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Francis is on a distinguished road

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 13:37
ID: 23993



Stunden abrechnen

#1 (Permalink)
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Ich bin in einer irgendiwe blöden Situation:

Ich hab für mein neues Büro einen Wettbewerb gemacht und müsste jetzt meine erste Rechnung stellen.
Eigentlich läuft mein Arbeitsvertrag nur auf ca. 30 Stunden pro Woche, durch den Wettbewerb kam ber viel, sogar extrem viel mehr zusammen. Ich hab echt viele Überstunden gemacht. Bezahlt werde ich laut Vetrag stundenweise, es steht aber auch ein durchschnittliches Montasgehalt im Vetrag, dass ich aber, wenn ich jetzt meine Stunden zusammen zähle, ziemlich übersteige.

Mein Chef meinte letztens so beiläufig zu mir, dass Person XY, die früher da gearbeitet hat "jede Stunde zählen würde" und das meinte er negativ.
Und er meinte, dass sie momentan bei jedem Bauvorhaben (sie haben nur 2 laufende) drauf zahlen.

Für den Wettbewerb bekommt das Büro kein Geld, es sei denn, sie gewinnen, wobei es dann auch kein Geld gibt, sondern den Auftrag (der aber natürlich schon lukrativ ist).

Ich hab jetzt ein schlechtes Gewissen, wenn ich alle Stunden komplett abrechne. Ich hab zudem noch zuhause am Wochenende gearbeitet, aber das würde ich eh vernachlässigen, das war auch nicht so viel, und das wäre mir egal.

Aber soll ich jetzt alles abrechnen? Doppelt unangenehm ist die Sache ja auch, weil ich im Ausland arbeite, und da ja keine Erfahrung mit sowas hab...

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Flo
 
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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 14:20
ID: 23994



Re: Stunden abrechnen

#2 (Permalink)
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[QUOTE]
[B]Ich hab für mein neues Büro einen Wettbewerb gemacht und müsste jetzt meine erste Rechnung stellen.
Eigentlich läuft mein Arbeitsvertrag nur auf ca. 30 Stunden pro Woche, durch den Wettbewerb kam ber viel, sogar extrem viel mehr zusammen. Ich hab echt viele Überstunden gemacht. Bezahlt werde ich laut Vetrag stundenweise, es steht aber auch ein durchschnittliches Montasgehalt im Vetrag, dass ich aber, wenn ich jetzt meine Stunden zusammen zähle, ziemlich übersteige.

Zitat:
Mein Chef meinte letztens so beiläufig zu mir, dass Person XY, die früher da gearbeitet hat "jede Stunde zählen würde" und das meinte er negativ.
Und er meinte, dass sie momentan bei jedem Bauvorhaben (sie haben nur 2 laufende) drauf zahlen.
Du kannst ja nix dafür, dass Dein Chef bei den Bauvorhaben falsch kalkuliert.

Zitat:
Für den Wettbewerb bekommt das Büro kein Geld, es sei denn, sie gewinnen, wobei es dann auch kein Geld gibt, sondern den Auftrag (der aber natürlich schon lukrativ ist).

Ich hab jetzt ein schlechtes Gewissen, wenn ich alle Stunden komplett abrechne. Ich hab zudem noch zuhause am Wochenende gearbeitet, aber das würde ich eh vernachlässigen, das war auch nicht so viel, und das wäre mir egal.
Wenn das Büro sich es nicht leisten kann, an einem Wettbewerb teilzunehmen, dann ist das deren Problem und nicht Deins. Ich würde alle Stunden abrechnen. Wenn Dein Chef dann rummeckert, würde ich ab da halt 30 Stunden die Woche arbeiten, egal ob die Luft brennt oder nicht. Ansonsten ist das eine verkappte Ausbeutung. Er will nur 30 Stunden bezahlen aber gerne viel mehr Arbeitskraft haben.

