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Francis: Offline


Francis is on a distinguished road

Beitrag
Datum: 12.10.2007
Uhrzeit: 10:26
ID: 25659



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Zitat:
Und die Architekturabsolventen haben zwar von Problemen soziologischer, wirtschaftlicher, naturwissenschaftlicher, künstlerischer usw. Natur gehört, können sie aber nicht lösen weil sie 90% der Zeit mit CAD und co. "vergeudet" haben.
Ja aber genau das ist doch auch der Punkt. Im Studium hat man doch die Wahl, mit was man sich beschäftigen möchte, und das Architekturstudium bietet da eben wirklich viel. Wer sich für soziologische Aspekte beschäftigt, kann dazu Seminare belegen, für Wirtschaft kann man sich in Baumanagement vertiefen, das geht teilweise schon richtig in Richtung BWL, und ich hab eben meine Zeit mit CAD "vergeudet", mit dem Erfolg, dass ich danach 2 Jahre lang Computerspiele gebaut hab und ein Grafikerteam koordiniert hab, und eben auch Entworfen hab. War also alles genau wie Architektur, nur eben virtuell ;-)

Ich denke, gerade für Denker und Projektleiter ist das Studium eine super Vorbereitung. Mal als Beispiel: In grossen Unternehmen machen Trainees (BWLer, die mal Führungskraft werden wollen) spezielle Seminare, zur Präsentation und Moderation, klar, weil die während dem Studium fast nur Klausuren schreiben, nie mündl. Prüfungen haben, die können das nicht. Wir Archis haben fast alles mündlich, jeder Entwurf ist eine mündl. Präsentation, meistens sogar vor einer Menge Leute (Diplom war bei uns öffentlich, Entwurfspräsentationen fanden oft auf den Ausstellungsfluren statt), wir können sowas schon. Und gut Argumentieren muss man schon können, um den Prof vom Entwurf zu überzeugen. Gleichzeitig können wir Dinge sofort auf den Punkt bringen, die Kernaussage finden, denn der Prof will ja sofort wissen, was der Grundgedanke war...
Projektpläne erstellen: Kein Problem, ein Entwurf geht über ein Semester, da lernt man schon Planen und sich Milestones zu setzen. Spätestens beim Bauzeitenplan weiss man wie es läuft.
Mitarbeiter koordinieren: Lernt man im Büro, erstens wie es mit den Kollegen geht, zweitens, wie es auf der Baustelle läuft.
Also für Führungspositionen sind Archis super geeignet.

Dann der kulturelle Bereich: Auch da haben wir Ahnung, wir planen schliesslich für die Öffentlichkeit und mussten uns in viele Bereiche eindenken. Wir kennen uns in Geschichte aus, und durch die Gebäude auch in Kulturgeschichte. Architekturtheorie kennen wir auch, kritisch sind wir sowieso, im Studium wird ja alles ständig hinterfragt. Auch da gibts Möglichkeiten, ich hab auch schon öfters mal was für Zeitungen veröffentlicht, also auch da kann man gut arbeiten, wenn man nicht nur Häuser bauen will.


Ich bin jedenfalls froh, dass ich Arch. studiert hab, für mich war das eine super Grundlage, für alles was noch so kommt. Momentan bin ich zwar wieder im klassischen Arch.büro, aber ob ich das in 1-2 Jahren auch noch mache, weiss ich nicht...

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