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Datum: 10.02.2007
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Die Bahn zieht im Geheimen wohl sowieso finstere Konsequenzen aus dem Konflikt: Ich habe gehört, sie schließt schon jetzt grundsätzlich keine regulären Architektenverträge mehr ab, nur noch Rechte-Buy-Out-Sklaven-Zuarbeiter-Verträge. Außerdem könnte sie das deutsche Architektenrecht wohl auch dadurch aushebeln, dass eine ihrer US-Töchter als Auftraggeber eingesetzt wird.

Kosten- und Termindruck waren wohl mörderisch beim L. Bahnhof, im Hinblick auf den WM-Termin. 700 Mio EUR wurde ja als Gesamtsumme zum Zeitpunkt der Eröffnung genannt. Jetzt waren die Beobachter schon bei einer satten Milliarde EUR. Wahrscheinlich waren es noch deutlich mehr. Irgendwer hat vorgerechnet, dass sich diese Immobilie mit den erzielbaren Laden- und Büromieten auch in 500 Jahren noch nicht gerechnet haben wird.

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Datum: 10.02.2007
Uhrzeit: 18:02
ID: 21743



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Das Kanzleramt wird sich finanziell auch nicht rechnen , anders als bei den meisten Flughäfen, die ausserhalb von Städten liegen, sind Bahnhöfe ein zentraler Punkt in den Städten, bei dem es nicht ausschließlich um wirtschaftlichkeit gehen darf.
Ich zumindes möchte nicht, dass in meiner Stadt nurnoch wirtschaftlich gebaut wird...
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Florian Illenberger

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Datum: 10.02.2007
Uhrzeit: 18:08
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Zitat:
Originally posted by Florian
...
Ich zumindes möchte nicht, dass in meiner Stadt nur noch wirtschaftlich gebaut wird...
wer will das schon?
Die Realität ist eine andere!

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Tom
 
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Datum: 10.02.2007
Uhrzeit: 18:31
ID: 21745



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"Ohrenbleche" hätte gmp ursprünglich im Entwurf gehabt, die von der Bahn gestrichen worden seien, heißt es ja u.a. in dem SPON-Artikel. Auch die hätten aber nur dekorativen Zwecken dienen sollen und hätten in der Sturmnacht nix genützt, erwidert die Bahn. Hat jemand eine Idee, was unter einem Ohrenblech in diesem Fall zu verstehen ist? Ich kenne Blech-Laschen, Blech-Steifen, Blech-Stege, Blech-Gurte, Knotenbleche, ...

Die Berliner Zeitung hat übrigens ein ganzes Online-"Dossier" zum Bahnhof. Da kriegt man immer den aktuellen Stand, auf gutem fachlichem Niveau: http://www.berlinonline.de/berliner-...nhof/index.php

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Datum: 10.02.2007
Uhrzeit: 18:38
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Ja! Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Ich bin auch dagegen, daß bei allen Projekten die der breiten Bevölkerung und "dem Ansehen eines Staates oder einer Stadt" dienen um jeden Euro gefeilscht wird und nur auf billig gemacht wird. Es muß auch Raum/Budget für gute Architektur und Prestige gelassen werden.
Trotzdem muß ja jemand die Zeche zahlen. Hier in Deutschland sind das leider allzuoft und selbstverständlich die Steuerzahler (wohlgemerkt die privaten Haushalte) und Verbraucher. In diesem Fall wohl auch die Bahnkunden, weil die Bahn ja noch ein Monopol hat, durch welches sie "beliebig" an der Preisschraube drehen kann.
Ich empfinde ein solches Projekt mit dieser Kostenüberschreitung nüchtern betrachtet als Katastrophe. Bei dieser Aussage möchte ich die Gestaltung einmal außen vorlassen, aber wenn man sich die ökonomische Seite betrachtet, läßt es sich wohl nicht anders beschreiben. Schließlich gehört auch Kostenkontrolle und Kalkulation zum Architektenhandwerk.

Bei jedem privaten Wohnhaus ist eine Kostensteigerung gegenüber der ursprünglichen Kalkulation um mehr als 20% schlichtweg eine Katastrophe und bedeutet für den Architekten Beruf verfehlt und großen Ärger. Für den Bauherren bedeutet es nachfinanzieren, Baustop oder in ein unfertiges Haus einziehen. Auf jeden Fall gibt's verdammt miese Stimmung.
Bei solchen Großprojekten werden die Kosten "ungehemmt" um ca. 50% überschritten und keiner regt sich furchtbar darüber auf.

Auch wenn hier letztendlich dem Architekten die Vollendung seines Werkes aus den Händen genommen wurde, so hätte auch er es wohl kaum wesentlich billiger bauen können.
Vielleicht wäre es sogar noch teurer geworden, mit vollständiger Überdachung und Gewölbedecken.

Natürlich kann man auch anführen, daß man für ein solches Objekt kaum oder keine Referenzprojekte findet, über welche man die Baukosten im Vorfeld kalkulieren kann, aber wenn ich in dieser Liga spielen will, dann müßte man es eigentlich schon etwas genauer fassen können.

...oder interessiert es wirklich Keinen?

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Datum: 10.02.2007
Uhrzeit: 18:50
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Zitat:
Originally posted by Archimedes
Bei solchen Großprojekten werden die Kosten "ungehemmt" um ca. 50% überschritten und keiner regt sich furchtbar darüber auf.
Das liegt daran, dass bei solchen Projekten die Kosten ersteinmal heruntergerechnet werden, damit das Projekt in den entsprechenden Gremien genehmigt wird.
Diese Rechnung wird übrigens i.d.R. nicht vom Architekten geschönigt! Häufig wird die Kostenermittlung gleich von Auftraggeber gemacht.