Florian
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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 14:27
ID: 23995



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das würde ich genau so unterschreiben, habe es zulange anders gemacht!
Es ist eine beliebte Hinhaltetaktik: "Wenn wir den Auftrag erstmal haben..."
und ich füge das Ende mit meinen Worten hinzu: Dann kriegst Du auch nichts
ab!
Wenn Du Dich beim ersten Mal ausnutzen lässt, dann wird es sich so
einschleifen. Ich habe mir angewöhnt bei so etwas ein paar Stunden
aufzuführen und in der Rechnung "ohne Berechnung" dahinter zu schreiben,
wenn man z.B. ein bisschen über das Ziel hinaus geschossen ist, oder etwas
zu umständlich gemacht hat.

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 14:33
ID: 23996



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Hmm, also verkalkuliert kann man so nicht sagen, ich glaube, sie machen in dem Büro einfach total viel extra und umsonst, also so wird z.B. für das eine Bauvorhaben komplett Bauaufsicht gemacht, obwohl der Bauherr dafür nicht zahlen will und auch nicht zahlt. Sie machen es aber trotzdem, da sie Angst haben, dass sonst was falsch ausgeführt wird.

Ich hab schon das Gefühl, dass ich ein paar Sachen beim Wettbewerb langsam und umständlich gemacht hab, deshalb hab ich ja das schlechte Gewissen, wenn ich alles abrechne.

Aber ich weiss eben nicht, wo ich die Grenze ziehe. Also klar, die Stunden zuhause rechne ich jetzt nicht ab, egal, aber der Rest, da weiss ich eben nicht wie ich es am besten mache.

Und nochwas: mein Chef ist echt fair, und super nett. Der hält mich nicht hin. Er selbst hat ja auch noch gar nichts gesagt wegen Rechnung oder so. Und ich krieg sonst in dem Büro echt alles, die zahlen sogar täglich das Mittagessen...also von Ausbeutung kann keine Rede sein.

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 14:59
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Also ich bin bei Deinem Problem etwas geteilter Meinung.

Ich habe auch absolut etwas gegen Ausnutzung und würde jedem Empfehlen sich nicht ausnutzen zu lassen und für die geleistete Arbeit eine "angemessene" Entlohnung zu verlangen. Über das angemessen kann man streiten. Dazu gehört auch, daß man seine Arbeit und Leistungen, sowie die Leistungen des Arbeitgebers, richtig einschätzen kann.

Man sollte auch ab und zu "die fünf gerade sein lassen" und sich in die Situation des Arbeitgebers versetzen. Das kann man allerdings meist dann erst halbwegs gut, wenn man schon einige Monate oder Jahre irgendwo arbeitet und verschiedene Situationen erlebt hat.
Ich meine, daß man gelegentlich Nachsicht üben muß und nicht alles bis aufs Kleinste abrechnet. Natürlich spielen da Dinge wie das Grundgehalt und die Arbeitsatmosphäre eine wichtige Rolle (der Wohlfühlfaktor).
Gesunde Betriebe/Büros mit zufriendenen Mitarbeitern leben von einem ständigen gegenseitigen Geben und Nehmen und nicht von Paragraphenreiterei und Kleinkarriertheit.

Ich halte den Vorschlag von planmatsch für gut: Man sollte schon verdeutlichen was man geleistet hat (Auflistung der effektiven Stunden), sollte aber auch gleichzeitig zu einem kleinen Nachlaß bereit sein.



So, wie Du Dein Büro, Deinen Chef, beschreibst, ist er kein knallharter, aufs Geld fixierter, Manager, sondern ein Architekt, der seinen Beruf "liebt" und gerne auch mal im Dienste einer "guten" Arbeit unentgeldlich tätig wird. Diese Einstellung wird in zwar nicht zu einem reichen Architekten machen, aber vermutlich zu einem halbwegs zufriedenen Menschen, bei dem man sich als Mitarbeiter langfristig wohlfühlen kann.

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 17:59
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Eigentlich sollte man bei Beginn eines Wettbewerbs vorab klären, wie Überstunden berechnet werden. Immerhin ist es fast immer so, dass in dem Zusammenhang viele anfallen. Eine Option wäre auch, einen Freizeitausgleich dafür zu bekommen. Aber das ist in kleineren Büros oft kaum machbar. Vielleicht kann man sowas in einem "Zeitkonto" festhalten, sodass Du dann zwischendurch mal einen freien Tag nehmen kannst.
Wie läuft das denn bei Deinen Kollegen? Du bist ja sicher nicht die einzige, die das Problem hat.

