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Datum: 14.04.2015
Uhrzeit: 08:42
ID: 54230



AW: Wer arbeitet mit Revit?

#1 (Permalink)
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Zitat:
Wenn man nur an den Entwurf denkt, ist es sicher egal, welche Tools man dazu benutzt
Da bin ich komplett anderer Meinung. Es gibt mir aber nicht um die Software, sondern und im die Art & Weise des Entwurfes. Viele Studenten versuchen heutzutage einen Entwurf am Computer zu machen. Die Form ist dann meistens perfektioniert und harmonisch, aber dass in diesem Gebäude Menschen leben oder arbeiten sollten, geht schlichtweg vergessen. Die Funktion wird aus meiner Sicht beim Entwerfen am Computer in den Hintergrund gedrängt.

Zitat:
...dass die Absolventen von einer guten Planung und einer guten Ausführung nichts verstehen.
Da hilft aber Revit (mit den bekanntlich extrem guten Möglichkeiten zum Erstellen vom Detailplänen...) garantiert nicht und auch die BIM-Planungsmethode hat damit aus meiner Sicht nichts zu tun. Wenn ein angehender Architekt nicht weiss, wie ein Gebäude gebaut wird, dann hat aus meiner Sicht vorallem damit zu tun, dass es ihn einfach nicht interessiert. Und ich verstehe diese Haltung sogar. Es ist halt für viele interessanter einen Hammer-Entwurf zu machen der in allen Medien publiziert wird, als diesen danach in mühsamer Arbeit mit nicht immer einfachen Handwerkern umzusetzen. Oder hast du schon mal in einer Architekturzeitrschrift den Namen des Bauleiters gelesen?
Aus meiner Sicht können die Hochschulen folgendes besser machen:
- Detailpläne zeichnen, Detailpläne zeichnen, Detailpläne zeichnen, usw.
- Baustellen besuchen
- Dozenten mit Ausführungserfahrung die Detailpläne mit Fallnote bewerten lasen
Ich hatte das Glück, dass ich in zwei von drei Jahren Studium extrem fähige Dozenten hatte, welche bei jedem Detail die Probleme sofort erkannt haben.

Zitat:
Wenn ich Lust habe, tippe ich die Ausschreibung auf der Schreibmaschine und ermittle die Massen mit dem Rechenschieber?
Grundsätzlich ist es nicht verboten :-)

Warum dann BIM?
BIM hat aus meiner Sicht dort einen Vorteil, wo das Gebäude sehr komplex ist und/oder wo die Haustechnik eine wichtige Rolle spielt. Zudem kann man mit BIM ein Gebäude kontrollieren und überprüfen. Aber eigentlich ist das alles eher un***y...

Gruss, wwm1

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Datum: 14.04.2015
Uhrzeit: 11:28
ID: 54233



AW: Wer arbeitet mit Revit?

#2 (Permalink)
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Ich sehe den Vorteil von BIM vor allem im theoretisch besseren /kontinuierlichen Datenaustausch und mit den Fachplanern und der dadurch besseren Koordinationsmöglichkeiten. Denoch denke ich werden noch einige Jahre bis Jahrzehnte ins Land gehen, ehe dies reibungslos funktioniert. Statiker, Bauphysiker, TGA-Planer nutzen meist ein ganzes Arsenal an Software, bevor das alles BIM-fähig ist, Schnittstellenmäßig funktioniert und auch beherrscht wird...

Die Bundesregierung hat übrigens BIM als großen Problemlöser der ganzen "Kostenexplosionen" identifiziert: http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anl...ublicationFile

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Datum: 14.04.2015
Uhrzeit: 21:35
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AW: Wer arbeitet mit Revit? #3 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von personal cheese Beitrag anzeigen
Denoch denke ich werden noch einige Jahre bis Jahrzehnte ins Land gehen, ehe dies reibungslos funktioniert. Statiker, Bauphysiker, TGA-Planer nutzen meist ein ganzes Arsenal an Software, bevor das alles BIM-fähig ist, Schnittstellenmäßig funktioniert und auch beherrscht wird...
Wie lange es noch dauert, bis sich das Thema ganz durchsetzt, weiß keiner. Auf jeden Fall darf man sich nicht beschweren, wenn die Dinge nicht sofort von selbst perfekt funktionieren - denn das haben sie früher auch nicht. Weder der Tuschefüller noch AutoCAD-2D.

T.

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Datum: 15.04.2015
Uhrzeit: 01:41
ID: 54237



AW: Wer arbeitet mit Revit? #4 (Permalink)
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Zitat:
Die Hochschulen sollten das Bewusstsein dafür wecken, dass das gute Entwurfskonzept in 1:200 erst 5% der Wegstrecke zu guter gebauter Architektur ist.
Da bin ich nicht deiner Meinung. Ein gutes Entwurfskonzept steht während der ganzen Planungs- und Ausführungsphase an erster Priorität und alle anderen Entscheidungen müssen sich unterordnen bzw. müssen so gefällt werden, dass das Entwurfskonzept am Ende noch stimmt.
Wieviel das in % ist, weiss ich nicht. Aber wenn du mit einem besch... Entwurfskonzept beginnst zu bauen, kann einfach nichts gutes rauskommen.

Gruss, wwm1

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Datum: 15.04.2015
Uhrzeit: 09:27
ID: 54238



AW: Wer arbeitet mit Revit? #5 (Permalink)
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Sehe ich auch so. Die qualitative Umsetzung zeigt die wahre Meisterschaft. Die Durcharbeitung eines Projektes ist schon kompliziert genug. Wenn der Architekt nun auch noch Systemadministrator spielen soll, bin ich raus. Ich bin kein Softwarearchitekt! Ganz ehrlich, ich habe andere Dinge zu tun. Jetzt soll ich noch ein Programm lernen, was unübersichtlich ist und nur Zeit frißt. Was hat das mit Architekur zu tun? Jahrhundertelang wurden Projekte über konvenstionelle Planweitergabe realisiert- ohne BIM und BAM. Und? War die Architektur dadurch schlechter?

