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Hochschule/AG: Architekt Beitrag Datum: 28.12.2012 Uhrzeit: 21:49 ID: 48887 | Social Bookmarks: ich verstehe immer noch nicht wen oder was Du an den Pranger stellen willst. Ich habe das Gefühl Du stehst vor der EnEV wie das Kaninchen vor Schlange. Diese Verordnung ist nicht Schuld an dem so genannten Dämmwahn, und wie definiert sich dieser überhaupt. Sind Passivhäuser Deiner Meinung nach Wahnsinn? Die gibt´s seit über zwanzig Jahren und sind doch kaum noch mehrpreisig. Oder bist Du doch eigentlich nur gegen PS-WDVS an Altbauten. Ich bin wie Du der Meinung, dass der Hang zum Überdämmen weit verbreitet ist, dies hat aber seine Ursache in der (ich nenn´es mal etwas neutral) Übermotivation von BH/Planer/KfW-Anreizen. Wir ertüchtigen eigentlich alle Häuser i.d.R. mit 20cm Zellulose in den Wänden und 30-35cm im Dach. Ob ich nun 14er oder 20er Stegträger nehme und 14 oder 20 cm Zellulose, völlig egal. Bei zwanzig cm ist aber in der Regel wegen der Abstandsflächen (LBO) Schluss. Gleiches gilt für das Dach, ob ich nun 6, 10 oder 14 cm aufdopple, macht doch keinen großen Unterschied, erfordert vom Planer höchstens mehr Engagement bei der Detaillierung einer formal zufriedenstellenden Lösung an Traufe/Ortgang usw. Du kannst heute theoretisch noch fast mit den U-Werten der WSV95 bauen und damit die aktuelle EnEV einhalten, da ist die Haustechnik schon eher die Herausforderung. Und hier gebe ich Dir Recht, da gibt es mitunter obskure Konstrukte mit Monstersteuerung (Pellet/Solar/Wärmepumpe beladen einen Speicher). Da sind wir mittlerweile von ab. Aber wenn Du sehr gut dämmst, darfst Du nach EnEV (unter 20W) mit Direktstromheizung heizen, dann brauchst Du keine komplizierte Heizungsverteilung, sondern nur ein paar Steckdosen. Ich selbst schreibe diese Zeilen übrigens in einer ungedämmten Gründerzeitbude, in der trotz disziplinierten Lüftens nach Klimalogger der Schimmel die Wände hochwächst... |
| Social Bookmarks: Das mag sein, denn ich fühle mich von den Vorschriften dieser zusammen mit EEWärmeG und dem Ausblick auf das was bis 2020 passieren soll als Planer etwas überfahren bzw. genötigt Bauweisen zu realisieren, die für mich große Haftungsrisiken bürgen können und für den Bauherrn sehr teuer werden. Zitat:
![]() Mit Zellulose und Holzfaserdämmungen arbeiten wir auch. Ist nichts neues, denn ich sitze gerade drin, kostet mehr als EPS und bürgt unter dem Putz auch Gefahrenpotential für Bauschäden, weil es sehr feuchteempfindlich ist. Kleine Schäden in der Putzoberfläche und man hat schnell ein großflächiges Problem. Generell sind fast alle WDVS oberflächlich sehr empfindlich gegen mechanische Beanspruchungen. VHF will sich kaum einer leisten, wenn auch die Folgekosten dafür sprechen. Wir bauen allerdings hauptsächlich neu und sehen uns da tatsächlich der extremen Übermotivation der Bauherrn, angestachelt durch Infos von Baufirmen, Herstellern und Bankmitarbeiter mit lockenden KFW-Konditionen konfrontiert. Von der WSchVo 95 sind wir dank der Mindestanforderungen an Neubauten weit entfernt. Ich will trotz ENEV 2012/2013 im nächsten Jahr nochmal verstärkt monolithisch mit relativ herkömmlichen Ziegeln arbeiten, also nicht mit den extrem aufgelösten, fragilen mit Zusatzdämmung vollgepumpten Ziegelprodukten. Ich werde mit Wandstärken von mind. 49 cm arbeiten müssen um die Mindestanforderungen zu erfüllen und versuche ein komplett mineralisches System an der Wand durchzuhalten. Ich verspreche mir davon ausreichende Wärmedämmung, sehr gute Wärmespeicherung, guten sommerlichen Wärmeschutz, Regulierung des Feuchtehaushaltes, ordentlichen Schallschutz, sehr wertige und langfristig wartungsarme Oberflächen, reparaturfreundliche Systeme, hohen Werterhalt. Ich will dann mal sehen, welcher Bauherr 2035 die positivere Bilanz zieht. Der mit dem WDVS oder der mit dem Ziegelbau. ![]() | ||