Ansonsten bin ich auch den Ansicht, dass es hier letztlich um geleistete Arbeit geht, die angemessen entlohnt werden muß. That's business. Wenn Du der Ansicht bist, das die ein oder andere Sache mit mehr Erfahrung schneller zu leisten wäre, liegt es in Deinem Ermessen, hier Abstriche zu machen. Aber ansonsten würde ich schon sagen, dass ein großes Maß an Überstunden bezahlt werden muß. Zumal, wenn Du dort frei arbeitest (was ich mal den früheren Beiträgen und der Tatsache, dass Du überhaupt Rechnungen schreibst, entnehme).

Ich habe als Angestellte natürlich auch viele unbezahle Überstunden gemacht. Mit der Zeit habe ich mich aber auch darüber geärgert, dass man dafür kaum Anerkennung bekommt. Daher habe ich dann versucht, diese möglichst einzuschränken und dann auch einen Freizeitausgleich dafür zu bekommen. So ist mein AG zufrieden, weil der Job gut und zeitnah erledigt ist und ich, weil ich mich nicht benutzt fühle...

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 18:06
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Ich finde, da ist ein Kompromiss angesagt. Wenn Du Dich tatsächlch etwas umständlicher angestellt hast oder was dreimal gemacht hast, kannst Du nicht alles in Rechnung stellen. Ich kenne das Problem auch; und es gibt für mich immer eine Summe, unter der ich mich einfach nicht fair entlohnt fühle und eine obere Grenze, die der Auftraggeber klar nicht akzeptieren würde bzw. bei der die Geschäftsbeziehung beendet wäre ("Mit dem Halsabschneider nie wieder!"). Insofern: Wenn Du statt 30 Std. 50 gemacht hast, schreib 47,5 auf. Oder geht es noch um Materialien oder andere Posten (Fahrt-, Druckkosten), durch die Du die Rechnung anders "gestalten" kannst?

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 18:57
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Danke schon mal für Eure Vorschläge!

Ich hab sonst noch einen Kollegen, und wie der das macht hab ich noch nicht durchschaut, denn der arbeitet nicht durchgehend an einem Projekt, der hat also jetzt auch am Wettbewerb mitgearbeitet, gleichzeitig aber noch das andere Bauvorhaben betreut und auch noch seine eigenen privaten Projekte gemacht. Wir sollen eigentlich immer alle Stunden aufschreiben, in einem Buch, da stehen meine jetzt auch exakt drin, seine aber nicht täglich, sondern eher vereinzelt.

Mein Chef liebt seinen Job wirklich, er macht ja auch nichts kommerzielles, sondern nur Projekte von denen er absolut überzeugt ist. Geld kommt dann auch durch Vorlesungen rein, err hat auch weltweit sehr gute Kontakte zu anderen Architekten. Ich glaube, er würde den Job auch machen, wenn er gar nichts dabei verdient ;-)

Ich denke, ich werde einfach eher 8h pro Tag abrechnen (dann bin ich bei 40 statt 30) denn ich hab ja auch jeden Tag gearbeitet, aber dafür dann die Überstunden gar nicht. Hab im Durchschnitt jeden Tag so 1-2 gemacht. Aber ich hab da ja jetzt auch erst angefangen, musste mich ja erst einarbeiten, und es ist eben ein Wettbewerb und ich hab teilweise ja auch selbstverschuldet länger gebraucht. Am Wochenende hab ich nicht im Büro gearbeitet. Also alles in allem fallen dann bei ca. 20x8=160 Stunden noch zusätzlich 20-30 unbezahlte an.
Ich denke, ich werde das Thema aber auch vorher noch bei meinem Chef ansprechen, wie ich abrechnen soll, und ihm das so vorschlagen, denn sie verdienen am Wettbewerb ja echt nichts. Und dann darauf hinweisen, dass ich es nur deshalb so abrechne weil es ein Wettbewerb ist, und ich sonst aber Überstunden voll abrechnen werde. Oder ist das zu selbstlos? ;-)

Achso, ich bin da auch nicht wegen dem Geld (klar, ich brauch auch Geld zum Leben) aber ganz ehrlich, meine Arbeit ist mir so auch wichtiger als Geld. Und ich hab ja noch andere Projekte nebenher die gutes Geld bringen.

