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Datum: 18.03.2009
Uhrzeit: 18:34
ID: 33129



AW: Ich geb´s auf, finde einfach keinen Job.

#1 (Permalink)
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Wie bereits weiter oben im Thread gesagt sollte man dann aber wirklich darauf achten, steigende Gehälter schon bei Abschluß der Einstellungsverhandlungen in den Vertrag geschrieben zu bekommen.

Die Erfahrung zeigt nämlich schnell, dass es nach oben nur noch sehr sehr zäh und unter Aufbietung von Drohungen weitergeht. Leider ist es nur bei sehr wenigen Büros üblich, selbst erfahrene Mitarbeiter durch Zahlung höherer Bezüge ans Büro zu binden - frei nach dem Motto "Die/ der hat doch schon immer für das Geld gearbeitet - das soll sie/er auch weiterhin!". Davon ausgenommen sind eigentlich nur Mitarbeiter mit Quasi-Partnerstatus.

Regelmäßige Erhöhungen im Prozentbereich wie in der Industrie sind bei uns ja nicht üblich, und wenn man nicht aufpasst, hat man über einen Zeitraum von 5 Jahren ohne Erhöhung real/ nach Kaufkraft betrachtet erhebliche Lohneinbußen.

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Datum: 18.03.2009
Uhrzeit: 21:13
ID: 33136



AW: Ich geb´s auf, finde einfach keinen Job.

#2 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von formliquide Beitrag anzeigen
Regelmäßige Erhöhungen im Prozentbereich wie in der Industrie sind bei uns ja nicht üblich, und wenn man nicht aufpasst, hat man über einen Zeitraum von 5 Jahren ohne Erhöhung real/ nach Kaufkraft betrachtet erhebliche Lohneinbußen.
Das stimmt allerdings.
Dem hingegen muß man aber auch (ein-)sehen, daß die Einnahmen der Büros seit 1996 sich nicht mehr entsprechend nach oben entwickelt haben, weil so lange die letzte HOAI-Anpassung zurückliegt und die Baukosten als Berechnungbasis sich auch kaum bewegt haben. Viele arbeiten sowieso noch unter der HOAI. Die Kosten sind trotzdem permanent gestiegen. Sei es für Strom, Mieten, Versicherung, Man kann einfach nirgendwo mehr fordern, wo nicht mehr ist. Die Gehälter müssen inflationsbereinigt sogar gesunken sein, weil sonst das Verhältnis Büroeinnahmen und gezahlte Löhne gar nicht mehr passen würde.
Da ist kein Spielraum für jährliche Anpassungen nach oben oder Bonuszahlungen.
Leider profitieren von solchen Regelungen meist nur Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.
Für den gleichen Job, den gleichen Streß (oder auch nicht) und einen garantierten Arbeitsplatz gibt es quasi jährlich mehr und mehr, egal wie schlecht es dem Staat und der Wirtschaft geht.
Ein desaströses System ohne tatsächliche Leistungsnachweise, aber dafür mit der Garantie auf staatlichen Bankrott, früher oder später.

Wann wird in diesen Kreisen mal der Gürtel enger geschnallt, wenn alle anderen sparen müssen?

Niemals. Stattdessen fordert man (oder z.B. Verdi) wiedermal 8% höhere Löhne, während die trotteligen Kurzarbeiter aus der Autoindustrie mit 70% vom üblichen Gehalt leben müssen und sich um ihren Arbeitsplatz ernste Sorgen machen müssen. Kranker Staat!

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Datum: 19.03.2009
Uhrzeit: 13:25
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AW: Ich geb´s auf, finde einfach keinen Job. #3 (Permalink)
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Trotz all den Kosten und HOAI-Argumenten bin ich auch der vollen Überzeugung, dass reale Lohnanpassungen wie in der Tarifbranche üblich, auch bei uns richtig sind. Letztendlich ist die Inflation theoretisch in der HOAI berücksichtigt, denn sie ist ja an das aktuelle Preisniveau gebunden. Leider sind halt durch die Konjunktur die Baupreise erheblich gefallen.

zurück zu Formliquide:

Es stimmt leider allzusehr, dass man eine Lohnerhöhung meist nur durch Wechsel erzielen kann. Die wenigsten sind in der Lage, für das Unternehmen so wichtig zu sein, um alles durchzubekommen. Die Masse muss mitschwimmen und zur Gehaltserhöhung sich neu bewerben.......

