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Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all

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Datum: 27.11.2006
Uhrzeit: 16:23
ID: 20042



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Originally posted by Francis

Und mal abgesehen davon, ehrlich gesagt kenne ich eigentlich nur Mädels, die überhaupt eine Bauzeichnerlehre gemacht haben...wenn ich so nachdenke, kenn ich keinen einzigen Jungen.

Wäre vielleicht auch mal eine neue Diskussion wert:
"Bauzeichnerlehre? Ist doch nur was für Mädels!"



Vielleicht hab ich das auch ganz falsch verstanden, aber ich dachte bisher immer, der Lehrhof würde zur Berufsschule gehören, und da würde man dann als Bauzeichnerazubi z.b. im Rahmen der "Vorlesung" Mauerbau eben mit den Maurer-Azubis rumwerkeln...
Aber das kann ja Archimedes sicher mal aufklären...
Zu meiner Zeit (91-94)war es sehr ausgeglichen: ca. 55% Jungs und 45% Mädels, die Bauzeichner gelernt haben.

Lehrhof gabs nur für Maurer, Verputzer, Fliesenleger usw.. Die haben da mauern hochgezogen und gleich wieder abgerissen. Lehrwerkstatt gabs für Schreiner und Schlosser usw.
Bauzeichner haben da nichts gemacht. Wir mussten uns bei verschiedenen Firmen eine Pratikumsplatz suchen. Mädels haben sich oft was schreiben lassen ohne tatsächlich mehr als 2 Wochen auf der Baustelle gewesen zu sein
In der Berufsschule gabs neben den wirklich wenig anspruchsvollen Fächern, wie Deutsch, Religion/Ethik, Wirtschaftslehre, Sozialkunde und Sport noch die fachbezogenen Fächer. Fachkunde, Fachrechnen, Fachzeichnen.

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Francis is on a distinguished road

Beitrag
Datum: 27.11.2006
Uhrzeit: 16:43
ID: 20043



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Also um das mal aufzuklären:

Eine Kommilitonin von mir, die Bauzeichnerlehre gemacht hat, hat mir erzählt, dass sie früher im Rahmen der Berufsschule schon mal zusammen mit den Maurern auf dem Lehrhof war und da halt gemauert hat (nicht anstelle eines Praktikums, das hat sie sowieso ganz normal gemacht), das war da halt in den Unterricht integriert...

Daher dachte ich halt, dass man das während der Berufsschule halt so macht.


Naja, deine Ausbildung ist ja auch schon was länger her...vielleicht gibts ja jemanden der ganz aktuelle Fakten beisteuern kann.

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noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough noone is a jewel in the rough

Beitrag
Datum: 27.11.2006
Uhrzeit: 17:02
ID: 20044



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mir glaubt ja sowieso keiner, aber für die die es trotzdem interessiert: Lehrhof gibts zur Zeit bei der Ausbildung in SB nicht, dafür aber zwei Betriebspraktika, die abzuleisten sind. Die oben genannten unnütze Nebenfächer gibts immer noch.

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Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all Archimedes is a name known to all

Beitrag
Datum: 27.11.2006
Uhrzeit: 17:20
ID: 20047



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Zitat:
Originally posted by Francis
Also um das mal aufzuklären:

Eine Kommilitonin von mir, die Bauzeichnerlehre gemacht hat, hat mir erzählt, dass sie früher im Rahmen der Berufsschule schon mal zusammen mit den Maurern auf dem Lehrhof war und da halt gemauert hat (nicht anstelle eines Praktikums, das hat sie sowieso ganz normal gemacht), das war da halt in den Unterricht integriert...
Andere (Bundes-)Länder andere Sitten.

Entweder hat sich der Lehrplan dahingehend geändert oder der Fachlehrer hat das aus Eigeninitiative miteingebaut. Vielleicht durchaus interessant für alle die noch nicht vorher auf der Baustelle waren und keinen Stein in der Hand hatten. Vor allem für Mädels "angenehmer".
Die meisten Baustellen sind noch immer nicht besonders frauenfreundlich. Das fängt schon beim Dixi an.

Vielleicht noch eine Info:

Bei uns hat mehr als die Hälfte direkt nach der Bauzeichnerlehre weitergemacht, also Fachabi, Studium,Technikerschule oder den Beruf ganz gewechselt.
Von den Mädels sind prozentual mehr reine Bauzeichner geblieben. Wobei für einige sowieso eine frühe Familiengründung ausser Frage stand.

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Kissenknicker: Offline


Kissenknicker is on a distinguished road

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Datum: 27.11.2006
Uhrzeit: 18:26
ID: 20048



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Ich habe vor meinem Innenarchitektur-Studium eine Ausbildung zur Tischlerin gemacht, da ich nach dem Abi erst einmal "arbeiten" wollte.

