gesagt es wird temporär dem Kreislauf entzogen, da es in der Baukonstruktion gebunden ist. <--- ist gängige Rechenpraxis, jedoch aus meiner sicht eher ein theoretische Argument um die Bilanz schönzurechnen und Ökologische Konstruktionen noch günstiger erscheinen zu lassen. @ mika
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Jochen Vollmer: Offline
Ort: Kassel Beitrag Datum: 02.08.2009 Uhrzeit: 19:31 ID: 34661 | Social Bookmarks: Ich möchte der Liste noch zwei weitere Quellen für Ökokennzahlen hinzufügen, die ich dieses Wochenende gefunden habe: (1) Informationsportal Nachhaltiges Bauen:Baustoff- und Gebäudedaten - Ökobau.dat Dort findet sich eine Zusammenstellung diverser Baumaterialien mit deren Ökokennzahlen und auch eine Auflistung der Nutzungsdauer von Bauteilen. Es gibt jede Menge allgemeine Informationen zum nachhaltigen Bauen. (2) IBU Startseite Das Institut für Bauen und Umwelt (IBU) erstellt für Baustoff- und Bauteilhersteller Ökobilanzen. Die Ergebnisse stehen als Datenblätter im Bereich Deklaration zum Download bereit. Viel Spaß damit
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mika: Offline
Ort: Berlin Beitrag Datum: 30.09.2009 Uhrzeit: 12:03 ID: 35621 | Social Bookmarks: Zitat:
Hallo Jochen, hab mir gerade nochmal die Seite Ökobau.dat bei nachhaltigesbauen.de angesehen. Dort hab ich mir die Werte für KVH angesehen und für Kalksandstein. Wenn ich das richtig verstehe braucht man für die Gewinnung von KVH 9598 MJ nicht erneuerbare Energie und für KS 1121 MJ. Kann das sein ? Verbraucht das Trocknen 8-9 mal mehr Energie als das Backen des Steins ? | |
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Jochen Vollmer: Offline
Ort: Kassel Beitrag Datum: 30.09.2009 Uhrzeit: 12:55 ID: 35626 | Social Bookmarks: Hi Michael, die Kennwerte für Fichte beziehen sich auf technisch getrocknetes Holz. Überlicherweise geschieht dies in elektrisch betriebenen Autocalven, zumindest kenn ich es nur so. Dieses Holz wird vornehmlich für Ausbauzwecke und Möbeltischlerei verwendet. Das "Zimmermannsholz" ist soweit ich weiß nur luft-getrocknet. Mag sein, dass der PEI-Wert (nicht erneuerbar) auf diese Weise zustande kommt. Auf den ersten Blick irritiert mich der Unterschied auch. Ehrlich gesagt habe ich mich bis jetzt vornehmlich auf die Werte des IBO verlassen. Die Datensätze machen den gepflegtesten Eindruck. Hier ist ein umfassender Materialkatalog abgedruckt. Anderen Falls kannst Du hier nachfragen: IBU Startseite und dich dort an Frank Grootens wenden. Er wird dir einen weiteren Kontakt zu jemandem herstellen können, der dir die Frage umfassend beantworten kann.
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TappAr: Offline
Beitrag Datum: 14.06.2011 Uhrzeit: 09:32 ID: 44027 | Social Bookmarks: IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie oder auch www.wecobis.de und dann wühlen, wühlen, wühlen. ibo hatte mal ziemlich gute tabellen zu baustoffen zum download. falls die nicht mehr online einfach anmailen, dann schicke ich die gerne mal rüber. |
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