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Datum: 19.03.2009
Uhrzeit: 14:24
ID: 33146



AW: Ich geb´s auf, finde einfach keinen Job. #4 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von noone Beitrag anzeigen
Es stimmt leider allzusehr, dass man eine Lohnerhöhung meist nur durch Wechsel erzielen kann. Die wenigsten sind in der Lage, für das Unternehmen so wichtig zu sein, um alles durchzubekommen.
Auf so was darfst Du Dich als Arbeitgeber gar nicht erst einlassen. Damit machst Du Dich erpressbar und zum Spielball Deiner Mitarbeiter. Die Lohnspirale und die Forderungen gehen dann in kürzester Zeit überproportional nach oben und die Arbeitsmoral sinkt. Am Ende ist der ganze Laden zahlungsunfähig. Davon hat dann keiner was. Dann besser die Leute ziehen lassen, die glauben sie wären unentbehrlich und hätten Ansprüche, die die Zahlungsbereitschaft des Büros übersteigen. Grundsätzlich ist Jeder irgendwie ersetzbar.

Lohnanpassungen sollten hauptsächlich leistungsbezogen und nicht Alters-, Anwesenheits- oder rein auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit bezogen sein. Nicht nur bei Architekten. Bei einem fairen System für beide Seiten (AG und AN) müßten die Löhne bei geringerer Leistung des Arbeitnehmers auch nach unten angepaßt werden können, nicht immer nur nach oben. Es gibt schließlich nicht nur Inflation, sondern auch Deflation.

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Datum: 19.03.2009
Uhrzeit: 16:06
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AW: Ich geb´s auf, finde einfach keinen Job. #5 (Permalink)
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erpressung geht nicht, ich meinte dass eine ganz normale Lohnerhöhung leider allzuoft ausgeschlagen wird. Und das trotz aller guten Leistungen. Es liegt einfach daran, dass man vor Einstellung einen besseren Standpunkt hat als nachher.

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Datum: 15.04.2009
Uhrzeit: 11:59
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AW: Ich geb´s auf, finde einfach keinen Job. #6 (Permalink)
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Hey,
habe glaube ich alle threads zu diesem Thema mit großem Interesse gelesen. Bin auch seit kurzer Zeit mit der Uni fertig und schreibe seitdem fleißig Bewerbungen, mit wie ich finde guter Mappe etc. und auch guten Praktika.

Jetzt habe ich ganz spontan heute eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in einem kleinem Büro bekommen.Ausführungsplanung. Und ich wurde vorweg schon gebeten, mir Gehaltsvorstellungen zu machen. Hilfe!!! was sag ich denn da jetzt in der heutigen Krise???

Danke für eure schnelle Hilfe...

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Datum: 15.04.2009
Uhrzeit: 12:55
ID: 33420



AW: Ich geb´s auf, finde einfach keinen Job. #7 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von allesnachplan Beitrag anzeigen
Hey,
Und ich wurde vorweg schon gebeten, mir Gehaltsvorstellungen zu machen. Hilfe!!! was sag ich denn da jetzt in der heutigen Krise???

Du mußt Dich und das Büro in dem Du arbeiten willst realistisch einschätzen können:

Zu Dir:

- hast Du bereits konkrete Berufserfahrungen die Du nachweisen kannst?
- welche Berufserfahrungen sind das? Nur Theorie, Entwurf etc. oder auch büropraktische, wie Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung?
- wie flexibel bist Du in Bezug auf Arbeitszeit, Überstunden und Urlaub?
- beherrscht Du die Software, die man im betreffenden Büro benutzt oder mußt Du diese erst erlernen?

Zum Unternehmen:

-wie groß ist das Büro und in welcher wirtschaftlichen Situation ist es (welche Projekte bearbeitet es)?
- gibt es Aufstiegschancen
- sollst Du in allen Leistungsphasen arbeiten oder nur in einer bestimmten z.B: Entwurfsabteilung?
- welche Leistungen gibts neben dem Gehalt: Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Provision, Firmenwagen, etc.?

und, und, und....

Diese und weitere Fragen solltest Du Dir selbst so gut es geht im Vorfeld beantworten und in die Gehaltsfrage einfliessen lassen.

Grundsätzlich würde ich dem Büro bzw. Arbeitgeber die Offerte machen, daß Du für 3-6 Monate Probezeit zu einem reduzierten Gehalt von z.B. 1.700 € brutto/monat arbeitest, damit man sehen kann, ob es paßt. Danach sollte dann das eigentliche Einstiegsgehalt von z.B. 2.300 € brutto/monat gezahlt werden. Das sollte auch im Vertrag stehen.

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