Als Nachteil habe ich gesehen, dass ich mich im Entwurf oft gefragt habe: Wie soll man das konstruieren und was wird das kosten? Dadurch hatten die freien Formen bei mir keine Chance!

Ausserdem habe ich mich oft zu sehr ins Detail verstrickt, so dass ich das Gesamtkonzept aus den Augen verloren habe.

Ich habe meine Ausbildung (dank Abi) auf zwei Jahre verkürzt und deshalb weniger Zeit "verloren".

Die Ausbildung hat mir in der Hinsicht Gewissheit gegeben, dass ich nach dem Studium auch wieder als Tischler in der Arbeitsvorbereitung hätte arbeiten können. Hätte mir das Studium nicht gefallen, hätte ich es abbrechen können und in den gelernten Beruf zurück kehren können.
Ich habe das als Beruhigung empfunden. Eine Schulkollegin hat mit 23 Jahren gesagt: "Du hast wenigstens schon was! Ich studiere schon vier Jahre und habe immer noch nichts!" Sie hat direkt nach dem Abi studiert.

Die Ausbildung habe ich bei einem namhaften Objekteinrichter gemacht, das ist bei meiner Bewerbung (als Innenarchitektin + als studentische Hilfskraft) sehr positiv aufgefallen. Man kannte den Betrieb und wusste, dass die qualitativ hochwertig produzieren und gut ausbilden.

Während des Studiums konnte ich als Tischler-Geselle arbeiten und habe so wesentlich mehr Geld verdient als durch Kellnern möglich gewesen wäre.

Durch die Ausbildung habe ich ein besseres Verständnis für Konstruktion und Details. Ich kann mir Arbeitsabläufe besser vorstellen, und habe fachspezifische Kenntnisse. Viele Komolitonen haben mich nach Lösungen für ihre konstruktiven Probleme gefragt.

Wenn ich mit Handwerkern über Ausführung rede, kann ich die Qualität besser beurteilen und Fehler erkennen.


Ich würde immer wieder eine Ausbildung vor einem Studium machen, da ich so über ein technisches Hintergrundwissen verfüge und auch über Kontakte in der Branche.

Allerdings kann ich eine Ausbildung nur in einem Unternehmen empfehlen, in dem man auch als Azubi Einblicke in alle Unternehmenszweige erhält und auch Verantwortung übernehmen kann. Eine Ausbildung am Fließband bringt nichts.
Dann sollte man lieber ein Praxis- oder Auslandssemester einlegen und während der Semesterferien gute Praktika suchen! Wobei sich jemand mit Ausbildung nicht auf seine Ausbildung ausruhen sollte und auch Praktika absolvieren oder eben in verschiedenen Architekturbüros als studentische Hilfskraft arbeiten sollte!

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Datum: 28.11.2006
Uhrzeit: 00:49
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ist es vielleicht einfach unmöglich eine allgemeine Aussage zu machen, inwieweit eine Ausbildung als BZ nützlich ist oder nicht?
ich weiss auch nicht warum der anspruch besteht das zu tun. letztendlich muss es doch jeder selber entscheiden, und um das zu klären sind einzelgespräche gut. auch wenn die forumsbeiträge hilfreich sind, um informationen zu bekommen ohne eine frage stellen zu müssen, sollte sich doch jeder, der sich diese frage stellt und hilfe oder informationen benötigt die mühe machen, sich anmelden, seine situation schildern und dann kann man hilreiche beiträge erwarten, die etwas mit dem menschen zu tun haben, der das problem hat.
es gibt argumente die 10mal hin und hergeschoben werden können ohne das man zu einem ergebnis kommt. solche habe ich in den letzten 10 minuten gelesen. die meinungen scheinen sehr verschieden zu sein, man kann doch festhalten, dass es keine richtige antwort zu der frage gibt, weil das leben so wunderbar vielschichtig ist.
daran sollten wir als architekten (oder arch-studenten) ja eigentlich gewöhnt sein.

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Datum: 28.11.2006
Uhrzeit: 17:18
ID: 20073



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So mich gibts auch noch...