P.S.
Zitat:
Berliner Zeitung
Sein Büro habe der DB schriftlich mitgeteilt, dass die Fassadenbalken mit seitlichen "Ohrenblechen" gesichert werden müssen.
Da lässt sich die Bahn aber auf was ein. Die Akten sind bei gmp gut sortiert - da hab ich selber schon die ein oder andere Behauptung eines Fachplaners widerlegen können ( - der seine Ablage nicht so gepflegt hat)
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Florian Illenberger

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Datum: 10.02.2007
Uhrzeit: 18:57
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Zitat:
Originally posted by Florian
Das liegt daran, dass bei solchen Projekten die Kosten ersteinmal heruntergerechnet werden, damit das Projekt in den entsprechenden Gremien genehmigt wird.
Diese Rechnung wird übrigens i.d.R. nicht vom Architekten geschönigt! Häufig wird die Kostenermittlung gleich von Auftraggeber gemacht.
Ich habe auch mal ein einer Planung für die Bundeswehr mitgearbeitet, bei der ein extra entwickeltes Kostenermittlungsprogramm zum Einsatz
kam. Dorten wurden Raumtyp (Büro, Labor, Verkehrsfläche) und Raumgröße eingegeben und hinten kam dann die Kostenberechnung raus. Seit dem wundere ich mich nicht mehr über Kostenüberschreitungen.

Florian

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Datum: 10.02.2007
Uhrzeit: 19:07
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Zitat:
Originally posted by Archimedes
... Auch wenn hier letztendlich dem Architekten die Vollendung seines Werkes aus den Händen genommen wurde, so hätte auch er es wohl kaum wesentlich billiger bauen können.
Vielleicht wäre es sogar noch teurer geworden, mit vollständiger Überdachung und Gewölbedecken. ...
Ich glaube, mit Kosten hatte gmp wirklich nicht die kleinste Bohne zu tun. Das lag alles in Händen der Bahn selbst. Bei solchen Größenordnungen machen das oft auch externe Projektsteuerer. Die Berliner Zeitung schreibt:

Zitat:
Kaum ein Bauvorhaben in Berlin war so komplex wie der Bau des Hauptbahnhofs. Fünf Bauherren, über 40 Baufirmen, weit mehr als 100 Ingenieurbüros waren beteiligt. Die Bahn hielt aber immer die Fäden in der Hand. Das Projektmanagement übernahm die damalige DB Projekt Verkehrsbau GmbH. Ihre Aufgabe ist "die Vorbereitung und Steuerung von Planung, Bauvorbereitung, Baudurchführung und Bauüberwachung ... einschließlich der Vergabe, Koordinierung und Qualitätskontrolle aller Arbeiten", so Projektleiter Hany Azer.
Die lange Planungs- und Bauzeit mit Unterbrechungen, Umplanungen, Streichungen, Wieder-Aufnahmen haben sicher auch zu Kostensteigerungen geführt. Zudem fügt es sich ein in eine längere Berliner Verschwendungs-Tradition - das ICC sei auch x-mal so teuer geworden wie geplant.

Zum Thema Kostenschätzung: Die Glashallen, die Stirnfassaden, etc. sind alles patentierte Einzellösungen mit "Zulassungen im Einzelfall", für die langwierige Gutachten von Uni-Instituten gemacht wurden, etc. Das kriegt man nicht bei Aldi im Schnäppchen-Regal.

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Datum: 24.02.2007
Uhrzeit: 13:46
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Die Wahrheit über die "Ohrenbleche" in der Süddeutschen: http://www.gmp-architekten.de/filead...kte/LBB/SZ.pdf

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Datum: 24.02.2007
Uhrzeit: 15:07
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Originally posted by Tom
Die Wahrheit über die "Ohrenbleche" in der Süddeutschen: http://www.gmp-architekten.de/filead...kte/LBB/SZ.pdf
Saubere Sache. Ich hab's geahnt, Mehdorns Kostenmanagement war Schuld.
Ist schon komisch. Das ist ja wie beim Einfamilienhausbau mit den Bauherren, die einen als Bauunternehmer im Nachhinein für die mißglückte Eigenleistung verantwortlich machen wollen. So nach dem Motto: an dem gerissenen Estrich sind die Wände Schuld, die ja viel zu dicht am Estrich errichtet wurden.

War es bei der Akademie der Künste am Pariser Platz nicht auch so, dass wider der Empfehlungen von Behnisch Behnisch und Partner der billigste Anbieter vom Bauherren genommen wurde. Als der das für die weit unter der Kostenschätzung liegenden Kosten nicht hinbekommen hat, und über Nachträge die Kosten dann wieder in der Größenordnung der Kostenschätzung oder darüber lagen, sollte auch wieder das Architekturbüro Schuld gewesen sein. Irgendwie so war das da.

Ich komm nicht umhin mal zu sagen, dass die Moral und Attitude der Bauherren in diesem Lande sehr zu wünschen läßt. Vielleicht sollte man mal die VOB dahingehend nach bessern.
__________________
Grüße Michael

"Warum soll etwas nicht so gut wie möglich sein ?"
Ludwig Mies van der Rohe, 1964

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Datum: 24.02.2007
Uhrzeit: 21:00
ID: 22164



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Aus dem Artikel kann man auch vor allem lernen, wie genau man mit seinen Formulierungen aufpassen muss!
Ein vorschnelles OK geht schnell nach hinten los - besonders wenn es schriftlich gegeben wurde.
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Florian Illenberger

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