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Originally posted by noone also ich habe das ganze so verstanden, daß die Eltern des Typs zu viel Einkommen hatten, das ganze dann aber so umgeschrieben haben, daß es unterhalb der Einkommensgrenze liegt. Das heißt doch also, daß die Eltern ausreichend ihren Sohn unterstützen können. Außerdem schreibt doch Archimedes, er habe alles in Aktienfonds angelegt. Ist doch also ein klarer Fall von Betrug. |
Ja, da bin ich Deiner Meinung - nur ist es aber kein Betrug ( sofern Einkünfte nicht verschwiegen wurden ).
Du hattest aber Deine persönliche Lage damit in Verbinung gebracht und es erweckte den Eindruck, dass Du das Bafög benötigt hättest - deiner Meinung nach - und es auch genommen hättest.*
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Originally posted by noone
Ich denke übrigens, daß wenn du mit einem Kind studierst, und noch mit deiner Frau zusammenlebst, es schon irgendeine Hilfe für Studenten geben sollte. Ich fand es jedenfalls für unmenschlich, daß Hans Mustermann, der Single ist, nach derselben Einkommensgrenze der Eltern bemessen wird als Egon Eiermann, der verheiratet ist und ein Kind zu Lasten hat. Irgendwie unlogisch, oder? |
Was hat ein Kind mit dem Studium zu tun? Mit einem Kind ist Egon Eiermann an der Uni idR. ein 'Härtefall', d.h. Egon Eiermann kann sich von Studiengebühren befreien lassen, es gibt günstigere Tagesplätze etc.
Zudem bietet der Staat auch noch Kindergeld, Wohngeld, Krankenversicherung, usw.
Wenn Egon Eiermann zwei guterverdienende Eltern und eine Frau die entweder Zeit oder Geld hat, muss Das nach meinem Verständniss machbar sein und ist kein Fall für die Staatskasse. Das Kind hatte Egon Eiermann schon vorher und hatte sich trotzdem für's Studium entschieden.
Im Gegenzug muss Hans Mustermann die Weiber inner Disse aufreissen, damit er eines Tages soweit ist wie Egon Eiermann - das kostet auch Geld und Zeit.*
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Originally posted by Florian Das ist aber für viele ein Problem. Würdest Du Deine Eltern auf Unterhalt verklagen, wenn sie Dir sagen, dass sie es nicht oder nur in geringem Maße aufbringen könne, der Staat aber aufgrund irgendwelcher Tabellen anderer Meinung ist? |
Ja, dafür ist das Gesetz da. Die Tabellen sind nicht derart restriktiv, dass es nicht machbar wäre - wenn die Eltern auf die Rendite der Immobilienanlage zugunsten des Kindes nicht verzichten wollen, liegt wohl ein moralisches Problem vor (Vielleicht auch einer der Ursachen unserer bereits angesprochenen Konsumschl*mpengesellschaft). Für mich ist es eigentlich selbstverständlich, dass ich meinen Eltern die Unterstützung zurückzahle.
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Originally posted by Florian Kinder perspektivloser Eltern erhalten im Durchschnitt auch eine schlechtere "Werte"erziehung und denen ist auch der Sinn des Lernens schwerer vermittelbar, als Kindern "erfolgreicher" Eltern.
Was unser Land eigentlich für die Zukunft braucht, sind viele Kinder aus dem Bildungsbürgertum - etwas drastisch ausgedrückt.) |
Wenn ich das objektiv lese, würde ich es definitiv als faschistisches Gedankengut abstempeln*.
Um es vorweg zu nehmen: die Regierung ist fleissig dabei um die Renditeaussichten für Dinkis zu erhöhen, damit diese ein Kind developen. Brauchen wir wirklich Bildungseliten, die keinen Bezug zu den Lebensprobleme des Pöbels mehr haben? Sind die Bildungseliten alles kleine Jesusse, die sich nur um das Wohlwollen der Gesellschaft kümmern? Meiner Meinung nach brauchen wir einfach nur eine gute Breitenförderung. Was ist ein Science-Center inmitten einer Ansammlung von Discountermarkt-Hütten?
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Originally posted by Florian Ich fänd' es für andere Studienanfänger hier tatsächlich mal interessant von verschiedenen Leuten Auflistungen Ihrer monatlichen Ausgaben zu bekommen, mit Verweis auf den Studienort.
Also ich versuche mal aufzulisten, welche Kosten es realistischerweise gibt und freue mich über Ergänzungen - und dann über konkrete Angaben. |
Das ist eine gute Idee, vielleicht sollte man das aber in einem eigenen Thread oder ExcelTabelle machen.
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Originally posted by Archimedes Natürlich hätte ich das Bafög auch genommen, denn ich finde es ist nicht das Problem der Eltern, wenn ihre Kinder studieren wollen und selbst schon Mitte oder Ende Zwanzig sind. Warum sollen die Eltern 25 oder 30 Jahre für ihre Kinder aufkommen und sich selber einschränken müssen?
Irgendwann endet die Verantwortung des Elternhauses und die soziale Abhängigkeit. |
Und dann soll der Staat die Verantwortung übernehmen? Ist das eine neue Form des Turbo-Stalinismus?
Mit der Kritik an den 'Porschesparer' widersprichst Du dich.
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Originally posted by Archimedes
Es ist doch in Deutschland mittlerweile an der Tagesordnung, daß sich vielfach die "falschen" Leute aus den Töpfen des Staates bedienen.
Wenn der Staat die Verteilung von Geldern wie Ausbildungsförderung, Sozailhilfe, Arbeitslosengeld, Rente, etc. nicht sozial gerecht und nachvollziehbar gestalten kann, dann bemüht sich halt jeder Bürger selbst an das zu kommen, was ihm nach seinem Empfinden zusteht.[/B]
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DU wärest auch der falsche Leut, wenn Du dich bedient hättest - da das Bafög für Einkommensschwache gedacht ist: Was Dein Vater aber nicht ist.*
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Originally posted by Archimedes
Bei Bafög kann es doch nicht darum gehen Eltern mit gutem Einkommen auf das Einkommensniveau von Sozialhilfeempfängern herunter zu wirtschaften.[/B]
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Ich habe gerade nicht die Einkommenstgrenze zur Hand, exclusive Kindergeld bezahlen die Eltern etwa 500Euro - idR. weniger, da viele Studenten einen Nebenjob haben. Auf Sozialhilfeniveau wird niemand gewirtschaftet. Übrigens ist Sozialhilfe etwa 350euro/Monat mit NULL Eigentum/Privatversicherung/etc..
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soll kein persönlicher Angriff sein - davon habe ich nichts.