| ehem. Benutzer Registriert seit: 29.12.2009
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bezett: Offline
Beitrag Datum: 04.01.2013 Uhrzeit: 21:37 ID: 48960 | Social Bookmarks: Archimedes, sehr gute Entscheidung! Berichte über Deine Erfolge/Rückschläge, vielleicht ändert häufige Berichterstattung zum monoltischen Thema die Baukultur. |
| Social Bookmarks: Zitat:
Ich glaube nicht das man den WDVS-Trend wieder schnell umkehren wird und es wird auch bei manchen Projekten, nach wie vor, die günstigste Lösung zur Verbesserung der Außenhülle bleiben. Ich weiß aber, dass es zunehmend wieder ein Klientel gibt, denen eine funktionierende Wärmedämmung zwar wichtig ist, aber die vor dieses Thema noch einige andere Werte stellen. | ||
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Hochschule/AG: Architekt Beitrag Datum: 21.01.2013 Uhrzeit: 11:41 ID: 49156 | Social Bookmarks: die KfW setzt noch einen drauf Zitat:
Glücklicherweise wurde der tatsächlich am Gaszähler abgelesene Verbrauch schon vorher über Jahre monatlich dokumentiert. (Blaue Balken, vor der Maßnahme) Der schwarze Balken dokumentiert die Berechnung (Endenergie) Im Winter liegt er immer etwas über den tatsächlichen Werten (rote Balken, nach der Maßnahme) im Sommer immer etwas darunter, über das Jahr liegen die Verbrauchswerte aber seit der Dämmaßnahme (Dez. 2008) ca. 5-20% unter den berechnete Werten. Die tatsächlich am Gaszähler abgelesene und eingesparte Erdgasmenge hat sich halbiert und das bei höherer Raum- und Wandoberflächentemperatur. So ist es am Ende zuerst die Behaglichkeit, die als Verbesserung wahrgenommen wurde. | |
| Social Bookmarks: Zitat:
REH= Reihenendhaus? Neben den Wohlfühleffekten: Wann amortisiert sich die Investition in die Gebäudehülle? | ||
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Hochschule/AG: Architekt Beitrag Datum: 21.01.2013 Uhrzeit: 19:26 ID: 49161 | Social Bookmarks: ja, durch die Wohlfühleffekte sofort. Diese Amortisationsberechnungen sind doch Kaffeesatzleserei, oder sag´ mir was Du haben willst und ich rechne Dir das hin... Die Fenster sollten sowieso ausgetauscht werden, natürlich hätten es Plastikfenster und keine dreifachverglasten Holz-Alufenster sein können. Muss ich die Differenz in der Amortisationsbetrachtung ansetzen, wenn für den Bauherrn unabhängig von den Kosten nur Holz-Alufenster in Frage kamen, weil er Plastikfenster hasst? Und was wäre wenn er zweifachverglaste Plastikfenster gar nicht so schlimm findet. Bedeutet, dass die Amortisationszeit von den Vorlieben des Nutzers abhängt?! Die Fassade musste gestrichen und der Putz wäre in zehn Jahren zumindest in Teilflächen erneuert werden, oder schon in fünf, oder erst in zwanzig? Wie rechne ich die Instandhaltung ein? Wie rechne ich die Wertsteigerung des Gebäudes mit ein, wie die gestalterische Aufwertung? |
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