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Datum: 15.04.2015
Uhrzeit: 21:24
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AW: Wer arbeitet mit Revit? #6 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von Archiologe Beitrag anzeigen
Sehe ich auch so. Die qualitative Umsetzung zeigt die wahre Meisterschaft. Die Durcharbeitung eines Projektes ist schon kompliziert genug. Wenn der Architekt nun auch noch Systemadministrator spielen soll, bin ich raus.
BIM hilft bei der Durcharbeitung und bei der Umsetzung des Entwurfskonzeptes durch alle Leistungsphasen. Es ist ein Weg, der die Sache komfortabler und effizienter macht.

Wenn für Dich die Einarbeitung in BIM eine solche Hürde darstellt, gehörst Du vielleicht zu der Generation, die für BIM verloren ist. Ich rede aber von der Zukunft (die für unser Büro schon Gegenwart ist) und über die heutige Ausbildung. Wir haben junge Praktikanten, die mit Revit umgehen, als ob es nichts Leichteres gäbe. Wie die 4-Jährigen, die ihrer Mutter das Smartphone erklären. Deshalb ermuntere ich Studenten, sich mit BIM im Allgemeinen und ggf. Revit im Besonderen zu beschäftigen.

T.

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Datum: 16.04.2015
Uhrzeit: 13:44
ID: 54249



AW: Wer arbeitet mit Revit? #7 (Permalink)
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Zitat:
BIM hilft bei der Durcharbeitung und bei der Umsetzung des Entwurfskonzeptes durch alle Leistungsphasen.
STOP! Das stimmt schlichtweg nicht. Mit BIM kann ich mehr Informationen aus einem Modell rausziehen, mehr Informationen mit den Fachplanern austauschen und mein Modell auf Qualität überprüfen.

Die Vorzüge von BIM haben wirklich nichts mit der Qualität der Umsetzung des Entwurfskonzeptes in den Leistungsphasen zu tun. Ein guter Architekt kriegt die Umsetzung mit allen gängigen Mitteln hin, ein schlecher Architekt kreigt sie nicht hin. Das ist einfach so und darum gibt es gute und schlechte Architekten. Und ich kann das mit aller Bestimmtheit sagen, weil ich garantiert zu den schlechten Architekten gehören würde, wenn ich als Entwurfsarchitekt arbeiten "müsste".

Gruss, wwm1

P.S: Mir ist wichtig, dass die Studenten wissen, dass BIM sie unterstützt in der Qualität des Gebäudes, aber garantiert nicht bei der Umsetzung des Entwurfskonzeptes und auch nicht beim Entwurf selber.

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Datum: 15.04.2015
Uhrzeit: 21:00
ID: 54246



AW: Wer arbeitet mit Revit? #8 (Permalink)
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Zitat von wwm1 Beitrag anzeigen
Da bin ich nicht deiner Meinung. Ein gutes Entwurfskonzept steht während der ganzen Planungs- und Ausführungsphase an erster Priorität ...
Ich bin ganz Deiner Meinung, ich habe nichts anderes gesagt. Die 5% bezogen sich auf die erste Entwurfsphase, auf das, mit dem an den Hochschulen 95% der Zeit verbracht wird. Die Umsetzungsphase, das Durchplanen, das Genehmigungsfähig-Machen, das Detaillieren, das Ausschreiben, das Bauleiten sind nicht so triviale Aufgaben, dass man sie in der Ausbildung komplett ignorieren sollte - wie es heute noch der Fall ist.

T.

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Datum: 14.04.2015
Uhrzeit: 21:27
ID: 54235



AW: Wer arbeitet mit Revit? #9 (Permalink)
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Viele Studenten versuchen heutzutage einen Entwurf am Computer zu machen. Die Form ist dann meistens perfektioniert und harmonisch, aber dass in diesem Gebäude Menschen leben oder arbeiten sollten, geht schlichtweg vergessen. Die Funktion wird aus meiner Sicht beim Entwerfen am Computer in den Hintergrund gedrängt.
Das führt vom Thema weg, weil ich BIM/Revit nicht als Entwurfswerkzeug propagiert habe. Spielen (im guten Sinne) kann man in anderen Programmen besser. Und natürlich muss man überhaupt keine Programme zum Entwerfen benutzen. Zum Zuge kommen die BIM-Vorteile aber spätestens dann, wenn ich von der Entwurfsstudie - die irgendwann im Rechner landen wird - in die Vorplanung gehe und dann systematisch über die folgenden Phasen ein in sich stimmiges 3D-Modell entwickle, aus dem ich alle 2D-Pläne und noch manches mehr ableite.

Zitat:
Wenn ein angehender Architekt nicht weiss, wie ein Gebäude gebaut wird, dann hat aus meiner Sicht vorallem damit zu tun, dass es ihn einfach nicht interessiert. Und ich verstehe diese Haltung sogar.
Die Hochschulen sollten das Bewusstsein dafür wecken, dass das gute Entwurfskonzept in 1:200 erst 5% der Wegstrecke zu guter gebauter Architektur ist. Und der Blick auf den ganzen Entstehungsprozess bis zur Realisierung (und ggf. noch danach) ist genau der Blick, den die BIM-Philosophie einnimmt. Durch BIM lernt man nicht Planen/Detaillieren, aber es hilft einem eine gute, fehlerarme Planung effizient zu erstellen.

T.

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