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 19:49
ID: 24004



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Ehrlich? Du bist zu selbstlos. Wenn er arbeiten kann/ möchte, ohne wirtschaftlich zu sein, dann bitte. Aber das auf seine Mitarbeiter abzuwälzen finde ich nicht korrekt. Und es ist ein Sache, für seine eigenen Projekte bereit zu sein, auf Geld zu verzichten, aber für einen Job würde ich das nicht in Kauf nehmen. Zumal dann nicht, wenn man dort länger bleiben will. Denn wenn Du einmal damit anfängst, wird das immer von Dir erwartet. Versuch einen guten Kompromis zu finden, der weder Dich noch Deinen AG benachteiligt.

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Datum: 03.06.2007
Uhrzeit: 23:38
ID: 24005



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Ich werde die ganze Thematik einfach diese Woche mal ansprechen, vielleicht klärt sich das dann ja auch von selbst. Ist zwar immer etwas unangenehm, über Geld zu reden, aber muss ja sein.

Und es stimmt schon, wenn ich jetzt damit anfange, zu grosse Abstriche zu machen, wird es vielleicht immer so erwartet.

Ich hatte so ein Problem halt auch noch nie, denn entweder ich hab fest angestellt gearbeitet (mit festem Gehalt) oder zwar auch stundenweise, aber kein Wettbewerb und keine Überstunden und vor allem nichts, wo ich mich umständlich angestellt hab...

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Datum: 04.06.2007
Uhrzeit: 14:08
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Francis, was Du so über das (fehlende) Gewinnstreben Deines Chefs und von Dir schreibst, stimmt mich sehr nachdenklich. Wenn Du noch sehr jung bist oder irgendeinen anderen finanziellen Background hast, kann ich das verstehen, sonst wirklich nicht. Um nur aus Spaß zur Arbeit zu gehen, ist man irgendwann zu alt; man braucht ja schon Asche, um sein Leben zu gestalten.

Das ist wohl schon ein generelles Problem unter Architekten; ich habe schon einige Insider-Stories von berühmten Leuten gehört, die immer wieder tief in die Bredouille geraten sind, weil sie das Wirtschaftliche ihrer Büros aus den Augen verloren haben.

Mit Vorträgen verdient man doch nicht genug Geld (!!), höchstens Bill Clinton. Mit Publikationen (wie Du mal in einem anderen Post geschrieben hast) auch nicht - wiss. Buch- und Zeitschriften-Aufsätze und Tagungsbeiträge werden *generell* überhaupt nicht bezahlt. Null komma Null. Bleibt eine Professur, die einem das tägliche Marmeladenbrötchen sichert. Schön, wenn man sie hat ...

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Datum: 04.06.2007
Uhrzeit: 18:45
ID: 24021



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Also Professur ist schon vorhanden (bei meinem Chef, bei mir leider noch nicht ;-)...
Mein Chef hält weltweit Vorträge, also er scheint gefragt zu sein. Ausserdem ist er 1 Tag pro Woche an der Uni als Prof.

Zu meinem wirtschaftlichen Vorgehen: mir ist Karriere sehr wichtig, ich arbeite locker 60 Stunden die Woche (nicht im Büro, sondern auch zuhause, ich hab noch andere Projekte und hab demnächst einen Lehrauftrag). Ich suche mir meine Büros mit Sorgfalt aus, ich gebe ehrlich zu, ich arbeite nicht überall. Mein Ziel ist es, irgendwann mein eigenes Büro zu haben, und dafür mache ich echt viel. Mir macht die Arbeit aber auch Spass.