Allgemein:
Also ich bin da mal ganz eindeutig und sage ein durchschnittlicher Abiturient soll studieren damit er nicht geistig unterfordert ist.
Und wenn sich einer wirklich bei einer Ausbildung so wohl fühlt dann soll er sich vielleicht überlegen doch bei diesem gelernten Fachberuf zu bleiben und nicht auf eine Universität gehen. In einem Lehrberuf geht es nur um das "wie konstruiere ich das". In einem Studium geht es um "Was will ich überhaupt erreichen, warum, welche Folgen hat das,wann hat es diese Folgen, Wann kann ich meine Kenntnisse einsetzen und wann frag ich lieber jemand anderen, welche Auswirkungen haben allgemeinere Gesetze und Vorgänge auf diesen Spezialfall und auch wie mache ich das?..."
Aber ich glaube das ist nichts für jemanden der sich in einer Ausbildung mit "Meister und Lehrling" und "richtig oder falsch" wohlfühlt. Das klingt jetzt etwas elitär...
und nicht speziell auf die Architektur bezogen...

Auf das Architekturstudium bezogen:
Warum eigentlich eine Bauzeichnerlehre? oder gar Maurer?
Handwerk gut und schön aber das klingt mir ein bischen so als versucht ein Zahnprotesenhersteller Medizin zu studieren...
Es sollte doch so sein dass auch jemand der Lichttechniker oder Tontechniker oder Bühnenbildner oder Kameramann usw. genausogut seine Kenntnisse in die "Mutter aller Künste"... bringen kann. Diese Betonung auf das "Bauen" finde ich nicht so gut.

Gropius (Wir wollen Handwerk, und das Endsieg äh Endziel ist der Bau) ist doch schon ne Weile her...

Wenn man als Bauzeichner oder gar Maurer im Studium im Vorteil ist dann ist das eher ein Schwachpunkt der Studiengänge die noch zu sehr eine "Baumeister Ausbildung" machen. Meine Meinung.
__________________
Hier gehts doch nicht um irgendwelche zweitrangigen Nebensächlichkeiten. Hier gehts nur um Architektur...

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Beitrag
Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 08:29
ID: 20086



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Zitat:
Originally posted by Maller

Also ich bin da mal ganz eindeutig und sage ein durchschnittlicher Abiturient soll studieren damit er nicht geistig unterfordert ist.

.....

Auf das Architekturstudium bezogen:
Warum eigentlich eine Bauzeichnerlehre? oder gar Maurer?
Handwerk gut und schön aber das klingt mir ein bischen so als versucht ein Zahnprotesenhersteller Medizin zu studieren...
Es sollte doch so sein dass auch jemand der Lichttechniker oder Tontechniker oder Bühnenbildner oder Kameramann usw. genausogut seine Kenntnisse in die "Mutter aller Künste"... bringen kann. Diese Betonung auf das "Bauen" finde ich nicht so gut.

Gropius (Wir wollen Handwerk, und das Endsieg äh Endziel ist der Bau) ist doch schon ne Weile her...

Auch eine Ansicht.

Aber ist das Ziel der Architektur bzw. des Architekturstudiums nicht das Bauen bzw. das gute Bauen und Gestalten?
Ist das Ziel eines Medizinstudims nicht das man anderen Menschen helfen kann und sie heilen kann?

Oder geht es nur um das Philosophieren mit Gleichgesinnten um theoretische Diskussionen, die aber zu keinem greifbaren Bauwerk führen?
Zeigen was man kann oder glaubt zu können, dass geht doch nur durch Ausführung. Das Beherrschen und Begreifen der Ausführung sollte daher einen eben so hohen Stellenwert wie die Theorie und die Gestaltung haben!

Warum soll der Zahnprotestenhersteller keine Medizin studieren können und darin "gut" sein. Ist er weil er vorher Zahnprotesten hergestellt hat dazu schlechter geeignet als ein Laie, der vorher "nichts" hergestellt hat? Benachteiligt etwa ein Beruf/einHandwerk/eine Vorbildung gegenüber keinem Beruf und keiner Vorbildung? Ist man dann "dümmer"?

Geändert von Archimedes (29.11.2006 um 09:00 Uhr).

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Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 10:09
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Geht es eigentlich noch darum, ob es von Vorteil ist eine Ausbildung vor dem Studium zu machen, oder geht es inzwischen darum nachzuweisen, dass jemand der sich zusätzlich qualifizieren möchte, in dem er einen Beruf im Bauwesen erlernt, intellektuell nicht fähig ist zu studieren ?

Wenn das Bauen das persönliche Ziel des Architekturstudiums ist, dann denke ich, ist das Wissen um das Bauen selbst nicht von Nachteil. Wenn es nicht das persönliche Ziel ist, dann ist es nicht von Vorteil. Dazwischen gibt es noch einiges an Raum.