Ich verdiene mit meinen Visualisierungen nebenher genug zum Leben (ok, also einfaches Leben, aber immerhin ;-), d.h. ob ich dann im Büro hier (wo ich ebenfalls ganz gut verdiene) für den letzten Monat 300 Euro weniger oder mehr bekomme, juckt mich nicht ganz so. Die Spanne meiner Abrechnung bewegt sich zwischen 2500 und 3000 Euro (grob überschlagen), also ich steh so oder so nicht schlecht da.

Mein Chef ist ein absoluter Idealist, und mittlerweile echt mein Vorbild. Ich mach lieber Entwürfe, die Spass machen, als nur auf die Kohle zu schauen.

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Datum: 04.06.2007
Uhrzeit: 20:31
ID: 24023



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Ich würde alle gearbeiteten Stunden aufschreiben und dann einen Teil wegen Unerfahrenheit abziehen (10 - 20%). Dann schreibst Du unten noch den Stundenlohn und den Gesamtlohn drunter und gest damit zum Chef und beschprichst das. Die tatsächlich gearbeiteten Stunden würde ich aber auf keinen Fall verschweigen und auch Dein entgegenkommen würde ich ihm deutlich erklären.

Florian
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Datum: 04.06.2007
Uhrzeit: 22:20
ID: 24026



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Natürlich ist es am unangenehmsten, im Job über Geld zu reden. Deswegen ist es auch das komplizierteste, da keiner irgendwann im Studium Verhandeln lernt.

Dein Chef ist Prof, lädt dich zum Essen ein, reist viel und so weiter. Wieso sollte er bei dem Lebensstil dann zu genau auf deine Stunden schauen?

Tut er das, dann ist doch der generöse Lebensstil nur Farce, und die Gönnerlaune versagt bei dem essentiellen, nämlich dem, was dir nach abgelegter Leistung laut Vertrag ZUSTEHT. Wieso willst du auf das verzichten? Damit den Boss ganz gönnerhaft dir nochn Mittagessen hinterher als Ausgleich spendieren kann?

Frag mich mal, ich war bisher viel zu sozial und bescheiden eingestellt, habe immer an das wirtschaftliche im Büro geachtet und darauf geachtet, dass alles gut geht im Büro. Wenn die Zeit kommt, schaut jeder nur auf seine eigene Interessen, und das ganze Engagement kann im Handumdrehen kleingeredet werden. Und da Chef Chef ist, sitzt du immer am kürzeren Hebel.

Mein Vorschlag: Rechne ab, was dir zusteht, das was du ohne Absprache zu viel gemacht hast, kannst du ansprechen, sehe aber, dass das nächste mal KEINE Überstunde auf good will basis dazukommt. Sonst kommt man schnell auf den trichter, teils abzurechnen und den Rest irgendwie Gratos von dir dazugeliefert zu bekommen.

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Datum: 05.06.2007
Uhrzeit: 13:19
ID: 24031



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Zitat:
Originally posted by Francis
Mein Chef hält weltweit Vorträge, also er scheint gefragt zu sein. Ausserdem ist er 1 Tag pro Woche an der Uni als Prof.
Dafür bekommt man/er aber im akademischen Bereich auch keinen Pfennig, vielleicht einen Teil der Reisekosten und ein belegtes Brötchen. Oder arbeitet er als hochbezahlter Consultant für die Privatwirtschaft?

Professuren dienen normalerweise als Marketing-Vehikel für von sich aus gut gehende Büros. Der Titel bringt Prestige; über die Uni organisiert man seinen Personalnachwuchs; Vorträge, Bücher, Ausstellungen sind Marketing-Ausgaben fürs Büro, die für sich nichts einbringen. Das Gehalt als Prof. reicht auch nicht, ein idealistisch geführtes Büro zu stützen (na, bei Deinem Chef offenbar schon). Wie auch immer - man sollte nur aufpassen, dass man sich über die Idealismus-Schiene nicht ausnehmen lässt. Die prominenten Büros machen ja auch keinen Millimeter aus Großzügigkeit; die kassieren ein Vielfaches der Standard-Honorare. Nur damit klar ist, dass hohe architektonische Qualität mit Großzügigkeit und Selbstlosigkeit des Architekten nix zu tun hat.

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