Und in meiner Lehre gab's auch nicht richtig oder falsch. Es gab immer viele Möglichkeiten, aber nur eine war die im Moment unter den gegebenen Umständen effizienteste oder einfachste. Ich kenne Maller nicht, aber er oder sie kennt auch eine Lehre nicht. Ich erlaube mir kein Urteil über sein oder ihren Weg. Aber ich finde seine oder ihre Formulierungen beleidigend für jeden, der nach dem Abitur eine Ausbildung gemacht hat, um seinen Horziont in der Praxis zu erweitern.

Wer eine Ausbildung macht, ist geistig nicht zwangsläufig einfach gestrickt.
Das ist es aber, was im Unterton Deines Beitrags steckt.
__________________
Grüße Michael

"Warum soll etwas nicht so gut wie möglich sein ?"
Ludwig Mies van der Rohe, 1964

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Beitrag
Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 10:30
ID: 20093



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Also was man ja vielleicht festhalten kann:

Eine Handwerkerlehre ist KEINE Bauzeichnerlehre und hat völlig andere Lehrinhalte. Eine Handwerkerlehre sollte nicht unbedingt zur Entscheidungsfindung für oder gegen ein Architekturstudium herangezogen werden, denn dort hat man keinen grossen Einblick in den Architektenalltag.
Die Handwerkerlehre hat andere Vorteile, die hier auch schon angerissen wurden.

Eine Bauzeichnerlehre kann zur Entscheidung für oder gegen ein Architekturstudium herangezogen werden. Man hat guten Einblick in den Architektenalltag und man hat eine (gute) Vorbereitung aufs Architekturstudium, kann sich eventuell sogar Fächer anrechnen lassen, bzw. vorziehen und kann im Endeffekt das Grundstudium vielleicht schneller durchziehen (ob das gewollt ist oder nicht).

Tatsache ist auch, dass die Leute, die eine Lehre gemacht haben, dies ja nicht bereuen, sondern als positive Bereicherung ansehen.

Desweiteren macht sich eine Lehre im Lebenslauf sicher immer sehr gut, sie ist zwar kein Muss, wird einem aber ganz sicher auch nicht negativ angerechnet, sondern kann den Lebenslauf definitiv nur verbessern.


Negative Punkte bisher waren:
Eine Bauzeichnerlehre schränkt beim Entwurf ein - dieser Punkt ist sehr individuell, sie könnte ja auch inspirierend sein, je nachdem, wo man die Lehre gemacht hat, und was dort gebaut wurde

Eine Bauzeichnerlehre verlängert das Studium unnötig - naja, was heisst langes Studium? diese Diskussion gabs hier auch schon. Es kommt auf den ganz individuellen Lebensweg an, die Spannbreite hier geht von Leuten mit Diplom nach 8 Semestern zu Leuten, die mit 14 Semestern immer noch im Studium sind...da hat jeder die Sache in der Hand.
z.B. wenn ich die Lehre vorher gemacht hätte (und nicht 2 Jahre Bauing. studiert hätte) hätte sich bei mir ja nichts verändert. Statt Bauing. ständ Lehre im Lebenslauf, weiss jetzt nicht, was da unbedingt besser aussieht, aber schnell studiert hab ich trotzdem und war ja mit 25/26 fertig, also von langem Studium muss auch mit Lehre keine Rede sein...

Ich denke, eine Lehre ist eine ganz persönliche Entscheidung, das muss jeder selbst entscheiden, ob er es machen will oder nicht, nur bereuen wird man es hinterher vermutlich nicht.

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Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 10:47
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Originally posted by Maller
"Baumeister Ausbildung"
Leider ist das Gegenteil der Fall. Wir als Architekten lassen uns zu viele Kompetenzen und Qualifikationen aus Faulheit oder Ignoranz durch die Lappen gehen.
Während die "Baumeister" in der Lage waren neben dem Entwurf und der Konstruktion eines Bauwerks auch den Handwerkern zur Seite zu stehen fehlt es heute allzu oft an technischem, ästhetischem und soziokulturellen Hintergrundwissen, das über Halbbildung hinausgeht. Da wird dann lieber aus persönlicher Eitelkeit ein Schwachsinnsprojekt hochgezogen (sei es real oder nur als Studienleistung), weil es "so cool und lässig ausschaut".
Das soll kein Statement gegen die "Avantgarde" oder neue Ideen sein, aber man sollte die eigenen Ideen und Projekte immer kritisch hinterfragen. Ästhetisch, konstruktiv und gesellschaftlich. Dies als Einleitung zum Thema: Alles was man lernt, fachlich und auch fachfremd, bringt einen weiter und optimiert das Ergebnis der eigenen geistigen Arbeit. Wenn man das Gelernte zu interpretieren und zu nutzen weis.
Wenn ich also weis, dass Holzverbidnung A dem Schreiner leichter von der Hand geht und ein saubereres Ergebnis bringt als Verbindung B, dann kann ich dieses Wissen in meine Planungen einbeziehen und eventuell Verbindung C entwickeln, die die leichte Montage von Verbindung A mit meinen ästhetischen Vorstellungen kombiniert. Sowas lernt man nicht auf der Hochschule, sieht man ja auch häufig an den Beiträgen hier, dass auch höhere Semester noch nicht wissen, wie eigentlich eine Wand betoniert wird etc. . Deshalb kann ich jedem nur raten: Macht Praktika und arbeitet nebenher. Und zwar nicht beim Stararchitekten, wo ihr Modelle bauen "dürft", sondern dort, wo ihr mit den bautechnischen Abläufen konfrontiert werdet. Ich habe seit dem 2. Semester in Büros gearbeitet, 5 Monate auf der Baustelle Steine gesägt und Schalungen gestellt - meiner Meinung machen die so gemachten Erfahrungen 50% der Gesamtqualifikation aus. Wobei ich jetzt nicht behaupten möchte, dass eine vorherige Ausbildung unbedingt sein muss. So sind z.B. die Tätigkeiten auf dem Bau in den ersten 2 Monaten noch spannend und neu, danach wirds aber auch für einen Praktikanten schnell zu Routine und auch die Gesellen machen auch nicht täglich neue Erfahrungen . Das meiste ist doch schnöde Akkordarbeit.

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Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 10:55
ID: 20095



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Genauso sehe ich es auch :-)

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Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 11:14
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Und ich glaube auch fast jeder stimmt mir zu wenn ich sage, dass wenn keine BZ-Lehre absolviert wurde und auch sonst kein Kontakt zur Architektur (durch Familie o.ä.) bestand, ein Praktikum vor dem Studium gemacht werden sollte, um zu sehen, auf was man sich langfristig einlässt.
__________________
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Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 11:16
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Natürlich, aber darum geht die Diskussion doch gar nicht...

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Datum: 29.11.2006
Uhrzeit: 12:39
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Nein darum geht die Diskussion nicht. Es steht ja auch ohne aller Zweifel, daß die Qualifikation eines Architekten HAUPTSÄCHLICH aus ERFAHRUNG besteht. Und die sammelt man natürlich im Beruf. Ob man die nun während der Lehrzeit macht oder aber nach dem Studium im Beruf, spielt dabei doch kaum eine Rolle.

Das Studium generell, egal welches Fach studiert wird, hat ja auch den Anspruch, die theoretische Basis zu fördern. Mit diesem Wissen soll man dann im Beruf in der Lage sein, ein Problem zu erkennen und den Weg zur Lösung zu kennen. Es ist also völlig egal, ob man selbst das Fachwissen besitzt oder ob man externe Beratung heranzieht.

Im Berufsfeld des Architekten bedeutet dies wiederum, daß es eigentlich egal ist, ob man selbst Zimmerer ist oder nicht. Natürlich bringt Fachwissen immer einen Vorteil, jedoch ist es nicht das essentielle der Architektur. Architektur baut nicht auf Details auf, sondern die Details müssen den Charakter der Architektur transportieren und nicht zerstören. Kann ich dieses Detail nicht selbst entwickeln, ist es nicht tragisch, ich kann immer einen Handwerker zu Rate ziehen. Das Feld der Architektur ist zu groß, um immer alles wissen zu können.

Warum also diese ewige Herumreiterei auf Kleinigkeiten, ob man nun DIN Zeichnungen und 50 Betonarten rauf- und runterbeten kann oder nicht, was zählt ist doch die Erfahrung im Beruf, und speziell die Erfahrung im Berufsfeld des Architekten. Überschneiden sich diese Betätigungsfelder bei manchen Bauzeichnern und Architekten, dann ist das ja schön, es ist aber nicht generell der Fall, und ich finde, daß nach 12-13 Jahren Gymnasium z.B. Nebenfächer wie Religion, Mathe oder anderes einfach nur überflüssig sind.

Ich persönlich stimme Florian zu, Praktika sind sehr wichtig, auch besonders vor und während dem Studium, ob jetzt aber jemand 3 Jahre Lehre machen will oder aber während und nach dem Studium arbeiten will, bleibt jedem selbst überlassen, und ich denke nicht, daß wir hier in der Diskussion noch zu einer allgemeinen Werteneutralen Beurteilung kommen.

Geändert von noone (29.11.2006 um 15:40 Uhr).

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Sollte man vor einem Architekturstudium eine Schreinerlehre gemacht haben? dieses Thema Refback 13.12.2008 21:45

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